1

Autofahrer kommt von der Fahrbahn ab

Über 15.000 Euro Sachschaden sind die Folgen eines Unfalls, der sich am Sonntag, den 03. Januar 2021, auf der Landesstraße 1036 bei Neuenstein ereignete. Ein 30-Jähriger verlor offenbar aufgrund seiner den örtlichen Straßenverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Mercedes und kam von der Fahrbahn ab. Hierbei touchierte er eine Straßenlaterne und kollidierte schließlich mit einer Leitplanke. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Reibungsloser Übergang bei Ziehl-Abegg: Uwe Ziehl übergibt den Vorsitz im Aufsichtsrat an Sohn Dennis Ziehl

Der Unternehmer Uwe Ziehl hat zum Jahreswechsel den Vorsitz im Aufsichtsrat von Ziehl-Abegg abgegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Künzelsauer Unternehmens. Nachfolger als Vorsitzender des obersten Führungsgremiums ist sein Sohn Dennis Ziehl. „Ich danke unserem Vater für die hervorragende technische Entwicklung des global sehr gut aufgestellten Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren“, sagt dieser in der Mitteilung. Ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat der Ziehl-Abegg-Gruppe ist nun auch seine Schwester Sindia Ziehl. Uwe Ziehl wünscht seinen Kindern im Aufsichtsrat eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung von Ziehl-Abegg.

Sindia und Dennis Ziehl sind die Ur-Enkel des Firmengründers Emil Ziehl. Dennis Ziehl ist darüber hinaus hauptberuflich Geschäftsführer der Ziehl industrie-elektronik GmbH in Schwäbisch Hall und Mitglied der IHK-Vollversammlung. Uwe Ziehl hat stets den engen familiären Zusammenhalt betont und gefördert. Ein Übergang bei der Leitung des Unternehmens müsse sanft und sicher vonstattengehen. Daher haben seine Kinder Sindia und Dennis in den zurückliegenden Jahren auch ohne Mandat mehr als 80 Aufsichtsratssitzungen begleitet. „In vielen Unternehmen ist ein Generationenwechsel holperig und problematisch – Uwe Ziehl hat seit Jahrzehnten gezielt daran gearbeitet, dass wir jetzt reibungslos unseren globalen Erfolgskurs als Technologieführer fortsetzen können“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl.

Unternehmer mit Herzblut

Uwe Ziehl wurde 1947 in Füssen als Enkel des Ziehl-Abegg-Firmengründers Emil Ziehl geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Künzelsau. Er gilt als Unternehmer mit Herzblut und großem technischen Verständnis. Für herausragende berufliche und unternehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid ihm 2015 die Wirtschaftsmedaille verliehen. „Sie stehen stellvertretend für all jene erfolgreichen baden-württembergischen Familienunternehmen, für die internationaler Erfolg und regionale Verbundenheit kein Widerspruch sind. Sie sind ein Vorzeigeunternehmer und haben durch Ihr Wirken dazu beitragen, dass Baden-Württemberg ein starkes und lebenswertes Land ist und bleibt“, lobte Schmid seinerzeit. „Als attraktiver Arbeitgeber und innovatives Unternehmen steigerte Ziehl-Abegg unter Ihrer Führung die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region Heilbronn-Franken.“

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

Schon während seines Ingenieurstudiums gründete Uwe Ziehl 1967 die Ziehl industrie-elektronik GmbH & Co KG in Schwäbisch Hall, ein Hersteller für Mess- und Regelgeräte. Ziehl-Abegg wuchs zu einem weltweit führenden Hersteller von Ventilatoren für Luft- und Klimatechnik sowie Antriebsmotoren für Aufzüge heran. Bereits 1973 begann Ziehl-Abegg sich zu internationalisieren. 2001 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft in Familienbesitz. 2005 übernahm Uwe Ziehl den Vorsitz des Aufsichtsrats von Ziehl-Abegg. Dies war möglich, weil er – mit erheblichem persönlichem finanziellem Risiko – alle Anteile in einer Familienholding zusammengeführt hatte. Dadurch waren Investitionen in Forschung und Entwicklung möglich, welche die Position von Ziehl-Abegg als Technologieführer deutlich ausbauten. Uwe Ziehl forcierte den Ausbau von Fertigungstiefe und -kompetenz, darunter den Einstieg des Unternehmens in die Produktion von Kunststoffteilen im Gewerbepark Hohenlohe; zusätzlich zum firmeninternen Aluminiumguss, der in Schöntal-Bieringen angesiedelt ist.

Kinder und Jugendliche für Technik begeistern

Heute arbeiten weltweit 4.300 Mitarbeiter für Ziehl-Abegg, davon 2.400 Mitarbeiter in Künzelsau, Bieringen und Kupferzell. Das Unternehmen bietet eine hohe Ausbildungsquote von rund zehn Prozent und eine unbefristete Arbeitsplatzgarantie für alle Auszubildenden und Duale Studenten. Sieben Prozent des jährlichen Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Neben seinem beruflichen Engagement setzt sich Uwe Ziehl besonders dafür ein, in Kindergärten, Grundschulen und Hochschulen für Technik und technische Berufe zu werben. Uwe Ziehl lag auch das gesellschaftliche Engagement seines Unternehmens über den normalen Geschäftsbetrieb hinaus am Herzen – darunter die jahrelange Unterstützung des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs (Waldenburg) oder des Freilandmuseums Wackershofen (Schwäbisch Hall).

 

 

War immer sehr technikaffin: der Unternehmer Uwe Ziehl. Foto: Ziehl-Abegg

 

Uwe Ziehl (2.v.l.) erklärt 2014 in Hannover der Bundeskanzlerin Angela Merkel (4.v.l.) die Funktionsweise eines Außenläufermotors. Foto: Ziehl-Abegg

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




Anhänger löst sich und verursacht Vollsperrung

Oberkessach: Anhänger löst sich von Zugmaschine

Die Landstraße 1046 zwischen Oberkessach und Bieringen musste am Montagabend, den 04. Januar 2020, wegen eines Unfalls voll gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Gegen 15.45 Uhr löste sich der Anhänger einer Sattelzugmaschine während der Fahrt von dem Zugfahrzeug und rollte in der Folge in einen Graben. Der Anhänger kam daraufhin teilweise im Graben und der Straße zum Stehen. Die Landstraße muss für die Bergung komplett gesperrt werden. Die Bergungsmaßnahmen begann voraussichtlich gegen 18 Uhr. Beide Fahrbahnen bleiben bis zur Beendigung der Bergung voll gesperrt.




Landratsamt des Hohenlohekreises warnt vor Geflügelpest

Das Landratsamt Hohenlohekreis, Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung, ruft alle Geflügelhalter im Kreis dazu auf, die Maßnahmen zur Verhinderung eines Geflügelpesteintrags strikt einzuhalten. Nachdem bei einem schwer erkrankten Mäusebussard bei Donaueschingen das hochpathogene aviäre Influenzavirus (HPAIV) amtlich festgestellt wurde, ist das Risiko für weitere Ausbrüche bei Wildvögeln im ganzen Land-Baden-Württemberg als hoch einzustufen.

hohes Risiko

Um Nutzgeflügel- und Hobbyhaltungen bestmöglich vor einem Seucheneintrag zu schützen, müssen insbesondere bei Auslauf- und Freilandhaltungen Kontakte mit Wildvögeln sowie eine Viruseinschleppung über Einstreu, Futter und Tränkwasser verhindert werden. Hausgeflügel sollte soweit möglich bis auf Weiteres aufgestallt oder zumindest unter Schutzeinrichtungen gehalten werden, um zu verhindern, dass z.B. Kot von Wildvögeln von oben in die Haltungseinrichtungen gelangt. Futter und Wasser sollten nur im Stallgebäude angeboten werden.

Vögel im Stall halten

Neben den genannten Maßnahmen ist auch eine erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Seuchenverdachtsfällen bei Geflügel und gehaltenen Vögeln sowie die unverzügliche Abklärung der Krankheitsursachen besonders wichtig. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, aufgefundene verendete oder kranke wildlebende Wasservögel und Greifvögel dem Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung zu melden. Die Tiere und Tierkadaver sollten nicht berührt oder vom Fundort verbracht werden, um eine weitere Verschleppung der Seuche zu vermeiden.

Hintergrundinformationen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Die Geflügelpest oder Aviäre Influenza (AI) ist eine Infektionskrankheit der Vögel, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Als „Klassische Geflügelpest“ wird eine besonders schwere Verlaufsform der Krankheit mit aviären Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 bei Geflügel und sonstigen Vögeln bezeichnet.

Wilde Wasservögel bilden ein natürliches Reservoir für Influenzaviren, insbesondere für deren niedrigpathogene Form. Die niedrigpathogenen Influenzaviren können sich bei Wirtschaftsgeflügel, wie beispielsweise Hühnern und Puten, zur hochpathogenen Form und damit der Klassischen Geflügelpest verändern, die zu erheblichen Tierverlusten führt.

Die Biosicherheits- bzw. Hygienevorschriften für Geflügelhalterinnen und -halter sind insbesondere in der Geflügelpest-Verordnung und in der Viehverkehrsverordnung, geregelt.

Zudem sind umfangreiche Informationen auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/tierschutz-tiergesundheit/tiergesundheit/tierkrankheiten-tierseuchen-zoonosen/vogelgrippe/ und auf den Internetseiten des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) unter https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/ zu finden. Auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) ist zudem ein Merkblatt über die Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen hinterlegt: https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00000891/Merkblatt-AI_2016-11-25.pdf




Kultusministerkonferenz: vorerst kein Präsenzunterricht

Die 16 Kultusminister:innen haben sich in ihrer Sitzung vom Montag, den 04. Januar 2021, darauf festgelegt, dass die Schulen – sofern auch die sonstigen Lockdown-Maßnhmen verlängert werden – weiterhin keinen Präsenzunterricht anbieten. Die Entscheidung über die Fortführung des Lockdowns wird bei der morgigen Sitzung der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin getroffen werden.

Stufenplan für die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts

Die Kultusministerkonferenz schlägt einen Stufenplan bei Lockerungen der Maßnahmen vor: Erst sollen die unteren Klassen von 1-6 wieder Präsenzunterricht erhalten, danach soll es für die höheren Klassen einen Präsenzunterricht mit Wechselunterricht geben und erst in einem dritten Schritt soll der klassische Präsenzunterricht für alle wieder aufgenommen werden. An welche konkreten Bedingungen, zum Beispiel Inzidenzzahlen, diese Stufen geknüpft sein sollen und ob es dafür bundeseinheitliche Kriterien geben wird, wurde noch nicht bekannt. Daher ist derzeit auch nicht klar, ab wann es wieder losgehen soll mit Präsenzunterricht. Für Abschlussklassen soll es besondere Regelungen geben, um eine angemessene Prüfungsvorbereitung zu gewährleisten.

Informationen über Aufnahme des Unterrichtsbetriebd folgen

In Baden-Württemberg beginnt der Unterricht nach den Weihnachtsferien eigentlich regulär am 11. Januar 2021. Dem Kultusministerium bleiben also einige Tage, um genaue Informationen über den Unterrichtsbetrieb zu veröffentlichen. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann plädierte in den vergangenen Tagen für einen unmittelbaren Wiederbeginn des Präsenzunterrichts und musste dafür viel Kritik einstecken.

Ob und wie ein adäquater Onlineunterricht im Januar 2021 für die Schüler:innen ausschauen wird und welche Betreuungsangebote es für Kinder gibt, deren Eltern arbeiten gehen müssen, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Lockdown soll voraussichtlich bis Ende Januar 2021 verlängert werden. Die Entscheidung darüber fällt voraussichtlich am Dienstag, den 05. Januar 2020.

Text: Matthias Lauterer




FDP wechselt Führungsspitze im Kreistag

Der FDP-Kreisrat im Hohenloher Kreistag, Gerhard Feiler, wird sein Amt als Gruppensprecher zum 31.12.2020 abgeben. Gerhard Feiler, der dem Kreistag seit 1984 angehört, war 26 Jahre lang Gruppen bzw. Fraktionssprecher der FDP. In dieser Zeit hat er sich vor allem für die Schulen des Hohenlohekreises, den Nahverkehr, die Abfallwirtschaft und das Gesundheitswesen eingesetzt. Die FDP-Kreisräte haben Michael Schenk einstimmig zum Nachfolger als Gruppensprecher gewählt. Schenk bedankte sich, auch im Namen des FDP Kreisverbandes und der FDP Kreisräte, bei Gerhard Feiler für seine 26 jährige Tätigkeit als Gruppen- bzw. Fraktionssprecher der FDP im Kreistag und hob die vertrauensvolle Zusammenarbeit auch in der Übergangs- und Einarbeitungsphase hervor. Auf die Besetzung der einzelnen Ausschüsse des Kreistages hat dieser Wechsel keine Auswirkungen, da Gerhard Feiler weiterhin dem Kreistag angehören wird.

Quelle: Pressemitteilung der FDP Hohenlohe

 




Gemeinderat versus Bürgermeister

Der Eklat um das bewusste Fernbleiben dreier Fraktionen von der Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 19. November 2020 schlug hohe Wellen (wir berichteten). Es ist schließlich die höchste Pflicht jedes Volksvertreters, an den Sitzungen des Parlaments teilzunehmen und die Menschen, die ihn gewählt haben, auch tatsächlich zu vertreten.

Pflichten demokratisch gewählter Mandatsträger

Diese Pflicht ist jedem Gemeinderatsmitglied wohlbekannt und es ist ganz klar, dass eine parlamentarische Demokratie nur dann funktionieren kann, wenn im Parlament auch genügend gewählte Vertreter anwesend sind, um zu diskutieren, in der Sache konstruktiv zu streiten und am Ende Beschlüsse zu fassen.

Was muss also in Menschen, deren demokratische Einstellung niemand ernsthaft in Zweifel ziehen kann, vorgehen, wenn sie eine Gemeinderatssitzung gezielt boykottieren und den Rat, das demokratische Beschlussorgan der Stadt, beschlussunfähig zurücklassen?
Aus der Stellungnahme der Fraktionen geht deutlich hervor, dass es offenbar einen Konflikt zwischen vielen Gemeinderäten
und der Amtsführung von Bürgermeister Neumann gibt. Die Räte sehen sich, wie sie es selbst formulieren, von Bürgermeister
Neumann in ihrem Anliegen nicht ernstgenommen. Und das offenbar nicht zum erstenmal – anders wäre ein derart drastischer Schritt der Fraktionen kaum zu erklären, geschweige denn auch nur im Ansatz zu rechtfertigen.

Rat fühlt sich zu spät in Prozesse einbezogen

In den letzten Ratssitzungen war aus dem Rat die Klage zu vernehmen, dass sich der Gemeinderat zu spät in Prozesse einbezogen fühlt, um dann letztlich zu einer „alternativlosen“ Entscheidung gezwungen zu sein. Dieser Konflikt schwelt also schon länger und es brauchte nur einen Auslöser, um ihn zum Eklat werden zu lassen. Und er ist weiter aktiv, wie man an der Diskussion um die Hauptsatzung der Stadt wieder gemerkt hat.

Symptom kuriert – aber nicht die Krankheit

Jetzt werden hybride Sitzungen angesetzt – das mag eine Lösung für den konkreten Auslöser des Boykotts sein. Aber der Konflikt ist damit noch lange nicht beseitigt.

Kindergarten oder Notwehr?

Als „Kindergarten“ wurde das Verhalten der drei Fraktionen bezeichnet – die Fraktionen sehen es wohl eher als Notwehrakt. Wenn sich Demokraten zu einem derartig undemokratischen Verhalten genötigt fühlen, dann ist es allerhöchste Zeit, miteinander zu sprechen und den tieferen Grund dieses Konfliktes beiseitezuräumen. Sonst ist das schlecht für die Stadt Künzelsau. Alle Beteiligten sind dem Wohl der Stadt verpflichtet.

Das Wohl der Stadt voranstellen

Gerade in der heutigen Zeit kann das Wohl der Stadt nur dann erreicht werden, wenn das ICH zurückgestellt wird, letztendlich alle zu tragbaren Lösungen finden und alle für die Stadt Künzelsau an einem Strang ziehen. Und zwar an derselben Seite des Stranges. Es ziehen nämlich schon genügend andere auf der anderen Seite des Stranges, da gilt es, die Kräfte zu bündeln.

Text: Matthias Lauterer

Kein guter Geist: Die Künzelsauer Geistersitzung am 19.November 2020. Foto: GSCHWÄTZ




Corona: Es gibt keine persönlichen Benachrichtigungen

Voraussichtlich ab Mitte Januar sind Impfungen in den Kreisimpfzentren (KIZ) möglich. Das Kreisimpfzentrum des Hohenlohekreises befindet sich in der Hohenlohe-Sporthalle in Öhringen. Die Vorbereitungen durch einen Messebauer und viele freiwillige Helfer der Blaulichtorganisationen wurde am 23. Dezember fertiggestellt. Wann die ersten Impftermine stattfinden und wann diese gebucht werden können, steht noch nicht fest und ist von der Lieferung des Impfstoffs durch das Land Baden-Württemberg abhängig.

Mobile Impfteams bereits unterwegs

Am 27. Dezember 2020 haben die Zentralen Impfzentren (ZIZ) in Baden-Württemberg ihren Betrieb aufgenommen. Das für den Hohenlohekreis zuständige ZIZ befindet sich in Rot am See. Von dort aus sind bereits jetzt mobile Impfteams unterwegs, um auch in den Pflegeheimen in unserem Kreisgebiet Impfungen durchzuführen.

Impfung nur mit  Termin

Eine Impfung im Impfzentrum erfolgt nur mit Termin. Impftermine für das Zentrale Impfzentrum können über die Impftermin-Servicehotline des Landes unter der Nummer 116 117 (kostenlos, Montag bis Sonntag von 8 bis 22 Uhr) oder unter www.impfterminservice.de/impftermine gebucht werden.

Impfung nach Prioritäten

Es wird schrittweise geimpft: Denn zuerst müssen die Menschen geschützt werden, die das höchste Risiko haben. Priorisiert geimpft werden Bürgerinnen und Bürger, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf oder ein besonders hohes berufliches Risiko haben, sich oder schutzbedürftige Personen anzustecken. Folgende Personen haben daher mit höchster Priorität Anspruch auf Schutzimpfung:

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben;
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden;
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen tätig sind;
  • Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen;
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind;
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Die Impfung ist freiwillig und für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos.

Wird man persönlich benachrichtigt? Das Regierungspräsidium Stuttgart informiert auf seiner Homepage wie folgt:

Impfung nur nach Terminvereinbarung

Bürger:innen werden über die Priorisierung, die Möglichkeit und die Terminierung der Impfung durch Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise über das Landesportal Baden-Württemberg.de informiert. Es wird keine personalisierte Einladung erfolgen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Hausarzt darüber, zu welcher priorisierten Gruppe Sie unter Umständen gehören.

Danach können impfwillige Bürgerinnen und Bürger der priorisierten Gruppen einen Termin vereinbaren. Zum vereinbarten Termin finden sich die Impfwilligen in dem jeweils regional zuständigen Impfzentrum ein. Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen werden über mobile Impfteams erreicht.

Haus- und Fachärzte informieren vorab

Bitte besprechen Sie medizinische Fragen mit Ihrem Haus- oder Facharzt. Die Landesregierung stellt die Logistik für die Impfungen. Wir können und dürfen keine medizinischen Fragen beantworten. Vor der Impfung im Impfzentrum oder durch ein mobiles Impfteam findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt statt. Hier bekommen Sie fachkundige Auskunft zu Ihren Fragen. Nach dem Gespräch steht Ihnen weiterhin frei, ob Sie sich impfen lassen möchten oder nicht.

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises, www.corona-im-hok.de

Deutschland krempelt die Ärmel hoch – Impfkampagne für die Corona-Schutzimpfung




Künzelsau und Kirchen im Ausnahmezustand

Juli

Hatten mächtig Spaß: Sylvia Bendel mit ihren Freundinnen am karibischen Abend. Foto: GSCHWÄTZ

Ein riesiger Nachtragshaushalt, der ungefähr 2/3 der Summe des ursprünglichen Haushaltsvolumens umfasst, passiert den Bundestag. Das Arzneimittel der Hoffnung heißt Remdesivir, es wird jetzt auch in Europa zur Behandlung von Covid-19 zugelassen – die Hoffnung stellt sich als trügerisch heraus. Die USA treten aus der WHO aus. Auch der brasilianische Präsident Bolsonaro erkrankt an COVID-19. Der „Ballermann“ wird geschlossen. Lokale Ausbrüche in Deutschland, die aber gut nachverfolgt und bekämpft werden können. Auch die EU beschließt ein rieseges Hilfspaket. Urlaubsheimkehrer können sich kostenlos auf Corona testen lassen – bald wird der Test zur Pflicht. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer spricht wohl als erster Politiker vom Beginn einer zweiten Welle. Noch sei aber die Nachverfolgung gewährleistet. Fünf größere Impfstoffstudien sind im Gang. In Deutschland sterbe etwa 1/5 der Patienten, die stationär aufgenommen werden und die Hälfte de Beatmeten überlebe nicht, besagt eine Studie. Für die WHO ist COVID-19 der schwerste gesundheitliche Notstand ihrer Geschichte. Ende Juli nennt das RKI etwa 210.000 Infektionen.

In Hohenlohe ist die Coronalage ruhig: Die Prüfungen am Campus Künzelsau können stattfinden, dank einer mobilen Belüftungsanlage. Seltsam schwammige Anfragen der Landesregierung nach Unterstützung durch die Bundeswehr. Badeseen müssen wegen Massenandrang gesperrt werden. Infektionen im Hohenlohekreis auf niedrigem Stand. Querdenker-Demonstrationen auch in der Region. Karibische Nacht in Künzelsau.

August

Familie Hasenauer wird auch in diesem Jahr mitmachen, Foto: ebm-papst

Der August wird zum Monat, in dem die Anti-Corona-Demonstrationen eskalieren. Der Höhepunkt ist der 29. August, als nach der polizeilichen Auflösung der Demonstration einige Demonstranten versuchen, symbolisch den Reichstag zu stürmen. Behördliche Auflagen werden von den Demostranten regelmäßig und vorsätzlich mißachtet, die Polizei scheint rat- und hilflos. Die Zahl der gemeldeten täglichen Neuinfektionen klettert auf mehr als 1.000.  Die ersten Bundesländern öffnen nach den Ferien die Schulen wieder – einige Schulen müssen bereits nach wenigen Tagen wegen Infektionen wieder schließen. Der Auftritt von Florian Schröder auf einer Anti-Corona-Demo in Stuttgart geht viral: Er erklärt, warum er Maske und Abstand für vernünftig hält und erntet … zuerst Jubel und erst später Buhrufe und Pfiffe. Die Bundesliga will vor Publikum spielen – abgelehnt. Reisewarnungen für immer mehr Regionen Europas. Panne bei den Pflicht-Corona-Tests in Bayern: Ergebnisse werden den Getesteten nicht oder erst sehr spät mitgeteilt. In Russland wird mit Impfungen begonnen. Die 7-Tage-Inzidenz erreicht den Stand von Anfang Mai – man muß von einer zweiten Welle ausgehen. Trotzdem findet in Leipzig ein „Konzert-Großversuch“ mit 1.500 Besuchern statt. Labore sehen sich aufgrund der Tests von Reiserückkehrern überlastet. Trotzdem werden Lockerungen für Großveranstaltungen verkündet. Wir sind inzwischen alle Hobbyvirologen und kennen den Unterschied zwischen Inzidenz und Prävalenz. 35.000 Neuinfektionen schrauben die Zahl der gemeldeten Infektionen auf rund 245.000.

Das Künzelsauer Krankenhaus wird zum Standort einer Corona Task-Force, die Isolationsstation bleibt auf Stand-By. Baden-Württembergs Sozialminister Lucha meint, die Krise sei gemeistert. Landrat Dr.Neth sieht das anders.  Die Badesaison läuft diszipliniert, sowohl im Langenburger Freibad als auch an den Seen der Region. Erste Ergebnisse der Kupferzeller Studie werden bekanntgegeben. Der ebm-Marathon kann nicht wie gewohnt stattfinden, aber die Hohenloher sind ja kreativ. Die Infektionszahlen steigen merklich.

September

Buddy Faber Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Die USA melden 6 Millionen Infizierte. Die Anzahl der Risikogebiete wächst weiter, seit 2. September gilt zum Beispiel ganz Spanien als Risikogebiet. Strenger Lockdown in Israel – auch in Sachsen-Anhalt dürfen Bordelle wieder öffnen. In Griechenland brennt das Flüchtlingslager Moria – vorher stand es unter Corona-Quarantäne. „Keine erhöhte Ansteckungsgefahr in Fernzügen“ – vermeldet zumindest die Deutsche Bahn. Die Infektionszahlen nähern sich den Spitzenzahlen der ersten Welle, dennoch wird weiter gelockert: Sportveranstaltungen, auch in Hallen, sollen vor Zuschauern stattfinden dürfen, sofern nur 20% der Plätze belegt werden. Weiterhin Bearbeitungsrückstand in den Laboren. Straßenkarneval wird abgesagt. Eine Wocheninzidenz von 50 wird von der Politik als Grenze zum „Risikogebiet“ festgelegt: München ist die erste größere Stadt, die diese Marke überschreitet, Bayern führt umgehend Maskenpflicht, Alkoholverbot in der Öffentlichkeit,  eine Sperrstunde und Höchstgrenzen für private Veranstaltungen ein. Ende September befinden sich rund 50.000 Schüler und Schülerinnen in Quarantäne. Merkel warnt, dass man in der Weihnachtszeit mit 19.200 Infektionen täglich rechnen müsse und wird der Panikmache beschuldigt. Der Deutsche Tourismusverband rechnet mit Umsatzeinbußen. Die Marke von 1 Million Coronatoten weltweit wird überschritten. Fast 300.000 Infektionen meldet das RKI am 30. September.

Auch die Hohenloher Weihnachtsmärkte werden fast alle abgesagt. Die Badesaison geht trotz Besucherbeschränkungen mit Rekordzahlen zu Ende. Musiker und andere Künstler stehen ohne Einnahmen da. Und sowohl die Infektionszahlen als auch die Quarantänezahlen steigen weiter.

Oktober

Maske ja oder nein? Die Meinungen der Schüler gehen auseinander. Foto: GSCHWÄTZ

Der sogenannte „Oxford-Impfstoff“ wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. US-Präsident Trump wird positiv getestet und gesundet bereits nach wenigen Tagen wieder. Scharfer Lockdown in Madrid. Der Coronavirus kann auch zu Entzündungen im Gehirn führen, findet eine Untersuchung heraus. Weiterhin uneinheitliche Testregeln für innerdeutsche Reisende. Fast 4.000 neue Fälle täglich in Deutschland. Der Deutsche Philologenverband empfiehlt warme Kleidung in Schulen wegen des Lüftens. Scharfer Lockdown in Tschechien. Bundesweit einheitliche Einschränkungen in Gebeiten mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 50. Bayern verschärft weiter, als die Zahl der Neuinfektionen über 6.000 steigt. Gerichte kippen Corona-Maßnahmen, zum Beispiel das Beherbergungsverbot. Die Hoffnung auf das Medikament Remdesivir zerschlägt sich, als die WHO keinen wesentlichen Einfluß auf die Heilung vermeldet. Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne, Gesundheitsminister Spahn positiv getestet. Kanzlerin Merkel ruft eindringlich zur Kontaktbeschränkung auf.  Die Polizei beklagt Aggression bei den Kontrollen der Corona-Maßnahmen. Erstmals werden Lockerungen verschoben. Scharfer Lockdown in Berchtesgaden. Großveranstaltungen werden abgesagt: Von den Parteitagen von CDU und LINKE bis zum Nürnberger Chrtistkindlsmarkt.  WHO: „Corona-Pandemie an einem kritischen Punkt“. Weiterhin unterschiedliche Maßnahmen in Kraft, dazu unterschiedlichste Forderungen der Landespolitiker. Gesundheitsämter an der Belastungsgrenze – Bundeswehr unterstützt immer mehr. 10.000 Corona-Tote in Deutschland, 250.000 in Europa. Weiterhin Demonstrationen mit bewußter Mißachtung von allgemeinen Regeln und Auflagen, unter anderem in Dresden. Ankündigung eines bundesweiten „Teil-Lockdowns“ ab 2. November – umgehend scheren wieder einige Bundesländer aus: Bayern führt schärfere Regeln ein, Sachsen-Anhalt und Thüringen lockern schon vorab. Es ist „Black Friday“ – die Fußgängerzonen und Einkaufszentren sind prall gefüllt. Am 28. Oktober meldet das RKI 19.800 Neuerkrankte – Merkels Zahl wird viel früher erreicht als sie befürchtet hat. Etwas unter 550.000 Menschen haben sich bis Ende Oktober dokumentiert infiziert.

Auch in Hohenloher Klassenzimmern brauchts warme Kleidung, die Vorschriften für die Quarantäne sorgen für Verwirrung. Die Hochschule in Künzelsau schließt, ganze Fußballmannschaften müssen in Quarantäne. Später wird der Spielbetrieb komplett eingestellt. Manche meinen, wir seien im Kriegszustand, dabei ist doch erst die „Vorwarnstufe“ von 35 Infektionen pro Woche erreicht. Eine Sperrstunde wird verhängt. In den weiterführenden Schulen herrscht Maskenpflicht. Das Hohenloher Krankenhaus ist noch nicht an den Grenzen der Belastbarkeit angelangt.

November

Geistersitzung des Künzelsauer Gemeinderats.
Foto: GSCHWÄTZ

Der für einen Monat geplante Teil-Lockdown beginnt. Corona-Testmaterialien sind vierorts durch die erhöhten Testzahlen knapp geworden. Weitere Gesundheitsämter melden Überlastung. Trotz verschärfter Kontaktsperren steigen die Infektionszahlen in Europe und Deutschland weiter an, in Deutschland sind es jetzt 20.000 positive Fälle pro Tag. Fast ganz Europa gilt als Risikogebiet. Die Bundesregierung beschließt eine Impfstrategie. In Leipzig kommt es bei einer Anti-Corona-Demonstration zu Ausschreitungen. Die Intensivstationen sind wieder so voll wie im Frühjahr. Die EU schließt Verträge über Impfstofflieferungen. Inzwischen sind rund 300.000 Schüler und Schülerinnen in Corona-Quarantäne. Das BVerfG sieht die Schließung der Restaurants für begründet an: Der Gesundheitsschutz wird höher bewertet als die Berufsfreiheit. Hilfen für Soloselbständige vereinbart: bis zu 5.000 Euro Zuschuß. Merkel kann sich nicht gegen die Ministerpräsidenten durchsetzen: Maßnahmen werden verschoben, man appelliert aber an die Bürger. Immer wieder demonstrieren Tausende und immer wieder wird die Demonstration wegen Verstößen gegen Hygienevorschriften und Auflagen aufgelöst – in Berlin, Leipzig und Frankfurt auch mit Wasserwerfern und Pfefferspray. Biontech und Pfizer beantragen die Zulöassung eiens Impfstoffs, zuerst in den USA. Das Oberverwaltugnsgericht Nordrhein-Westfalen kippt die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer: Die Begründung für die Anordnung sei mangelhaft.  Der Teil-Lockdown wird verlängert. Der US-Konzern Moderna beantragt die Zulassung seines Impfstoffs in der EU. Das RKI meldet 1,05 Millionen Infektionen am 30. November.

Lokaler Handel und Gewerbe haben mit den Maßnahmen zu kämpfen: Markthändler, Gastronomen und Betreiber von Fitnessstudios äußern sich zur Lage. der Hohenlohekreis rechnet mit 2.8 Millionen Euro Mehraufwendungen wegen Corona. Kritik an übervollen Bussen im Schülerverkehr. Der Künzelsauer Gemeinderat tagt coronabedingt erstmals online, es kommt zu einer Geistersitzung, drei Fraktionen bleiben fern und Bürgermeister Neumann hat dafür kein Verständnis. Öhringen will eine Art Weihnachtsmarkt mit anderem Konzept durchführen. Querdenker treffen sich in Öhringen, ohne Maske, aber ohne Ausschreitungen. Ebm-papst testet eine Luftreinigungsanlage in Kupferzell. Und die Zahlen gehen weiter in die Höhe, wieder sind betreute Einrichtungen im Fokus.

Dezember

Diakon Wolfgang Bork bei der Aufnahme des Weihnachtsgottesdienstes in der Kirche Mariä Geburt in Amrichshausen. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Der Teil-Lockdown wird bis 10. Januar verlängert, da sich die Infektionszahlen nicht wie erhofft verringert haben. Katastrophenfall in Bayern ausgerufen – weitere Verschärfungen.  In Großbritannien beginnen die ersten Impfungen. Im November starben deutlich mehr Menschen als im Durchschnitt der letzten vier Jahre – und das, obwohl die üblichen Atemwegserkrankungen durch die Corona-Maßnahmen nahezu ausblieben. Besonders in Sachsen ist die Übersterblichkeit drastisch zu sehen, dort klagen inzwische Krematorien über Überlastung. Die Diskussionen über weitere Gegenmaßnahmen zeigen eine Hilflosigkeit der Politik. Der Teil-Lockdown wird zum „harten Lockdown“. Gesundheitsminister Spah erläßt per Verordnung einen Impfplan. Großbritannien gibt bekannt, dass eine neue, ansteckendere Mutation des Virus entdeckt wurde … im September. In Sachsen wird landesweit eine 7-Tages-Inzidenz von mehr als 500 erreicht. Erste Impfung in Deutschland. Die Appelle der Politik an die Vernunft der Bürger fruchten ein weiteres Mal nicht, denn gleichzeitig melden die Ski- und Wintersportgebiete Überfüllung. In Hamburg wurde eine Studie über die Rolle der Schulen bei der Ansteckung offenbar unter der Decke gehalten, die Baden-Württembergische Kultusministerin Eisenmann will die Schüler „ohne Rücksicht auf Inzidenzen“ offenhalten und erhält dafür massiven Gegenwind. Zu Jahresende sind mehr als 1,7 Millionen Menschen positiv getestet. Über 600.000 positiv getestete allein im Dezember.

Künzelsau verschiebt bereits Veranstaltungen ins Jahr 2022. Die Hohenlohe-Sporthalle in Öhringen wird zum Impfzentrum des Kreises ausgebaut. Krankenhäuser sind durch Corona stark belastet. Luftreinigung auch in der Grundschule Kocherstetten. Der harte Lockdown beginnt, Landrat Dr. Neth begrüßt die Massnahmen. Einem ruhigen Weihnachtsfest steht nichts im Wege. Wer das nicht will: Corona-Schnelltests  in Künzelsau und Öhringen, damit der Familienbesuch oder der Weihnachtsurlaub stattfinden kann. Kirchen sorgen für Online-Gottesdienste. Die Industrie denkt schon positiv für die Zeit nach der Krise. Und die Polizei weist vorsorglich darauf hin, dass die üblichen Silvestervergnügungen nicht erlaubt sind …

Text: Matthias Lauterer




ifo-Institut: „Die befristete Mehrwertsteuersenkung ist die ungenaueste finanzpolitische Maßnahme in einer solchen Krise, die man sich überhaupt nur denken kann.“

Als Teil eines Corona-Konjunkturpakets beschlossen Bundestag und Bundesrat, die Mehrwertsteuer im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31.Dezember 2020 von 19 Prozent auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 Prozent auf 5 Prozent herabzusetzen. „Ziel ist es, die Bürger:innen zu entlasten und zugleich die Binnennachfrage zu beleben“, so die Regierung. Eine Maßnahme also, die einerseits dem Endverbraucher zu mehr Kaufkraft verhelfen sollte, andererseits auch dem Einzelhandel zu mehr Umsatz in der Krise verhelfen sollte. Die Wirtschaftsexperten der Regierung gingen von einem Kaufkrafteffekt in Höhe von 20 Milliarden Euro aus.

Teure Umstellung von Kassen- und IT-Systemen

Doch schon die kurzfristige Umsetzung dieser Maßnahme war teuer: Allein die Umstellung der Kassen- und EDV-Systeme kostete Geld, das Statistische Bundesamt schätzt einen Aufwand von bundesweit 240 Millionen Euro. Übrigens entsteht dieser Aufwand auch für Firmen, die nicht an Endverbraucher verkaufen und daher die Mehrwertsteuer zwar auf der Rechnung ausweisen, aber nicht wirklich einziehen.

Unterschiedliche Handhabung bei den einzelnen Händlern

Sehr unterschiedlich auch die Umsetzung in den Geschäften: einige wechselten alle Preisschilder aus, andere ließen die Preise am Regal gleich und verrechneten einen Bonus an der Kasse – ein guter Trick, müssen sie doch nach Ablauf der Senkung die Preise am Regal nicht erhöhen. Andere änderten die Endkundenpreise gar nicht und strichen die Steuerdifferenz ein, das war von der Regierung als Stützungsmaßnahme explizit vorgesehen.

„Die befristete Mehrwertsteuersenkung ist die ungenaueste finanzpolitische Maßnahme in einer solchen Krise, die man sich überhaupt nur denken kann.“

Eine Studie des ifo-Instituts ergibt nun, dass der Effekt der Mehrwertsteuersenkung nicht bei den erhofften 20 Milliarden Euro, sondern nur bei 6,3 Milliarden Euro liegt. Und durch die Schließungen im Weihnachtsgeschäft ist auch dieser Umsatz nicht beim lokalen Einzelhandel und der lokalen Gastronomie angekommen, sondern zu einem großen Maß beim Internethandel. Möbelhäuser und Elektrohandel konnten einen Mehrumsatz verbuchen, da die Kunden die eine oder andere langfristige Investition vorgezogen haben. Autohäuser verloren eher, da die Firmenkunden, die mehr als 50 Prozent der Neuwagen kaufen oder leasen, eher zaghaft in neue Geschäftsfahrzeuge investieren wollten. Ein Teil der Maßnahme verpuffte sicherlich auch dadurch, dass die Verbraucher aufgrund Einnahmeausfällen oder der generellen Unsicherheit gar nicht konsumwillig waren. Und im Handwerk konnte größtenteils kein Mehrumsatz generiert werden, da die Handwerksbetriebe generell gut ausgelastet sind. Der Vizepräsident des ifo-Instituts, Oliver Holtemöller, sagt daher drastisch: „Die befristete Mehrwertsteuersenkung ist die ungenaueste finanzpolitische Maßnahme in einer solchen Krise, die man sich überhaupt nur denken kann.“

Daher schlug das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) einen anderen Weg vor, nämlich einen deutlich höheren Kinderbonus auszuzahlen. Die Idee war, dass dieses Geld sicherlich zum größten Teil direkt zu Konsumausgaben geführt hätte.

Preiseffekte 2021

Die ersten deutlichen Preiserhöhungen im Jahr 2021 sind schon sichtbar: Die Benzinpreise sind gestiegen, wenn auch nicht nur wegen der Mehrwertsteuer. Ob weitere Erhöhungen folgen werden, darüber streiten sich die Experten. Der Preiskampf der Discounter dürfte hier ausschlaggebend sein:  Erhöhen die Discounter die Preise nicht, kann auch der Wettbewerb die Preise nicht wirklich erhöhen. Der Trick der Discounter, die Regalpreise unverändert zu lassen und an der Kasse einen Rabatt einzuräumen, wird sich wohl auszahlen: Der Discounter-Kunde dürfte die höhere Mehrwertsteuer beim Einkauf größtenteils gar nicht realisieren. Insofern wird der Handel, der die Preise transparent angepaßt hatte und sie jetzt wieder erhöhen muß, einen hohen Kommunikationsbedarf zu seinen Kunden haben. Der Fachhandel vor Ort, der seit einigen Wochen geschlossen ist, wird sich gut überlegen, wie er wieder in den Markt zurückkommen will: Eine großflächige Preiserhöhung dürfte er gegen die ohnehin starke Konkurrenz im Versandhandel kaum durchsetzen können. Außerdem ist das Konsumverhalten der weiterhin vorsichtig, da sie durch Kurzarbeit und Angst vor Arbeitsplatzverlust nicht konsumwillig oder -fähig sind. Die Erwartung ist also die, dass die Mehrwertsteuer eingepreist wird, sonstige Preiserhöhungen aber erstmal nicht beim Verbraucher ankommen werden.

Schließungen im Einzelhandel zu erwarten

Ob der Facheinzelhandel es schaffen wird, überhaupt wieder konkurrenzfähig in den Markt zurückzukehren, steht auf einem anderen Blatt. Sicherlich wird es zu Schließungen kommen, die dann von Wirtschaftsexperten der Politik euphemistisch als „Marktbereinigung“ bezeichnet werden. Den Effekt dieser erwartbaren Schließungen kann heute noch niemand beziffern.

Erwartungen nicht erfüllt

Letzendlich dürfte die Mehrwertsteuersenkung nicht die Erwartungen der Politiker erfüllt haben. Zu vorsichtig waren die Konsumenten in Corona-Zeiten, dazu kommt die Corona-bedingten Schließung des Einzelhandels, der ja besonders von der Steuersenkung profitieren sollte.

Anton Baron (AfD) kritisiert Landesregierung

Der Landtagsabgeordnete Anton Baron (AfD) kritisiert daher die Landesregierung: Es „wurde deutlich, dass die Landesregierung auf Bundesebene nie Anstrengungen zu einer Beibehaltung der Mehrwertsteuersenkung vorgenommen hat“, denn „die Absenkung hätte nämlich aufgrund der von der Landesregierung in der Antwort zugegebenen Umstellungskosten von deutschlandweit 240 Millionen Euro erst bei einer längeren Beibehaltung tatsächlich signifikante positive Auswirkungen.“ Mit seiner Einschätzung „dabei wäre diese Maßnahme [die Mehrwertsteuersenkung, Anm. D. Red.] die denkbar zielgenaueste und unbürokratischste Hilfe für unsere Betriebe“ liegt er allerdings nicht auf der Linie der Wirtschaftsforschungsinstitute.

Text: Matthias Lauterer