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Bitte „ausreichend Abstand zu den Maschinen der Landwirte einhalten“

Das Landwirtschaftsamt appelliert an alle Bürger, „Rücksicht und Respekt für die Landwirtschaft“ zu zeigen.

Das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises bittet Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer, insbesondere auf Feldwegen, „ausreichend Abstand zu den Maschinen der Landwirte einzuhalten. Da aufgrund der Coronakrise das Leben in vielen Bereichen stark eingeschränkt ist, verbringen viele Menschen ihre Freizeit derzeit in der freien Natur. Dadurch nehmen auch die Begegnungen zwischen landwirtschaftlichen Maschinen und Freizeitsuchenden auf den Feldwegen deutlich zu“, so das Landwirtschaftsamt in einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises.

Schritttempo nicht möglich

Den Landwirten sei es nicht möglich, große Strecken nur im Schrittempo zu fahren, da gerade im Frühjahr ein großes Pensum an Arbeit geleistet werden müsse. Auf die landwirtschaftliche Produktion in Feld und Flur sollten Freizeitsportler daher unbedingt Rücksicht nehmen. Auch Hundebesitzer werden gebeten, darauf zu achten, dass die Nutzung eines landwirtschaftlichen Grundstücks nicht durch freilaufende Hunde beeinträchtigt wird.

Betreten verboten

Nach Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) dürfen landwirtschaftlich genutzte Flächen während der Nutzzeit nicht betreten werden. Die Nutzzeit ist der Zeitraum zwischen Saat und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses und der Beweidung, also der Zeitraum zwischen März und Anfang November. Dieses Betretungsverbot gilt auch für Hunde. Wer die freie Landschaft betritt, ist verpflichtet, eigene Abfälle oder die Hinterlassenschaften seines Hundes einzusammeln und zu entfernen.

 

 




Kölner Unternehmen investiert rund 10 Millionen Euro auf Taläcker

Die Deutsche Reihenhaus AG mit Sitz in Köln baut ihren ersten Wohnpark in Künzelsau-Taläcker.  Auf einem rund 7.200 Quadratmeter großen Grundstück entstehen im Wohnpark „An der Bergbahn“ https://www.reihenhaus.de/projekte/aktuelle-projekte/kuenzelsau-an-der-bergbahn am Lipfersberger Weg 30 Eigenheime in serieller Bauweise. Der Kölner Bauträger investiert in dieses Projekt 9,7 Millionen Euro. Das geht aus einer Pressemitteilung der Deutschen Reihenhaus AG hervor.

Künzelsau „ist ein wirtschaftlich starkes Mittelzentrum“

Vorstandsvorsitzender Carsten Rutz: „Künzelsau ist ein wirtschaftlich starkes Mittelzentrum mit klar definierter, familienfreundlicher Ausrichtung für die kommenden zehn Jahre, unter anderem mit Fokus auf Klima, Infrastruktur und Wohnen. Wohnraum für alle heißt das Ziel. Mit unseren Häusern bieten wir vor allem jungen Menschen und ihren Kindern ein bezahlbares Eigenheim, das die Familie stärkt und eine Absicherung für die Zukunft ermöglicht.“

Die 30 Häuser „145 m² Familienglück“ starten laut dem Investor bei 269.990 Euro inklusive Grundstück für ein Reihenmittelhaus.

Die Bauarbeiten sollen im zweiten Quartal dieses Jahres beginnen. In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll der Wohnpark komplett fertiggestellt sein.

Werbeinformationen des Kölner Unternehmens für ihre Wohnsiedlungen.

Künzelsau-Taläcker: So soll der neue Wohnpark laut dem investierenden Unternehmen ausschauen.

 




Heilbronner Zoll stoppt 750.000 chinesische Mundschutzmasken

Beschäftigte des Zollamts Heilbronn verhinderten am 12. Mai 2020 die Einfuhr 750.000 minderwertiger Masken, indem sie Zweifeln an deren Schutzklasse nachgingen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hauptzollamtes Heilbronn hervor.

Die Großlieferung in 375 Kartons mit insgesamt 15.000 Boxen von Verpackungseinheiten zu je 50 Stück wurde mit einem Warenwert von fast 200.000 Euro zur Verzollung angemeldet. Der Einführer hatte die Ware in China als hochwertige FFP2-Masken bestellt und dem Zoll als Mundschutzmasken angemeldet. Nach Kontaktaufnahme und Austausch mit der zuständigen Marktüberwachungsbehörde in Baden-Württemberg, dem Regierungspräsidium Tübingen, wurde die Überlassung der Importware ausgesetzt.

Der Einführer kann die Masken mit minderwertiger Schutzfunktion nun nur noch als Alltags- beziehungsweise Behelfsmasken vertreiben, so der Zoll in seiner Pressemitteilung. Die vom Lieferanten unzulässigerweise angebrachte CE-Kennzeichnung muss der Einführer dazu jedoch entfernen, da die Masken auch die Voraussetzungen der Medizinproduktrichtlinie der EU für sogenannte Mund-Nasen-Schutzmasken nicht erfüllen.

Engpass an Corona-Schutzausrüstung

Im Zusammenhang mit der weltweiten Covid-19-Pandemie ist der Bedarf an Schutzgütern und -ausrüstung auch in Deutschland stark angestiegen. Um den Bedarf decken zu können, wird ein Großteil der Schutzgüter und -ausrüstung aus Drittländern eingeführt. Alle Produkte, die in der Europäischen Union (EU) in Verkehr gebracht werden, müssen unabhängig davon, ob sie in der EU produziert oder aus Drittländern importiert werden, die in der EU geltenden Standards, also die Vorschriften zur Produktsicherheit und -konformität erfüllen. Nur so kann für Verbraucher und Unternehmen ein einheitlich hohes Schutzniveau gewährleistet werden. Der Zoll wirkt im grenzüberschreitenden Warenverkehr mit Drittländern bei der Überwachung der Einhaltung der geltenden Produktsicherheitsvorschriften gemäß Art. 15 Abs. 5 i.V.m. Art. 27 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 mit. Entstehen bei der Abfertigung Zweifel, ob eine angemeldete Ware den in der EU geltenden Vorschriften entspricht oder ob ein erforderliches Konformitätsverfahren durchlaufen wurde, so informiert der Zoll die zuständige Marktüberwachungsbehörde über die bevorstehende Einfuhr und führt deren Entscheidung über die Einfuhrfähigkeit herbei. Der Zoll und somit das abfertigende Zollamt ist an diese Entscheidung der Marktüberwachungsbehörde gebunden und darf nur zum zollrechtlich freien Verkehr abfertigen, wenn die Marktüberwachungsbehörde dem auch zustimmt. Dies gilt auch bei der Einfuhr von Schutzgütern und Schutzausrüstung.

Gezielte Informationen zu den Produktanforderungen gibt es bei der zuständigen Marktüberwachungsbehörde.




Exklusive Einblicke ins Corona-(T)raumschiff

Am Dienstag, den 19. Mai 2020, präsentierte das Robert-Koch-Insitut (RKI) in Kupferzell die Corona-Studie. Einwohner von vier Gemeinden deuttschlandweit sollen unter dem Aspekt des Coronavirus näher unter die Lupe, sprich, untersucht und getestet werden (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/05/19/landrat-neth-wir-sind-sehr-neugierig-und-wollen-erfahren-wie-sich-die-infektion-hier-ausgebreitet-hat/). Das RKI wählte Kupferzell als einer der so genannten Corona-Hot-Spots für die Studie aus und die Kupferzeller bildeten auch gleich den Auftakt, bevor es danach in die anderen Gemeinden geht. 

Dabei werden Personen aus den vier Gemeinden per Zufallsprinzip ausgewählt. Und auch wenn die Einwohner ausgewählt und angeschrieben worden sind, können sie noch ablehnen, an der Studie teilzunehmen. Dennoch hoffen Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth und Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles auf eine rege Teilnahme. Christoph Spieles durfte denn auch als erster von rund 2.000 Einwohnern, die das RKI testen möchte, einen Abstrich machen lassen.

Anbei veröffentlichen wir Fotos, die das mobile Mini-Labor des RKI, den so genannten Medibus, von innen zeigen.

Fotos: Sonja Bossert

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Der Bus steht derzeit auf dem Parkplatz der Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles stellte sich als erster Proband zur Verfügung. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Deutschlandweites Medieninteresse. Foto: GSCHWÄTZ

So schaut es im Inneren des Medibusses aus. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Da kommt man sich fast vor wie bei der Deutschen Bahn. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Referatsleiter Stefan Brockmann, Dr. Thomas Lampert vom RKI, Landrat Dr. Neth, Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener, Gesundheitsamtsleitern Antje Haack-Erdmann und Gunnar Kreidl vom THW Pfedelbach (v.l.n.r.). Foto: Gschwätz




82-Jährige erfasst Neunjährige mit Auto, Kind wird schwer verletzt

Am Montagabend, den 18. Mai 2020, wurde in Krautheim ein Kind beim Überqueren der Fahrbahn von einem Pkw erfasst.

Gegen 18 Uhr war das neunjährige Mädchen mit ihrem Bruder und ihrem Vater auf Fahrrädern unterwegs. Als das Mädchen von ihrem Fahrrad abstieg und die Fahrbahn der Landstraße bei Krautheim überqueren wollte, übersah sie vermutlich den Ford einer 82-jährigen Frau. Das Auto erfasste die Neunjährige frontal. Durch den Zusammenprall erlitt das Kind schwerste Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Bekommt die private Kindertagesstätte Schatzkinder in Nagelsberg eine zweite Chance?

Die Kindergartenbedarfsplanung für des kommende Kindergartenjahr, das ab September 2020 startet, steht auf Platz drei der Sitzungsordnung der Gemeinderatsthemen, über die heute der Künzelsauer Gemeinderat entscheiden soll. Für Elvia Jakobi ist es eine wichtige Entscheidung.

Sie hat die private Kindertagesstätte (Kita) Schatzkinder in Nagelsberg gegründet, die Kita öffnete 2018 seine Türen. Im  Frühjahr 2019 nahm die Stadtverwaltung Künzelsau die Kita mit einer Kleingruppe
für Drei- bis Sechsjährige vorerst befristet bis Juli 2019 in die Bedarfsplanung auf. Dann kam das Aus. Jakobis Kita flog aus der Bedarfsplanung wegen – kurzgefasst – zu wenig Kindern und zu hohen Kosten. Jakobi wollte daraufhin einen Anwalt einschalten. (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2019/08/02/trauriges-ende-jakobi-gibt-auf-und-schliesst-private-kita-in-kuenzelsau/ 

https://www.gschwaetz.de/2019/07/31/private-kitabetreiberin-schaltet-anwalt-gegen-stadt-kuenzelsau-ein/

Nun gibt es wieder Hoffnung. Auf der Liste zur Kindergartenbedarfsplanung 2020/2021 ist Jakobis private Kita neben den städtischen Angeboten mit aufgeführt mit einem Platzangebot für 12 Ü3-Kinder (Anm. d. Red. über Dreijährige) mit VÖ-Betreuung an fünf Wochentagen ab 01. September 2020.

32.000 Euro zusätzliche Kosten?

Jakobi möchte jedoch, so die Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung Künzelsau, „nach Möglichkeit eine gegenseitige Vertragsgrundlage von fünf bis zehn Jahren abschließen, um für die Antragstellung von Landes- und Bundesmitteln für einen weiteren Ausbau als langfristige Einrichtung im Antragsverfahren Berücksichtigung zu finden“. Laut der Sitzungsvorlage soll in der Kita Schatzkinder Deutsch die Grundsprache sein, als Erweiterung sollen die Kinder aber mit Englisch erste Kontakte knüpfen. Die Elterngebühren sollen laut der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung bei 350 Euro plus 200 Euro Essensgeld liegen. Die Konzeption sehe ein frisch gekochtes Essen vor, für dessen Gewährleistung eine Küchenhilfe eingestellt werden soll.  Den städtischen Haushalt würde die neue Kita laut der Sitzungsvorlage der Stadt mit 32.000 Euro belasten. Wie sich diese zusätzlichen Kosten zusammensetzen, erschließt sich aus der Sitzungsvorlage nicht.

Wenn der Gemeinderat heute dem Kitabetrieb ab 01. September 2020 zustimmt, würde Jakobi zur Verbesserung der Platzplanung bis September 2020 das städtische Onlineportal Little Bird (zur Anmeldung für Kitaplätze) mit nutzen dürfen.




Nur mit Mühe kam die Polizei einem rasenden Motoradfahrer hinterher

Mit einem Bußgeld in Höhe von 1.200 Euro, Punkten in Flensburg und einem dreimonatigen Fahrverbot muss ein 35-jähriger Suzuki-Fahrer rechnen, der am Sonntagnachmittag, den 17. Mai 2020, gegen 15 Uhr, mit seinem Motorrad auf der Autobahn unterwegs war. Der Fahrer fuhr zwischen den Anschlussstellen Kupferzell und Neuenstein mit weit überhöhter Geschwindigkeit. Erlaubt sind auf diesem Streckenabschnitt 120 km/h. Nur mit Mühe konnte die hinterherfahrende Streife dem Kradfahrer folgen.

Über 240 Km/h wurden vom Tacho des Streifenwagens abgelesen. Trotzdem entfernte sich der Raser rasant. Unter dem Einsatz von Sondersignalen konnte der Betroffene an der Anschlussstelle Öhringen letztendlich einer Kontrolle unterzogen werden. Nach Abzug aller Toleranzen konnte eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 96 km/h festgestellt werden. Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit war zeitweise deutlich höher.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Symbolfoto Motorradfahrer. Quelle: adobe stock




Schwerste, lebensgefährliche Verletzungen

Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Montagmittag, den 18. Mai 2020, gegen 12.30 Uhr, auf der Autobahn 6, zwischen Neuenstein und Öhringen, in Fahrtrichtung Heilbronn.

Der Fahrer eines 48 Tonnen schweren Autokrans fuhr im stockenden Verkehr auf einen vor ihm fahrenden Muldenkipper auf. Der 74 Jahre alte Autokranfahrer versuchte noch auszuweichen, konnte einen Aufprall auf den Muldenkipper jedoch nicht mehr verhindern. Bei dem Unfall zog sich der Mann schwerste, lebensgefährliche Verletzungen zu. Mit einem Rettungshubschrauber wurde er in eine Spezialklinik geflogen.

Die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle werden aller Voraussicht nach noch mehrere Stunden andauern. Es hat sich zwischenzeitlich ein erheblicher Rückstau gebildet. An der Anschlussstelle Neuenstein wird der Verkehr von der Autobahn ausgeleitet. Der Gesamtsachschaden an beiden beteiligten Fahrzeugen wird auf zirka 200.000 Euro geschätzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 

 

 

 




20.000 Euro Sachschaden bei Unfall

Zwei Autos haben nach einem Unfall bei Niedernhall erheblich an Wert verloren. Ein 52-Jähriger war am Freitagnachmittag, den 15. Mai 2020, mit seinem Audi auf dem Gemeindeverbindungsweg zwischen Niedernhall-Hermersberg und Niedernhall-Waldzimmern unterwegs und wollte an der Kreuzung mit der Landesstraße zwischen Niedernhall-Giebelheide und Neuenstein-Neufels weiter geradeaus fahren. Dabei übersah er wohl den aus Richtung Neufels herannahenden Mercedes eines 25-Jährigen. Es kam im Kreuzungsbereich zur Kollision, bei der an jedem der beiden Fahrzeuge ein Schaden von etwa 20.000 Euro entstand. Die Fahrer blieben unverletzt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Für wissenschaftliche Studien, die an einer öffentlichen Universität stattfinden, ist das höchst ungewöhnlich“

Greta Thunberg hat oft wiederholt und betont: „Glaubt den Wissenschaftlern.“ Doch so einfach ist es nicht immer. Denn auch Wissenschaftler machen Fehler, auch im wissenschaftlichen Feld gibt es unterschiedliche Meinungen, Auswertungen, Ergebnisse und Interpretationen. Am besten zeigt sich dies am Beispiel der Coronapandemie.

Ab Mitte März 2020 gab es, um die Pandemie einzudämmen, zahlreiche Einschränkungen und Beschränkungen, der so genannte „Lockdown“ war in aller Munde. Schulen und Einzelhandelsgeschäfte mussten schließen, es gab rigide Kontaktbeschränkungen.

Social-Media-Agentur Storymachine, mitbegründet von Ex-Bild-Chef Kai Diekmann, beteiligt

Nach der so genannten Heinsberg-Studie begann ein neuer Zeitabschnitt hinsichtlich der Coronapandemie: Die Beschränkungen werden seitdem Schritt für Schritt gelockert, Geschäfte geöffnet, Kontaktsperren aufgeweicht, Schulen schrittweise geöffnet. Doch die Heinsberg-Studie unter Federführung des mittlerweile deutschlandweit bekannten Virologen Hendrik Streeck hat einen Haken: Fachleute zweifeln an der Aussagekraft der Heinsberg-Studie. Sie gebe keinen Anlass, Kontaktsperren zu lockern, sagen Kritiker.

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte beispielsweise im Rahmen eines Expertengespräches, das das deutsche Science Media Center (SMC) zu künftigen Teststrategien auf Sars-CoV-2 veranstaltete,er könne aus dem, was in Düsseldorf präsentiert wurde, nichts ableiten: „Da wird einfach so wenig erklärt, dass man nicht alles versteht. (…) Diese Labortests haben eine hohe Rate an falsch positiven Signalen, rein technisch“, sagte Drosten. Das bedeute etwa, dass Antikörpertests auch dann anschlagen können, wenn Menschen sich gar nicht mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben, sondern ihr Immunsystem Antikörper gegen eines der vier saisonalen Coronaviren gebildet hat.“ Das geht aus einem Artikel der Wochenzeitung Die Zeit hervor. https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-04/heinsberg-studie-coronavirus-hendrik-streeck-storymachine-kai-diekmann

Coronaviren gibt es schon lange. Mit Covid-19 betritt aber eine bislang wenig erforschte Coronavirus-Art den Raum. Seit dieser Woche möchte das Robert-Koch-Institut daher das Virus genauer erforschen und beginnt mit Kupferzell als Corona-Hotspot. 2.000 Kupferzeller sollen zur Ader gelassen und befragt werden, um am Ende mehr über das noch weitgehend unbekannte Coronavirus zu erfahren. Morgen ist eine erste Pressekonferenz dazu geplant zu den genauen Untersuchungsbedingungen.

Die großen der PR- und Medienbranche haben die Studie unterstützt

Während parallel dazu die Maschinerie der Beendigung der Corona-Maßnahmen in Bewegung geraten ist, berichtet die Wochenzeitung Die Zeit, wer den nunmehr deutschlandweit bekannten Virologen Streeck unterstützt hat, mit seiner Heinsberg-Studie in kürzester Zeit so bekannt zu werden: „Mittlerweile wurde zudem bekannt, dass das Forscherteam um Hendrik Streeck bei der Öffentlichkeitsarbeit von der Social-Media-Agentur Storymachine unterstützt wird, gegründet vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, dem PR-Profi Michael Mronz – dem einstigen Lebenspartner des verstorbenen Außenministers und FDP-Politikers Guido Westerwelle – sowie dem ehemaligen stern-Chef Philipp Jessen. In sozialen Netzwerken begleitet die Agentur die Forschung des Bonner Teams mit einer Informationskampagne. Für wissenschaftliche Studien, die an einer öffentlichen Universität stattfinden, ist das höchst ungewöhnlich“, lautet das Fazit über diese PR-Werbetrommel in der Zeit.

„Die Studie von Prof. Dr. Hendrik Streeck zu Covid-19 ist von überragender Wichtigkeit und wissenschaftlicher Bedeutung für den weiteren politischen und gesellschaftlichen Umgang mit dieser Krankheit“, urteilte Storymachine-Geschäftsführer Philipp Jessen gegenüber dem Magazin Meedia. Das Ziel des „Heinsberg-Protokolls“ sei es, dieser wissenschaftlichen Arbeit größtmögliche Öffentlichkeit und Sichtbarkeit zu ermöglichen.

Die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sarah Philipp von der SPD richtete indes eine kleine Anfrage an die Landesregierung. Darin geht es unter anderem um die Frage, wer Storymachine den Auftrag zur Erstellung der Dokumentation gegeben habe und wer diese finanziere. Die Agentur habe den Kontakt zu Streeck aufgenommen und sein Einverständnis für die Dokumentation eingeholt, heißt es in dem Interview mit Meedia. Die Agentur erhalte aber weder Geld von ihm noch von der Universität Bonn.

Coronavirus Symbolfoto. Quelle: adobe stock