„Feiern für die Freiheit“
Festivalstimmung am 24. und 25. Juni 2022 beim Würth Open Air in Künzelsau. In Gaisbach vor dem Carmen Würth Forum haben sich am Freitag und am Samstag jeweils etwa 8.000 Besucher:innen von überall her versammelt. Unsere GSCHWÄTZ-Praktikantin Anna-Lena Eißler war für uns vor Ort und hat sich ein wenig umgeschaut.
Eine Menge Besucher, die vom Panorama Catering mit ausreichend Mahlzeiten aus der klassischen Fest-Essen Sparte wie Pommes, Rote Wurst oder Bratwurst und Steak im Brötchen versorgt werden. Alternativ gibt es Focaccia mit Grillgemüse, Rucola und Parmesan.
Wer etwas trinken möchte, muss anfangs eine Weile warten, stellen Katharina, Vanessa und Simone Harport aus Niedernhall fest. Papa Andreas ist gerade noch in der Schlange vor einem anderen Essenstand. Sie sind das erste Mal beim Open Air dabei und freuen sich besonders auf den Auftritt von Silbermond. Getrübt wird die Vorfreude von den großen, dunklen Wolken am Himmel. Auch Claudia und Joachim Homm hoffen, dass das Wetter der lang vermissten Live Musik gnädig ist, aber finden die Stimmung dennoch sehr angenehm.
Angenehm diskret, kein unpassierbares Gedränge- Gesungen und getanzt wird meist in kleinen Gruppen, nur zuschauen ist beim Würth Openair auch eine häufig gewählte Option zum Konzertgenuss.
Aber nicht für den zweiten Künstler des Abends. „Am meisten freuen wir uns auf Wincent Weiss“, sagen Cia und Luna Schneider, die das Würth Openair schon das zweite Mal besuchen. Und der Name ist Programm: Wie aus einem Foto gesprungen kommt er im weißen T-Shirt auf die Bühne- „nur Zuschauen“ hat sich erledigt. Gleich beim ersten Lied darf das Publikum mitsingen, nur ein Lied später mischt sich der Deutschpop-Star höchstpersönlich unter seine Fans.
Obwohl das Wetter besser sein könnte, ist Friedrich Heiderose positiv überrascht von Wincent Weiss.
Warum, das erklären Pia Leutwein aus Ingelfingen und Anouk Roth aus Hohebuch:„Wincent singt Lieder, die jeder kennt- nicht nur seine eigenen und er singt sie mit allen gemeinsam. So hat jeder Spaß.“
Nach einer langen Pandemiepause und sozialem Entzug wieder lernen, den Moment zu genießen, wie es Wincent Weiss in seinem Song „Feuerwerk“ beschreibt, das genießt auch Christian Feser aus Sindeldorf. Wincent Weiss überzeugt die Besucher mit einer wohldosierten Mischung aus Partystimmung und ernsten Themen.
„Es gab ganz viele Winterphasen in mir“, sagt er und spricht über seine Depression und Therapie, geächtet von ausgerechnet Jugendzeitschriften. Doch er rät den Zuschauern, derartige Probleme nicht mit sich zu klären, sondern Hilfe zu suchen. „Ich bin stolz drauf“, sagt er über seine Therapie und bringt die Thematik mit den emotionalen Klängen seines Songs „Winter“ den Besuchern nahe. Fast schon zu passend, dass Clara und Ida Dietz und Fenja Kramer aus Winterlingen kommen. Besonders angetan hat es ihnen der finale Song „Feuerwerk“, mit dem Wincent Weiss selbst die nasse Kälte vertreibt.
Die Band Silbermond hat eine politische Message für die Besucher: „Der Krieg braucht uns, dass wir uns gegen ihn stellen“, thematisieren sie die Ukrainekrise und setzen ihr Zeichen mit dem Lied „weiße Fahnen“.
Dennoch ist es ein Abend, der zum Feiern einlädt, feiern für die Freiheit, wie die Band es nennt.
Elle, Mary, Lilli, Miry, Evelin und Cami aus Crailsheim wären beinahe wegen einem Stau zu spät gekommen, aber die Anfahrt hat sich gelohnt. Auch Camis Tochter Channi und ihre Freundin Leonie sind mit von der Partie und haben sich schon mit einem Wincent Weiss Fan-Shirt eingedeckt. „Absolut knülle“, beschreiben sie die Stimmung- nur Layla von DJ Robin & Schürze, gesungen von Wincent Weiss hätte noch gefehlt. Natürlich wollen die „Ladys in pink“ wiederkommen und bei weiteren Dance Sessions für gute Laune sorgen.
Text: Anna-Lena Eißler







