„Um etwa drei Uhr kam die Nachricht, dass es hier brennt“
Ein leichter Rauchgeruch hängt über dem beschaulichen Örtchen Goldbach bei Waldenburg. Über einem der Wohnhäuser steht dichter Rauch. In der Nacht hat es hier gebrannt, Wohnhaus und Stallgebäude des Gehöfts wurden zerstört. Die Dächer sind nur noch schwarze Gerippe mit einer großen, verbogenen Fotovoltaikanlage obendrauf. Hier wird auf absehbare Zeit niemand mehr wohnen. Das Tor zum Stallgebäude scheint dafür noch völlig intakt zu sein, weist keinerlei Brandspuren auf. Und immer noch sind zahlreiche Feuerwehrleute mit Nachlöscharbeiten und Bekämpfung von Glutnestern beschäftigt. Sie fahren eine Drehleiter zwischen Wohnhaus und Stall und spritzen von oben Wasser in die Gebäude. Weißer Dampf steigt auf.
„Um etwa drei Uhr kam die Nachricht, dass es hier brennt“
Auch Waldenburgs Bürgermeister Bernd Herzog und Landrat Dr. Matthias Neth sind vor Ort. „Um etwa drei Uhr kam die Nachricht, dass es hier brennt“, erzählt Herzog von der vergangenen Nacht. Er ist sofort mit ausgerückt. Für ihn eine klare Sache – schließlich sei er als Bürgermeister der „oberste Feuerwehrmann“ im Ort. Über 100 Angehörige der Feuerwehren aus Waldenburg, Künzelsau, Kupferzell und Öhringen seien vor Ort gewesen. Dazu die Tiernotrettung und Seelsorger. „Zum Glück ist den Menschen und Tieren nichts passiert“, ist Herzog trotz allem erleichtert.
„Man weiß ja nie, ob so ein Feuer nicht übergreift.“
„Gegen drei Uhr ist meine Frau kurz aufgestanden und hat gleich gesehen, dass es bei den Nachbarn brennt“, erzählt ein Nachbar des abgebrannten Hofes. „Meine Frau hat auch gleich bei der Feuerwehr angerufen.“ Doch die hätte schon Bescheid gewusst. „Wahrscheinlich haben die Besitzer selbst den Brand bemerkt.“ Die Garage des Nachbarn steht direkt neben dem betroffenen Grundstück. „Wir haben schnell unser Auto aus der Garage geholt, man weiß ja nie, ob so ein Feuer nicht übergreift.“ Dann hätte er den Nachbarn geholfen, die Kühe in Sicherheit zu bringen. „Wir haben sie auf die Weide gebracht, dort sind sie jetzt noch“, erzählt der Mann. Tiefenentspannt liegen die Viecher auf ihrer Weide in der Sonne – vom Stress der vergangenen Nacht ist zumindest bei ihnen nichts mehr zu bemerken.
Über die Brandursache war noch keine Auskunft zu bekommen. Der Schaden liegt bei geschätzten 350.000 Euro.
Text: Sonja Bossert

Blick über den Goldbacher Löschteich auf den abgebrannten Stall. Foto: GSCHWÄTZ

Ankunft der Drehleiter: Über 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Das abgebrannte Wohnhaus. Foto: GSCHWÄTZ

Die geschwärzten Balken vom Dach des Stalls. Foto: GSCHWÄTZ

Blick in den abgebrannten Stall. Foto: GSCHWÄTZ

Zwei Feuerwehrleute lassen sich mit der Drehleiter über die abgebrannten Gebäude bringen. Foto: GSCHWÄTZ

Löscharbeiten von oben. Foto: GSCHWÄTZ

Weißer Dampf hüllt die Feuerwehrleute ein. Foto: GSCHWÄTZ


