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Action fast ohne Atempause

Kurz nach 22 Uhr stehen an einem schwülheißen Sonntag im August 2021 auch die Sieger des finalen Spieltags beim „Ziehl-Abegg Royal eSports Masters“ fest. Wie der Motoren- und Ventilatorenhersteller mit Hauptsitz in Künzelsau mitteilte, führte er erstmals ein internationales eSports-Turnier an zwei aufeinanderfolgenden Wettkampftagen vom 14. bis 15. August 2021 durch.

„Einige von uns sind nicht schlecht dabei“

Organisiert und technisch aufbereitet wurde die eSports-Veranstaltung von der IT-Abteilung um Ausbildungsleiter Holger M. Rößler und mehreren IT-Azubis, die den Live-Stream via Twitch während des gesamten Turnierverlaufs mit Expertenwissen und Humor kommentierten. „Ich bin nicht der Einzige, der in der Freizeit gerne mal ein Online-Game zockt. Einige von uns aus der IT-Abteilung sind bei bekannten Spielen wie Rocket League im internationalen Gamer-Ranking nicht schlecht dabei“, betont Holger M. Rößler in der Pressemitteilung.

Keine unbekannten Größen

Am Samstag traten von 16 Uhr bis 22 Uhr insgesamt 16 Teams mit jeweils drei Spielern zum Kräftemessen in Rocket League, einem beliebten Autoballspiel in der weltweiten Gamer-Community, gegeneinander an. Den ersten Platz sicherte sich mit The Juicy Kids eines der Favoriten-Teams – die Team-Mitglieder Carca, Fabso und Youngstar sind im internationalen Ranking der Rocket-League-Ligen keine unbekannten Größen. Für den Sieg beim „Royal eSports Masters“ gab es 300 Euro. Die Freiwildgiraffen als unterlegener Finalgegner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 150 Euro. 75 Euro gab es noch für das Team „Krähende Geier“, die den dritten Platz belegten.

Zahlreiche englische Fachbegriffe

Am zweiten und finalen Spieltag des eSports-Turniers spielten am Sonntag von 15 Uhr bis 22 Uhr im Fantasy-Game League of Legends insgesamt acht Teams mit jeweils fünf Spielern um den Gesamtsieg. Auch bei dem beliebten Fantasy-Game dominierten in den Live-Kommentaren englischsprachige Fachbegriffe aus der Gamer-Community. Am Ende setzte sich im großen Finale das Team „Deutsch Jahrndorf Five“ gegen ihre Gamer-Kollegen „Deutsch Jahrndorf Zero“ durch und sicherten sich dadurch 500 Euro Preisgeld. Das unterlegene Finalteam und „The ELO Submarine“ als Turnierdritter durften sich jeweils über 250 Euro und 125 Euro freuen.

Gelungene Premiere

Für Ziehl-Abegg bedeutete das international besetzte eSports-Turnier eine gelungene Premiere. Auch Peter Fenkl zeigte sich von dem eSports-Event beeindruckt. „Ziehl-Abegg geht nicht nur technologisch voran, sondern nimmt auch beim Angebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Vorreiterrolle ein“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg.

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg/Andreas Scholz

 

 

 




„Die jungen Leute haben Lust auf Online-Games“

Spaß am Spielen trotz Corona – Ziehl-Abegg bietet erstmals ein internationales eSports-Turnier an, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Angekündigt sind Teams aus Deutschland und Österreich sowie Belgien und Luxemburg. Das „Royal eSports Masters“ ist offen für Mitarbeiter, Externe und gemischte Teams. Anfänger oder Profis können sich gleichermaßen anmelden.

 Übertragung im Livestream

„Wir spüren, dass die jungen Leute richtig Lust auf Online-Games haben“, sagt IT-Ausbilder Holger M. Rößler. Er steht mit dem IT-Experten Dennis Baumann hinter dem Turnier beim Künzelsauer Maschinenbauer. Die Veranstaltungen werden im Livestream auf Twitch übertragen: twitch.tv/ziehl_abegg_esports. Rößler und Baumann werden die Spiele professionell kommentieren. Unterstützt werden sie dabei von mehreren Auszubildenden.

Preisgelder

Die Anmeldung zum „Royal eSports Masters“ ist kostenfrei möglich. Es werden Rocket League – am Samstag, den 14. August 2021, ab 16 Uhr – und League of Legends – am Sonntag, den 15. August, ab 15 Uhr – gespielt. Mindestalter: zwölf 12 Jahre. Eine Teilnahmegebühr wird nicht verlangt. Die Preisgelder betragen 300, 150 und 75 Euro für die ersten Teams bei Rocket League und 500, 250 und 125 Euro für die ersten drei Teams bei League of Legends.

Anmeldephase hat bereits begonnen

Die Anmeldephase hat bereits begonnen. „Teams aus Österreich, Belgien und Luxemburg unterstreichen den internationalen Charakter“, freut sich Organisator Rößler über das grenzüberschreitende Interesse. Neben regionalen Teams sind auch schon jetzt Spieler aus Hamburg oder Leipzig im Rennen.

Alle Informationen gibt es auch auf der Homepage https://www.ziehl-abegg.com/esports

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg




„Spaß soll natürlich auch nicht fehlen“

Bunte Pavillons säumten am Samstag, den 24. Juli 2021, die Straße unterhalb des alten Rathauses in Künzelsaus Innenstadt. Viele junge Menschen, Gemurmel und Gelächter ließen Volksfestfeeling aufkommen. „Wir haben so oft gehört, dass viele Unternehmen noch Auszubildende suchen und auch, dass viele Azubis sich noch für keinen Ausbildungsplatz entscheiden konnten. Da kam unser Bürgermeister auf die Idee, eine Last-Minute-Ausbildungsmesse zu organisieren, um Unternehmen und Bewerbern die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig kennenzulernen“, erklärte Milen Daibert, Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Künzelsau. Dass viele Schüler und Absolventen noch ohne Ausbildungsplatz seien, erklärte sich Daibert folgendermaßen: „Ich glaube, dass unter den SchülerInnen eine gewisse Unentschlossenheit herrscht, die daraus resultiert, dass wegen Corona weder Praktika noch Ausbildungsmessen möglich waren.“ Das soll sich nun ändern.

Messe wurde spontan organisiert

Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau zeigte das konkrete Ziel der spontan organisierten Messe auf: „Wir wollen die Unternehmen dabei unterstützen, noch die letzten Ausbildungsplätze für dieses Jahr zu vergeben und gleichzeitig unsere Schüler und Schülerinnen hier in Künzelsau dabei unterstützen, einfach einmal wieder mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen und sich noch einmal face to face über die Ausbildungsmöglichkeiten zu unterhalten, weil in letzter Zeit einfach vieles nur noch digital funktioniert hat.“

17 Firmen stellten sich vor

Das Angebot der offenen Ausbildungsplätze ist vielfältig: Ziehl-Abegg beispielsweise sucht im IT-Bereich noch entweder einen dualen Studenten der angewandten Informatik oder einen Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Außerdem werden ein Industrieelektriker, ein Elektroniker für Geräte und Systeme und ein Verfahrensmechaniker eingestellt, wie Holger Matthias Rößler, IT-Ausbilder bei Ziehl-Abegg, erklärt. Doch auch bei den anderen Firmen ist das Angebot an Ausbildungsplätzen breit: Janina Engelhard von der Firma Rosenberg erklärte: „Berufsausbildungen, die man bei uns machen kann, sind verschiedene Studiengänge, Industriekaufmann und -kauffrau, technischer Produktdesigner und verschiedene Elektroniker- und Mechanikerberufe.“ Das ist nur ein kleiner Auszug des Angebotes auf der Ausbildungsmesse. 17 Firmen aus der Region waren mit Ständen präsent und standen den Bewerbern Rede und Antwort.

Voraussetzung: Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Freundlichkeit

Doch was muss ein Bewerber mitbringen, um gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu haben? „Auf jeden Fall Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Freundlichkeit“, erklärte Raja Krause vom Autohaus Widmann.

Wünsche: gute Arbeitsbedingungen, gute Arbeitsklima und Spaß

Sophie besucht die Karoline Breitinger Schule in Künzelsau und träumt von einer Karriere im sozialen Bereich. Sie wünscht sich von ihrem potenziellen Arbeitgeber, „dass das Team super freundlich ist und man sich gut kennenlernen kann.“ Einige Stände weiter stand ein weiterer Interessent. „Mein Name ist Florian Bartmann. Ich habe erst meine Fachhochschulreife beendet und bin gerade auf der Suche nach einer Ausbildung als Mechatroniker oder Elektrotechniker.“ Was das Ausbildungsunternehmen bieten muss, um für Florian attraktiv zu sein? „Gute Arbeitsbedingungen, ein gutes Arbeitsklima und Spaß soll natürlich auch nicht fehlen!“

Text: Priscilla Dekorsi

 

Serhat Enül und Raja Krause vom Autohaus Widmann. Foto: GSCHWÄTZ

 

Das SWG-Team: Jan Spannagel (von links), Fabian Ott, Martin Dörner und Lena Kircher. Foto: GSCHWÄTZ

 

Mario Brand (links), Holger Matthias Rößler und Sina Hauber vertreten Ziehl-Abegg auf der Ausbildungsmesse. Foto: GSCHWÄTZ

 

Team Rosenberg: Janina Engelhard (links), Diana Bäcker und Maximilian Stier. Foto: GSCHWÄTZ

 

Bunter als sonst: Künzelsaus Innenstadt bot am vergangenen Samstag ein Forum rund ums Thema Ausbildung. Foto: GSCHWÄTZ

 




Corona-Impfung für jedermann bei Ziehl-Abegg: Entspanntes Warten in der Schlange

Der Impfsonntag, den Ziehl-Abegg am 30. Mai 2021 veranstaltete, fand bundesweit großes Interesse, wie Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens mitteilte: Die weitesten Anreisen hatten wohl Impflinge aus Göttingen und Leipzig. Nur auf den ersten Blick weitgereist war Caroline, die auf die Frage, woher sie kommt, mit „Kolumbien“ antwortete. Sie wohnt allerdings in Mulfingen – den Preis für die weiteste Anreise kann sie nicht erhalten. „Ich bin nicht für einen Impftourismus“ meint sie. Ohne dieses Impfangebot hätte sie „warten müssen, bis ich drankomme“. Ein Verwandter, der bei Ziehl-Abegg arbeitet, hat sie informiert, es ist ihr ein Anliegen, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitmenschen schützen zu können.

„Wußte gar nicht, wie viele Leute meine Handynummer kennen“

Rainer Grill ist zufrieden damit, dass die Menschen das Angebot so begeistert annehmen. Nachdem alle Termine vergeben waren, habe er noch viele Anrufe von Menschen bekommen, die nach Terminen gefragt haben: „Ich wußte gar nicht, wie viele Leute meine Handynummer kennen“, schmunzelt er, um ernst weiterzufahren: „Es war eine clevere Entscheidung, ein externes Buchungstool auszuwählen“, man habe auf diese Weise Gerechtigkeit garantieren könne.

Zweimal 50km mit dem Fahrrad

Sebastian kommt aus der Nähe von Schnelldorf, im Vergleich mit Göttingen ist das keine weite Anreise: Aber er ist die rund 50km mit dem Fahrrad gefahren, zugegeben: mit ein wenig Elektrounterstützung. „Bei dem Wetter war das kein Problem“, sagt er und erklärt dem GSCHWÄTZ-Reporter noch ein paar technische Details seines speziellen Fahrrads.

Lange Schlange

Auf den ersten Blick sieht man eine lange Schlange von Menschen, die sich quer durchs Werksgelände zieht. Bei genauerem Hinsehen sieht man aber, dass die Schlange immer in Bewegung ist. Das ist auch kein Wunder: Die meisten Impfinteressenten haben die notwendigen Unterlagen bereits vorab ausgefüllt und können zügig zur Impfstraße weitergehen. Die anderen müssen ihre Unterlagen vor Ort ausfüllen – und dafür eine kleine Extrarunde drehen. Man sieht keine ungeduldigen Menschen, die ganze Stimmung ist entspannt. Nur manchmal muß die Security jemanden freundlich darauf hinweisen, dass auf dem Betriebsgelände nicht geraucht werden darf. „Alles easy“, bestätigt die Securitymitarbeiterin.

Die Impfung selber geht sehr schnell

Drei Impfkabinen stehen zur Verfügung, in denen die Impfungen verabreicht werden – nach dem Einlesen der Versichertenkarte ist meist keine Wartezeit mehr, die Impflinge werden unmittelbar in eine der Kabinen geführt. Wartezeit ist erst nach der Impfung wieder angesagt: Eine Viertelstunde müssen die Frischgeimpften abwarten, ob sich unmittelbar Reaktionen einstellen, die ein ärztliches Eingreifen erfordern. Danach ist für die Menschen die Impfung abgeschlossen – man sieht nur zufrieden Augen bei den Menschen, die das Impfzentrum verlassen. Der Rest des Gesichts ist von der Maske verdeckt.

Gute Vernetzung im Beruf zahlt sich aus

Aus Kornwestheim angereist sind Jürgen und Marina. Ihr Arbeitgeber ist ein Geschäftspartner von Ziehl-Abegg und sie haben über einen Ansprechpartner von Ziehl-Abegg von der Aktion erfahren. Jürgen spricht von „Glück“ und „Connections“, die man haben müsse. Sie beide seien „zu jung“, hätten „keine Chance gehabt“. Er ist „dankbar, die Chance zu kriegen“. Marina hätte „beim Betriebsarzt demnächst“ ein Impfangebot erhalten, aber sie nimmt jetzt dieses Angebot wahr.

„Vollgas bei den Leuten“

Hinter den Kulissen sind viele Ziehl-Abegg-Mitarbeiter tätig, „unentgeltlich“, wie Grill betont. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, zu helfen, sei außerordentlich groß gewesen, selbst ein Rentner habe seine Hilfe angeboten. Und als man kurzfristig mehr Personal gebraucht hätte, sei das Aufstocken problemlos möglich gewesen. Angesprochen auf das enorme Tempo bestätigt Grill anerkennend: „Ja, da ist Vollgas bei den Leuten“. Das kann Jutta Watzke, Betriebsratsvorsitzende bestätigen: Sie hat zwei Stunden lang pausenlos beraten und ist kaum noch bei Stimme – sie benötigt jetzt unbedingt eine Trinkpause.
In einem Hinterzimmer werden die Impfdosen vorbereitet. Auch diese Tätigkeit wird von Mitarbeitern übernommen, die vorher intensiv von medizinischem Personal eingearbeitet wurden und auch immer wieder überprüft werden.

„Nicht dass ichs mitgekriegt hätte“

David ist 19 Jahre alt und kommt aus Backnang, „auch nicht der nächste Weg“. In der Umgebung seiner Heimatstadt kennt er „kein anderes Angebot, nicht dass ichs mitgekriegt hätte“

Scheinbar Unmögliches möglich gemacht

Rainer Grill berichte von einem erfahrenen Arzt, der nicht glauben wollte, dass man 1.500 Menschen an einem Tag impfen könne. Der sei sehr überrascht gewesen, dass die Impfungen so schnell und reibungslos vonstatten gehen. Der Unterschied zwischen Impfarzt und bekanntem Hausarzt sei wohl der, dass die Patienten beim Hausarzt neben der Impfung auch andere medizinische Themen ansprechen würden.

Zwei Stunden Anfahrt – aber dann fühlt man sich sicher

Clemens aus Darmstadt berichtet, dass es ihm bisher nicht möglich war, in seiner Heimatstadt ein Impfangebot zu erhalten. Endlich geimpft zu sein, für diese Sicherheit habe er auch eine rund zweistündige Anfahrt in Kauf genommen. Auch er sei von einem Bekannten auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht worden.

Keine Konkurrenz zum Kreisimpfzentrum

Fast nur positive Rückmeldungen habe er bekommen, sagt Rainer Grill – nur in einer einzigen e-mail sei von „Totspritzen“ die Rede gewesen. Daher habe man auch nicht mit etwaigen Protesten von Impfgegnern gerechnet. Er betont, dass die Impfaktion „dem KIZ nicht den Impfstoff wegnimmt“ – diese Vermutung wurde ihm gegenüber offenbar geäußert – und erklärt: „Die Impfzentren und die Ärzte bestellen aus zwei verschiedenen Töpfen“.

Auch Impflinge aus Künzelsau

Aber auch aus Künzelsau sind Menschen zur Impfung gekommen. Zum Beispiel Mike, der bei Ziehl-Abegg arbeitet und bereits geimpft ist – er begleitet heute seine Frau zu ihrem Impftermin.

Text: Matthias Lauterer

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Carolina hält nichts von Impftourismus. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Sebastian fährt jetzt noch 50km nach Hause. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Entspanntes Warten in der Schlange. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Jürgen und Marina. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Hinter den Kulissen: Roland Burgemeister, Peter Schippert, Nicolas Grill und Holger M.Rößler (v.links) bereiten Impfdosen vor. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: David kennt kein ähnliches Angebot, Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Kurz vor dem Eingang zur Impfung. Foto: GSCHWÄTZ

30. Mai 2021 – Impfaktion bei ZA: Kurt vor dem Eingang zur Impfung. Foto: GSCHWÄTZ




Alle Impftermine nach wenigen Stunden vergeben

Freitagmorgens, am 28. Mai 2021, wurde die Meldung, das jeder sich anmelden kann für die große Impfaktion bei Ziehl-Abegg in Künzelsau, auch bei GSCHWÄTZ öffentlich gemacht, nur wenige Stunden später, um gegen 11 Uhr, waren alle Impftermine für alle Impfwilligen bei Ziehl-Abegg belegt, wie Rainer Grill, Pressesprecher des Unternehmens, mitteilt. Weitere Impfwillige konnten sich nur noch auf eine Warteliste eintragen.

Nicht nur aus dem Hohenlohekreis kommen die Impfwilligen für die große Impfaktion am Sonntag, den 30. Mai 2021.

Die Impfaktion bei Ziehl-Abegg, bei der 1.500 Bürger die Möglichkeit zur Impfung erhalten, erfreut sich eines regen Interesses: Rainer Grill berichtet: „Wir haben über Stunden hinweg mehr als 2600 Seitenaufrufe pro Minute gezählt.“

 




Impfaktion für die Bevölkerung bei Ziehl-Abegg: 1.500 Dosen sollen am Sonntag, 30.Mai 2021 verimpft werden

Nachdem bei Ziehl-Abegg bereits rund 1.300 Mitarbeiter und Angehörige von Mitarbeitern mit dem Impstoff von Astra-Zeneca geimpft wurden, bietet das Unternehmen am Sonntag, 20. Mai 2021, Impftermine für die Bevölkerung an. 1.500 Impfdosen sind vorrätig und sollen verimpft werden.

„Jetzt geben wir bei der Corona-Bekämpfung richtig Gas“, sagt Peter Fenkl.

„Jetzt geben wir bei der Corona-Bekämpfung richtig Gas“, sagt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg. Der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg engagiert sich schon seit mehr als einem Jahr bei der Bekämpfung der Pandemie. Immer angepasst an die jeweiligen Rahmenbedingungen: Sei es zuerst mit Masken fürs Gesundheitsamt, mit Gesichtsvisieren für Behörden und Arztpraxen aus den 3D-Druckern der Firma, mit CO2-Sensoren fürs Gesundheitsamt und für das Kreis-Impfzentrum, mit Ventilatoren zur Belüftung des Kreis-Impfzentrums in Öhringen – und mit sechs Personen, die über Wochen hinweg im Gesundheitsamt bei der Corona-Taskforce mitgearbeitet haben. Fenkl weiter: „Daher ist es logisch, dass sich Ziehl-Abegg schon seit Monaten mit dem Thema Impfen beschäftigt.“

Eigeninitiative des Unternehmens

„Wir sind kein Modellprojekt; wir haben aus eigener Kraft eine Möglichkeit gefunden, Menschen zu impfen.“, darauf legt Fenkl Wert. Da Betriebsärzte noch immer nicht impfen dürfen, hat das Unternehmen für einen Hausarzt die Möglichkeit geschaffen, in der Firma zu impfen.

1.500 Impfdosen stehen zur Verfügung

Jetzt stellt Ziehl-Abegg weitere 1.500 Impfdosen zur Impfung für die Bevölkerung zur Verfügung. Jeder kann sich am Sonntag, 30.05.2021 ab 10:00 auf dem Werksgelände von Ziehl-Abegg in Künzelsau impfen lassen.

Anmeldung über Web-Portal zwingend erforderlich – Impfung ab 18 Jahre möglich

Eine Anmeldung ist erforderlich, ohne Anmeldung kann nicht geimpft werden. Alle Informationen über die Anmeldung finden sich auf der Webseite https://www.ziehl-abegg.com/impfung. Die Anmeldung über das Terminvergabeportal ist ab Freitag, 28.05.2021, 06:00 Uhr möglich.

Termin für die Zweitimpfung: Samstag, 7. August 2021

Ziehl-Abegg weist darauf hin, dass die Anmeldung ausschließlich über diese Webseite erfolgen kann: „Eine telefonische Terminvergabe oder per E-Mail ist NICHT möglich. Die Mitarbeitenden von Ziehl-Abegg oder der impfenden Arztpraxis haben keinen Einfluss auf die automatisierte Terminvergabe. Es kann nur geimpft werden, wer über 18 Jahre alt ist. Die Zweitimpfung wird am Samstag, 7. August, zur selben Zeit wie die Erstimpfung in Künzelsau sein.“

 

 




„Wir hoffen, mit einem blauen Auge davonzukommen“

Bis jetzt ist Ziehl-Abegg ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Der Künzelsauer Ventilatorenhersteller hat früh mit Präventionsmaßnahmen begonnen und ist jetzt auch beim Impfen der Mitarbeiter im Betrieb ganz vorne mit dabei. Wirtschaftlich steht das Unternehmen besser da als anfangs erwartet. Ziehl-Abegg profitiert vor allem von der höheren Auslastung der Rechenzentren. GSCHWÄTZ hat sich mit dem Vorstandsvorsitzenden Peter Fenkl über Corona-Maßnahmen, die Vorbereitung auf Lieferengpässe und Naben-Motoren unterhalten.

GSCHWÄTZ: Mir gegenüber steht Herr Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg. Wir treffen uns heute anlässlich des großen Impf-Tags bei Ziehl. Herr Fenkl wird uns einige Fragen beantworten. Fangen wir mal damit an – generell zur Corona-Situation bei Ihnen in der Firma. Welche Maßnahmen haben Sie getroffen? An Hygienemaßnahmen?

„Das war ein sehr schwieriges Unterfangen“

Fenkl: Wir sind eigentlich von Anfang der Pandemie sehr, sehr aktiv gewesen, Prävention durchzuführen. Wir haben schon Ende Februar einen Krisenstab gebildet, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt. Es sind Mitarbeitende hier im Haus, die sich mit der Prävention beschäftigen und Fragen der Mitarbeiter beantworten. Wir haben ganz früh, als es noch gar keine Masken gab, schon Faceshields hier im Haus gedruckt. Die haben wir auch in der Region verteilt. Wir haben Mitarbeiter ans Landratsamt entsandt, um das Tracking – also die Suche, die Vernetzung, die die Inzidenz hatte – zu überprüfen. All das haben wir gemacht. Mit der Impf-Thematik haben wir uns Ende beziehungsweise Anfang dieses Jahres beschäftigt. Konkret wurde es Anfang März, da hatten wir alle Vorbereitungen getroffen und uns bemüht, an Impfstoff heranzukommen und an Ärzte. Das war erst ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen. Wir wären diese Woche gestartet, nachdem wir tatsächlich Impfstoff bekommen und die Ärzte organisiert haben, dass wir gemäß der Kategorien entsprechend geimpft hätten. Aber glücklicherweise hat Herr Spahn am Donnerstag AstraZeneca freigegeben für alle Bereiche, sodass wir noch alle Mitarbeiter im Moment impfen können.

„Wir werden auch die Angehörigen impfen“

GSCHWÄTZ: Heute hat er auch den Johnson und Johnson-Impfstoff freigegeben, also auch die Einmal-Impfung wäre jetzt möglich.

Fenkl: Da hab ich noch gar nicht gehört.

GSCHWÄTZ: Relativ neu.

Fenkl: Supergut. Wir sind jetzt gut bestückt mit dem AstraZeneca. Das heißt, wir haben sogar mehr Dosen bekommen, als wir erwartet haben. Das heißt, wir werden ab sofort nicht mehr nur die eigenen Mitarbeiter impfen, sondern auch direkt die Angehörigen.

„Das macht ein externer Arzt“

GSCHWÄTZ: Und ist das durch den Betriebsarzt oder wie ist das organisiert?

Fenkl: Es ist ein externer Arzt, der uns hier unterstützt, der auch die Impfdosen besorgen konnte. Das lief über unser Netzwerk, weil wir eben sehr aktiv gearbeitet haben an der Stelle. Wir sind sehr dankbar, dass er heute die Belegschaft impft.

GSCHWÄTZ: Wie sieht es denn durch die ganzen Maßnahmen, die innerbetrieblich getroffen werden, mit dem sonstigen Krankenstand aus? Hat sich da was verändert?

Fenkl: Grippe ist praktisch null. Da haben wir gar nichts. Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf die Umwelt, die haben wir immer wieder. Das können wir nicht vermeiden.

„Bei den Augen hilft die Maske nicht“

GSCHWÄTZ: Aber die Maske schützt ja auch vor den Pollen.

Fenkl: Ich bin kein großer Allergiker, deswegen kann ich das nicht richtig beurteilen. Bei den Augen, da ist es ja auch immer so mit der Allergie, hilft die Maske natürlich nichts.

GSCHWÄTZ: Wenn Sie das Thema Grippe und Erkältungskrankheiten anschauen, können Sie sich vorstellen, die Hygienemaßnahmen aus dem Grund weiterzuverfolgen, wenn Corona vorbei sein sollte irgendwann?

„Maske zu tragen ist eine eine hohe Belastung für die Mitarbeiter“

Fenkl: Ich glaube nicht, weil es für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung ist, insbesondere in der Produktion, die Masken zu tragen. Das wird in Richtung Sommer noch viel, viel schwieriger werden, die Maske immer aufzuhaben. Also von daher glaube ich es weniger. Ich würde es mir in gewissen Grenzen wünschen, aber da würde man von den Mitarbeitern zu viel verlangen.

GSCHWÄTZ: Okay, das wäre der erste Fragenkomplex gewesen. Der zweite Fragenkomplex dreht sich um die wirtschaftliche Situation von Ziehl-Abegg unter Corona. Wir haben uns das letzte Mal gesehen, als die Wirtschaftsministerin da war beim Spatenstich im Gewerbegebiet oben. Wie weit ist dieses Projekt mit der neuen Halle inzwischen?

„Alles ist am Laufen“

Fenkl: Das Projekt ist fast fertig. Die Halle ist bezugsbereit. Das heißt, die Maschinen sind jetzt im Anlauf. Es sind noch Kleinigkeiten zu machen, aber im Prinzip ist die Halle bezugsfertig. Jetzt kommen die Maschinen und die fahren wir in den nächsten Wochen ein. Also, es ist gut am Laufen.

GSCHWÄTZ: Sie haben damals davon gesprochen, dass Sie gerade in der Krise investieren wollen, damit Sie nach der Krise durchstarten können. Wie sind Sie denn bisher durch die Krise gekommen?

„Wir brauchen dringendst diese Produktionskapazitäten“

Fenkl: Wir haben das Jahr 2020 sehr gut abgeschlossen. Das sah zwischenzeitlich sehr schwierig aus, gerade in den ersten Monaten der Corona-Krise. In Summe haben wir das Jahr mit einem Umsatzwachstum von einem Prozent Plus abgeschlossen. Das heißt, wir waren sehr, sehr zufrieden. Dieses Jahr läuft hervorragend an. Das heißt, wir brauchen dringendst diese Produktionskapazitäten und wir werden sie wahrscheinlich viel schneller füllen, als wir das erwartet haben.

GSCHWÄTZ: Wie sieht es denn mit Ihren internationalen Lieferketten aus? Haben Sie da Einbußen erlitten? Sind da Lieferanten weggefallen?

„Das ist etwas, auf das wir uns vorbereiten müssen“

Fenkl: Im Wesentlichen sind wir relativ gut durchgekommen. Bis dato hat das ganz gut geklappt. Mittlerweile wird es insbesondere bei den elektronischen Komponenten immer schwieriger. Wir kennen das zum Beispiel aus der Automobilindustrie, wo ganze Werke stillstehen. Das ist etwas, auf das wir uns vorbereiten müssen. Wir sind da sehr stark am Arbeiten und hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen.

GSCHWÄTZ: Das heißt, bisher konnten Sie ihre Kunden befriedigen und jetzt könnte es langsam kritisch werden?

Fenkl: Es ist immer tagesabhängig. Es sah auch schon mal zwischenzeitlich sehr schlecht aus. Dann haben wir es wieder hinbekommen. Ich wage da keine Prognose. Das kann sich jeden Tag ändern zum Positiven wie auch zum Negativen.

„Im Moment bin ich sehr positiv gestimmt“

GSCHWÄTZ: Wie sieht es denn bei den Kunden aus? Ist da zu befürchten, dass Kunden wegbrechen aufgrund der Corona-Krise?

Fenkl: Wir sind ja in sehr vielen Industriezweigen unterwegs. Da ist durchaus anzunehmen, dass der ein oder andere Industriezweig sich etwas schwerer tut. In den Kernbereichen muss ich sagen, ist die Auslastung sehr gut. Das zeigt sich auch in unserer sehr guten Auftragslage, die wir im Moment zu verzeichnen haben. Résumé ist dann nicht zu sehr bange. Im Moment bin ich sehr positiv gestimmt.

„Rechenzentren schießen wie Pilze aus dem Boden“

GSCHWÄTZ: Wenn man in die Zukunft schaut und sich überlegt, wie die Märkte sich nach der Krise weiterentwickeln würden, können Sie sich vorstellen, dass es durch die Krise dann auch beschleunigt Investitionen in neuere Technologien gibt und so das Althergebrachte eher abnehmen wird?

Fenkl: Wir haben da tatsächlich eine Befruchtung von modernen Anwendungen. Dies gilt insbesondere natürlich für Rechenzentren, die schießen im Moment wie Pilze aus dem Boden…

GSCHWÄTZ: … Lüftungsanlagen für Rechenzentren …

„Das ist sehr positiv für uns“

Fenkl: … Kühlung für Rechenzentren. Das heißt also, durch den zunehmenden Gebrauch vor allem von Videokonferenzen, Datenübermittlung – man weiß ja im Moment noch nicht so viel – braucht man mehr Rechenkapazität. Die Rechenzentren sind höher ausgelastet. Das ist ein Thema, das ganz stark kommt, das stellen wir fest. Aber auch diese Thematik, die jetzt von der Bundesregierung oder von der EU beschlossen würde bezogen auf die CO2-Einsparungen, wird ja bewirken, dass man noch effizienter arbeiten muss. Zum Beispiel mehr Windkraft, die Gebäude noch dichter werden. All diese Maßnahmen führen dazu, dass zusätzlich Ventilatoren gebraucht werden. Das ist natürlich sehr positiv für uns.

„Das betrifft uns nur am Rande“

GSCHWÄTZ: Wenn wir mal in die Automobilindustrie gehen – Elektrifizierung. Wie sehen Sie da die Zukunft?

Fenkl: Bezogen auf unsere Produkte Ventilatoren haben die da relativ wenig Einsatzgebiete, sodass es uns nur am Rande betrifft. Andere Bereiche werden sicherlich profitieren.

GSCHWÄTZ: Sie haben ja eigentlich etwas im Angebot, was ich für die Killer-Applikation im E-Automotive gesehen hätte. Das sind die Naben-Motoren.

Fenkl: Warum Killer?

„Es ist schwierig, im Automobilsektor Fuß zu fassen“

GSCHWÄTZ: Weil sie doch ungeheuer konstruktive Freiheiten geben für neue Ideen im Automobilbau. Aber Sie haben das jetzt vor einigen Jahren veröffentlicht, dass sie diese Firma übernommen haben.

Fenkl: Nicht nur übernommen, wir haben sie aufgebaut.

GSCHWÄTZ: Ich zumindest sehe die Dinger noch nicht in freier Wildbahn.

Fenkl: Die gibt es in freier Wildbahn. Sie gibt es auch hier in Hohenlohe, die laufen auch sehr erfolgreich. Allerdings haben wir, das muss ich zugestehen, es unterschätzt, wie schwierig es ist, im Automobilsektor wirklich Fuß zu fassen. Das ist Nummer eins. Und zum zweiten ist der Fokus im Automobilbereich im Moment ganz massiv auf die Pkw-Schiene gerichtet. Das ist in der öffentlichen Wahrnehmung ganz stark zu sehen. Das ist eben das, wo man im Automobilgeschäft das größte Geld verdient. Also werden im Moment alle Entwicklungskapazitäten in diese Richtung geschoben. Der Nutzfahrzeug-Bereich wird im Moment etwas stiefmütterlich behandelt. Aber es sind super Projekte in der Pipeline und ich bin an der Stelle durchaus sehr zuversichtlich, dass sich einiges bewegen wird. Allerdings nicht kurzfristig.

„Da wollen wir nicht rein“

GSCHWÄTZ: Aber im Pkw-Bereich sind Sie noch nicht wirklich in den Markt eingedrungen?

Fenkl: Da wollen wir auch gar nicht rein.

GSCHWÄTZ: Herr Fenkl, ich bedanke mich für das Gespräch und viel Erfolg wünsche ich Ihnen.

Interview: Matthias Lauterer




„Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion“

Nüchtern, aber gut organisiert ist die Impfstation bei Ziehl-Abegg, wo sich am 10. Mai 2021 Mitarbeiter der Firma impfen lassen konnten. Ungefähr alle drei Minuten erscheint ein Impfwilliger, die vorab verteilten Unterlagen haben die Patienten bereits ausgefüllt – ein kurzer Check der nötigen Unterschriften und der Versichertenkarte und schon geht es weiter in die Impfkabine. Dort gibt es nochmals eine Möglichkeit, Fragen an den Arzt zu zu stellen, die Impfung selber nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch.

Freigabe von Astra-Zeneca-Impfstoff ermöglicht Impfangebot für alle Mitarbeiter

Der ursprüngliche Plan war, streng nach Impfpriorität vorzugehen. „Aber durch die Freigabe des Astra-Zeneca-Impfstoffs für alle können wir jetzt jedem Mitarbeiter ein Impfangebot machen“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg. Er betont, dass die Impfentscheidung des einzelnen Mitarbeiters vom Arbeitgeber nicht beeinflußt wird: „Selbst mein Chef erfährt nicht, ob ich mich impfen lasse oder nicht“, erklärt er. Von den etwa 2.400 Beschäftigten am Standort ließen sich am ersten Impftag bereits 250 Mitarbeiter impfen. Auch die Angehörigen der Mitarbeiter gehen nicht leer aus, ihnen wird in der nächsten Woche ein Impfangebot gemacht werden.

250 Mitarbeiter am ersten Tag geimpft

Martin (der richtige Name ist der Redaktion bekannt) ist 51 Jahre alt und hätte gemäß der ursprünglichen Impfreihenfolge noch kein Impfangebot bekommen. Daher hat er das Angebot seines Arbeitgebers gerne angenommen. „Ich wurde schon viele Jahre gegen nichts mehr geimpft. Auch eine Grippeimpfung habe ich noch nie gemacht“, sagt er. Eine wichtige Motivation für die Impfung sind seine Mitmenschen: „Ich mache das ja nicht nur für mich, sondern auch für meine Angehörigen.“

Durchgeführt wurden die Impfungen unter der medizinischen Leitung von Dr. Tobias Neuwirth, der in Heilbronn eine Corona-Schwerpunktpraxis betreibt. Zum Thema Nebenwirkungen betont er, dass die allermeisten Symptome eigentlich gar keine Nebenwirkungen sind. Die meisten Patienten würden von schmerzendem Oberarm oder Symptomen wie einem grippalen Infekt, auch mit Fieber oder Schüttelfrost, berichten, das sei aber die erwünschte Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff. Schwere Impffolgen, von denen zu lesen ist, habe er in seiner Praxis noch nicht beobachtet.

Seit Pandemiebeginn in der Coronaprävention engagiert

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, betont, dass sein Unternehmen sich seit Beginn der Pandemie in der Bekämpfung von Corona engagiert habe: „Wir haben bereits im Februar einen Krisenstab gebildet, der sich mit dem Thema Prävention beschäftigt.“ Er erinnert daran, dass man für das Landratsamt Face-Shields hergestellt habe und dem Gesundheitsamt über mehrere Wochen auch 6 Mitarbeiter für die Corona-Task-Force zur Verfügung gestellt habe. „Seit Anfang des Jahres haben wir uns mit dem Thema Impfung beschäftigt. Wir sind jetzt gut bestückt mit Astra-Zeneca, das heißt, wir haben sogar mehr Dosen bekommen als wir erwartet haben“.  Daher kann auch den Angehörigen der Mitarbeiter eine Impfung angeboten werden.

Nahezu keine Grippe und Erkältungen

Grippe und Erkältungskrankheiten gab es in diesem Winter wohl durch die Hygienemaßnahmen Desinfektion, Masken und Abstand so gut wie nicht. Trotzdem mag sich Fenkl die Fortführung dieser Maßnahmen nach Corona nicht vorstellen: „Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion. Da würde man den Mitarbeitern zu viel abverlangen.“

Text: Matthias Lauterer

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, im GSCHWÄTZ-Interview. Foto: GSCHWÄTZ (Video-Hardcopy)

Kurze Wege. Foto: GSCHWÄTZ

Nüchterne Impfkabine. Foto: GSCHWÄTZ

Die Impfung dauert nur wenige Sekunden. Foto: GSCHWÄTZ




Pandemie ist eine große Herausforderung für Unternehmen und Beschäftigte

Der Elektromotoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg hat im Jahr 2020 einen Umsatz von 639 Millionen Euro (Vorjahr 633 Millionen Euro) erzielt, teilt das Künzelsauer Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Das sei eine Steigerung um rund ein Prozent. Im laufenden Jahr deutet die bisherige Entwicklung auf einen guten Umsatzzuwachs hin. „Das Jahr 2020 glich einer Achterbahnfahrt: Grenzschließungen, Materialabriss, Umsatzeinbruch und Auftragsanstieg wechselten sich rasant ab“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl in der Mitteilung.

Corona-Regelungen behindern Produktion und Vertrieb

Für ein Unternehmen mit einer hohen Fertigungstiefe bedeute dies eine enorme Anstrengung: für die komplette Organisation und besonders für alle Beschäftigten. Allerdings hat Ziehl-Abegg einen großen Vorteil: „Wir haben in der Krise weltweit mehrere große Bauvorhaben gestartet und in Maschinen investiert – so ist Ziehl-Abegg nun in der Lage, das Wachstum abzufangen“, stellt Fenkl fest. Allerdings werde die Produktion ebenso wie der Vertrieb durch die Corona-Regelungen deutlich behindert. Dazu komme eine globale Verknappung von Bauteilen. Und über allem schwebt das Damoklesschwert der Pandemie – „keiner weiß, ob nächste Woche wieder eine Talfahrt beginnt“.

Früh Reisewarnung ausgesprochen

Das Unternehmen hat den Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr schon früh wahrgenommen und reagiert. Fenkl blickt zurück: „Wir haben als eines der ersten deutschen Unternehmen eine Reisewarnung von und nach China und kurz darauf auch nach Italien ausgesprochen.“ Der Hohenlohekreis, wo sich die drei deutschen Produktionswerke und der Firmensitz befinden, war in der ersten Corona-Welle einer der drei deutschen Corona-Hotspots; denn mehrere öffentliche Veranstaltungen hatten die Verbreitung des Virus rasant beschleunigt.

Geringes Wachstum beim Jahresumsatz

Von den ursprünglichen Umsatzplänen hatte sich Ziehl-Abegg im Vorjahr rasch verabschieden müssen. Dass es in Teilen, etwa im Bereich Antriebstechnik für Aufzüge, schon im Frühsommer zu einer sehr guten Umsatzentwicklung kam, hat den Einbruch bei der Lufttechnik nicht kompensiert. Die Lufttechnik startete erst im vierten Quartal zu einer Aufholjagd, sodass Ziehl-Abegg letztlich doch noch ein geringes Wachstum beim Jahresumsatz erreichen konnte. „Das ist dem unermüdlichen Einsatz unserer Kolleginnen und Kolleginnen zuzuschreiben, die in der Pandemie in Deutschland und weltweit einen sehr guten Job gemacht haben“, unterstreicht der Firmenchef.

Mitarbeiter gesucht

Die Mitarbeiterzahl blieb im Jahr 2020 konstant: 2.400 Menschen arbeiten in Deutschland bei Ziehl-Abegg, global sind es insgesamt 4.300. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: „Derzeit suchen wir händeringend nach Mitarbeitenden, die an unseren drei Standorten in Deutschland in der Produktion mit anpacken“, sagt Fenkl.

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg

 

Hohe Fertigungstiefe bei Ziehl-Abegg: Renas Abdulrahman montiert in Schöntal-Bieringen einen klassischen AC-Ventilator aus Aluminium. Im selben Werk befindet sich die Aluminium-Gießerei des Unternehmens. Foto: Ziehl-Abegg/Rainer Grill

 

Georgios Gkvelesiani verpackt einen Radialventilator. Die blauen Laufräder aus Hochleistungskunststoff werden im Ziehl-Abegg-Werk in Kupferzell in der eigenen Kunststofffertigung gespritzt. Foto: Ziehl-Abegg/Rainer Grill

 




„Beim Besamen habe ich gespürt, dass eine brutale Hitze im Stall ist“ 

Kühe fühlen sich bei niedrigen Temperaturen wohl – dies ist bekannt. Immer extremere Sommer erhöhen den Druck auf Landwirte, Abhilfe beim Thema Überhitzung zu schaffen. Daher gibt es gleich mehrere Ansätze zur kontrollierten Klimaführung der Milchviehställe. Ziehl-Abegg bietet mit einer speziellen Ventilatoreinheit eine leise und energieoptimierte Kühlung an, die einfach zu installieren ist. Zwei Landwirte aus Bayern und Baden-Württemberg sprechen über die Erfahrung mit den Systemen.

Praxisbeispiele aus der Landwirtschaft

Der Milchviehstall von Peter Maurus im Allgäu wurde 2008 gebaut. Da beide Längsseiten im 50 Meter langen Bauwerk offen sind, sollte eigentlich keine Lüftung nötig sein. „Das hat aber an heißen Tagen nicht funktioniert“, sagt er. Große Deckenventilatoren, welche die Luft vertikal bewegen, will er nicht: „Diese Hubschrauber trocknen den Stallboden aus“, sagt er. Dieser Effekt sei bei den horizontal blasenden Ventilatoren nicht zu bemerken. Daher hat er sich Anfang 2020 entschieden, für die 100 Kühe vier Ventilatoren von Ziehl-Abegg einbauen zu lassen. Diese fördern Luft von der Nordseite horizontal durch den Stall. Dies bedeutet nicht nur Umluft, sondern auch kühle frische Außenluft.

Im Melkstand von Peter Maurus in Obergünzburg sorgen zwei kleine Ventilatoren für einen angenehmen Luftzug. Foto: ZIEHL-Abegg / Rainer Grill

Dabei kommt der Luftstrom nicht nur den Tieren zugute. Maurus weiß aus eigener Erfahrung, wie heiß es in den Vorjahren während der Sommermonate war: „Beim Besamen habe ich gespürt, dass eine brutale Hitze im Stall ist“, erinnert er sich. Er sah auch, wie die Tiere nicht mehr ruhig liegen, sondern heftig „pumpen“. Er wollte daher eine Lösung – und diese hat ihm Haka-Lüftungstechnik mit den Ziehl-Abegg-Geräten geboten.

Der 50 Meter lange und 20 Meter breite Stall von Peter Maurus im Allgäu wird quer belüftet. Vier spezielle Landwirtschaftsventilatoren sind an den Außenwänden angebracht Foto: ZIEHL-Abegg / Rainer Grill

Vorher „war der Kühleffekt nicht richtig da“

Dieter Bosch zeigt seine vorbildliche Steuerungszentrale im Tierstall in Aalen-Weidenfeld. Foto: Ziehl-Abegg, Rainer Grill

Ebenso wie bei Dieter Bosch auf der Ostalb. Auch bei ihm stiegen die Temperaturen im Sommer steil an. Im alten Kuhstall hatte der Landwirt Kamine auf dem Dach im Einsatz. „Aber da war der Kühleffekt nicht richtig da“, blickt er zurück. Jetzt belüftet er sein neues Gebäude (70 x 30 Meter) in Längsrichtung. Dazu sind fünf ZAplus-Einheiten von Ziehl-Abegg mit Drahtseilen an die Decke gehängt und schräg ausgerichtet worden. Ein weiterer Ventilator bläst frische Luft von außen in den Stall für die 120 Milchkühe. Der Vorteil: ZAplus ist eine robuste Einheit, die Motor, Ventilator und Nachleitrad beinhaltet. Das optimierte bionische Design der Flügel reduziert die Geräuschentwicklung und senkt den Energieverbrauch.

Die hängende Montage im Stall in Aalen-Weidenfeld war einfach, weil der schwarze Kunststoffring mit dem Ventilator eine Einheit bildet und die Nachleitfunktion bereits integriert ist. Foto: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Optimierung der Melkstände – „Fliegen mögen keinen Luftzug“

Bei Maurus wie bei Bosch war der Melkstand noch ein neuralgischer Punkt. „Die Roboter saßen ebenso wie die Euter voller Fliegen“, erklärt Dieter Bosch. Die Tiere sind sehr unruhig im vollautomatisierten Melkstand gewesen. Peter Maurus hatte sich bei anderen Landwirten angeschaut, wie diese ihre Melkstände belüften. „Blechlüfter scheppern“, so sein Fazit. Wegen der geringen Deckenhöhe hat er zwei kleine Lüfter benötigt, die aber dennoch sicher für Kühlung und einen spürbaren Luftzug sorgen. „Die zwei kleinen Axialventilatoren von Ziehl-Abegg sind sehr leise und bringen die nötige Leistung“, erzählt Peter Maurus. Auch Dieter Bosch lobt die Ruhe, die nun in seinem Melkstand herrscht: „Denn: Fliegen mögen keinen Luftzug.“

In beiden Ställen, sowohl bei Peter Maurus als auch bei Dieter Bosch, sind AC-Geräte im Einsatz. „AC-Ventilatoren sind günstiger als moderne EC-Geräte und können ideal mit einem zentralen Fcontrol-Regelgerät gesteuert werden“, sagt Stephan Weixler von Haka. Die Frequenzumrichter hat ebenfalls Ziehl-Abegg hergestellt.

Quelle: Pressemitteilung Ziehl-Abegg