Von einer Familie, die es geschafft hat
Im April 2017 haben wir über Mona Al-Malla und ihre Familie berichtet, von ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien und ihrem Neuanfang in Künzelsau. Damals standen sie bei Null, die Belastung der mehrwöchigen Flucht mit ihren fünf Kindern steckte ihnen noch in den Knochen, sie wohnten in einer Sozialwohnung, lernten Deutsch und waren auf der Suche nach einem passenden Job. Parallel dazu immer die Sorge, wie es ihren zurückgebliebenen Verwandten und Freunden in ihre mittlerweile völlig zerstören Heimatstadt Aleppo geht.
Wir haben Mona gefragt, wie es ihnen, eineinhalb Jahre später, geht. Die Familie wohnt noch immer in Künzelsau, aber mittlerweile in einer anderen Wohnung. Diese ist vom Platz her ausreichend für die Familie. Aber die wichtigste Neuigkeit: Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg hat Mona als Integrationsmanagerin eingestellt. Sie betreut nun Flüchtlingsfamilien in Kupferzell und Neuenstein und hilft ihnen, wenn sie Fragen zur Integration, zur Arbeitssuche, Sprache, Kultur oder zu Behördengängen haben. Derzeit macht Mona auch ihren Führerschein. Monas Ehemann, Mustafa, der sich anfangs schwerer mit der Sprache tat als der Rest der Familie, arbeitet nun als Buchhalter, also in dem Beruf, den er in Syrien gelernt hat, bei der Firma Sigloch in Blaufelden. Tochter Raghad studiert Pharmazie in Freiburg. Ihre Schwester Raneem will ebenfalls Pharmazie oder Zahnmedizin studieren. Nach dem Abitur absolviert sie zu diesem Zweck gerade ein Praktikum in einem Altenheim in Künzelsau. Die jüngeren Söhne besuchen das Schlossgymnasium und das Ganerben-Gymnasium. Die Familie hat wieder neuen Mut gefasst. Dennoch sind sie in Gedanken oft in ihrer Heimat, die immer weiter zerstört wird und beten für Frieden.


