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Der Lockdown ist noch nicht vorbei

In Simbabwe ist der Lockdown immer noch nicht ausgestanden, wie der Hilfsverein Bongai Shamwari e.V. mitteilt. Dieser wurde von der Ingelfingerin Christa Zeller gegründet, die sich seit den 1980er-Jahren für die Menschen in dem südafrikanischen Land engagiert, und betreibt einen Kindergarten für 25 Kinder in einer Vorstadt von Mutare. GSCHWÄTZ berichtete bereits öfters unter anderem unter https://www.gschwaetz.de/2018/05/18/gruener-strom-fuer-christas-kinder/ und https://www.gschwaetz.de/2018/12/18/vor-den-tueren-von-christa-zellers-kindergarten-abgesetzt/.

Die Wiedereröffnung des Kindergartens verschiebt sich laut Auskunft des Vereins in der momentanen Situation noch weiter. Stand jetzt gibt es noch kein vorläufiges Datum, an dem die Kinder wieder kommen dürfen, und auch sonst keine weiteren Informationen.

Das Team arbeitet währenddessen weiter im Kindergarten. Es entstehen neue Spielsachen und selbst genähte Masken, die Außenwände wurden bemalt und auch der Garten wird weiterhin bewirtschaftet. Rudo ist für die Finanzen zuständig, arbeitet mittlerweile aber von zu Hause aus, damit die Kontakte so gut wie möglich beschränkt werden.

Natürlich werden auch weiterhin die Essenspakete alle zwei Wochen verteilt, sodass die Familien zumindest eine kleine Grundsicherung haben.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

Das Team arbeitet weiter im Kindergarten. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Die Außenwände des Kindergartens wurden neu gestrichen. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Der Garten muss weiterhin gepflegt und bewirtschaftet werden. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Das Team fertigt auch selbst genähte Masken an. Foto: Bongai Shamwari e.V.

Auch der Hund des Kindergartens darf nicht vergessen werden. Foto: Bongai Shamwari e.V.




Land zahlt bis zu 1.180 Euro fiktiven Unternehmerlohn pro Monat

Das Kabinett der baden-württembergischen Landesregierung hat am Dienstag, den 29. September 2020, die Verlängerung der landesseitigen Aufstockung der Corona-Überbrückungshilfe des Bundes beschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums. Für die zweite Phase der Überbrückungshilfe, die die Fördermonate September bis Dezember 2020 umfasst, wird das Land weiterhin auf Antrag einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind noch keineswegs überwunden und treffen gerade die Branchen weiterhin hart, in denen aus Infektionsschutzgründen der Geschäftsbetrieb immer noch erheblich eingeschränkt ist oder komplett still steht“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut laut der Mitteilung. „Im Zuge der Verlängerung der Überbrückungshilfe werden wir deshalb auch die landesseitige Ergänzungsförderung bis zum Jahresende fortführen. Der fiktive Unternehmerlohn schließt eine ganz wesentliche Förderlücke und sichert die Struktur des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg. Er kommt insbesondere Soloselbständigen, Freiberuflern und Kleinunternehmen zugute.“

„Die Absenkung und Flexibilisierung der Förderhürden ist ein wichtiger Schritt.“

Die Bundesregierung hatte am 18. September 2020 verkündet, dass die Überbrückungshilfe in den Monaten September bis Dezember fortgesetzt und ausgeweitet wird. Die Ministerin hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv dafür eingesetzt. Künftig können auch Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten die volle Förderung von bis zu 50.000 Euro je Monat erhalten. Außerdem wird die maximale Fixkostenerstattung von 80 Prozent auf 90 Prozent angehoben. Zudem wird die Eintrittsschwelle von 60 auf 50 Prozent Umsatzeinbruch in zwei zusammenhängenden Monaten beziehungsweise mindestens 30 Prozent im Durchschnitt mehrerer Monate gegenüber dem Vorjahreszeitraum abgesenkt. „Die Absenkung und Flexibilisierung der Förderhürden ist ein wichtiger Schritt, damit die Überbrückungshilfe auch im letzten Quartal des Jahres zielgenau bei den Unternehmen ankommen kann. Viele Betriebe, die vorher trotz erheblicher Einbußen keine Überbrückungshilfe erhalten haben, werden jetzt berücksichtigt“, so Hoffmeister-Kraut in der Mitteilung.

Drei gestaffelte, feste Beträge

Wie schon bei der Soforthilfe ergänzt das Land die Förderung durch einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat in Abhängigkeit vom individuellen Umsatzrückgang aus Landesmitteln. Ein fiktiver Unternehmerlohn wird drei gestaffelten, festen Beträgen für den jeweiligen Fördermonat gewährt: 590 Euro Bei Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent und unter 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es 590 Euro, 830 Euro gibt es bei Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und bis zu 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 1.180 Euro werden bei Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ausgezahlt.

Antragstellung ab Oktober 2020

Der fiktive Unternehmerlohn kann ebenfalls über die Antragsplattform des Bundes ausschließlich durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte im ersten Antragsschritt unter „Antragsteller erfassen“ durch Auswahl des entsprechenden Kontrollkästchens beantragt werden. Das Land greift bei der Abwicklung dieses Programms auf den bewährten Partner aus der Soforthilfe, die L-Bank, zurück. Der Bund hat angekündigt, dass Anträge für die zweite Phase ab Oktober 2020 gestellt werden können. Informationen zur Antragstellung und zu den Förderbedingungen für die Überbrückungshilfe Corona gibt es unter http://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

 

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 




Lkw rast ungebremst in Stauende – Lkw-Fahrer stirbt noch an Unfallstelle

A6: Lkw rast ungebremst in Stauende – Lkw-Fahrer stirbt noch an Unfallstelle
 
Auf der A6 zwischen Bretzfeld und Neckarsulm, kurz vor dem Weinsberger Kreuz, kam es in Fahrtrichtung Mannheim am Mittwochmorgen, den 30. September 2020, gegen 08 Uhr zu einem schweren Lkw-Unfall.
 
Nach ersten Informationen raste ein Lastwagen ungebremst auf ein Stauende zu in einen 40-Tonner. Das Führerhaus wurde komplett nach hinten gedrückt und stark demoliert. Der Lkw-Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle.
 
Um 12.30 Uhr ist die A6 noch immer voll gesperrt, es hat sich ein Rückstau von 12 Kilometer ab Neuenstein vor der Ausleitung gebildet.



„In Folge einer Fehlfunktion können extrem giftige Gase austreten“

Überraschende Wende beim geplanten Netzbooster-Projekt in Kupferzell: Die Riesenbatterie steht immer mehr auf wackligen Beinen.

Brandschutzexperte warnt

Transnet, das zur EnBW gehörende Unternehmen, das das Strom-Übertragungsnetz in Baden-Württemberg betreibt, hat angekündigt, eine rund fünf Fußballfelder große Mega-Batterie in Kupferzell zu bauen (GSCHWÄTZ berichtete). Bei der Risiko-Analyse beruft sich Dr. Marion Kühnle von der Interessensgemeinschaft, die die Riesenbatterie verhindern möchte, nun unter anderem auf eine Arbeit des Brandschutzexperten der Transnet, Dr. Dietmar Schelb, in der dieser die Feuerbeständigkeit von Li-Ionen-Batterien erforschte (https://crisis-prevention.de/feuerwehr/pruefung-der-feuerbestaendigkeit-von-li-ionen-batterien.html). Dr. Kühnle befürchtet: „In Folge einer Fehlfunktion können extrem giftige Gase austreten, die Batterien können brennen oder explodieren.“

Demos gegen die Riesenbatterie

Nichtsdestotrotz hält Transnet an der Idee fest, das Mega-Projekt in Kupferzell umzusetzen. Die Interessengemeinschaft „Ein Herz für Hohenlohe“ geht in die Offensive. Auf Demonstrationen und im sogenannten Energiedialog mit Vertretern von Politik und Transnet kämpfen die Aktivisten für Aufklärung – und gegen den Netzbooster in Kupferzell.

Widerprüchliche Aussagen

Das Pilotprojekt steht im Netzentwicklungsplan 2030, einem Plan, der von den deutschen Übertragungsnetzbetreibern erstellt wird (zu denen Transnet gehört).  Die Transnet habe, so Kühnle, kommuniziert, dass „nur noch über das wie, nicht aber über das ob“ des Netzboosters verhandelt werde und das „mit einem klaren gesetzlichen Auftrag“ begründet, der aus dem Netzentwicklungsplan hervorgehe, erklärt Birgit Kühnle. Der Netzentwicklungsplan sei allerdings nur eine „Argumentationshilfe für das Genehmigungsverfahren und kein gesetzlicher Auftrag“. Wurde hier absichtlich falsch kommuniziert oder war die Transnet einfach nur falsch informiert über den Plan, den sie selbst mit entworfen hat? (https://www.netzentwicklungsplan.de/sites/default/files/paragraphs-files/NEP_2030_V2019_1_Entwurf_Teil1_1.pdf)

Steckt doch kein gesetzlicher Auftrag dahinter?

Dann ist da noch die Sache mit dem Bundesbedarfsplan. Transnet schreibt auf ihrer Unternehmenswebsite: „Mit der Bestätigung des Projekts durch die BNetzA geht das Projekt nun in das Verfahren zur Aufnahme in den Bundesbedarfsplan ein.“ Der Haken ist nur, dass diese Aussage im Widerspruch zu der Aussage der Bundesnetzagentur steht. Die schreibt nämlich auf Anfrage von Dr. Elmar Posiadlik-Schilling: „Sollte Ihre Anfrage in Zusammenhang mit der Netzbooster-Anlage in Kupferzell stehen, weisen wir darauf hin, dass diese als sogenannte Punktmaßnahme nicht in den Bundesbedarfsplan aufgenommen wird.“ Im Unterschied zu einer Leitungsbaumaßnahme „befindet sich eine Punktmaßnahme an einem festen Punkt“, erläutert Birgit Kühnle. Das ist dann beispielsweise ein Transformator, eine Schaltanlage oder eben die Mega-Batterie. Warum verbreitet Transnet so offensichtlich Falschmeldungen, wo doch die Bundesnetzagentur klar und deutlich verneint, dass Punktmaßnahmen, wie der Netzbooster, in den Bundesbedarfsplan aufgenommen werden? Dass das Pilotprojekt nicht aufgenommen wird, bedeutet allerdings auch, dass die sogenannte strategische Umweltprüfung, die Voraussetzung für die Aufnahme in den Bundesbedarfsplan ist, entfällt – ebenso wie die Anlagensicherheitsanalyse, die Anlagenzuverlässigkeitsanalyse und das Arbeitsschutz-, Brandschutz- und ein Rückwirkungskonzept. Stattdessen seien Wirtschaftlichkeitsberechnungen angestrengt und einige Technikfragen untersucht worden.

Rückläufiger Stromverbrauch

Interessant ist auch die Entwicklung des Stromverbrauchs in Baden-Württemberg während der letzten Jahre. Franziska Zink von der Transnet prognostiziert „der deutsche Strommarkt werde zukünftig auch eher importabhängiger“. Die Bundesnetzagentur ist bei der Rechnung auf ein etwas anderes Ergebnis gekommen. Sie rechnet 2035 mit einem deutlichen Nettoexport. Wer hat sich hier verrechnet? Dr. Marion Kühnle stellt fest: „Laut dem Energiebericht 2019 ist der Stromverbrauch in Baden-Württemberg seit 2000 nicht gestiegen, die Haushalte verbrauchen heute sogar weniger als 1991.“ Sieben Prozent, um genau zu sein. (https://www.bwagrar.de/artikel.dll/Energiebericht-Kompakt-2019-UM-BW_NjIwODEyMg.PDF?UID=E6DF6A9741E767B02F9FE1D838C7019783599B6A731EB7E4)

„Die Transnet zeigt klar auf, in Ihrem Stromnetz 2050, dass Baden-Württemberg Stromtransitland wird und der Transit und nicht der Verbrauch in Baden-Württemberg zur Überlastung der Netze führt“, geht aus einer Präsentation der Interessengemeinschaft hervor. Die Leistungsflüsse durch die HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) in die Schweiz zeigen laut der Interessensgemeinschaft „im Jahr 2050 einen steigenden Transportbedarf in Nord-Süd-Richtung“. Die Transnet plane demnach „Stromexport im großen Stil und spricht gleichzeitig von Importabhängigkeit“, kritisiert die Interessensgemeinschaft.

In der Bürgerinitiative gibt es einige Stimmen, wie die Kühnle-Schwestern, die einer Riesenbatterie auch aus Gründen der Marktkontrolle und der Monopolisierung kritisch gegenüberstehen. Wenn man einem Unternehmen die Möglichkeit gebe, große Mengen an Energie zu speichern und zurückzuhalten, gebe man ihm damit auch gleichzeitig die Möglichkeit, den Markt und die Preise zu kontrollieren.

Alternativstandorte müssen geprüft werden

Die überraschenden Neuigkeiten sind nun, so Kühnle, dass die Teilnehmer des Energiedialogs sich am 17. September 2020, zum Teil zähneknirschend, „darauf geeinigt haben, dass sehr wohl in Frage gestellt werden müsse, ob ein Batteriekraftwerk/Netzbooster überhaupt gebaut werden soll und dass auf jeden Fall Alternativstandorte geprüft werden müssen. Eines ist klar: Die Verhandlungen werden trotz des kleinen Etappensieges der Bürgerinitiative sicherlich nicht weniger zäh werden. Doch die Hohenloher bleiben hartnäckig. Und kämpferisch.

Weitere Artikel zu diesem Thema: https://www.gschwaetz.de/2020/08/28/transnet-kann-vorwuerfe-der-interessensgemeinschaft-nicht-nachvollziehen/ und https://www.gschwaetz.de/2020/08/17/es-ist-von-anfang-an-unheimlich-viel-im-dunklen-still-heimlich-und-leise-hinter-verschlossenen-tueren-verhandelt-worden/.

Text: Priscilla Dekorsi




„Die Lage ist größtenteils katastrophal“

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit fällt ein von der Stadtverwaltung Künzelsau beauftragtes Forstunternehmen zahlreiche Bäume in den Wäldern um Künzelsau. Die Bäume sind durch die anhaltende Trockenheit laut der Stadtverwaltung derart geschädigt, dass sie gefällt werden müssen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Ein von der Stadtverwaltung Künzelsau beauftragtes Forstunternehmen wird im Herbst und Winter 2020 im Stadtwald Künzelsau kranke und schwache Bäume fällen.

„Nicht nur Fichten, auch Laubbäume sind von der Trockenheit und Hitze der letzten Jahre betroffen“, so Stadtförster Stephan Römer. „Der Borkenkäfer rafft die Fichten dahin, ein Pilz bringt die Eschen zum Absterben und die Buche vertrocknet einfach. Die Lage ist größtenteils katastrophal.“

Das Fällen von Bäumen ist sehr gefährlich, das Fällen von geschädigten Laubbäumen ist extrem gefährlich. Deshalb bittet der Stadtförster dringend die Absperrungen im Wald beim Joggen oder Waldspaziergang zu beachten. Stadtförster und Forstarbeiter sagen schon im Vorfeld vielen Dank für das Verständnis der Waldbesucher.

Wegen der anhaltenden Trockenheit fällt ein Forstunternehmen im Stadtwald zahlreiche Bäume. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

 




ACTIV-Group hat nun endlich einen Generalunternehmer gefunden

Nur wenige Tage vor seiner Wiederwahl im Mai 2018 konnte Bürgermeister Neumann noch den Verkauf des seit langem brachliegenden PEKA-Geländes vermelden. Ein modernes Stück innenstädtische Architektur sollte entstehen, mit Handelsflächen und Wohnraum mitten in der Stadt. Sogar der größte Mieter wurde schon genannt: Der MÜLLER-Markt will aus der Hauptstraße in moderne Räumlichkeiten umziehen und im neuen Gebäude eine Fläche von 1.700 Quadratmeter anmieten. Und der erste Spatenstich war für den Herbst 2018 avisiert worden.

Verkauf des Geländes im Mai 2018

Am 13. November 2018 wurde das Projekt im Gemeinderat nochmals behandelt, ein Baugesuch war bis dahin nicht eingereicht. Einige Änderungen sollten noch eingearbeitet werden. Außerdem orakelte Christian Neudeck, Prokurist bei der Activ-Group, die das Projekt entwickelt, dass sich das Prozedere im Projektgeschäft geändert habe, betonte aber, „ich verspreche, das Projekt wird kommen“.

Plakat am Bauzaun

Bereits am Abend dieser Gemeinderatssitzung hatten Bürger ein satirisches und weitsichtiges Plakat am Bauzaun des PEKA-Geländes angebracht. Denn fast zwei Jahre später ist von einer Bautätigkeit immer noch nichts zu sehen.

Man sollte doch davon ausgehen, dass ein Projektentwickler möglichst rasch Rendite erzielen möchte und ihm daher an einem schnellen Baubeginn und schnellen Miet- und Verkaufseinnahmen gelegen ist. Daher ist es schon verwunderlich, dass sich mehr als zwei Jahre nach dem verkündeten Verkauf auf der Baustelle noch nichts tut.

Alle notwendigen Genehmigungen sind erteilt

Laut Auskunft der Stadtverwaltung Künzelsau steht einem Baubeginn nichts mehr im Wege: „Im Juli hat die Stadtverwaltung Künzelsau umfangreiche Erschließungsarbeiten für einen Baustart im Quartier An der Stadtmauer durchgeführt. Die Baugenehmigung ist erteilt.“ Der Ball liegt jetzt also in der Hälfte des Projektpartners, der Activ-Group aus Schemmerhofen bei Ulm, die mehrere ähnliche Projekte betreut, oftmals übrigens mit dem Ankermieter MÜLLER. Allerdings verlaufen nicht alle diese Projekte der Activ-Group reibungslos:

ACTIV-Group: Nicht nur reibungslose Projekte

In Oberndorf am Neckar hat die Activ-Group erklärt, dass sie ihren Verpflichtungen in der Alten Brauerei, wo ein Pflegezentrum und Wohnungen geplant waren, nicht nachkommen könne. Als Grund wurde angegeben, dass man keine Angebote von Bauunternehmen bekommen habe, die einen wirtschaftlichen Betrieb des Objekts ermöglicht hätten.

In Rottweil ist das Projekt „Am Nägelesgraben“ seit Jahren geplant, aber nicht gebaut, sodass die örtliche CDU im April 2019 den Verantwortlichen der ACTIV-Group einen Spaten für den ersten Spatenstich übergeben hat. Auch hier ist davon die Rede, dass die Angebotspreise der Generalunternehmer zu hoch gewesen seien. Inzwischen ist der Baubeginn erfolgt.

Das Projekt „Eyach-Arkaden“ in Balingen wurde gänzlich gestoppt: Ein Rechtsstreit mit einem Anwohner, der zwar für die Activ-Group prinzipiell positiv ausging, hatte sich so lange hingezogen, dass geplante Ankermieter abgesprungen sind.

Spatenstich in Künzelsau noch dieses Jahr

Man wundert sich doch sehr, dass ein erfahrener Projektentwickler gleich mehrfach über die Marktpreise im Baugewerbe stolpert und deswegen Projekte in Gefahr geraten oder gänzlich gestoppt werden. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage teilt die ACTIV-Group mit, dass diese Gefahr in Künzelsau nicht bestehe: Inzwischen sei der Generalunternehmer ausgewählt worden und der Spatenstich soll noch in diesem Jahr stattfinden. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Text: Matthias Lauterer

 

 

Das PEKA-Kaufhaus kurz vor dem Abriss. Foto: GSCHWÄTZ

Manch ein Anwohner wünscht sich offenbar einen Stadtpark auf das alte PEKA-Areal. Foto: GSCHWÄTZ/Lauterer

 

 




Impressionen aus Kocherstetten

Unsere Leserin Sylvia Bendel gewährt mit ihren Fotos ungewöhnlich nahe Einblicke in Kocherstetten, die wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen.

Geboren vor 69 Jahren in Kocherstetten als Hausgeburt lebte sie bis zu ihrem 20. Lebensjahr dort. Bereits mit 14 Jahren begann sie eine Ausbildung zum Industriekaufmann – diesen Titel bekamen damals auch die Frauen – und war anschließend sagenhafte 50,5 Jahre für den Ausbildungsbetrieb – die Firma Stahl – tätig. Im Vertrieb, im Einkauf, aber auch in Stuttgart, wohin die zweifache Mutter 1972 zog. „Ich habe auch gearbeitet, als meine zwei Buben noch ganz klein waren“, erzählt sie. Ihre Mutter hatte sich angeboten, die Jungs zu betreuen. „Das war mir gleich recht“, lacht Sylvia Bendel.

Nach rund zwölf Jahren in der Landeshauptstadt zog es sie zurück in die alte Hohenloher Heimat. Seit 18 Jahren verwitwet lebt Sylvia Bendel heute in Ingelfingen und ist weiterhin sehr aktiv. Sie betreut ihre zweijährige Enkelin und hat den Singlestammtisch in Ingelfingen gegründet, der aber mittlerweile in Niedernhall ist (GSCHWÄTZ berichtete unter https://www.gschwaetz.de/2018/09/02/wir-sind-kein-swingerclub/). Für den Singlestammtisch organisiert sie heute noch die Treffen und Unternehmungen – „kein leichtes Unterfangen in Corona-Zeiten“.

Mutter und Bruder von Sylvia Bendel leben heute noch in Kocherstetten, sodass sie oft in ihrem alten Heimatort unterwegs ist und dabei mit gutem Auge die örtlichen Schönheiten festhält.

Schöne Ecken lassen sich überall in Kocherstetten finden. Foto: Sylvia Bendel

Blühende Sommerblumen in Kocherstetten. Foto: Sylvia Bendel

Romantischer Ausblick auf Kocherstetten. Foto: Sylvia Bendel

Auch Insekten fühlen sich wohl im Ort. Foto: Sylvia Bendel

Romantische Orte gibt es viele in Kocherstetten. Foto: Sylvia Bendel

Blühende Pflanze in Kocherstetten. Foto: Sylvia Bendel

Sommerblüher. Foto: Sylvia Bendel

 

 

 

 




Unfallverursacher flüchtet von der Unfallstelle

An der Einmündung von der B19 in Richtung Ingelfingen verunfallte in der Nacht zum Samstag, den 26. September 2020, ein Mercedesfahrer. Dessen Wagen wurde gegen 01.19 Uhr von einer Streifenwagenbesatzung im dortigen Straßengraben aufgefunden. Die Beamten konnten noch den Schatten einer rennenden Person im angrenzenden Gebüsch wahrnehmen. Eine sofortige Absuche des Bereichs verlief jedoch erfolglos. Den Spuren an der Unfallstelle nach zu urteilen fuhr der Fahrer des Mercedes auf der

B19 und bog vermutlich entgegen der Fahrtrichtung auf der Gegenspur nach links in Richtung Ingelfingen ab. Hierbei kam das Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn ab, touchierte einen Leitpfosten und stieß im Anschluss gegen ein Verkehrszeichen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf circa 500 Euro.

Die Ermittlungen gegen den Fahrzeughalter dauern an. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei in Künzelsau nach Zeugen. Wer den Unfall beobachten konnte, wird darum gebeten, sich beim Polizeireiver in Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 940 0 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Mehr als 70 Schüler und 16 Lehrer sowie eine Gemeinschaftsunterkunft in Quarantäne

An diesem Wochenende sind dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt zehn Fälle von Covid-19-Infektionen gemeldet worden. Somit liegt die 7-Tage-Inzidenz nun bei über 10 pro 100.000 Einwohner und befindet sich damit in der so genannten Anstiegsphase. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Einzelne Fälle seien danach auf eine schon bekannte Infektionsquelle zurückzuführen. Dazu komme eine Person, die aus dem Ausland eingereist ist.

Mit der Karoline-Breitinger-Schule in Künzelsau und Johann-Friedrich-Meyer-Schule Kupferzell sind auch zwei Schulen betroffen. Insgesamt hat das Gesundheitsamt für drei Klassen eine Quarantäne angeordnet. Betroffen sind insgesamt mehr als 70 Schüler und 16 Lehrer.

Außerdem gibt es einen positiven Fall in einer Anschlussunterkunft für Asylbewerber im Raum Öhringen. Alle Bewohner der Unterkunft müssen sich nun in Quarantäne begeben, betroffen sind hier mehr als 40 Menschen.

Das Gesundheitsamt hat laut dem Landratsamt für alle Kontaktpersonen eine Testung auf das Corona-Virus empfohlen und steht im engen Austausch mit den betroffenen Ortspolizeibehörden.

„Das Geschehen an diesem Wochenende zeigt, dass wir auch im Hohenlohekreis einen Anstieg an Fällen verzeichnen müssen. Daher bitten wir die Bevölkerung, gerade in dieser Phase der Pandemie besonders vorsichtig zu sein und die bekannten Verhaltensregeln einzuhalten“, erklärt Annemarie Flicker-Klein, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises.

 

 

 




„Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“

Beim Spaziergang durch Künzelsau fallen dem aufmerksamen Beobachter am vergangenen Freitag den 25. September, dem Global Strike Day, einige Veränderungen auf. Grüne Aufkleber in Fußform säumen den Gehweg in der Innenstadt, es gibt einen Info- und Verkaufsstand mit, unter anderem, Einkaufsnetzen und Bienenwachstüchern und an den Bäumen hängen Schilder mit konkreten politischen Forderungen wie „Die EU-Ratspräsidentschaft nicht für das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten nutzen!“. Der globae Streiktag steht unter dem Motto: Kein Grad Weiter: „Nicht nur Worte, sondern Handeln ist angesagt.“

Für das Klima auf die Straße

Die „Fridays-for-Future“-Bewegung ruft wieder zum globalen Klimastreik auf den Straßen auf. Auch in Künzelsau folgen Schüler, Eltern, Lehrer und Aktivistinnen und Aktivisten dieser Aufforderung. Schon auf dem Weg zu den Wertwiesen, dem Treffpunkt der geplanten Fußgänger- und Fahrraddemo, wird klar: Hier geht es um mehr, als nur Schule schwänzen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, erläutert Martin Braun aus Künzelsau. Christa Zeller aus Ingelfingen ergänzt: „Damit die Zukunft auch unseren Kindern noch erhalten bleibt. Und zwar besser, als sie heute ist.“

„Prima! Geh!“

Die Stimmung ist emotional. „Wenn ich so alt und so kinderlos wäre wie Frau Merkel, wäre es mir auch Wurscht“, sagt Andreas Langholf aus Ingelfingen. „Aber ich bin ein bisschen jünger und vor allem habe ich zwei kleine Kinder und um die mache ich mir sehr große Sorgen.“

Der 76-jährige Karl-Heinz Bauer aus Ingelfingen-Hermuthausen hat schon erwachsene Kinder. Er sagt: „Wenn meine Kinder mir zu ihrer Schulzeit gesagt hätten, dass sie einen Schulstreik besuchen wollen, hätte ich gesagt: ‚Prima! Geh!’ Man lernt doch durch das Leben und nicht nur durch die Schule. Was sich die Schülerinnen und Schüler durch diese Demos aneignen, sind ja auch Sozialkompetenzen. Sie lernen zu problematisieren: Probleme zu erkennen und zu benennen, statt einfach nur zu kritisieren.“

„Unser ERfolg hinterlässt Müll“

Silvia Schöne aus Gaisbach hält ein Schild hoch, auf dem steht: „Unser Erfolg und unser Leben hinterlassen Müll und Zerstörung“. Die Mutter von zwei Kindern benennt den Grund, aus dem sie demonstriert, klar: „Wir demonstrieren heute und überhaupt fürs Klima, weil es einfach wichtig ist – für den Erhalt dieser Erde und für die nächsten Generationen. Die wollen ja auch noch etwas von der Erde haben und wir wollen ihnen nicht alle fossilen Brennstoffe weg rauben. Es ist einfach wichtig, weil die Vereinten Nationen vor fünf Jahren entschieden haben, dass die 1,5 Grad als Klimastopp gelten sollen. Das ist ja nicht irgendeine Piratenforderung. Da haben 193 Nationen unterschrieben. Wir wollen nur daran erinnern, dass man dieses Ziel einhält. Es ist enorm wichtig, es ist wissenschaftlich bewiesen und es hat überhaupt gar nichts mit einer politischen Haltung zu tun. Es ist rein die Erhaltung dieser Erde.“

Text, Fotos und Video: Priscilla Dekorsi