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Unter Geiern

Ein Kommentar von Matthias Lauterer

Da drängeln sich beim Prozess um die Tötung des siebenjährigen Jungen Fotografen und Kameraleute um die besten Plätze. Nicht gar so wild, wie man es aus dem Fernsehen bei Sensationsprozessen kennt, aber immerhin etwa zehn Bildjournalisten waren anwesend und der Saal war nicht besonders groß.  GSCHWÄTZ, lokale und überregionale Tagespresse, das Fernsehen, ja sogar bis hin zu bunten Magazinen, die in ganz Deutschland bekannt sind, war alles vertreten. Und so bemüht man sich vor Sitzungsbeginn kollegial um die schönsten Plätze und Motive, bis der Richter freundlich mitteilt, dass alle Handys auszuschalten sind, das Fotografieren und Filmen jetzt ein Ende haben und vor allem, dass die Eltern des getöteten Jungen nicht fotografiert werden dürfen. Erst dann betreten die Eltern durch einen Eingang, der nicht über den Flur führt, den Saal. So weit, so gut und so vernünftig auch die Anweisung des Richters – hätte nicht ein Fotograf kurz vor der Sitzungspause den Saal verlassen und nach Öffnung der Tür vom Flur aus die Fotokamera auf die Eltern gerichtet. Die Justizwachtmeister griffen sofort ein. Auf solche „Kollegen“, die nur auf Sensationsfotos aus sind, kann ich verzichten.




Der große weiße Elefant Amazon

Die Buchhandlung Lindenmaier und Harsch hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern. Sie kann auf stolze 30 Jahre zurückblicken, denn so lange gibt es sie schon in der Hauptstrasse in Künzelsau. Elke Brand hat mit den Inhaberinnen, Reintraut Lindenmaier und Annegret Harsch, über den Büchermarkt gesprochen, wie sie zu dem riesigen Konkurrenten Amazon stehen und welche Bücher unbedingt gelesen werden müssen.

Frau Harsch und Frau Lindenmaier selbst bieten in ihrer Buchhandlung Leseabende an, an denen die Kundschaft die Möglichkeit hat, neu erschiene Bücher in gemütlicher Atmosphäre zu lesen und die Gesellschaft von Gleichgesinnten zu genießen, sich auszutauschen und zu plaudern.

Im hinteren Bereich des Ladens besteht auch die Möglichkeit, bei einer Tasse Tee oder Kaffee eine Leseprobe zu nehmen. Viele neue Bücher werden von Annegret Harsch und Reintraut Lindenmaier persönlich gelesen, damit Fragen von den Kunden umgehend beantwortet werden können. Dadurch  sei, so die beiden, eine kompetente Beratung der Lesekundschaft möglich. Dennoch spüren auch sie den Wandel, dem der Büchermarkt seit einigen Jahren unterworfen ist.

Richtiges Buch oder ein E-Book?

GSCHWÄTZ: Kritiker sagen, Buchhandlungen hätten das Internet verschlafen. Stimmt das?

A.H. und R.L.: Nein, die meisten Buchhandlungen haben einen Online-Shop, wir auch. Es gibt auch einen sehr großen Teil von Kunden, die das Angebot von E-Books nutzen.  Aber viele Leser möchten nach wie vor lieber das richtige Buch zum Lesen in die Hand nehmen. Viele sitzen den ganzen Tag am PC und möchten dann abends nicht auch nochmal am Tablet ein Buch lesen, das ist sehr viel anstrengender. Und auch der Kopf kann das Lesen in einem Buch viel intensiver verarbeiten.

 

GSCHWÄTZ: Wie sieht die Zukunft des Buchmarktes aus?

A.H. und R.L.: Viele kleine Buchläden werden wohl in Zukunft nicht mehr bestehen können und nach und nach aussterben. Große Buchhandlungen haben dann leider nur noch ein Sortiment für alle, es wird keine individuell gestalteten Buchhandlungen mehr geben. Dies wird zwar noch einige Jahre dauern, aber diese Veränderung setzt sich in kleinen Schritten durch. Zudem ist Amazon ein Konkurrent. Der Internetkonzern hat ein großes Angebot an Büchern und liefert sie sehr schnell. Aber auch das im Buchladen bestellte Buch ist schon am nächsten Tag im Laden.

Was lesen Jungs und was lesen Mädchen?

GSCHWÄTZ: Gibt es Unterschiede zwischen dem Leseverhalten von Jungen und Mädchen?

A.H. und R.L.: Jungs interessieren sich mehr für Sachbücher, Abenteuer,  Harry Potter und so weiter. Mädchen lesen gerne Bücher über Freundschaft. Generell ist es wichtig, dass es Bücher sind, die eine stimmige und gerechte Geschichte darstellen.

 

GSCHWÄTZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Buchhandel?

A.H. und R.L.: Dass auf jeden Fall noch recht lange der Bedarf an Büchern besteht und  die Kinder von den Eltern frühzeitig mit Büchern vertraut gemacht werden. Der Wert des Lesens darf nicht durch die schnelllebige Zeit verloren gehen. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist das Vorlesen eine Möglichkeit, mittels Bücher wieder mehr Familie zu leben. Dieser Wert geht leider in unserer Gesellschaft oftmals verloren. Bücher können auf jeden Fall Brücken sein. Und oftmals lesen Kinder in Büchern, wie das richtige Leben ist. Deshalb ist es wichtig,  das Interesse und die Wertigkeit von Büchern am Leben zu erhalten.

// Text und Foto von Elke Brand




Psychiatrische Tagesklinik Künzelsau bietet Stressbewältigungstraining an

In unserer November Ausgabe 2018 hatten wir Uwe Hauck im Interview, der mit uns offen über seine Depressionen und Angstzustände gesprochen hat. Uns haben diverse Zuschriften von Betroffenen erreicht. Viele haben von ihren eigenen Erfahrungen in der psychiatrischen Klinik in Weinsberg berichtet, manche aber auch von ihren positiven Erfahrungen mit der etwas weniger bekannten Tagesklinik in Künzelsau, die ebenfalls zu der Klinik in Weinsberg gehört. In dem Gebäude des Krankenhauses besteht die Möglichkeit, dass Betroffene nicht stationär behandelt werden, sondern ambulant, sprich: Die Patienten kommen morgens und gehen nach ihren Therapiesitzungen abends nach Hause. Die Tagesklinik hat 18 Behandlungsplätze für erwachsene Patienten, die die Tagesklinik in der Regel selbstständig aufsuchen. Es gibt individuelle, auf den jeweiligen Patienten abgestimmte,  Behandlungsangebote unter dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Diese umfassen unter anderem, so Frau Stefanie Wohlleben, pflegerische Stationsleitung der allgemeinen Psychiatrie und Psychotherapie Ost an der psychiatrischen Tagesklinik Künzelsau: fachärztliche und fachpsychologische Diagnostik und Therapie, Ergotherapie und Kreativtherapie, störungsspezifische Psychoedukationsgruppen, Bewegungstherapie und Nordic Walking sowie sozialdienstliche Unterstützung, soziales Kompetenztraining, progressive Muskelentspannung, Stressbewältigungstraining, Genussgruppe, Achtsamkeitstraining, Akupunktur und Aromapflege. Am ersten Donnerstag im Monat findet jeweils um 16.15 Uhr eine Stationsführung für interessierte Patienten statt, eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber erwünscht. Telefon: 07940/5033730. Im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg werden jährlich rund 13.000 Patienten ambulant, tagesklinisch oder stationär behandelt.

Weitere Informationen: www.klinikum-weissenhof.de/standorte/kuenzelsau/




Von einer Familie, die es geschafft hat

Im April 2017 haben wir über Mona Al-Malla und ihre Familie berichtet, von ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien und ihrem Neuanfang in Künzelsau. Damals standen sie bei Null, die Belastung der mehrwöchigen Flucht mit ihren fünf Kindern steckte ihnen noch in den Knochen, sie wohnten in einer Sozialwohnung, lernten Deutsch und waren auf der Suche nach einem passenden Job. Parallel dazu immer die Sorge, wie es ihren zurückgebliebenen Verwandten und Freunden in ihre mittlerweile völlig zerstören Heimatstadt Aleppo geht.

Wir haben Mona gefragt, wie es ihnen, eineinhalb Jahre später, geht. Die Familie wohnt noch immer in Künzelsau, aber mittlerweile in einer anderen Wohnung. Diese ist vom Platz her ausreichend für die Familie. Aber die wichtigste Neuigkeit: Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg hat Mona als Integrationsmanagerin eingestellt. Sie betreut nun Flüchtlingsfamilien in Kupferzell und Neuenstein und hilft ihnen, wenn sie Fragen zur Integration, zur Arbeitssuche, Sprache, Kultur  oder zu Behördengängen haben. Derzeit macht Mona auch ihren Führerschein. Monas Ehemann, Mustafa, der sich anfangs schwerer mit der Sprache tat als der Rest der Familie, arbeitet nun als Buchhalter, also in dem Beruf, den er in Syrien gelernt hat, bei der Firma Sigloch in Blaufelden. Tochter Raghad studiert Pharmazie in Freiburg. Ihre Schwester Raneem  will ebenfalls Pharmazie oder Zahnmedizin studieren. Nach dem Abitur absolviert sie zu diesem Zweck gerade ein Praktikum in einem Altenheim in Künzelsau. Die jüngeren Söhne besuchen das Schlossgymnasium und das Ganerben-Gymnasium. Die Familie hat wieder neuen Mut gefasst. Dennoch sind sie in Gedanken oft in ihrer Heimat, die immer weiter zerstört wird und beten für Frieden.




Landesstraße zwischen Kirchensall und Neufelser Kreuzung gesperrt

Die Straßenmeisterei Öhringen führt umfangreiche Gehölzpflegearbeiten an der Landstraße bei Kirchensall zwischen der Abzweigung in Richtung Mangoldsall und der Neufelser Kreuzung durch. Die Landesstraße muss deshalb von Mittwoch, den 02. Januar 2019, bis voraussichtlich Freitag, den 04. Januar 2019, für den Gesamtverkehr gesperrt werden.

Die überörtliche Umleitung ist ab Kirchensall über die K 2370 nach Langensall – Mangoldsall – K 2386 – Neufelser Kreuzung und umgekehrt ausgeschildert.

 

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises




Dä Deifel spielt die Karten aus

Der Jugendclub Simprechtshausen e.V. führt im Januar 2019 das Theaterstück „Dä Deifel spielt die Karten aus“ auf. Die geplanten Termine sind jeweils am Samstag, den 05., den 12., 19. und 26. Januar 2019,  sowie am Freitag, den 18. Januar 2019 im Dorfgemeinschaftshaus in Simprechtshausen.

Einlass ist um 18.30 Uhr, die Aufführung startet um 19.30 Uhr. Eintritt: sieben Euro. Reservierungen telefonisch bei Familie Fuchs täglich von 17 Uhr bis 20 Uhr: 07938/12 80.

2019 feiert der Verein sein 39-jähriges bestehen. „Fast genauso lange sind wir der Leidenschaft, dem Laientheater, verfallen“, so Martina Möhler vom Jugendclub Simprechtshausen.

Dä Deifel spielt die Karten aus im Theater in Simprechtshausen.
Foto: Theater Simprechtshausen




Umbau des Kocherfreibades soll 2019 starten

Bei der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am Dienstag, den 18. Dezember 2019, kündigte Bürgermeister Stefan Neumann an: „2019 werden wir auch in die Ausführung des Ausbaus des Kocherfreibades kommen.“ 2019 soll der Umbau des Kocherfreibades starten. Über den Winter sollen die Arbeiten ausgeschrieben und 2019 zügig begonnen werden. Hierfür sind 900.000 Euro Gesamtkosten veranschlagt. Wenn die Arbeiten wie geplant laufen, kann die Maßnahme auch 2019 abgeschlossen werden. Das neugestaltete Kocherfreibad wird dann wieder im Sommer 2020 zum Baden einladen, so die Stadtverwaltung Künzelsau.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Mann tanzte lachend um brennende Gesetzesbücher

Kurz nach 16 Uhr drang am Heiligabend ein 53-jähriger in eine Anwaltskanzlei am Markt in Schwäbisch Hall ein, zerstörte mehrere Glasscheiben, warf Gegenstände aus dem Fenster, hörte laute Musik und verbrannte Gesetzesbücher. Wie sich herausstellte handelte es sich um einen polizeibekannten psychisch gestörten Mann, der laut lachend um das Feuer tanzend von der Polizei angetroffen wurde. Der alkoholisierte Mann wurde in Gewahrsam genommen und nach einer richterlichen Anordnung in ein Zentrum für Psychiatrie eingeliefert. Das Feuer war schnell gelöscht und ein weiteres Ausbreiten hierdurch verhindert worden. Die Feuerwehr Schwäbisch Hall war mit zwei Fahrzeugen und zehn Mann im Einsatz. Die Höhe des Schadens in der verwüsteten Kanzlei kann derzeit noch nicht genau beziffert werden.

Quelle: Polizeipräsidium Aalen




Das 24. Adventstürchen

Für das 24. Adventstürchen hat Iris Hirsch Rentiere aus Weihnachtskugeln gebastelt.

Das benötigte Material:

eine beliebige Weihnachtskugel,

zwei kleine verzweigte Ästchen von Sträuchern für das Geweih,

braunes Tonpapier für die Ohren,

rotes Mini-Pompon für die Nase,

schwarzer Filzstift für die Augen.

Die Ästchen größengerecht zuschneiden. Mit der heißklebepistole das Rentier-Geweih, die zugeschnittenen Ohren und die Nase auf die Weihnachtskugeln kleben. Mit dem schwezen Filzstift die Augen aufzeichnen.  @ Iris Hirsch




Weihnachten

Wir wünschen Euch in diesem Jahr eine Weihnachtszeit,

wie sie früher war.

Kein Hetzen zur Bescherung hin,

kein Schenken ohne Herz und Sinn.

Wir wünschen Euch ein kleines Stück

von warmer Menschlichkeit zurück.

Wir wünschen Euch in diesem Jahr eine Weihnachtszeit, wie sie als Kind so war.

Es war einmal, schon lang ist’s her,

da war so wenig so viel mehr.

 

Liebe GSCHWÄTZler,

das gesamte Redaktionsteam von GSCHWÄTZ wünscht Euch frohe Weihnachten.

 

Foto: Weihnachtsmarkt Waldenburg