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Warum Künzelsau wieder an das Bahnnetz angeschlossen werden sollte

Während im benachbarten Öhringen täglich Züge nach Karlsruhe, Schwäbisch Hall und Heilbronn fahren, ist der Bahnhof in Künzelsau seit den 1980er Jahren stillgelegt. Statt einer Bahn verkehren hier lediglich Radfahrer. Am Bahnhof kann man hier zwar lecker Pizza essen. Doch die Kreisstadt des Hohenlohekreises befindet sich seit rund 40 Jahren abgeschottet vom öffentlichen Bahnsystem.

Künzelsau I Reaktivierung der Kochertalbahn

Dabei war die Trasse, auf welcher die Kochertalbahn fuhr einst eine Strecke inmitten einer beeindruckenden Landschaft. Sie schlängelte sich durch Wälder, vorbei an Wiesen und Feldern, wo sich Hase und Igel Gute nacht sagen, mit sagenhaften Ausblicken auf das Kochertal – und mit  einer der damals steilsten Steigungen.

Billig würde der Ausbau, der nun konkret im Raum steht mit 200 bzw. 300 Millionen Euro (letztere Kostenschätzung bei einer Tunnelvariante), nicht werden. Aber noch nie wurde die Reaktivierung alter Bahntrassen von Bund und Land derart bezuschusst wie aktuell.

Die Bürger:innen und Bürger täten daher gut daran, dieses Projekt zu unterstützen, wäre es doch sowohl für den Tourismus als auch für die 10.000 tagtäglichen Berufspendler nach Künzelsau wie auch für die Student:innen ein Sprung in die Neuzeit.

Die Umfrage zur Kochertalbahn läuft noch bis 07. Januar: www.kochertalbahn.info

 

 




Milliarden-Desaster – Die Continentalpleite als Sinnbild für den Niedergang der deutschen Automobil-Industrie

Auch deutsche Premium-Autobauer extrem unter Druck

Waffen statt Autos?
Continental hatte 2017 die Konrad Hornschuch AG gekauft.

Medienberichten zufolge ist Hensoldt in Gesprächen mit Mitarbeitern von Continental und Bosch, denen Entlassungen drohen. So sollen bereits Hensoldt-Mitarbeiter das Werk von Continental in Wetzlar besucht und Gespräche geführt haben. Laut einem Continental-Sprecher wurden dabei alternative Jobs vorgestellt und Bewerbungen entgegengenommen, berichtet das Handelsblatt.

Überraschend kommt das nicht. Hensoldt-Chef Oliver Dörre hatte bereits vor einigen Wochen gesagt, dass sein Unternehmen an Software-Teams von zwei Automobilzulieferern interessiert sei.

Es soll insgesamt um eine niedrige dreistellige Zahl an Mitarbeitern gehen. So bestätigte heute ein Hensoldt-Sprecher, dass auch geplant sei, fast 100 Bosch-Mitarbeiter aus der Region Stuttgart für Hensoldt-Standorte in Baden-Württemberg einzustellen.

Hensoldt-Rivale Rheinmetall hatte bereits im vergangenen Juni angekündigt, bis zu 100 Mitarbeiter vom Continental-Standort Gifhorn übernehmen zu wollen.

Während die deutsche Autoindustrie schwächelt, verzeichnete Hensoldt in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Rekord-Auftragsbestand von 6,5 Milliarden Euro.

In Europa steigen die Verteidigungsausgaben. Gründe dafür sind der Krieg in der Ukraine und Druck seitens der USA. US-Präsident Donald Trump verlangt, dass Europa mehr in seine eigene Sicherheit investiert.




24-Jährige unter Drogen mit 80 Sachen durch Künzelsau und riskanten Überholmanövern zwischen Weißbach und Forchtenberg

Die Polizei sucht nach Zeugen, nachdem eine 24-Jährige am Donnerstagmittag mit ihrem Ford Fiesta mehrere andere Verkehrsteilnehmer gefährdete. Zeugen hatten um kurz vor 12 Uhr die Polizei informiert und gemeldet, dass ein Ford Fiesta auf der Landesstraße 1045 zwischen Forchtenberg und Weißbach sehr riskant andere Fahrzeuge überholen würde. Dabei habe unter anderem ein entgegenkommender Lkw stark abbremsen müssen, um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden. Die Lenkerin des Fords fuhr weiter bis nach Künzelsau und heizte dabei zeitweise mit bis zu 80 km/h durchs Stadtgebiet.

Als der Ford auf eine rote Baustellenampel im Bereich der Langenburger Straße zuhielt, musste die Fahrerin eine Vollbremsung einlegen, um den verkehrsbedingt stehenden Fahrzeugen nicht hinten aufzufahren. Die Fahrt führte weiter durch den Weiler „Kügelhöfe“, wo der Ford anstatt der erlaubten 60 km/h mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Auf Höhe der Ortschaft Lassbach fuhr der Ford außerdem so dicht auf einen Motorroller auf, dass es nur durch Glück nicht zu einem Zusammenstoß kam. Der Ford beschleunigte auf der gesamten Fahrtstrecke außerorts auf bis zu 140 km/h und schnitt dabei immer wieder Kurven, wodurch es zur Gefährdung des Gegenverkehrs kam.

Am Ortseingang von Hörlebach konnte eine Streife den Ford schließlich anhalten. Bei der Verkehrskontrolle zeigte ein Drogentest, dass die 24-Jährige am Steuer des Wagens unter dem Einfluss von THC stand. Sie musste im Krankenhaus eine Blutprobe abgeben und hat außerdem mit einer Anzeige und Konsequenzen für ihre Fahrerlaubnis zu rechnen.

Zeugen, denen der Ford Fiesta am Donnerstagmittag aufgefallen ist, oder die durch die Fahrweise der Lenkerin gefährdet wurden, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.




„Ich merke schon jetzt, wie Balu mir Kraft gibt“

„Balu ist ein Geschenk für uns alle“, sagt Lisa Strehle* und krault den kleinen Parson Russel Terrier liebevoll am Ohr. Der Weg, wie Balu in die Familie nach Weißbach fand, ist aber eher ungewöhnlich.

Bis hin zu Suizidgedanken

Vor einigen Monaten ging es Lisa nicht so gut. Im November2021 wurde der jungen Mutter gekündigt. Danach fiel sie in ein depressives Loch. Im März 2022 folgte dann das Vorstellungsgespräch in der Tagesklinik in Künzelsau. Bereits zuvor plagten Lisa in ihrem Leben „ups and downs“, wie sie schildert. Alle drei Monate überrollte sie eine Phase, in der es ihr nicht gut ging – am Ende bis hin zu Suizidgedanken. Irgendwann sei „gar nicht mehr gegangen“, sagt sie. Ihr Freund und ihre Familie haben ihr geholfen, sagt sie. Und nun ist auch Balu da.

Schuhe und Füße mag Baku ganz besonders.

Lisas Psychologe empfahl ihr ein Hobby

Lisas Psychologe empfahl ihr ein Hobby. Zuerst wollte sie reiten. Aber das koste monatlich Geld, Sprit, Zeit. Und wenn sich wieder ein depressives Loch auftut, geht sie vermutlich einfach nicht hin. „Ich brauche etwas, das mich zwingt, rauszugehen“, sagt Lisa. Hund Balu soll sie im Alltagsrhythmus halten. Und auch ihren beiden Kindern tue das neue Familienmitglied gut. Besonders dem älteren, der an ADHS leide, sich schwerer im Alltag tue, aber dafür besonders gut mit Tieren könne, erklärt Lisa.

Zutiefst bewegt von der Geschichte

Die Hundezüchterfamilie Schief aus Forchtenberg war zutiefst bewegt von der Geschichte der Familie Strehle und entschloss sich spontan, ein Hundewelpe aus ihrem aktuellen Wurf Familie Strehle zu schenken. Lediglich die Unkosten wie etwa Impfkosten hatten diese zu tragen. Normalerweise hätte Balu 1.300 Euro gekostet. Viel zu viel für die junge Familie. Umso dankbarer sind sie daher für dieses Geschenk auf vier Beinen. „Ich denke, das hat einfach gepasst“, sagt Manuela Schief.

Seit vier Jahren Züchter

Ihr Mann Daniel Schief, der im Hauptberuf bei Bürkert arbeitet, ist seit vier Jahren Jagdhund-Züchter. Neben Deutsch Drahthaar züchtet er auch Parson Russell Terrier. „Diese Rasse ist sehr kinderlieb und gut im Wesen“, erklärt Schief. Zur Zucht kam er eher zufällig. Nachdem er und seine Frau von seinem Schwiegervater einen Parson Russell übernommen hatten, wollte Daniel Schief noch einen Deutsch Drahthaar dazu haben. Diesen hat er selbst ausgebildet, dann kam noch ein Weibchen dazu, das er ebenfalls ausgebildet hat. Seit einem Jahr hat auch seine Frau einen Jagdschein und darf die Jagdhunde damit auch ausbilden.

„Die Natur gibt einem viel Ruhe“

Im November 2021 hat Daniel Schief gemeinsam mit seinem Bruder Michael zudem noch ein kleines Jagdgeschäft im Untergeschoss seines Wohnhauses eröffnet. Hier gibt es nicht nur Hundefutter, sondern auch Katzenfutter, Nahrungsergänzungsmittel für Vierbeiner und Jagdzubehör. Seit vier Wochen ist er zudem Vorsitzender des Deutsch Drahthaar Vereins Gruppe Rhein Neckar, seine Frau wurde zur Geschäftsführerin bestellt. Im „normalen“ Leben arbeitet sie Teilzeit als medizinisch-technische Radiologieassistentin. Mit zwei Kindern und 5 Hunden im Haus wird es nicht langweilig. Aber das Schöne sei, so Daniel Schief: „Es gibt einem auch viel zurück. Die Natur gibt einem auch viele Ruhe.“

Ab der zweiten Nacht im „Kräbbele“

Derweil hat sich Balu schon sehr gut an seine neue Wohnung in Weißbach gewöhnt. Seit ein paar Tagen lebt er bei Familie Strehle. „Die erste Nacht war sehr anstrengend“, erinnert sich Manuel Gehwald*, der Freund von Lisa Strehle. Alle zwei Stunden habe Balu in seiner Hundebox auf sich aufmerksam gemacht, habe „gefinst“. Ab der zweiten Nacht durfte er daher im „Kräbbele“ bei beiden im Bett schlafen. Seitdem schlafe er durch, erzählen beide lachend. Die beiden Katzen, die ebenfalls in der Wohnung leben, habe er am Anfang gejagt, aber jetzt habe er sich auch an diese beiden Vierbeiner gewöhnt. Die sieben- und zehnjährigen Jungs von Lisa seien ganz vernarrt in Balu. Als die Familie Schief ihnen den Rabatt von rund 1.000 Euro gewährt hat, konnte Lisa Strehle es anfangs kaum glaube. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich wäre auch zum Putzen gekommen oder hätte es anderweitig irgendwie versucht, abzuarbeiten. Ich bin sehr dankbar und ich mehr schon jetzt, wieviel Kraft Balu mir gibt.“

Öffnungszeiten des Jagd- und Hundebedarfs Schief: Schöntaler Straße 28; 74670 Forchtenberg-Neuwülfingen:

Mittwoch & Freitag: 16 bis 18 Uhr; Samstag 10 bis 12 Uhr oder nach Absprache

Kontakt: info@jagdundhundebedarf.de; Internetseite: www.jagdundhundebedarf.de

Text: Dr. Sandra Hartmann

*die Namen der Familienmitglieder wurden auf Wunsch der Familie anonymisiert.




Feuerwehr Weißbach rettet Patient mit einem Tragetuch aus einem Gebäude

Feuerwehr Weißbach Hilfeleistung Rettungsdienst (Tragehilfe)

Am Sonntag, den 15. August 2021 um 10:30 Uhr wurde die Kleineinsatzgruppe Weißbach nach AAO (Alarm und Ausrückeordnung), von der integrierten Leitstelle des Hohenlohekreis zu einer Tragehilfe in das Gemeindegebiet alarmiert. Der Patient wurde mit dem Tragetuch aus dem Gebäude gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 65 wurde vom Landeplatz an die Einsatzstelle gebracht. Beim Umlagern des Patienten vom Rettungswagen in den Rettungshubschrauber wurde der Rettungsdienst ebenfalls unterstützt.

Quelle: Luftrettung ADAC

 




Ein fulminanter Sieg schaut anders aus

Weißbachs neuer bleibt der alte Bürgermeister. Selten werden in ländlichen Regionen Bürgermeister abgewählt. Auch Rainer Züfle wurde nun von seinen 1.623 wahlberechtigten Bürger:innen in seinem Amt bestätigt. Ein fulminanter Sieg schaut allerdings anders aus.

Zwar wirke die 80,1 Prozent der Wählerstimmen (vorläufiges Ergebnis) zunächst wie ein fulminanter Sieg. Ein Blick in die Wählerschaft zeigt aber: Lediglich 519 Bürger:innen haben ihr Kreuz bei Züfle gemacht. 99 wählten immerhin den wegen seiner Äußerungen (wir berichteten) stark umstrittenen Herausforderer Mike Mitschke. Samuel Speitelsbach erhielt gerade mal1 2 Stimmen.

Wohin also flossen die ganzen Wählerstimmen? Die Antwort: Viele Weißbacher nahmen ihr Wahlrecht schlicht nicht in Anspruch. Insgesamt gingen fast 1.000 Menschen nicht wählen. Allein deswegen schaut ein fulminanter Sieg anders aus.

Vorläufiges Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021. Quelle: Screenshot Weißbach Internetseite

Vorläufiges Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. April 2021. Quelle: Screenshot Weißbach Internetseite




„Hör mal zu, du Idiot“

Ein Mann sitzt in einem Auto, fährt durch Hohenlohe und filmt sich selber beim Autofahren und Räsonieren. Nichts Besonderes, das ist heutzutage wohl üblich, dass man während des Fahrens nicht auf die Straße, sondern in die Kamera blickt und der Welt etwas Wichtiges mitteilt. Aber was er sagt, ist bemerkenswert: Er lässt eine Schimpftirade über einen Gastronomen aus dem Kochertal (der Name ist der Redaktion bekannt) ab, mit übelsten Schimpfworten, die hier nicht alle wiedergegeben werden sollen, „Depp“, „Idiot“ und „der Typ hat einen Dachschaden“ waren noch die zitierfähigsten. Der Rest ist dann noch weiter unter der Gürtellinie.

Wenn „private Videos“ öffentlich werden

Wie es oft so ist, werden diese Videos dann weitergegeben und irgendeiner aus dem privaten Kreis der Adressaten entlässt das Video in die große Freiheit des Netzes – und so wird auch dieses Video inzwischen weithin geteilt. Auch GSCHWÄTZ bekam Zugriff auf dieses Video.

Das Private wird auch politisch

Das alles wäre kaum berichtenswert, wäre der Autor des Videos nicht eine Person des öffentlichen Interesses: Es handelt sich bei ihm um Mike Mitschke, derzeit Kandidat für den Posten des Bürgermeisters in Weißbach. Die Wahl ist am Sonntag, den 25. April 2021. Mitschke kann eine gewisse politische Erfahrung vorweisen – er kandidierte auch schon für die Piratenpartei, deren Pressesprecher Daniel Mönch allerdings darauf hinweist: „Die Kandidatur findet nicht mit der Unterstützung der Piratenpartei statt“.

Eigentlich alltägliche Situation

Was Mitschke so in Rage bringt, ist eigentlich eine alltägliche Szene: Der Gastronom hat ihn schlichtweg darauf hingewiesen, dass er beim Abholen seiner bestellten Speisen Abstand halten und Maske tragen soll. Deswegen ist Mike Mitschke laut eigener Aussage im Video bereits vor Ort derart in Rage geraten, dass er den Gastronomen übel beschimpft hat.

Beleidigungen im Netz nicht hinnehmbar

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage erläutert der langjährige Gastronom gegenüber GSCHWÄTZ, könne damit umgehen, wenn Gäste im kleinen Kreis auch mal ausfällig werden. Ein Problem habe er aber damit, wenn diese Beschimpfungen und Beleidigungen öffentlich im Netz kursieren. Das könne er nicht hinnehmen. Da ihm das Video bekanntgeworden sei, müsse man davon ausgehen, dass das Video inzwischen öffentlich bekannt ist.

Einen vereinbarten Gesprächstermin mit der GSCHWÄTZ-Redaktion ließ Mike Mitschke verstreichen.

Komische Fallhöhe

Das Ende des Videos kann komischer kaum sein: Mitten in seiner Tirade unterbricht sich Mitschke selber mit dem Ratschlag: „Bleibt immer in Eurer Mitte – Ihr seht: Das Böse begegnet einem jeden Tag“, kann sich danach am Steuer vor Lachen kaum noch einkriegen und verabschiedet sich mit „Euer Freigeist“.

Text: Matthias Lauterer

Video: privat / zensiert von GSCHWÄTZ




Umgestürzter Baum blockiert Kochtertalstraße

Einsatz für die Feuerwehr Weißbach – Umgestürzter Baum: Am Donnerstag, den 04. Februar 2021, um 00:49 Uhr, wurde die Löschgruppe der Feuerwehr Weißbach von der integrierten Leitstelle des Hohenlohekreis zu einem „Baum auf Fahrbahn“ alarmiert.
Es ist ein Baum auf die Kochertalstraße gestürzt und blockierte diese. Ein PKW wurde beim Durchfahren der Schadensstelle beschädigt. Ein LKW-Fahrer, der etwa 3 Meter vom Baum entfernt in seinem Führerhaus schlief, kam glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Der Baum wurde zerkleinert und die Straße freigeräumt und gereinigt.
Quelle: Feuerwehr Weißbach

Umgestürzter Baum auf der Kochertalstraße. Quelle:Feuerwehr Weißbach




„Dort wäre der Bau eines Kreisverkehrs eine zusätzliche sinnvolle Maßnahme“

Das Thema hatte im vergangenen Herbst 2020 hohe Wellen geschlagen: Auf der Landesstraße 1045 sollen am Ortsein- und -ausgang von Weißbach die Ortsschilder abgebaut und Tempo 70 erlaubt werden. Die Weißbacher befürchten, dass an der Kreuzung ein Unfallschwerpunkt entsteht.

Nachdem die Stadtverwaltung eine Resolution eingereicht hatte, ist es momentan ruhig in der Angelegenheit, wie Bürgermeister Rainer Züfle auf GSCHWÄTZ-Anfrage schreibt: „Mir ist noch kein Termin fürs Entfernen der Ortsschilder an der L 1045 bekannt. Auch sonst ist es in dieser Angelegenheit momentan absolut ruhig – was allerdings nicht heißt, dass sich das Thema erledigt hätte.“ Der Gemeinde Weißbach gehe es auch nicht darum, „dass die Ortsschilder bleiben müssen“, so der Stadtchef weiter. „Unser Anliegen ist, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit in jenem Bereich aus Gründen der Sicherheit und des Lärmschutzes auf 50 Stundenkilometer begrenzt bleibt.“ Das könne auch durch das Zeichen 274-50 StVO (Anmerkung der Redaktion: Das 50er-Schild mit runder Form und weißem Grund sowie roter Umrandung und einer 50 in der Mitte) erfolgen.

Antwort vom Landratsamt

Mittlerweile hat sich auch das Landratsamt Hohenlohekreis zu der Sache geäußert. Pressesprecher Sascha Sprenger schreibt auf die GSCHWÄTZ-Anfrage: „Derzeit werden in diesem Bereich die Daten zur Verkehrssituation aktualisiert. Danach werden wir über eine sogenannte verkehrsrechtliche Anordnung entscheiden und einen konkreten Termin festlegen. Wir gehen davon aus, dass dies in den nächsten Wochen der Fall sein wird.“

Bürgermeister Züfle möchte weiterhin 50 haben

Zu dem Thema hat der Landtagsabgeordnete Anton Baron eine Kleine Anfrage eingereicht, weil „eine Zunahme von Verkehrsunfällen und insbesondere eine Gefährdung aus Weißbach und vonseiten des Hornschuch-Betriebsgeländes kommender Personen, die bereits jetzt zu Stoßzeiten nur schwerlich auf die Landesstraße einbiegen können“, befürchtet werde. Insbesondere an der Einmündung der L 1045 hätte es der Gemeinde zufolge bereits Unfälle gegeben. Geantwortet hat auf die Anfrage nun das Ministerium für Verkehr im Einvernehmen mit dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration. Dieses schreibt unter anderem: „Für die rechtsfehlerfreie Entscheidung ist die Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis in eigener Verantwortung zuständig.Die maßgeblichen Kriterien des Standortes einer Ortstafel seien außerdem in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) als verbindliche Anweisung des Gesetz- und Verordnungsgebers an die Straßenverkehrsbehörden geregelt.

Zuständig für die Geschwindigkeitsregulierung sei das Landratsamt

Auf die Frage, ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung verpflichtend erhöht werden müsse, wenn die Ortstafeln entfernt werden, heißt es: „Ortstafeln haben nicht die Funktion, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einem Streckenabschnitt zu regulieren. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung ergibt sich nur indirekt aus der Straßenverkehrsordnung (StVO), wonach innerhalb geschlossener Ortschaften die zulässige Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich bei 50 Stundenkilometer liegt.“ Somit gelten dort, wo Straßenverkehrsbehörden die Entfernung von Ortstafeln anordnen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften, sofern sie nicht von der Behörde begrenzt wird. Doch dafür sei eine auf die örtlichen Verhältnisse bezogene konkrete Gefahrenlage nötig, die das allgemeine Risiko erheblich übersteigt. Zuständig für straßenrechtliche Maßnahmen sei im Fall Weißbach außerdem das Landratsamt Hohenlohekreis. Regierungspräsidien führen lediglich die Fach- und Rechtsaufsicht und stehen den unteren Straßenverkehrsbehörden bei Bedarf beratend zur Verfügung.

Gibt es an dieser Stelle viele Unfälle?

Doch davon abgesehen können auch Behörden nicht so einfach Geschwindigkeitsbeschränkungen anordnen. „Vielmehr ist es erforderlich, dass die rechtlichen Voraussetzungen für solche Maßnahmen gegeben sind“, heißt es in der Antwort des Verkehrsministeriums. „Straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen aus Sicherheitsgründen werden dann erforderlich, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nach den Erfahrungen der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde mit Unfällen zu rechnen ist oder eine Unfallhäufung vorliegt.“ Entscheidungsbefugt ist hier wiederum die Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis, deren Anordnungen rechtssicher sein müssen, weil Geschwindigkeitsbeschränkungen kontrolliert und Überschreitungen sanktioniert werden müssen. Häufig werde auch der Standort der Ortstafel von einem Gericht überprüft.

Moderate Steigerung der Unfallzahlen

Laut Angaben der Polizei im Rahmen der Prüfung durch das Landratsamt sind die Unfallzahlen auf der L1045 in Weißbach seit 2014 moderat gestiegen. „Die Kriterien für die Bestimmung von Unfallhäufungen richten sich grundsätzlich nach den Empfehlungen des Merkblatts zur örtlichen Verkehrsunfalluntersuchung in Unfallkommissionen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in der jeweils gültigen Fassung“, schreibt das Ministerium zur Frage, warum die Straße noch nicht als Unfallschwerpunkt gilt. „Eine Unfallhäufung kann nicht festgestellt werden.“ Denn obwohl es immer mehr Unfälle in den vergangenen Jahren gegeben hat, gibt es ein K.-o.-Kriterium, um als Unfallschwerpunkt bezeichnet zu werden: Der Grenzwert für eine Stelle mit Unfallhäufung betrage fünf Unfälle gleichen Unfalltyps – zum Beispiel Unfälle beim Einbiegen oder Kreuzen in zwölf Monaten, fünf Unfälle mit Personenschaden in drei Jahren oder drei Unfälle mit schwerem Personenschaden in drei Jahren.

Nähere Untersuchung bei einer Unfallhäufung

Aber welche Stelle ist für die Festlegung von Unfallschwerpunkten und für die diesbezügliche Erfassung der Unfälle anhand der in Frage sechs thematisierten Kriterien zuständig? „Die Unfälle werden in der elektronisch geführten 1-Jahres-Karte aller Unfälle und in der elektronisch geführten 3-Jahres-Karte der Unfälle mit Personenschaden und der Unfälle mit schwerem Personenschaden von der Polizei erfasst und ausgewertet. Sobald sich abzeichnet, dass sich eine Unfallhäufung ergibt, ist eine nähere Untersuchung erforderlich und die zuständige Straßenverkehrsbehörde unter Übermittlung der vorhandenen Daten in Kenntnis zu setzen. Nach Eingang der Unfallhäufungsmeldung prüft die Straßenverkehrsbehörde unverzüglich, ob bei der Unfallhäufung grobe und offensichtliche verkehrsrechtliche oder bauliche Mängel vorliegen, die sofort beseitigt werden können, oder ob eine Behandlung der Unfallhäufung in der Unfallkommission aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, des Straßenbaulastträgers und der Polizei erforderlich ist.“

Manche Bürger wünschen sich einen Kreisverkehr anstatt einer Ampelkreuzung

Laut der kleinen Anfrage von Anton Baron möchten Weißbacher Bürger einen Kreisverkehr anstatt eine Ampelkreuzung an der Landesstraße. Unterstützt die Landesregierung die Überlegungen aus der Bürgerschaft hinsichtlich einer Errichtung eines Kreisverkehrs an der Einmündung der Crispenhofer, fragt der Hohenloher Landtagsabgeordnete das Stuttgarter Verkehrsministerium. Dieses sagt: „Derartige Überlegungen aus der Bürgerschaft sind bisher weder der Landesregierung noch der Straßenbauverwaltung beim Regierungspräsidium Stuttgart bekannt. Schon aufgrund der nahen Lage am Kocher kann ohne eine qualifizierte Verkehrsuntersuchung keine belastbare Aussage getroffen werden.“

Anton Baron (AfD) möchte weiterhin eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern

Anton Baron kommentiert er wie folgt: „Auch wenn es sich nicht offiziell um einen Unfallschwerpunkt handelt, hat sich die Zahl der Unfälle von 2014 bis 2019 dennoch verfünffacht. Die Befürchtungen der Bürger und des Gemeinderats in Weißbach, dass diese Zahlen bei einer Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit weiter zunehmen dürften, sind nicht von der Hand zu weisen. Das Regierungspräsidium und die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises haben das bei ihrer Entscheidung zu bedenken. Ich plädiere aufgrund dieser Daten jedenfalls ebenso für eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Ein Problem ist zu Stoßzeiten insbesondere die Einmündung der Crispenhofener Straße in die Kochertalstraße. Dort wäre der Bau eines Kreisverkehrs eine zusätzliche sinnvolle Maßnahme“, so der Landtagsabgeordnete Anton Baron.

 

 

Unfallzahlen der Polizei für die L1045 in Weißbach. Screenshot: GSCHWÄTZ

Die zweite Einmündung in Weißbach auf die L1045. Foto: GSCHWÄTZ

 




„Um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht zu gefährden“

Die Jugendfeuerwehr Weißbach gibt bekannt, dass die „aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung und um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Weißbach nicht zu gefährden“, die Christbaumsammlung am Samstag, den 09. Januar 2021 nicht im geplanten Rahmen durchführen könne.
Ob die Sammlung zu einem späteren Zeitpunkt durchführbar ist, kann erst nach Bekanntgabe der neuen Beschlüsse am 10. Januar 2021 festgelegt werden.“Es tut uns leid, diesen gewohnten Service im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht anbieten zu können. Doch die Gesundheit der Mitglieder der Jugendfeuerwehr sowie der Einsatzabteilung und das Aufrechterhalten der Einsatzbereitschaft geht hier vor“, so die Jugenfeuerwehr.
Auch in Forchtenberg sammelt die Feuerwehr erst einmal keine Christbäume ein.
Die Feuerwehr Niedernhall, die ebenso verfährt, verweist dabei aauf den Beschluss der Landesregierung. macht aber Hoffnung: „Wenn der Lockdown wie bisher geplant am 10. Januar 2021 enden sollte, würden wir am 16. Januar 2021 die Christbaumsammlung nachholen. Um die aktiven Kameraden nicht zu gefährden und für Sie weiterhin einsatzbereit sein zu können, bitten wir um Ihr Verständnis.“