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Analoge Bewahrer vs. notgedrungene Digitalisierung

„So ein spannender Vortrag, es ist so kurzweilig Ihnen zuzuhören!“ und „Danke für die tollen Impulse – grandios!“ – diese beiden Chatbeiträge der digitalen Veranstaltung fassen ihren Inhalt ganz gut zusammen: Melanie Vogel, Wirtschaftsphilosophin, Unternehmerin und Initiatorin der women&work, tauchte ein in das Thema „New Work – Warum wir moderne Heldinnen brauchen“ und beleuchtete dabei, welche innere Einstellung in der neuen Arbeitswelt ein angemessenes Maß an Selbstverwirklichung verspricht.

Die analogen Bewahrer

Die neue Arbeitswelt? Hier sprach Vogel ganz konkret die Zeit seit März 2020 an – als schlagartig mehr Digitalisierung Einzug hielt und einige Widerstände gegenüber neuen Entwicklungen wie Homeoffice geringer wurden. Die einen erkennen in dieser notgedrungenen Digitalisierung sowie gewachsenen Entscheidungs- und Handlungsfreiheit eine riesige Chance und richten sich dauerhaft darauf ein, so Vogel. Auf der anderen Seite gebe es analoge Bewahrer, die die Sorge vor Entfremdung vom Team und vor ununterbrochener Arbeit zu Hause ins Feld führen. Diese würden am liebsten alle Entwicklungen der Corona-Zeit wieder zurückdrehen. Die Gesellschaft müsse nun aushandeln, wie die neue Normalität zu definieren ist, welche Tätigkeiten welche Orte für die Erbringung benötigen und wann ein persönlicher Austausch in Präsenz erforderlich ist. Gleichzeitig solle jede(r) selbst in sich hineinhören, unter welchen Bedingungen er oder sie leistungsfähig ist.

Schlüsselfragen für Frauen im Beruf

Darauf aufbauend nahm Vogel ihre Zuhörerinnen auf eine „moderne Heldinnenreise“ ohne tragische Aufopferung mit. Diese Reise beginne mit der Auseinandersetzung mit folgenden Schlüsselfragen: „Wie möchte ich generell meine Rolle als Frau ausfüllen?“, „Welche Rolle möchte ich in meinem Beruf erfüllen?“ und „Wie möchte ich im Unternehmen wahrgenommen werden?“. Dabei sei es essenziell, dass die Frauen herauskommen aus einer Opferhaltung. Statt Frauenförderung gehe es hier um Ermächtigung – Selbstmacht, Selbstverantwortung und Handlungsmacht.

Nicht Quotenfrau – sondern Pionierin

Der Vortrag mündete in einer anregenden Diskussion mit den Teilnehmerinnen. Angesprochen auf das Thema Frauenquote äußerte sich Melanie Vogel klar positiv: Sie sehe sich nicht als Quotenfrau, sondern als Pionierin. Nach einer gewissen Zeit rede niemand mehr von einer Quote.

Der Frauenwirtschaftstag im Hohenlohekreis wurde gemeinschaftlich vom Jobcenter und Landratsamt Hohenlohekreis, von der Wirtschaftsinitiative Hohenlohe, der Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken, der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim sowie vom Regionalbüro Netzwerk für berufliche Fortbildung auf die Beine gestellt. Auch bei diesen Einrichtungen finden sich allerlei Inspirationen für die berufliche Selbstverwirklichung.

Pressemitteilung der Wirtschaftsinitiative Hohenlohe