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Adolf Würth GmbH & Co. KG zahlt rund 8 Millionen Euro an Mitarbeitende im Rahmen der Inflationsausgleichsprämie

Künzelsau. Um die Mitarbeitenden in den stark gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten zu unterstützen, erhalten alle Mitarbeitenden der Adolf Würth GmbH & Co. KG deutschlandweit im Rahmen der Inflationsausgleichsprämie eine Netto-Sonderzahlung in Höhe von 1.000 Euro.

Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, hatte auf der Jubilarfeier der Adolf Würth GmbH & Co. KG am vergangenen Samstag bereits angekündigt, dass das Unternehmen seine Mitarbeitenden in diesen herausfordernden Zeiten nicht im Stich lässt.

Die Ausschüttung erfolgt mit dem Novembergehalt. In Summe stellt das Unternehmen für die über 7.500 Mitarbeitenden rund 8 Millionen Euro bereit. Auszubildende erhalten die vollen 1.000 Euro, Teilzeitkräfte bekommen die Sonderzahlung anteilig – jedoch mindestens 250 Euro.

„Wir alle spüren, dass die Inflation und die damit gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten nicht mehr so einfach zu kompensieren sind und für die Menschen zu einer großen Ungewissheit und Belastung werden. Deswegen ist es uns ein großes Anliegen, ist es unsere Verpflichtung, unsere Mitarbeitenden hier zu unterstützen“, erklärt Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG. „Gleichzeitig ist es ein großes Dankeschön an unsere Mitarbeitenden für ein erfolgreiches Geschäftsjahr in einem Umfeld zahlreicher Krisenherde.“

Die Inflationsausgleichsprämie ist seitens der Bundesregierung eine Möglichkeit für Unternehmen auf freiwilliger Basis an die Mitarbeitenden Sonderzahlungen zu leisten, die steuer- und sozialabgabefrei sind.

Pressemitteilung Würth

Der SWR hat bereits am 14. November 2022 gemeldet, dass auch die BERNER Group eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 600 Euro pro Mitarbeiter zahlen wird. Red.



„Der Wald wird nicht verschwinden, er wird sich verändern“

„Was wir jetzt tun, wird über unsere Zukunft entscheiden“, sagt Prof. Dederich von der Universität Rottenburg.

Am Donnerstag, dem 20.10.2022 haben sich etwa 300 Leute im Carmen Würth Forum versammelt, um Vorträgen, sowie einer Podiumsdiskussion zum Thema „Unser Wald im Klimawandel“ zu lauschen. Das Landratsamt Hohenlohe lädt in Kooperation mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG Waldbesitzer:Innen, Waldliebhaber:Innen und Holzinteressierte in den passenderweise mit Holz vertäfelten Reinhold-Würth-Saal ein.

Das Ziel, wie es Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG in seinem Grußwort beschreibt ist es, „mit mehr Wissen zu kommen, als zu gehen.“ Denn der Wald ginge jeden etwas an- Waldgenießer, Jogger, auch die, die einfach gerne ein Waldbad nehmen.

„Extremwerte sind das neue normal“

„Extremwerte sind das neue Normal“, so Prof. Dr. Jürgen Bauhaus von der Waldbau-Uni Freiburg. Und es sei nicht nur der Klimawandel, der unsere Wälder zerstört, Schädlinge und neue Pflanzenarten tragen auch ihren Teil dazu bei.

Wobei „zerstören“ nicht ganz richtig ist. Er würde sich verändern, allerdings ohne menschliche Einwirkung erst in 600 bis 1000 Jahren. Und wenn „in Freiburg bald das Klima von Avignon herrscht, wird es dort auch andere Baumarten geben“. Für die Wälder im Hohenlohekreis bedeute dies, nach aktueller Prognose, dass „die Fichten in die Alpen wandern und die Eiche an Bedeutung gewinnt.“

Eiche.

Fichten wandern in die Alpen

An Bedeutung verlieren sollte laut Prof. Ludger Dederich von der Hochschule Rottenburg das Heizen mit Holz. „Plan B der Energieversorgung und der Wald zahlt die Zeche.“ So könne man nicht mit Chemie behandeltes Holz im Bau verwenden und wenn es dann nach vielen Jahren doch einmal abmontiert wird, dann dürfe man es erst verheizen.

Heizen mit Holz nicht sehr umweltfreundlich

Ähnlich wenig Verständnis hat er dafür, dass Tui als systemrelevantes Unternehmen eingestuft und mit Milliarden-Hilfspaketen versorgt werden würde, während der Wald herzlich wenig Förderung erhalte. Denn ohne Förderung funktioniere es nicht.

Die wenigsten Waldbesitzer können es sich leisten, wie Johannes Graf von Zeppelin in seinen Waldstücken vor allem die Pflanzen zu pflanzen, die er als klimawandelbeständig einstuft.

Klimawandelbeständige Pflanzen

An der Podiumsdiskussion beteiligt sind auch Ulrich Häberlein, der Geschäftsführer des Laubholzsägewerk Häberlein, Ralf Karle, 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Dörzbach-Krautheim, Thomas Maier, Leiter des Forstamts des Hohenlohekreises und Bürgermeister Joachim Scholz, Kommunalwald Schöntal, die von Dr. Regina Rhodiu durch das Gespräch geführt werden. Und obwohl es viele Interessierte und Engagierte gibt, kündigt Prof. Bauhaus an, dass es eine Generationenaufgabe sei, eingeschlossen Rückschläge und „weitermachen“, dem Wald bei der Veränderung zu helfen. Es gäbe einige Möglichkeiten wie Verjüngung und Weiterbildung, die jedoch immer mit hohen Kosten verbunden seien. „Aber wir müssen uns den Herausforderungen stellen“, schließt er seinen Vortrag.

Wer an diesem Abend unter den Fremdwörterkaskaden der Referierenden nicht untergegangen ist, kann sich über eine Menge Wissen freuen- waren die Vorträge doch derart ausführlich, dass die Veranstaltung nicht wie geplant gegen 21:30 Uhr endete, sondern gegen 22 Uhr.

Thomas Maier hat auch ein Schlusswort parat, denn nicht nur im Wald müsse etwas verändert werden: Es koste Kraft, den Hohenloher von etwas zu überzeugen, das zuvor anders war.

Hohenloher:innen zu überzeugen, das ist nicht immer einfach

Nach Prof. Dederich ist es aber die Bemühungen wert: „Der Wald ist nicht selbstverständlich. Achten Sie darauf, dass auch Ihre Kindeskinder noch dort Fahrradfahren können. Was wir jetzt tun, entscheidet über unsere Zukunft.“

So unklar diese Zukunft jetzt noch ist, eines kann Bürgermeister Scholz versprechen: Eintrittsgeld für den Wald wird er nie verlangen.

TexT




Schatz für später

Künzelsau-Taläcker: Am Donnerstag, den 06. Oktober 2022, kamen Reinhold Würth unter anderem mit seiner Frau Carmen sowie seiner Enkelin Maria Würth und Teilen der Geschäftsführung wie Norbert Heckmann, auch Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth war mit von der Partie, zur Grundsteinlegung für das neue Gebäude des WÜRTHolino-Kindergartens direkt neben der Freien Schule Anne Sophie zusammen (wir berichteten). Dabei wurde auch eine Zeitkapsel vorbereitet für nachfolgende Generationen. Darin enthalten unter anderem und ein Eurostück der GSCHWÄTZ-Redaktion, gestiftet von unserer freien Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker.

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„Als zweifache Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt“

Kleine Sänger, Stolze Eltern, begeisterte Würth Mitarbeiter und Familie Würth bei der Grundsteinlegung des Kindergartens Würtholino, auf den Taläckern. Mit großem Tumult geht es hier zur Sache, sogar die Kleinsten sind voll eingespannt.

„Stein auf Stein, der Würtholino Kindergarten wird bald fertig sein“

Die jetzigen Würtholino Kinder, des schon bestehenden Kindergartens, der sich in der Freien-Schule-Anne-Sophie befindet, empfingen die Gäste, zur Grundsteinlegung am Donnerstag, den sechsten Oktober 2022, mit einem Ständchen mit selbst entworfenen Reimen passend zum Thema. Sowie Beispielsweise: „Stein auf Stein, Stein auf Stein, der Würtholino Kindergarten wird bald fertig sein.“

  „Als zweifach Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt.“

Die Begrüßung übernahm, nach dem musikalisch und thematisch passenden Einstieg, Maria Würth. „Dass dies ein ganz besonderes Bauprojekt ist, ist bereits jetzt klar. Es ist schön zu sehen, dass die Freie-Schule-Anne-Sophie nun dieses Nachbargebäude, für die ganz kleinen erhält.“ 18 Monate begleitet Maria Würth nun schon dieses Projekt, sowohl wie die Gebäudeplanung, als auch die Innengestaltung und auch das pädagogische Konzept waren und sind in ihrem Aufgabenbereich vorhanden. „Als zweifach Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt. Ich bin froh und dankbar, dass ich mich mit einbringen darf.“ Der Umzug des Würtholino Kindergartens in das neue Gebäude, ist für Ende 2023 geplant, stellte sie in Aussicht. Bis zu 80 Kinder können in diesem untergebracht werden. „Es soll ein fröhlicher, lebendiger und kreativer Spielort und Lernort für Kinder von sechs Monaten bis zum Grundschulalter werden.“

„Diese Würth-Projekte zeigen, wie multidimensional Würth ist.“

Anschließend richtete der Landrat Dr. Alexsander Neth einige Worte an Publikum und Beteiligte. Dabei hatte er aber nicht gerechnet, gleich nochmal, wegen eines Würth Bauprojekts, eine Rede zu halten, denn eine Woche zuvor hatte er ein weiteres Würth Projekt, nämlich Würth-Choreo, eröffnet. Und nun steht er wieder auf einer Würth Baustelle. Er richtet außerdem Grüße des Künzelsauer Bürgermeisters, Stefan Neumann aus, der leider verhindert war. „Diese Würth Projekte zeigen wie Multidimensional Würth ist und in diesem Projekt sehen wir ein klares Bekenntnis zur nächsten Generation.“ Neth fügt zu den Worten des Bürgermeisters hinzu: „Dieses Projekt ist wegweisend.“

Grüße von Bürgermeister Neumann

Herr Prof. Dr. Reinhold Würth beschwichtigte Landrat Neths einleitende Worte. „Tatsächlich hat Herr Landrat Neth natürlich Recht. In letzter Zeit, haben sich die Einweihungen und Grundsteinlegungen gehäuft, aber das legt sich wieder, da bin ich mir ganz sicher.“ Diese Veranstaltung bezeichnet er als ganz besonders. „Für alle Beteiligten ist das einen Smiley wert.“ Dann noch „Einen guten Bauverlauf ohne Unfälle und eine schöne zackige Vollendung, damit wir im nächsten Jahr wieder hier stehen und das Gebäude einweihen und eine glückliche Zukunft wünschen.“

Beteiligung Gschwätz an der Zeitkapsel

Dann endlich die ersehnte Grundsteinlegung, verbunden mit der Tradition einer Zeitkapsel. Sie soll tagesaktuelle Dokumente, Glücksbringer, Briefe, Münzen oder andere Gegenstände enthalten. Alles vorbereitet und dabei? Nein, die Münze fehlt. Der Verantwortliche hatte diese tragischer Weise vergessen. So trug die Redaktion auch etwas hinzu, denn dann wurde gefragt ob wir denn ein Eurostückdabei haben und natürlich hatten wir das. So hat sich das Gschwätz also mit einem Eurostück auch beteiligt, denn dies landete dann in der Zeitkapsel.

Es ist ein Geschenk für die Mitarbeiter

Und was sagen die Würth-Mitarbeiter zu dem ganzen Projekt? Anja Ascher sieht es auch als ein besonderes Erlebnis. „Ich finde es sehr beeindruckend in so einer Krise mit Corona und der Wirtschaft, ein so interessantes Projekt auf die Beine zu stellen, das beweist Mut.“ Sie ist dankbar für die Möglichkeit, die den Würth Mitarbeitern dadurch geboten wird, welche sie mit ihren zwei Söhnen, im Alter von drei und vier, schon nutzt. „Es ist eine Entlastung für arbeitende Eltern und stärkt das Wohlbefinden. Es ist ein Geschenk für die Mitarbeiter.“ Auch ist sie begeistert von der Anwesenheit der ganzen Familie Würth, welche bei diesem Projekt die herzliche und familiäre Seite gezeigt haben. Aber nicht nur für sie war es ein besonderes Erlebnis, auch für ihre beiden Söhne. Sie sind fleißige Baustellenbesucher und haben Zuhause auch das Eingangslied regelmäßig geübt.

Auch der Sohn von Frederike Umminger aus Künzelsau übt seit Wochen fleißig mit der Mama das Lied. Laut seiner Mama wartete er voller Aufregung auf diesen Tag. „Ich bin total zufrieden mit der Kita, sie ist einfach unvergleichlich und der Neubau bietet den Kindern ganz neue Möglichkeiten,“ berichtet die zweifache Mama. Auch die Nachhaltigkeit, welche der Neubau verspricht, sieht sie als wichtigen Teil des ganzen Projektes an.

Nachhaltiger Bau

Ähnlichkeit soll der Neubau mit der schon bestehenden, Freien-Schule-Anne-Sophie, haben. „Es ist eine gewisse Symbiose zu erkennen“, bestätigt Dr. Wolfgang Schiele, Lehrer an der Freien-Schule-Anne-Sophie. Auch das Innere mit der Zeitgemäßen und funktionalen Einrichtung soll ähnlich motivierend gestaltet werden, wie die Räumlichkeiten der Schule. „Durch die Nachbarschaft alleine ist man schon verbunden, aber die gemeinsamen Grundsätze verbinden noch tiefer. Unter anderem steht man auch in ständigem Austausch, sowohl im Persönlichen als auch im Pädagogischen.“  Der Freie-Schule-Anne-Sophie-Lehrer hat eine klare Vorstellung vom entstehenden Kindergarten und ist sich sicher, für die Kinder entstehen hier ganz besondere Erinnerungen.

Maria Würths liebste Kindergartenerinnerung

Maria Würth teilte ihre liebste Kindergartenerinnerung mit dem Geschwätz, noch heute hat sie zu ihrer Kindergärtnerin, mit der sie diese Erinnerungen erlebt hat, engen Kontakt. Sie erzählt von einem jährlichen Kindergartenausflug in die Niedernhaller Kelter, um den Vor-Most zu probieren, als kleine Feinschmecker. Das ist ihr persönlicher Höhepunkt ihrer Kindergartenzeit, an den sie gerne zurückdenkt. Damit Prost, dass die Kinder des Würtholino Kindergartens ihre eigenen Höhepunkte erleben, an die sie sich ebenfalls immer wieder gerne erinnern werden.

Video: Cora-Lee Pusker im Gespräch mit Norbert Heckmann, Würth-Geschäftsführer

Text & Fotos: Cora-Lee Pusker

 




Veränderungen im Stiftungsaufsichtsrat der Würth-Gruppe

Die Würth-Gruppe beschäftigt sich mit der Besetzung der Führungsgremien in die Zukunft hinein, nachdem Reinhold Würth zwar bei bester Gesundheit, aber immerhin 87 Jahre alt ist.

Zur weiteren Gestaltung der Führungsgremien hat der Stiftungsaufsichtsrat beschlossen, dass Benjamin Würth ab 1. Januar 2023 als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats tätig werden wird. Reinhold Würth bleibt weiterhin Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats. Ferner zieht Bettina Würth zum 1. Mai 2023 als ordentliches Mitglied in den Stiftungsaufsichtsrat ein.

Auch im aktiven Beirat der Würth-Gruppe (vergleichbar mit dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft) wird es in absehbarer Zeit Änderungen geben. Zum 1. Januar 2025 wird Bettina Würth den Vorsitz im Beirat an Sebastian Würth übergeben und zur weiteren Ehrenvorsitzenden des Beirats neben Reinhold Würth bestellt.

Maria Würth wird perspektivisch die Leitung der Kunst- und Kulturaktivitäten der Würth-Gruppe übernehmen, wenn C. Sylvia Weber, die in ihrer Funktion als Geschäftsbereichsleiterin diesen Bereich hoch erfolgreich verantwortet, in den Ruhestand geht. Maria Würth gehört schon heute dem Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Würth an.

Mit diesen Entscheidungen ist gewährleistet, dass die Kontinuität in der Würth-Gruppe sowohl hinsichtlich der Zielsetzung, des Arbeitsstils und der Unternehmenskultur unverändert in die Zeit nach Reinhold Würth fortgeführt werden kann.

Pressemitteilung Würth

Sebastian und Maria Würth bei einer Pressekonferenz. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Bürgermeister Stefan Neumann: Glückwunsch zum neuen Curio

„Mit dem Reinhold Würth Innovationszentrum Curio reiht das Unternehmen einen weiteren baulichen und kreativen Höhepunkt in den beeindruckenden Würth-Campus am Standort Künzelsau ein.
Enthalten sind Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen, nicht nur für Würth, sondern auch für die beteiligten Universitäten, Hochschulen und für uns alle. Die kreative Arbeitsatmosphäre und die Möglichkeiten haben mich wirklich sehr beeindruckt.

Im Namen des Gemeinderates und der gesamten Einwohnerschaft danke ich herzlich der Familie und der Unternehmensgruppe Würth für das klare und bedeutende Bekenntnis zu Künzelsau und Hohenlohe“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




„In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig““

Den Namen „Curio“, der einen Hinweis auf die Neugier als Grundlage allen Forschens geben soll, hat die Adolf Würth GmbH & Co. KG für ihr Innovationszentrum gewählt, das am Mittwoch, 28. September 2022 eröffnet wurde.

Ein seltenes Bild: Familie Würth zeigt sich glücklich über das neue Zentrum. (In der Mitte Landrat Dr. Neth, rechts die Geschäftsleitung). Foto: GSCHWÄTZ

Eines der weltweit leistungsfähigsten Testzentren für Befestigungstechnik ist nun in Gaisbach zuhause. Auf 15.500 Quadratmetern, davon 5.700 Quadratmeter Laborfläche und 4.800 Quadratmetern Bürofläche arbeiten in Zukunft Hochschulforscher und Entwickler der Würth-Unternehmen gemeinsam an neuen und kundenorientierten Anwendungen, die von Würth auf den Markt gebracht werden. Rund 75 Millionen Euro hat sich Würth dieses Entwicklungszentrum am Firmensitz in Künzelsau kosten lassen: „Das Innovationszentrum ist deutliches Bekenntnis zu unseren Wurzeln und zum Wirtschaftsstandort Hohenlohe, eine Investition in das Wachstum und damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Gleichzeitig ist es klarer Beweis für die Herstellerkompetenz von Würth und damit für die anwenderfokussierte Qualität unserer Produkte. Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden macht dies möglich – dafür bedanke ich mich“, sagte Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, in seiner Ansprache an die zahlreichen Gäste.

Ehrengäste: Landrat Dr. Matthias Neth (r.) mit seinem Vorgänger Helmut M. Jahn. Foto: GSCHWÄTZ

Der prominenteste angekündigte Gast, Ministerpräsident Kretschmann, ließ sich zwar entschuldigen, teilte aber per Video mit: „Würths Schrauben und Befestigungssysteme findet man heute auf der ganzen Welt – in Biberach ebenso wie in Brisbane. Ich bin sicher, das neue Zentrum wird dem Würthschen Innovationsgeist noch weiteren Schub geben. Bei Würth wurde schon immer getüftelt, um die Ecke gedacht, Gutes stetig noch etwas besser gemacht, mutig vorausgedacht und dann auch tatsächlich kraftvoll  vorangegangen. Eigenschaften, die Baden-Württemberg zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort gemacht haben. Und die wir dringend brauchen. Gerade jetzt – angesichts der multiplen Herausforderungen“.

Landes- und Lokalpolitik: Arnulf von Eyb, MdL, (links) mit Bernhard Kürschner, dem Ortsvorsteher von Gaisbach. Foto: GSCHWÄTZ

Nachhaltige und „gute“ Architektur einmal mehr im Fokus

Der Neubau besteht aus zwei Gebäuden: Die dreieckige Form des Hauptgebäudes wird durch eine kunstvoll wirkende Stahl-Glaskonstruktion betont, die das Foyer überdacht. Das Nebengebäude schließt sich über eine Brücke direkt an das Hauptgebäude an. Eine begrünte Dachterrasse und Meeting-Points mit Blick über das Hohenloher Land schaffen weite Horizonte. Die Arbeitsbereiche orientieren sich am Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Bereichsübergreifende Entwicklungsarbeit

CURIO steht für die Neugier. Foto: GSCHWÄTZ

Der Ansatz des neuen Entwicklungszentrums ist es, während des gesamten Entwicklungprozesses Lösungen zusammen mit den Kunden, mit den Forschern aus der Hochschule, den Produktentwicklern der Adolf Würth GmbH & Co. KG, sowie den Produktionsgesellschaften zusammenzuarbeiten. So will man fortschrittliche Produkte auf den Markt bringen, die die Prozesse der Kunden unterstützen, effizient gefertigt werden können und somit Ertrag abwerfen: „So stärken wir unsere eigene Expertise und Innovationskraft durch das unmittelbare Wissen, die Ideen und den Bedarf unserer Kunden“, sagte Dr. Heiko Roßkamp, Leiter Forschung und Entwicklung bei der
Adolf Würth GmbH & Co. KG.

Innovationsoase – Zusammenarbeit mit Hochschulen und Wissenschaft

Im neuen Curio arbeiten rund 250 Menschen an Produkt- und Systemneuheiten. Der Fokus der Forschungsarbeit liegt auf den Kompetenzfeldern Verbindungstechnik, Schrauben, Dübel, Chemie, Maschinen und Systeme. Durch die Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie KIT, der Universität Stuttgart und der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau entsteht eine Innovationsoase aus Forschung, Entwicklung und Anwendung. Am Ende soll das qualitativ beste Produkt für den Kunden stehen.

Innovationskraft durch Kundennähe

„Weltweit haben täglich mehr als 42.000 Mitarbeitende über die verschiedenen Vertriebskanäle Kundenkontakt. Daher wissen wir sehr genau, vor welchen Herausforderungen sie stehen“, erklärte Thomas Klenk, Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH & Co. KG für Einkauf, Produkt, Marketing und Divisionen, die Strategie. Die Einbindung der Kunden in die Weiterentwicklung der Produkte und Services ist zentrales Kernelement. In interaktiven Werkstätten bildet Würth die
Anwendungswelten der Kunden in der Realität ab. „Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung innovativer Produkte. Es geht um die ganzheitliche Betrachtung inklusive umfassender Servicemodule und Systeme mit wirklichem Mehrwert für den Kunden in seinem Alltag. Wir verstehen uns als Berater und Problemlöser, damit sich unsere Kunden auf ihre Arbeit konzentrieren können“, so Klenk.

Zukunftsfähiges Arbeitsumfeld

Werkstätten, Prüffelder, Klimakammern, 3D-Drucktechnik, Seismik-Prüfstände für die Dübeltechnik sowie ein IoT-Labor treiben die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung nachhaltig voran. Erdbeben können im Innovationszentrum simuliert und Produkte auf ihre Funktionalität in Extremsituationen geprüft werden. Klimakammern und ein Tropenhaus simulieren relevante Umweltbelastungen. Mit dem Innovationszentrum positioniert sich das Unternehmen als attraktiver
Arbeitgeber für Fach- und Führungskräfte – insbesondere in den Bereichen Mechatronik, Chemie, Softwareentwicklung/IoT und Befestigungstechnik. Potenzielle Mitarbeitende erwarten modernste Arbeitsplätze und ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten. Weitere 30 High Potentials aus dem Ingenieursumfeld werden in den kommenden Monaten eingestellt.

Prof: Reinhold Würth: „In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig“

Reinhold Würth ist neugierig, was für ein Geschenk ihm Dr. Heiko Roßkamp, Leiter F&E, gemacht hat. Foto: GSCHWÄTZ

Neben der Freude über das neue Gebäude und die neuen Möglichkeiten, die alle Redner in ihren Grußworten hervorheben, äußert Prof. Reinhold Würth auch seine große Sorge über die Lage in der Welt, spricht von der Umwelt, vom m Krieg, von der Inflation und von Corona als mindestens drei aufeinandertreffenden Krisen und fragt sich, ob wir nicht bereit im dritten Weltkrieg seien. Er beginnt mit einer Erinnerung an seine Jugend – „ich bin 49 in den Betrieb gekommen und seither nicht mehr raus“.  Die Entwicklung von der kleinen  Firma mit zwei oder drei Mitarbeiter:innen zum Weltunternehmen mit rund 86.000 Mitarbeiter:innen hätte er sich nie träumen lassen, aber – er schmunzelt dabei – „In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig“. Für das Jahr 2050, „also nach meiner Zeit“, sieht er eine Spanne von Möglichkeiten: Entweder wir befinden uns dann in einem postatomaren Katastrophenszenario oder wir leben zufrieden mit einer Vier- oder sogar einer Drei-Tage-Woche, weil die KI dem Menschen bis dahin so viel abnehmen kann.  Trotz aller Krisen fordert er „wir sollen den Optimismus nicht aus den Augen verlieren“, sein Optimismus sei wieder gewachsen, seit China Russland zu Verhandlungen aufgefordert habe.

Viele Gäste waren zur Eröffnung erschienen. Foto: GSCHWÄTZ.

Auf die GSCHWÄTZ-Frage, welcher Meilenstein nach dem Curio und dem im Bau befindlichen Vertriebszentrum als nächster auf der Liste steht, antwortet Prof. Reinhold Würth dann auch konsequent mit „Das weiß ich nicht.“

Text: Matthias Lauterer unter Verwendung einer Pressemitteilung der Adolf Würth GmbH & Co. KG

 




Reinhold Würth hofft, das nach Ukraine Krieg noch alles steht

Laut einem Interview mit der BILD-Zeitung und einem Vido des Youtubers Oli hat Reinhold Würth Angst, dass nach dem Ukraine-Kirge noch alles steht und damit, laut Bild, auch Angst „um sein Vermächtnis“. Der Youtuber Oli hat nun in einem Video erklärt, was Reinhold Würth mit seiner Angst meinen und welche Probleme nun aufgrund des Ukrainekrieges auf uns zukommen (könnten). Das Video mit Reinhold Würth im Titel wurde nach zehn Tagen bereits rund 75.000 Mal angeschaut. Der Titel: „Erschreckende Ansage von Würth“.

So wirklich zufrieden ist Reinhold Würth mit der deutschen Politik schon eine geraume Zeit nicht mehr. Mit der CDU ist er Milliardär nicht wirklich zufrieden. Nach Angela Merkel hätte er sich lieber Friedrich Merz als Kramp-Karrenbauer als direkter Nachfolger von Merkels Erbe gewünscht, da Kramp-Karrenbauer „von Wirtschaft nicht viel Ahnung hat“. Plus: „elegante, glatte Parteipolitikgerede haben wir genug im Land“. Mittlerweile hat sich sein Wunschkandidat schließlich durchgesetzt. Dennoch hat er bei der letzten Europawahl sein Kreuz bei den Grünen gemacht.

Reinhold Würth hat laut eigenen Aussagen gegenüber der BILD-Zeitung das Geschäft in Russland mit Beginn des Ukraine-Krieges gestoppt.




„Zehn Prozent eines Jahrgangs erscheinen gar nicht auf dem Arbeitsmarkt“

„Guten Tag, ich suche was Neues und habe noch 29 Jahre zu arbeiten“. Mit diesen Worten begrüßt ein Bewerber seine Gesprächspartner eines Unternehmens beim Karrieretag Familienunternehmen, der am 01. Juli 2022 im Carmen-Würth-Forum stattfand.

An diesem Karrieretag hatten rund akkreditierte 600 Bewerber die Möglichkeit, sich bei führenden Familienunternehmen der Region und aus ganz Deutschland vorzustellen. Die Bewerber wurden vorab vom Veranstalter aus rund 1.200 Bewerbungen ausgewählt. Initiiert wird dieser Event von „Der Entrepreneurs Club“, der Stiftung Familienunternehmen und einigen führenden Familienunternehmen. WÜRTH richtete das Event schon zum zweiten mal aus.

Offensive Bewerbungen inzwischen üblich

Derartig offensive Vorstellungen seien heute üblich, bestätigt Björn Hindersin, Personalleiter der Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG. „Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht: Nicht der Bewerber präsentiert sich, sondern das Unternehmen“. Er sieht vielfach ein regelrechtes Anspruchsverhalten bei den Bewerbern, manchmal gehe es mehr um Benefits als um die Arbeitsinhalte.

Gesucht werden Talente für alle betrieblichen Bereiche und in allen Qualifikationsstufen. Nicht alle Bewerber können aus dem eigenen Haus kommen, auch wenn die klassische duale Berufsausbildung in kaufmännischen und technischen Berufen und darauf folgend eine innerbetriebliche Weiterentwicklung weiterhin eines der Standbeine für die Talentgewinnung sind.

Hohe Qualität der Bewerber

Eine vor Corona wachsende Wirtschaft und geburtenschwache Jahrgänge tragen zur Knappheit von qualifizierten Kräften bei, dazu kommt, so Ralf Sturm von ebm-papst: „10 Prozent eines Jahrgangs erscheinen gar nicht auf dem Arbeitsmarkt.“ Die Gründe dafür kennt er nicht. Von Hauke Hannig, Pressesprecher von ebm-papst, ist zu erfahren, dass ebm-papst drei große und rund 15 kleinere derartige Messen jährlich besucht. „Bei diesem Karrieretag finden wir eine sehr hohe Qualität vor. 28 Bewerbergespräche wurden bei ebm-papst terminiert – darunter nur fünf Frauen. Das mag aber daran liegen, dass man sich auf technische Stellen fokussiert haben.

Beginn eines Trends? Einige Bewerber kommen aus der Automotive-Industrie

Heike Siegmeth, Personalverantwortliche bei GEMÜ, nutzt alle Kanäle zur Personalgewinnung. Besonders angetan hat es ihr das SpeedDating, das jetzt zum viertenmal durchgeführt wird. „Hier haben wir eine gute Trefferquote“, berichtet sie. Die Punkte, die sie Bewerbern über das Familienunternehmen GEMÜ nennt, sind: GEMÜ arbeite für die Wachstumsbranchen Pharma und Ernährung – das seien positiv besetzte Branchen-, zeige ein stetiges Wachstum, sei innovativ und investitionsfreudig. Ausserdem gebe es persönliche Entwicklungsschancen, allerdings „nicht immer alles für jeden zu jeder gewünschten Zeit“. Ihr ist aufgefallen, dass sich vermehrt Bewerber anbieten, die bisher in der Automotive-Branche unterwegs waren. Den Wandel der Automotive-Branche sieht sie daher als Chance für andere Branchen, aber auch für die Menschen selbst.

Ebenfalls Produkte für die Pharmaindustrie stellt Bausch & Ströbel aus Ilshofen her: „Wenn Sie gegen Corona geimpft sind, dann ist die Chance hoch, dass wir im Herstellungsprozeß für den Impfstoff beteiligt waren“. Auch hier sieht man eine hohe Qualität bei den Bewerbern: „Wir haben rund 15 Gespräche vereinbart, dazu kommen spontane Gespräche“, gesucht werden Mitarbeiter für die Konstruktion, für die Automatisierung und die IT. Gefahren sieht man bei Bausch und Ströbel vor allem durch die Entwicklung der Inflation. „Steuerfreie Einmalzahlungen als Alternative zu Lohnerhöhungen“ könnten ein Mittel sein, wenn die Inflation hauptsächlich von kurzfristigen Effekten getrieben werde. „Die Corona-Prämien waren eine gute Sache.“

Unternehmen geben der Politik Ratschläge zur Abmilderung des Fachkräftemangels

Auf Nachfrage stellt auch Jule Noe, Personalreferentin bei Ziehl-Abegg, fest, dass es vermehrt Bewerber:innen mit Automotive-Hintergrund gibt. „Der Effekt ist spürbar und von dort kommen qualifizierte Fachkräfte.“ Sie sieht in einer Zeit des demografischen Wandels auch die Politik in der Verantwortung: „Das Bildungssystem müsste vermehrt Bildungswege aufweisen“, meint sie und stellt fest, dass das Digitalisierungs-Know-How an den Schulen teils veraltet sei. Ein weiterer Ansatzpunkt, der auch in der Verantwortung der lokalen Politik liegt: „Der Wohnungsmarkt ist begrenzt, die Preise sind entsprechend hoch. Das macht es für Bewerber unattraktiv“ – das ist ein klarer Appell an die Gemeinden, Wohnraum auch für Familien zu schaffen.

Wohnraum für Familien notwendig

Andere Anforderungen an die Politik nennen Sara Müller und Sascha Zillich von Berner: „Die Politik soll sich nicht einseitig auf die Förderung der Studiengänge konzentrieren, sondern auch Ausbildungsberufe und das Ansehen der Ausbildung an sich fördern.“ Außerdem soll die Politik generell die Infrastruktur im ländlichen Raum fördern, dazu gehöre insbesondere schnelles Internet und der Handyempfang, aber auch der Wohnungsbau. „So können wir junge Leute auch hier halten.“
Bei Berner habe man auf diesem Karrieretag keinen engen Fokus gesetzt, man sei in einem Wachstumsprozess und habe einen breiten Bedarf. Rund 30 Gespräche habe man vereinbart. Die Vorteile eines Familienunternehmens auf dem Arbeitsmarkt lägen darin, dass man noch Werte leben kann, die Kollegialität und dass „alle an einem Strang ziehen“. Auch dass kein Quartalsdenken vorherrsche, und man Produkte oder Prozesse aufbauen könne, „die 10 – 15 Jahre Bestand haben“, sei ein Argument. Die Unternehmensstruktur mache es aber auch möglich, in die Millionenstadt Köln zu gehen, explizite Programme dafür gebe es allerdings nicht.

Inflation als Gefahr für die Unternehmen

Robert Schwarz vom Modehaus Röther aus Schwäbisch-Hall formuliert ebenfalls Anforderungen an die Politik: „Die Politik muß die Teuerung eindämmen“ – als Anbieter von nicht lebensnotwendigen Güter merkt er den Effekt der Inflation natürlich unmittelbar. Außerdem sieht er, dass die Rahmenbedingungen, um Mitarbeiter aus dem Ausland zu beschäftigen, zu kompliziert sind. Die Modebranche ist international, „man muß einfach Mitarbeiter aus dem Ausland einbinden“, meint Schwarz.

Veranstalter zeigt sich zufrieden

Veranstalter Stefan Klemm vom Entrepreneurs Club zeigte sich zufrieden: „Wir freuen uns sehr und bedanken uns herzlich, bereits zum zweiten Mal zu Gast bei Würth die Fach- und Führungskräfte von morgen mit den großen Familienunternehmen persönlich zusammenzubringen. Das Arbeitsumfeld hier kommt gerade den Nachwuchstalenten mehr entgegen und der Trend wird sich noch verstärken. Die heute anwesenden Firmen haben weit über 3.000 Stellen offen und es finden heute über 1.000 vorterminierte Einzelinterviews statt“ – es dürften deutlich mehr Gespräche geworden sein.

Text: Matthias Lauterer




„Unsere Kinder und Enkel sollen eine gesicherte Zukunft haben. Wir müssen sicherstellen, dass dieser Planet nicht untergeht“

97 Millionen Euro will Würth in Gaisbach für eine Erweiterung des Vertriebszentrums West in Gaisbach investieren. „Das ist der größte Logistik-Invest der WÜRTH-Gruppe“, sagt Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung, bei einem Gespräch aus Anlass des ersten Spatenstichs am 29. Juni 2022. Die Kapazität des bestehenden Vertriebszentrums wird verdoppelt, dafür sollen 200 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2024 geplant.

Thomas Wahl (l.) und Norbert Heckmann. Foto: GSCHWÄTZ

Schneller, konsolidierter und nachhaltiger will man in der WÜRTH-Logistik werden, um die Anforderungen der Kundenprozesse noch besser bedienen zu können. Und man will den Mitarbeitern modernste Arbeitsbedingungen bieten können.

Vertriebs- und Logistikdaten erzeugen Synergiene

„Neben dem Vertrieb ist die Logistik die Kernkompetenz, die der Kunde schätzt bei uns. Und da wollen wir noch eine Schippe drauflegen“, sagt Thomas Wahl, Logistikleiter. Vor allem durch die digitale Verknüpfung und die intensive Nutzung der vorhandenen Daten will er einen Zusatznutzen kreieren: „Wir wissen manchmal mehr über den Kunden als er selbst“ sagt Wahl schmunzelnd und erläutert: „Wir sind in der Lage, offensiv auf den Kunden zuzugehen, zusammen mit dem Kunden logistische Konzepte zu erarbeiten, die beispielsweise bestimmte Liefertage festlegen. Dadurch können wir Sendungen konsolidieren. Das zahlt sich wirtschaftlich aus.“

Erster Spatenstich für die Erweiterung des Vertriebszentrums West. Foto: GSCHWÄTZ

Modernste Roboter und Softwaresysteme werden das Bild der WÜRTH-Logistik zukünftig bestimmen. Beispielsweise werden Verpackungsroboter eingesetzt werden, die die Kartons auf die Höhe des Inhalts zurechtschneiden. „Damit sparen wir Füllmaterial – ein Schritt zur Nachhaltigkeit“, so Wahl. Auch Greifroboter für die Lagerentnahme will er einsetzen. Ver- und Entpackroboter sind ohnehin bereits im Einsatz. Das dient unter anderem der Gesundheit der Mitarbeiter: „Wir versuchen, Laufwege der Mitarbeiter und das Heben oder Tragen zu vermeiden. Die Ware kommt zur Person, die Ware wird angedient“, blickt er in die Zukunft.

200 neue Arbeitsplätze soll das neue Vertriebszentrum schaffen, und das in Zeiten des Personalmangels. Gerade in solchen Zeiten, könne man Mitarbeiter nur durch attraktive Arbeitsplätze gewinnen. Dazu gehöre der Gesundheitsschutz, meint Heckmann, „die Menschen müssen diese Arbeit ja bis jenseits der 60 leisten“. Er hat bereits bemerkt: „Die Menschen nehmen das wahr.“

Besonders stolz ist Wahl über den „digitalen Zwilling“, ein Simulationssystem für Prozesse, durch das er Prozesse schneller einführen will anstatt sie umständlich während des laufenden Betriebs zu implementieren und zu testen. Schnelligkeit ist ein weiterer Fokus: Wahl nennt das Beispiel, dass Produkte während des Entnahmeprozesses bearbeitet werden können, etwa wenn für einen Auslandskunden ein spezielles Etikett in Landessprache erstellt und angebracht werden muss.

Reinhold Würth ist nachdenklich

Auch Reinhold Würth freut sich über die Möglichkeiten, die das neue Gebäude dem Unternehmen geben wird. Allerdings denkt er weiter  „Mein Ansatz ist nicht mehr, den Umsatz auf 19 oder 20 Milliarden Euro zu steiger. Mein großes Ziel ist, die Kultur des Unternehmens zu sicher, den freundschaftlich-kollegialen Rahmen zu fördern.“ Diesen Ansatz will er auch gesellschaftlich verfolgen: „Wir wollen nach innen als nach außen vorbildliche Bürger sein“. Besonders freut ihn daher, dass im Unternehmen Frieden herrscht und dass man mit dem Betriebsrat eine gute Basis zur Zusammenarbeit gefunden habe.

Forderung an die Handelnden

Als einen „Exkurs in die Negativismen“ bezeichnet er seinen Blick in die Welt: „Wir feiern hier einen Spatenstich und wissen nicht, ob die Gebäude in drei bis vier Jahren noch stehen“, spielt er auf einen möglichen 3.Weltkrieg an und will zu Gott beten, dass dieser vermieden werden kann. Aber nicht nur ein Krieg ist eine Gefahr für die Erde, die Kinder und die Enkel: „Unsere Kinder und Enkel sollen eine gesicherte Zukunft haben. Wir müssen sicherstellen, dass dieser Planet nicht untergeht“, ist Würths Forderung an die heutigen Handelnden: „Wenn wir die Erde nicht schützen und hüten, dann werden wir am Ende nicht am Krieg, sondern am Klima zugrundegehen“.

 

Text: Matthias Lauterer