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„Ohne Kontrollen, ohne Masken und alles eng an eng“

Üblicherweise geht der öffentliche Teil einer Gemeinderatssitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Fragen aus dem Gemeinderat“ unemotional und sachlich zu Ende. Normalerweise werden an die Verwaltung Fragen gestellt wie, wann eine Baumaßnahme beendet sein wird. Nicht so bei der Sitzung am 07. Dezember 2021.

Winter-Lounge „ohne Kontrollen, ohne Masken und alles eng an eng“

Herbert Schneider von der FfK berichtet davon, wie er die Winter-Lounge wahrnimmt: „Die Lounge ist für mich nicht OK“, sagt er. „Keine Kontrollen keine Maskenpflicht und alles eng an eng“, beschreibt er die Situation und stellt die Fragen „Warum hat man das mit aller Gewalt gemacht?“ und „Wer zahlt das?“

Die zweite Frage ist für Bürgermeister Stefan Neumann leicht zu beantworten: „Die Werbegemeinschaft“.  Diese sei auch für die Einhaltung der Corona-Verordnung verantwortlich: „Wenn Sie etwas feststellen, teilen Sie uns das mit. Wir werden das dann gegebenenfalls zur Anzeige bringen.“ Nachdem die Stadt Künzelsau die Verantwortung für die Anzeigeerstattung vor einigen Tagen noch beim Landratsamt sah, verwundert diese Aussage.

„Das ist grenzwertig, was da abgeht“

Die Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer solchen Veranstaltung teilt auch Rainer Süßmann von den Freien – er ist kommissarischer Rektor der Georg-Wagner-Schule: „Das ist grenzwertig, was da abgeht“. Er spricht davon, dass die Inzidenz in Künzelsau „vielfach höher als im Hohenlohekreis“, „deutlich vierstellig“. [Die Inzidenzen wurden bisher nicht auf Gemeindeebene öffentlich gemacht. Die Anzahl der aktiven Fälle unter www. corona-im-hok.de läßt Süssmanns Aussage plausibel erscheinen. Red.] Ihm fehlt ein klarer Plan der Stadt Künzelsau für den Schutz der Kinder und prognostiziert, dass die Lage eskalieren wird. Er will bessere Information aus dem Krisenstab und erkundigt sich nach einem Plan für Omikron. Auch bemängelt er, dass potentiell positive Kinder zur Teststation geschickt werden, wo sie dann ohne Maske in der Schlage stehen würden.

… „dann sollen sie ihre Kinder eben testen lassen“

Stefan Neumann verweist darauf, dass er Vorgaben „von oben, vom Bund, vom Land“ brauche: „Wir setzen die Vorgaben um, aber die Vorgaben müssen gemacht werden.“ Spätestens als er „Wir können den Eltern nicht alles abnehmen. Wenn Eltern wollen, dass ihre Kinder getestet werden, dann sollen sie sie eben testen lassen“ sagt, sind ungläubige Blickwechsel unter den Gemeinderät:innen sichtbar. Schließlich sollte Neumann über die Terminsituation im Testzentrum Bescheid wissen (GSCHWÄTZ berichtete).

Stadtverwaltunggen dürfen mehr tun als nur Vorgaben umzusetzen

Dass Stadtverwaltungen Möglichkeiten haben, mehr zu tun als nur Vorgaben einzuhalten, zeigen einige Rät:innen auf, wenn sie davon berichten, dass in Öhringen seit dem 5. Dezember 2021 Kinder in Kindertagesstätten getestet werden.  Außerdem sagt die Coronaverordnung eindeutig, dass „Weihnachtsmärkte, Stadt- und Volksfeste“ in der Alarmstufe II in der Alarmstufe untersagt sind. Es ist davon auszugehen, dass die Landesregierung durch diese Formulierung auf Ersatzveranstaltungen verweisen wollte, die Stadtverwaltung hätte durchaus einschreiten können.

„vielleicht ganz klug, das umzubenennen“

Lisa Möhler (SPD/GRÜNE) findet in unüberhörbarer Ironie „es war vielleicht ganz klug, das umzubenennen und von der Werbegemeinschaft durchführen zu lassen“, bevor sei auf das Thema zugeparkte E-Auto-Ladesäulen und bessere Kennzeichnung kommt. Allerdings geht es auch von dort direkt wieder auf Corona zurück, als Günther Voith, Leiter des Bürgeramtes mit „Wir machen nichts anderes als Corona“ antwortet und Stefan Neumann ihm, an Möhler gerichtet, beipflichtet: „Da haben Sie keine Ahnung, was da gerade abgeht!“

Fünf positive PCR-Tests pro Tag

Was da gerade abgeht, schildert Dr.Andrea Grups, Ärztin, allerdings aus ganz anderer Perspektive: Sie impfe viermal wöchentlich und würde das auch öfter tun und habe in ihrer Praxis jeden Tag fünf positive PCR-Tests. Die Lage auf den Taläckern bezeichnet sie in aller Deutlichkeit als „Durchseuchung“ und fordert Aufklärungsaktionen von der Stadt. Es kämen hauptsächlich Menschen zur Boosterimpfung, die dringend notwendigen Erstimpfungen kämen zu selten.

Sie berichtet davon, dass sich innerhalb von Familien die Quarantänezeiten über Wochen hinziehen, wenn die Familienmitglieder der Reihe nach positiv getestet werden und verweist auf die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die diese Situation mit sich bringt. „Ich glaube schon, dass sich die Stadt positionieren müßte!“

Neumann wirkt ratlos

„Mir ist das klar“, antwortet Neumann und wirkt dabei regelrecht ratlos: „Den Leuten, die das betrifft, ist das scheißegal. Es ist an den Leuten, das [die Impfung, Red] zu lassen oder auch nicht“, entgegnet er Grups. Statt auf die Anregung einer weiteren Informationsaktion einzugehen, verweist er auf die vorhandenen Banner an der B19 und berichtet aus der Stadtverwaltung, dass es auch dort einen harten Kern von Impfgegnern gebe – und dass es demnächst zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen bis hin zur Kündigung kommen könne.

Erfahrungen aus anderen Städten

Dabei zeigt die Erfahrung aus anderen Städten, dass gezielte Werbeaktionen vor Ort, beispielsweise im Einzelhandel,  und gegebenenfalls in Fremdsprache erfolgreich sein können. Auch das Landratsamt warb vor einiger Zeit für eine Impfbusaktion auf Taläcker in mehreren Sprachen.

Rainer Süßmann springt Grups zur Seite und will aus Gesprächen erkannt haben, dass die Impfunwilligkeit abnimmt: „So ganz dick ist das Brett nicht mehr, das wir bohren müssen.“

Text: Matthias Lauterer

 

 




Aus „Advent am Schloss“ wird „Winterzauber“ in Künzelsau

Das Stadtgespräch wußte Bescheid (GSCHWÄTZ berichtete): Der geplante „Advent am Schloß“ wird nicht wie geplant stattfinden. Dafür realisiert die Stadt Künzelsau ein anderes, ein kleineres und dezentraleres Konzept, um Advents- und Weihnachtsstimmung in die Stadt zu bringen. Als eine von nur wenigen Städten in Baden-Württemberg bietet die Stadt Künzelsau Veranstaltungen an, die einem Weihnachtsmarkt ähnlich sind:

Bürgermeister Neumann: „Es ist einfach schön hier!“

Die Stadt Künzelsau teilt mit:

Der Bauhof der KünWerke hat schon vor geraumer Zeit damit begonnen, die Künzelsauer Innenstadt weihnachtlich zu schmücken. Die ganze Stadt strahlt pünktlich zu Beginn des ersten Adventswochenendes. „Es ist einfach schön hier!“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Die Künzelsauer Händler und Gastronomen laden alle herzlich ein, in der Innenstadt zu verweilen und sich für das Weihnachtsfest einzudecken. Es gibt viele tolle Angebote, die einen Besuch lohnenswert machen. Zusätzlich wird es beim Künzelsauer „Winterzauber“ in der Innenstadt eine Bereicherung durch Verkaufshütten und ein gastronomisches Angebot geben, welches aufgrund der aktuellen Lage kleiner ausfällt.

Winter-weihnachtlich geschmückte Innenstadt

Künzelsaus Innenstadt leuchtet wieder festlich für die Adventszeit und ist weihnachtlich geschmückt. Der städtische Bauhof sorgt in der Künzelsauer Innenstadt mit einer tollen Weihnachtsbeleuchtung und geschmückten Weihnachtsbäumen wieder für ein gemütliches Ambiente. Der Aktion der Werbegemeinschaft Künzelsau „Kinder schmücken Weihnachtsbäume“ ist es zu verdanken, dass ab Ende November in der Hauptstraße außerdem zirka 40 Weihnachtsbäume mit von Künzelsauer Kindern gebasteltem Schmuck zu bestaunen sind. Auch das Adventmusizieren der Jugendmusikschule findet wieder an einigen Nachmittagen in der Innenstadt statt.

Adventskalender am alten Rathaus – jeden Tag ein Türchen

Ab 1. Dezember 2021 verwandelt sich das Alte Rathaus wieder in einen großen Adventskalender. Die Fensterbilder wurden von Künzelsauer Kindertageseinrichtungen gebastelt. An jedem Nachmittag wird ein neues Adventstürchen am Alten Rathaus zu bewundern sein. Im Jahr 2010 wurde diese Aktion zum ersten Mal auf Anregung der Künzelsauer Ehrenbürgerin Carmen Würth umgesetzt.

WinterLounge vom 3. bis 20.Dezember 2021

Winter-Weihnachtlich bleibt es in der Künzelsauer Innenstadt: In der Zeit von 3. bis 30. Dezember 2021 öffnet die WinterLounge direkt am Alten Rathaus – ein Treffpunkt während der Adventszeit. Neben Glühwein und Getränken bietet die Werbegemeinschaft Künzelsau auch abwechslungsreiche regionale Speisen an. So wird es beispielsweise ein wechselndes Suppenangebot und verschiedene Wurstspezialitäten geben. Rustikale Tische und Bänke, ausgestattet mit warmen Decken und Kissen, sorgen für eine gemütliche und ungezwungene Atmosphäre. Einem ungezwungenen Beisammensein mit Familie, Freunden und Kollegen steht somit in der Künzelsauer Innenstadt nichts im Wege. Die Öffnungszeiten der WinterLounge:

  • Montags bis donnerstags: 16 bis 21 Uhr
  • Freitags und samstags: 10 bis 21

Weihnachtsgewinnspiel

Ab 26. November 2021 sind die Stempelkarten für das Weihnachtsgewinnspiel in allen Geschäften der Künzelsauer Werbegemeinschaft erhältlich. Bei Einkäufen können bis zum 24. Dezember 2021 drei verschiedene Stempel auf der Karte gesammelt und in den Geschäften der Künzelsauer Werbegemeinschaft abgegeben werden. Auch die Sammlung und Abgabe mehrerer Stempelkarten ist möglich. Zu gewinnen sind Gutscheine der Werbegemeinschaft im Wert von insgesamt 10.000 Euro. Es werden einmal 1.000 Euro, zweimal 750 Euro und einmal 500 Euro als Hauptgewinne ausgelost.

Christmas-Shopping am 10. und 17. Dezember 2021

Das Christmas-Shopping am 10. und 17. Dezember 2021 bietet die optimale Gelegenheit, Weihnachtsgeschenke in Künzelsau zu besorgen. Erstmals findet das Christmas-Shopping an zwei Tagen statt. So können Kurzentschlossene auch noch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen Besorgungen erledigen. Die teilnehmenden Geschäfte der Werbegemeinschaft haben am 10. und 17. Dezember 2021 bis 22 Uhr geöffnet.

Christmas Ride am 11. Dezember 2021

Am 11. Dezember 2021 laden die Harley Davidson Freunde Hohenlohe zum Christmas Ride ein. Die Teilnehmer verkleiden sich als Nikoläuse und Engel und fahren gegen 11 Uhr mit ihren Motorrädern (wetterabhängig) durch die Innenstadt. Beim Alten Rathaus gibt es dann von 11 bis 16 Uhr Livemusik mit Steve Roedel. Der Verein freut sich auf viele Besucher und sammelt Geld für einen guten Zweck. Außerdem wird es eine Tombola geben, bei der viele attraktive Preise zu gewinnen sind. „Gewinnen und gleichzeitig etwas Gutes tun – hört sich doch fantastisch an. Wir freuen uns auf viele glückliche Gewinner“ so der erste Vorstand Joachim Schmidt.

„Engelesblasen – gelebte Tradition und stimmungsvoller Treffpunkt.

Das Engelesblasen vom Turm der Johanneskirche in Künzelsau ist ein schöner und stimmungsvoller Weihnachtsbrauch, der nach der Pause im vergangenen Jahr, nun wieder stattfinden soll: An Heiligabend spielen die Turmbläser um 19 Uhr die beliebte Weise „Ehre sei Gott in der Höhe“ und um 24 Uhr erklingt der Choral „Stille Nacht, heilige Nacht“ hoch über den Dächern von Künzelsau. An Silvester wird das alte Jahr um 19 Uhr mit der Schwab’schen Melodie „Lobt den Herrn“ verabschiedet. Eine schöne Gelegenheit das neue Jahr in Besinnlichkeit und Ruhe zu beginnen ist das Engelesblasen am 1. Januar 2022. Alle, die an Heiligabend und Silvester das Engelesblasen also nicht hören und sehen konnten, haben an Neujahr um 19 Uhr das letzte Mal in der Weihnachtszeit die Möglichkeit dazu.

Informationen zu Corona

Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet alle beim Einkaufen und Verweilen die geltenden Corona-Regeln zu beachten und mit dem eigenen Verhalten Rücksicht auf andere zu nehmen. Jeder ist mit seinem Verhalten ein Vorbild. Natürlich gibt es in Künzelsau ein breites Impf- und Testangebot. Mit den Hausarztpraxen und der zusätzlichen Möglichkeit im ehemaligen Krankenhaus, besteht jeden Tag ein Impfangebot. Bürgermeister Stefan Neumann ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf: “Lassen Sie uns gemeinsam die vierte Welle brechen. Ich wünsche uns allen eine gesegnete Adventszeit!”

Aktuelle Informationen zum Impf- und Testangebot in Künzelsau findet man unter www.kuenzelsau.de/corona.

Es gelten die allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und Hygiene-Vorschriften. Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungen und Aktionen unter Umständen auch kurzfristig geändert oder abgesagt werden.

Pressemeldung der Stadt Künzelsau