Denkmalschutz nicht mehr ausschlaggebend
Die Wiesbadener Firma Abo Wind AG plante auf der Karlsfurtebene zwischen Waldenburg und Öhringen einen Windpark mit ursprünglich 9 Windrädern. Für vier dieser Windräder erteilte der Hohenlohekreis keine Genehmingung. Die anderen 5 Anlagen wurden einige Monate später genehmigt.
5 von 9 geplanten Anlagen wurden urspronglich genehmigt
Gegen den ablehnenden Beschluß des Kreises hat Abo Wind vor dem Verwaltungsgericht geklagt, zwischenzeitlich allerdings mitgeteilt, dass man auf zwei dieser Windräder verzichten wolle (GSCHWÄTZ berichtete).
Nun hat man sich – wie Abo Wind in einer Pressemitteilung mitteilt – mit dem Hohenlohekreis auf einen Vergleich geeinigt:
▪ ABO Wind verzichtet auf zwei Anlagen
▪ Landratsamt hebt Ablehnung zweier Anlagen auf
▪ Insgesamt sollen sieben Turbinen entstehen
ABO Wind und das Landratsamt Hohenlohe haben sich auf mit ist der jahrelange Rechtsstreit beigelegt und der Weg für die Genehmigung von zwei weiteren Anlagen des Windparks Öhringen Karlsfurtebene frei.
Bereits im Februar 2022 hat ABO Wind seinen Normenkontrollantrag vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Flächennutzungsplans „GVV Hohenloher Ebene“ zurückgezogen. Damit lässt das Wiesbadener Unternehmen die Pläne zum Bau der beiden Anlagen des Windparks auf Waldenburger Gemarkung fallen. Die Klage gegen die Ablehnung zweier Anlagen auf Michelbacher Gemarkung blieb bestehen. Nun wird das Landratsamt Hohenlohe die Ablehnung dieser beiden Anlagen zurücknehmen, weshalb auch diese Klage hinfällig ist. „Der getroffene Vergleich kommt vor allem der Energiewende zugute, da wir neben den fünf bereits genehmigten Anlagen nun sehr optimistisch sind, die beiden zunächst abgelehnten Anlagen
ebenfalls realisieren zu können“, sagt Projektleiter Lars Oelker von ABO Wind. Er rechnet damit, dass der Bau im Oktober 2022 beginnen wird.
Grundlage des getroffenen Vergleichs war ein Vor–Ort–Termin der Klageparteien mit dem Gericht, das sich vor Ort einen eigenen Eindruck von den Sichtbeziehungen zwischen den geplanten Windenergieanlagen und dem Schloss Waldenburg machen wollte. „Bei dem Termin wurde sehr deutlich, dass das Gericht keinen Grund sieht, unserer Klage nicht stattzugeben“, erläutert Oelker: „Der Aspekt des Denkmalschutzes steht unserem Vorhaben offensichtlich nicht im Wege.“ Die Rücknahme des Ablehnungsbescheids durch das Landratsamt Hohenlohe beschleunigt den Vorgang nun.
Trotzdem sind seit Einreichung des ersten Genehmigungsantrags für Bau und Betrieb des Windparks mittlerweile fünf Jahre vergangen. „Das ist leider sehr lange und hat zur Folge, dass die ursprünglich beantragten Anlagen inzwischen nicht mehr lieferbar sind“, sagt Oelker. Daher muss ABO Wind umplanen. Statt den Turbinen des Typs Siemens SWT strebt das Unternehmen nun den Bau von Nordex N–133–Anlagen an. „Beide Typen haben eine Gesamthöhe von etwa 230 Metern und unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Leistung“ erklärt Oelker. Während die Siemens–Turbinen auf eine Leistung von 3,6 Megawatt kommen, erzielen die Nordex–Maschinen 4,8 Megawatt. Das hebt die Gesamtleistung des geplanten Windparks von 25,2 Megawatt auf 33,6 Megawatt an.
| Über ABO Wind: ABO Wind entwickelt und errichtet erfolgreich Wind– und Solarparks. Das 1996 gegründete Unternehmen aus Wiesbaden hat bislang Anlagen mit 3.800 Megawatt Leistung umgesetzt und rund die Hälfte davon errichtet. Das jährliche Investitionsvolumen beträgt 500 Millionen Euro. Mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 16 Ländern arbeiten mit Elan an der Planung, Finanzierung, Errichtung, Betriebsführung und am Service von Anlagen für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Infos zum Windpark finden sich unter: www.windpark–oehringen–karlsfurtebene.de (Seite der AboWind) |
Text: Matthias Lauterer / Pressemitteilung Abo Wind AG
