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Kupferzell/Krautheim: Mehrere Unfälle bei glatten Straßen

Am Mittwoch, den 29. Januar 2020, kam es auf glatten Straßen gleich zu zwei Unfällen, deren Schäden in die Tausende gehen. Gegen 14 Uhr erwischte es den Fahrer eines Sprinters in Kupferzell. Der 58-Jährige fuhr von Feßbach in Richtung Kubach, als er in einer Senke bei Schneeglätte die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und nach rechts von der Fahrbahn abkam. Hier überfuhr er ein Verkehrsschild, einen Leitpfosten sowie einen kleinen Baum. Den dabei entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf etwa 5.000 Euro. Am Abend kam es dann zum nächsten Unfall. Eine 21-Jährige fuhr gegen 21.30 Uhr mit ihrem Ford von Krautheim in Richtung Assamstadt, als in einer Rechtskurve ihr Fahrzeug auf teilweise eisglatter Straße ausbrach. Der Wagen der jungen Frau krachte daraufhin in die Leitplanke. Der Schaden an Wagen und Leitplanke beträgt ungefähr 9.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Landratsamt gibt klares Bekenntnis zur Kreisstadt ab: „Sitz der Verwaltung des Hohenlohekreises bleibt Künzelsau“

Landratsamt, wo gehst Du hin? Viel wurde spekuliert in den vergangenen Monaten. Kommt ein Neubau oder wird das alte Landratsamtgebäude nun doch renoviert und saniert? Bleibt das Landratsamt in Künzelsau oder nicht? Sprach man das Landratsamt darauf an, blieben die Antworten vage und es wurde stets auf eine so genannte Machbarkeitsstudie verwiesen. Experten sollten dabei den bestmöglichen Standort für das neue Landratsamt hinsichtlich Kosten / Nutzen eroieren (wir berichteten, siehe Artikel unten). Diese Studie wurde wegen der mittlerweile veränderten Situation, unter anderem im Bereich Baukosten – in eine Verlängerung geschickt. Nun aber sollen laut dem Landratsamt Anfang 2020 die „finalen Ergebnisse der Fortschreibung der Machbarkeitsstudie dem Kreistag präsentiert“ werden. Eines ist jedoch schon jetzt sicher: Ein Neubau soll laut dem Landratsamt kommen: „An der aktuellen Beschlusslage (Neubau unter Weiternutzung des Bauteils B* für alle Mitarbeiter der Kreisverwaltung) hat sich nichts verändert“, so das Landratsamt auf eine GSCHWÄTZ-Presseanfrage.

Auf die Frage: Wie teuer wird der Bau? Gibt es tatsächlich, wie befürchtet, eine massive Preissteigerung?, bleibt das Landratsamt vage: „Aussagen zu den Kosten, dem Zeitbedarf und einen möglichen Baubeginn können zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.“ Allerdings gibt das Landratsamt nun ein klares Bekenntnis Richtung Künzelsau ab: „Sitz der Verwaltung bleibt die Kreisstadt Künzelsau.“

*ehemaliges HOBAG-Gebäude

 




Landratsamt erklärt, warum so viele Bäume gefällt werden mussten

Einige Leser haben gegenüber GSCHWÄTZ gefragt, warum so viele Bäume unterhalb von Nagelsberg gefällt werden mussten, weswegen auch die B19 zwischen Künzelsau und Belsenberg seit über einer Woche halbseitig gesperrt wurde (wir berichteten). Wir haben die Frage an das Landratsamt weitergegeben, gekoppelt mit der Frage, ob es keine alternative Lösung gegeben hätte, wie etwa eine Hangabsicherung mittels speziellen Netzen, damit größere Gesteinsbrocken, die sich hier in der Vergangenheit schon öfter gelöst hatten, abzufangen.

Das Landratsamt betont gegenüber GSCHWÄTZ, dass es „keine alternative Lösung zur dauerhaften Gewährleistung der Verkehrssicherheit gegeben“ hätte. Die übliche Vorgehensweise nach derartigen Steinschlägen sei es, „den Hang durch eine professionelle Hang- und Felsberäumung zu kontrollieren und zu sichern“. Oberste Priorität habe hier „die Gewährleistung der Verkehrssicherheit der täglich zirka 18.000 Verkehrsteilnehmer auf der B19“.

Weiter heißt es: „Der gesamte Hang war völlig mit Gestrüpp, Brombeersträuchern und Bäumen bedeckt. Die Felsbänke und potentiellen Gefahrenstellen waren nicht einsehbar. Ein umfangreicher Gehölzrückschnitt auf dem gesamten betroffenen Hang war zwangsläufig und nicht zu vermeiden. Andernfalls bestünde die konkrete Gefahr, dass lose Gesteinsbrocken und Gefahrenstellen im Fels von Gehölz verdeckt und unerkannt bleiben. Für die Fels- und Hangberäumung muss der gesamte Hang freigelegt und offen einsehbar sein, um weitere Sicherungsmaßnahmen einleiten zu können.“

Zweiter Schritt nach dieser „Hangberäumung“ sei nun die Einschätzung der Fels- und Gesteinsformationen durch ein Ingenieurbüro. Potentielle Gefahrenstellen sollen dadurch definiert werden, um eventuell weitere Sicherungsmaßnahmen wie ein Steinschlagschutzzaun oder eine flächige Vernetzung anzugehen. „Dazu muss aber alles einsehbar und offen zugänglich sein. Auch dafür ist der Gehölzrückschnitt zwingende Voraussetzung“, erklärt das Landratsamt.

Bei der Fällung der zirka 200 Bäume habe es sich größtenteils um Eschen gehandelt, die, so das Landratsamt, „teilweise auch schon vom Eschentriebsterben betroffen waren.“ Aber das Landratsamt macht auch allen Baumfreunden Hoffnung: „Ein Großteil der Bäume und Sträucher werden in kürzester Zeit wieder austreiben und nachwachsen.“

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises




Corona-Virus: Ziehl-Abegg schickt mehrere tausend Mundschutzmasken & Ventilatoren nach China

Die frühe Entscheidung von Ziehl-Abegg, alle Dienstreisen von und nach China zu streichen, gilt unverändert“, betont Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg in Künzelsau, in einer Pressemitteilung. „Zudem haben Ziehl-Abegg Deutschland und Ziehl-Abegg Japan mehrere tausend Mundschutzmasken ins Werk nach China geschickt, weil regional Mundschutzmasken bereits knapp werden.“

Bau eines neuen Krankenhauses

Des Weiteren habe Ziehl-Abegg China hat den Auftrag erhalten, innerhalb weniger Tage mehr als 70 Ventilatoren für das neue Krankenhaus in Wuhan zu liefern – das Krankenhaus soll binnen sechs Tagen gebaut werden. „Wir versuchen, alle Ventilatoren auszuliefern“, sagt Jason Liu, Geschäftsführer von Ziehl-Abegg China. Aber alle 450 Mitarbeiter sind in den chinesischen Neujahrsferien. Natürlich entspricht das deutsche Unternehmen Ziehl-Abegg grundsätzlich den Vorgaben der Stadtverwaltung von Shanghai, die Urlaubsphase bis zum 10. Februar 2020 zu verlängern. Dadurch soll eine Ausbreitung des Virus‘ verhindert werden.

„Es ist großartig, dass die chinesische Regierung so schnell reagiert und in dieser kurzen Zeit ein neues Krankenhaus gebaut hat“, sagt Jason Liu. „Ich bin sicher, dass viele Mitarbeiter die Hilfe für die Menschen in Wuhan unterstützen und in den nächsten Tagen Ventilatoren für das neue Krankenhaus produzieren werden“, sagt Jason Liu.

„Es sind spezielle Ventilatoren für Krankenhäuser“, erklärt Geschäftsführer Liu. Der Elektroantrieb ist ein hocheffizienter energiesparender EC-Motor. Das Laufrad wird aus einem speziellen Verbundwerkstoff hergestellt, der von Ziehl-Abegg entwickelt worden ist. Der Ventilator ist antibakteriell, ohne jegliche Korrosionsgefahr und ohne jede Ausgasung.

„Wenn es nicht möglich ist, die Ventilatoren in unserer Produktionsstätte in China herzustellen, versuchen wir, diese von anderen Produktionsstätten von Ziehl-Abegg nach Wuhan zu schicken“, sagt Steffen Sinn, Area Sales Manager am Stammsitz von Ziehl-Abegg in Künzelsau. Allerdings nur, falls Vorlieferanten in China die benötigten Teile nicht zeitnah in die Produktion liefern können.“

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg, Künzelsau

Ziehl-Abegg-Gebäude im Herzen Künzelsaus. Foto: GSCHWÄTZ




Verbrühungen 2. Grades: Besucherin bei Faschingsumzug über Hexenkessel gehalten

Prozessauftakt beim Landgericht Heilbronn wegen fahrlässiger Körperverletzung am Dienstag, den 05. Mai 2020, 09 Uhr. Die Kammer hat den Angeklagten, seinen Verteidiger, die Nebenklägerin, den Nebenklagevertreter und 38 Zeugen geladen.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, er habe am 03. Februar 2018 am 16. Eppinger „Nachtumzug“ als Mitglied der Gruppierung „Bohbrigga Hexenbroda“ teilgenommen, die einen Bollenwagen mit einem geschlossenen Kessel voller dampfend heißem Wasser mit sich geführt habe. Als groben Spaß habe er die als Besucherin auf dem Umzug anwesende Nebenklägerin gemeinschaftlich mit einem weiteren Mitglied seiner Gruppierung ohne weitere Sicherungsmaßnahmen über den „Hexenkessel“ gehalten, wobei die Beine der Nebenklägerin in das heiße Wasser gelangt seien. Die Nebenklägerin habe dadurch – für den Angeklagten vorhersehbar und vermeidbar – Verbrühungen zweiten Grades erlitten.

DasVerfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde nach zweitägiger Beweisaufnahme durch Beschluss der 12. Kleinen Strafkammer vom 25. Mai 2020 gemäß § 153a Abs. 2 StPO vorläufig eingestellt. Die endgültige Einstellung des Verfahrens wird erfolgen, falls und sobald der Angeklagte die ihm auferlegte Geldbuße von 6.000.- Euro an eine näher bezeichnete gemeinnützige Einrichtung entrichten wird. Hierfür hat die Kammer dem Angeklagten eine Frist bis zum 31. Oktober 2020 bestimmt.

Im Falle der endgültigen Einstellung wird das Verfahren ohne Verurteilung des Angeklagten enden. Diese Art der Verfahrenserledigung ist nicht registerpflichtig. Die zivilrechtliche Seite des Falles bleibt hierdurch unberührt.

In der Begründung des Einstellungsbeschlusses heißt es unter anderem wie folgt:

„Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme kann dem Angeklagten nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden, dass er an dem Vorgang, der unmittelbar zur Verletzung der Nebenklägerin durch Eintauchen ihrer Beine in das heiße Wasser des mitgeführten Kessels geführt hat, beteiligt war.

Aufgrund der vielfältigen und in zahlreichen auch wesentlichen Punkten differierenden Angaben der Tatzeugen konnte die Kammer bereits den eigentlichen Tathergang nicht vollständig aufklären.

Fest steht demnach nur, dass die Nebenklägerin von mindestens zwei Personen angehoben und an bzw. über den Kessel getragen worden ist. Diese Personen, möglicherweise auch eine weitere Person waren verkleidet, wobei die Beschreibungen der Augenzeugen zum Teil erheblich differierten.“

Die von der Kammer aber gleichwohl angenommene strafrechtliche Verantwortlichkeit des Angeklagten für die Verletzungen der Nebenklägerin beruht auf folgenden Erwägungen:

Der fragliche Zugwagen mit beheiztem Kessel wurde von der Hexengruppe des Angeklagten als prägendes Utensil mitgeführt. Dem Angeklagten war, wie jedem anderen Mitglied der Gruppe auch, das Gefahrenpotential bekannt. Hinzu kam, dass der fragliche Umzug bekanntermaßen und erkanntermaßer gerade dadurch geprägt war, dass ein enges Miteinander zwischen teilnehmenden Gruppen und Publikum bestand. Vor diesem Hintergrund war es eine naheliegende Möglichkeit, dass sich Personen, die um die Befüllung des Kessels mit heißem Wasser nicht wussten, diesem unbedacht annähern und durch Kontakt zu Schaden kommen könnten, zumal das darunter entfachte Feuer nicht sichtbar war. Erst recht drängte sich diese naheliegende Gefahr dadurch auf, dass eine Abgrenzung der Umzugsstrecke zum Zuschauerbereich nur an wenigen Stellen überhaupt bestand.

Gleichwohl wurden schuldhaft vor Beginn des Umzugs keine Sicherungsmaßnahmen getroffen oder einzelne Verantwortliche bestimmt, die für die Absicherung verantwortlich gewesen wären.

Es oblag mithin auch dem Angeklagten, während des Umzugs Verletzungen Dritter durch das mitgeführte Fahrzeug zu verhindern. Gegen diese Pflicht hat der Angeklagte verstoßen, indem er den Kesselwagen im fraglichen Moment nicht im Blick hatte, um eingreifen zu können.

Dieses Unterlassungsverschulden des Angeklagten war für die Verletzungen der Nebenklägerin auch ursächlich. Eine missbräuchliche Annäherung an den Kesselwagen – gleich durch wen – hätte durch die gebotene Beobachtung desselben und entsprechendes Einschreiten unschwer verhindert werden können.

Der im Vergleich zum ursprünglichen Tatvorwurf des aktiven Tuns geringere Grad der Vorwerfbarkeit des strafrechtlich relevanten Unterlassungsverschuldens hat nach der Überzeugung der Kammer eine strafrechtliche Verurteilung nicht erfordert.

Hierbei hat die Kammer auch berücksichtigt, dass der Angeklagte dieses Versäumnis eingeräumt hat und nicht vorbestraft ist. Zudem wurde berücksichtigt, dass das lange Verfahren unter anderem wegen der drohenden beruflichen Konsequenzen und des hohen Öffentlichkeitsinteresses mit erheblichen Belastungen auch für den Angeklagten verbunden war und diesem das Unrecht der Tat bereits durch dieses Verfahren deutlich vor Augen geführt wurde. 

Eine darüber hinausgehende strafrechtliche Ahndung durch Urteil zur Einwirkung auf den Angeklagten im Sinne der Erreichung zukünftiger Straffreiheit ist nach der Überzeugung der Strafkammer nicht mehr erforderlich gewesen. Das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung konnte vielmehr durch Bezahlung der vorgenannten Geldbuße beseitigt werden, so das Landgericht Heilbronn in einer Pressemitteilung.

 

 




Schöntal: Baum auf Auto gestürzt

Mit einem gehörigen Schrecken kam eine 79-Jährige nach einem Unfall am Dienstag bei Schöntal davon. Die Frau war gegen 10 Uhr mit ihrem VW auf der Strecke zwischen Berlichingen und Jagsthausen unterwegs, als kurz nach dem Ortsausgang ein Baum auf ihr Fahrzeug stürzte. Die an einem Steilhang stehende Esche wurde vermutlich von einer starken Windböe umgeweht und auf den Touran geschleudert. Der Baum durchschlug die Windschutzscheibe, doch wie durch ein Wunder blieb die Seniorin unverletzt. Ihr Wagen war allerdings nicht mehr fahrtauglich und musste abgeschleppt werden.

 

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Snackbar & Mittagessen: Neueröffnung Metzgerei mit Backwarenverkauf in Künzelsau

Zwei in einem: Künzelsau ist ab nächster Woche um eine Metzgerei und eine Bäckerei reicher. Die Metzgerei Häussler am Oberen Bach in Künzelsau hat Ende Dezember 2019 ihre Pforten geschlossen. Aber Hans Häussler hat in diesem Zuge bereits auf seinen Nachfolger verwiesen, der in den Startlöchern stünde. Nun ist es soweit.

Ab kommenden Mittwoch, den 05. Februar 2020, eröffnet Familie Bauer die neu gestaltete Metzgerei mit zusätzlichem Backwarenverkauf. Die Kunden dürfen sich neben den üblichen Wurst- und Fleischwaren einer Metzgerei auf tägliche heiße Gerichte und eine Snackbar freuen. Des Weiteren gibt es frische Backwaren, Brot und Brötchen, geliefert von der Bäckerei Trunk, so Ingrid Bauer auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.

Neueröffnung Metzgerei Bauer in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Künzelsau: Einbruch in Jugendhaus

Zu einem Einbruch in das Künzelsauer Jugendhaus im Lipfersberger Weg kam es innerhalb der vergangenen Tage. Im Zeitraum von Donnerstag, den 23. Januar 2020, ab 16.30 Uhr bis Montag, den 27. Februar 2020, um 17.45 Uhr wurde das Fenster mit einem Werkzeug aufgehebelt. Entwendet wurde offenbar nichts, jedoch entstand ein Sachschaden in Höhe von zirka 200 Euro.

Es wird gebeten, Hinweise zu den Einbrechern und dem Tathergang dem Polizeirevier Künzelsau unter Telefon 07940/94 00 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 28. Januar 2020




„Das Vertrauen in die CDU droht auf der Strecke zu bleiben“ – Aussprache zwischen Christian von Stetten und dem Bauernverband

Konstruktive Aussprache zwischen dem Bauernverband und Vertretern der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion im Bundestag Christian Frhr. von Stetten (Vorsitzender Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU Fraktion) und Alois Gerig (Vorsitzender des Bundestagsausschusses Landwirtschaft und Ernährung) am 25.Januar 2020 im Sitzungsaal des Bauernverbandes in Übrigshausen.

Bauernverband: „Unter diesen Umständen müssen Betriebe schließen“

Seit der Veröffentlichung des Agrarpaketes durch die Ministerinnen Klöckner und Schulze im vergangenen Herbst 2019, der erneuten Verschärfung der Düngeverordnung, dem Mercosur-Abkommen und dem “Green Deal” durch die EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen haben sich viele Landwirte “deutlich Luft gemacht”, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Bauernverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems. Weiter heißt es darin:

„Das Vertrauen in die CDU droht auf der Strecke zu bleiben“

Ob über die Grünen Kreuze, die Schlepper-Demonstrationen oder die Mahnfeuer: Die Bauern sind sich über verschiedene Organisationen hinweg einig, dass sie zukünftig unter diesen Umständen ihre Betriebe schließen müssen. Das Vertrauen in die Politik und in die CDU/ CSU – als der angestammten Partei der Bauern – droht auf der Strecke zu bleiben. Der Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems e.V. hat im Herbst 2019 dazu deutliche Kritik geübt.

Bauern fordern Wege für eine „unternehmerische Landwirtschaft“, welche auf „Bevormundungen“ verzichtet

“Wir vom Bauernverband möchten, dass das Vertrauen wieder hergestellt wird,” eröffnet der Geschäftsführer Helmut Bleher den konstruktiven Austausch am 25. Januar 2020 in der Geschäftsstelle des Bauernverbandes. “Wir stehen für einen Dialog und möchten dazu beitragen, dass die Politik wieder klare Botschaften im Sinne unserer Bauern sendet und verlässlicher Partner wird”, so Bleher weiter. Die Verbandsvertreter fordern Wege für eine innovative und unternehmerische Landwirtschaft, welche auf Vertrauen und Wertschätzung baut und auf die, aus ihrer Sicht, wenig durchdachten und unvernünftigen Bevormundungen verzichtet.

Alois Gerig, CDU-Vorsitzender des Ernährungsausschusses des Bundestags, und Freiherr Christian von Stetten, als Vorsitzender des parlamentarischen Mittelstandskreises des CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, sind offen für Gespräche und der Einladung des Verbandes gefolgt. Rund 80 CDU-Agrarier aus ganz Nord-Württemberg waren gespannt darauf, wie die beiden Vertreter der Politik mit den sachlichen Erwartungen und den klaren Forderungen der Landwirtschaft umgehen.

 

Die Forderungen an die Agrarpolitik in Berlin werden mit sieben Vorschlägen des Bauernverbands Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems klar umrissen:

1. Das Agrarpaket der Bundesministerien muss “vom Tisch”, denn die Landwirtschaft ist nicht allein verantwortlich für das Insektensterben

2. Die CDU/CSU muss sich wieder klar zu den Bauern zu bekennen, gerade auch zu den konventionell produzierenden Höfen

3. Die CDU/CSU muss sich aktiv und federführend um das umstrittene Thema “Nitratmeßstellen” kümmern. Es muss geklärt werden, ob Deutschland “tendenziöse” Werte nach Brüssel gemeldet hat.

4. Die CDU / CSU muss fachgerechte und machbare Düngeregeln einfordern und gegebenenfalls Neuverandlungen mit der EU dazu aufnehmen.

5. Die Politik darf sich bei den Entwürfen zu Gesetzen nicht einem fachfremden “Mainstream” beugen, sondern an wissenschaftlichen Fakten und Untersuchungen orientieren. Und: Gegen den Populismus Farbe bekennen

6. Die von der Gesellschaft gewünschte Förderung der Biodiversität muss im Rahmen des Vertragsnaturschutzes außerhalb der Debatte um die Neuausrichtung der EU-Prämienzahlungen stattfinden. Denn die ganze Gesellschaft ist für den Rückgang der Arten verantwortlich. Eine von Landwirten und Bevövkerung gewünschte Verbesserung kann nur von allen zusammen gestemmt werden.

7. Gerade die CDU / CSU muss von allen politischen und gesellschaftlichen Strömungen mehr Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Bauern einfordern. Die ländlichen Regionen sind die originäre Heimat der CDU / CSU und auch die der Bauern

„Wahlergebnisse sind kein Wunschkonzert“

Zudem fordern die Bauern, „die Landwirtschaft zukünftig als Teil des Bildungsprozesses unserer Kinder und Jugendlichen in die Diskussion bringen“. Der Vorsitzende des Agrarausschusses, Alois Gerig ,macht in seinem Referat und in der anschließenden Aussprache die Grenzen der politischen Gestaltungsräume deutlich. Wahlergebnisse sind kein “Wunschkonzert”, die Partner müssten dabei berücksichtigt werden. Freiherr Christian von Stetten, als Mitglied des Bundestages und Vorsitzender des parlamentarischen Mittelstandskreises des CDU/CSU-Bundestagsfraktion hingegen ergänzt, so der Bauernverband, praktisch und konkret: Er werde sich dafür einsetzen, dass die Themen Ernährung und Herkunft unserer Lebensmittel verpflichtend in die Bildungspläne aufgenommen werden, als fester Bestandteil und mit praktischen Ansätzen in der Bildungspolitik. „Denn nur was man kennt und weiß, schätzt man auch.“ Man könne dabei gar nicht früh genug beginnen. Außerdem habe er zugesichert, das strittige Thema “Nitratstellen-Meßnetz anzugehen und aufzuklären.

Christian von Stetten habe, so der Bauernverband, versprochen, einen Termin zum Austausch zwischen der Führungsspitze des Bauernverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner anzugehen. Die emotional und engagiert diskutierende Versammlung nahm dies positiv auf. Nicht ohne jedoch auf eine dringende Wende in den Köpfen der Verantwortlichen hinzuweisen. Dass “dicke Bretter gebohrt werden müssen”, darüber sind sich die Agrarier der CDU sehr bewusst.

„Der Bauernverband ist und bleibt parteipolitisch neutral. Gleichwohl wünschen wir uns eine Partei, welche die Bauerninteressen im Fokus hat“, bestärkt Vorsitzender Jürgen Maurer die sieben Hauptforderungen des hiesigen Bauernverbandes. Er ist zuversichtlich, dass Hohenlohe in Berlin inzwischen bekannt ist und deshalb auch deutlich vernommen wird.

Quelle: Pressemitteilung des Bauernverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V. vom 27. Januar 2020

Helmut Bleher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems. Foto: Bauernverband

Jürgen Maurer, Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems. Foto: Bauernverband




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