Das geplante dreitätige Festival am Wertwiesen in Künzelsau vom 27. bis 28. August 2021 (wir berichteten) fällt ins Wasser beziehungsweise wird auf 2022 verschoben. Nur wenige Tage vor dem Festivalwochenende sagt der Veranstalter Schlaraffenklang ab. In seiner Begründung loben Stefan Ole Linseisen und Marco Schrenk, die Geschäftsführer von Schlaraffenklang, die Stadt Künzelsau, kritisieren aber das Landratsamt in seiner Entscheidungspolitik deutlich.
Festival soll nachgeholt werden
Das Festival soll 2022 mit denselben Acts stattfinden. Entsprechende Ersatztermine werden gemeinsam mit den Künstlern und der Stadt Künzelsau im September 2021 besprochen. Die Künstler haben, so die Veranstalter in ihrer Presseerklärung, haben bereits zugesichert 2022 in Künzelsau zu spielen.
Maskenpflicht sei auf dem kompletten Veranstaltungsgelände verhängt worden
Warum das Festival so wenige Tage vorher abgesagt wird, dazu erklärt Schlaraffenklang: „Aufgrund der behördlichen Verordnung durch den Landkreis Hohenlohe ist eine Maskenpflicht in Bereichen, indem man keinen Mindestabstand einhalten kann, also somit auf dem kompletten Veranstaltungsgelände, verhängt worden. Zusätzlich gelte die 3G-Regel. Dies wurde von uns seit Donnerstag anders kommuniziert, da in Rücksprache mit den verantwortlichen Ämtern, sowie mit lokalen weiteren Veranstaltern die Maskenpflicht
anders kommuniziert wurde. Die offizielle behördliche Bekanntgabe des Landratsamts erhielten wir am 23. August 2021 am Nachmittag. Dies nur knapp 5 Tage vor der erstenVeranstaltung, wodurch uns jeglicher Spielraum für Konzeptanpassungen genommen wurde.“
Erst kurz vorher sei Bekanntgabe bezüglich Maskenpflicht vom Landratsamt gekommen
Interessant sei ebenfalls der Sachverhalt, so Schlaraffenklang weiter, „dass bei Veranstaltungen am gleichen Wochenende in anderen Regionen von Baden-Württemberg diese Regelungen nicht greifen, obwohl dort teils mehr Menschen auf kleinerem Gelände zusammenkommen. Aussage des Landratsamts ist, dass dort unter anderem eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, die es im Nachhinein jedoch so nicht wirklich hätte geben dürfen.“
Einheitliche Konzepte auch regionenübergreifend wünschenswert
Weiterhin sei das Landratsamt nur schwer erreichbar gewesen: „Schade für uns ist ebenfalls, dass die zuständigen Personen im Landratsamt für uns nicht telefonisch erreichbar, oder ansprechbar waren“, sagen die Geschäftsführer in ihrer Pressemitteilung und betonen, worum es ihnen geht: „Unser Argument ist nicht, dass andere, ähnliche Veranstaltungen ebenfalls mit der Maskenpflicht belegt werden sollen, sondern uns als Firma „Schlaraffenklang Events“ hätte es gefreut, wenn alle Landkreise mit ihren eigenen Prüfstellen sich an ein gemeinsames Konzept halten würden und dies auch von vornherein korrekt kommuniziert worden wäre. Unseres Erachtens ist es nicht fair, erst groß über die Presse sämtliche Freiheiten anzukündigen, um das Lob dafür zu ernten, aber dann bei der Umsetzung entweder kurzfristig zurückzurudern oder gar keine Auskunft darüber zu erteilen. Die unterschiedlichen Auslegungen in den Regionen sehen wir als Wettbewerbsverzerrung an und warten bis heute auch noch auf eine offizielle Stellungnahme hierzu. Die Sinnhaftigkeit, dass in Diskotheken die Maskenpflicht wegfällt, bei Open-Air-Veranstaltungen aber bestehen bleibt, ist auch für erfahrene Veranstalter zusätzlich nicht
mehr nachvollziehbar, da wir stets sehr um den Schutz aller Gäste bemüht sind, indem die Kapazitäten minimiert wurden und die 3G-Regel ebenfalls bestehen bleibt.“
Corona: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach“
Schwierig sei die Lage durch Corona generell für Veranstalter aus der kulturellen Branche: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach. Besonders für uns, da wir erst im Oktober 2019 gegründet wurden und eigentlich fast nur „Corona-Veranstaltungen“
durchführen konnten. Während andere Veranstalter lieber nichts unternahmen, haben wir als Firma versucht, den Menschen Zugang zu Musik und zur Kultur zu ermöglichen. Egal ob Auto-, Abstandskonzerte oder Live-Stream-Events. Allerdings fällt es auch uns nun
sehr schwer zu begreifen, warum uns absichtlich Steine in den Weg gelegt werden, obwohl der eigentliche Weg selbst schon kein leichter ist.“
Dank geht an die Stadt Künzelsau
Leinseisen und Schrenk bedanken sich bei den Sponsoren, „die uns bereits mitgeteilt haben, dass sie auch 2022 wieder dabei sind. Besonders erwähnen möchten wir auch, dass Bürgermeister Stefan Neumann und die komplette Stadtverwaltung Künzelsau inklusive
Ordnungsamt diese Veranstaltungen unterstützt haben. Es ist gut zu wissen, solche Partner bei der Stadt Künzelsau und auch bei den Sponsoren, um sich zu haben, was uns ebenfalls positiv in die Zukunft blicken lässt. Alle Tickets behalten Ihre Gültigkeit für die Ersatzveranstaltungen 2022, können jedoch auf Wunsch auch storniert werden. Für die Ticketinhaber, die uns jedoch weiterhin die Treue halten werden, werden wir uns im Jahr 2022 mit einer weiteren Überraschung und einem noch faszinierenderen Festival
bedanken.“

Flyer Schlaraffenklangfestival in Künzelsau im August 2021. Quelle: Veranstalter