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„Ich würde mich im Grabe umdrehen“ – Warum sprechen wir nicht über den Tod?

Sterben will keiner. Der Tod kommt aber und das ist gewiss. Die Frage ist nur, was man daraus macht. Wünschen wir uns nicht alle, irgendwann mit über 100, nach einem wunderschönen Tag mit den Lieben ohne größeres Gebrechen einfach friedlich einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen? Eine sehr stilvolle Beerdigung folgt und die Hinterbliebenen trocknen sich die Tränen und sagen zueinander: „So hätte der Verstorbene sich das gewünscht.“

Vorsorgemappe ausfüllen

Tja… die Realität sieht aber meist anders aus. Plötzlich klopft der Tod an die Türe und dann ist es auch schon rum oder aber man liegt leidend im Bett und wartet sehnlichst auf den Sensenmann. Nicht zu vergessen – man ist noch nicht einmal richtig kalt und schon beginnt der Streit um das Erbe.Warum sprechen wir nicht schon früher über den Tod, das Älterwerden und was im Fall der Fälle mit uns geschehen soll? Da setzt man sich an einem Sonntagmittag hin und füllt die Vorsorgemappe aus. Einfacher gesagt als getan – denn, was will man überhaupt?

Wer soll sich um was kümmern?

Wem traue ich es zu, mir ein nettes Pflegeheim auszusuchen? Wann soll „der Stecker gezogen“ werden? Was soll der Pfarrer an meiner Beerdigung alles über mich erzählen? Möchte ich ein Plätzchen auf dem Waldfriedhof oder doch lieber einen Sarg und das klassische Grab auf dem Friedhof? Sollen meine Hinterbliebenen den billigsten Sarg nehmen, denn der verrottet ja sowieso – oder will ich auf meinem letzten Weg doch noch einmal einen pompösen Auftritt hinlegen? Wer wird mein Erbe sein? Und wer bekommt was?

Über diese Fragen sollte jeder von uns nachdenken, die Antworten festhalten und bestenfalls mit einem der Lieben in seinem Umfeld darüber sprechen – bevor man eine Bestattung bekommt, bei der man sich am liebsten im Grabe umdrehen würde.




„Wer soll die nächste Vertrauensperson sein?“ – Wie hilfreich eine Vorsorgemappe sein kann

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Testament, Beerdigung… das will keiner hören, man will sich nicht damit beschäftigen und schiebt es immer vor sich her. Aber irgendwann ist es zu spät und die Angehörigen wissen vielleicht nicht, wie sie richtig handeln sollen.

Für die letzte Lebensphase

Der Kreisseniorenrat, Betreuungsverein im Hohenlohekreis e.V., Pflegestützpunkt Hohenlohekreis und das Sozial- und Vorsorgeamt im Landratsamt Hohenlohekreis mit Betreuungsbehörde und Altenhilfefachberatung erabeiteten eine Vorsorgemappe für alle Einwohner im Hohenlohekreis. In dieser Vorsorgemappe kann man alles für seine letzte Lebensphase oder im Todesfall regeln.

Alles Wichtige zusammengefasst

Solange man noch seinen eigenen Willen äußern kann und entscheidungsfähig ist – sollte man dies auch tun, auch wenn man sich gerade nicht mit diesem schweren Thema befassen möchte. Die Vorsorgemappe des Hohenlohekreises hat alles Wichtige zusammengefasst, so dass man die Mappe nur noch ausfüllen muss. Möchte man bei einer schweren Krankheit am Leben erhalten werden oder wo möchte man seine letzten Augenblicke erleben dürfen? Wer soll die nächste Vertrauensperson sein? All diese Informationen kann man Patientenverfügung, der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfüfung festhalten. Dieser Wille muss umgesetzt werden.

Vorsorgeausweis im Geldbeutel

Wichtig ist auch der Vorsorgeausweis, den man einfach in seinen Geldbeutel legt. Wenn einem etwas zustoßen sollte und man nicht mehr entscheidungsfähig ist, hilft dieser Vorsorgeausweis, auf dem angekreuzt ist, welche Vollmachten und Verfügungen vorhanden sind, um weitere Schritte ganz im Sinne des Betroffenen zu planen. So darf etwa niemand Sterben gegen den Willen des Betroffenen aufhalten oder verlängern.

Auch den digitalen Nachlass regeln

Auch das digitale Zeitalter spielt eine Rolle. Was soll mit den persönlichen Daten nach dem Tod passieren? Soziale Medien, Cloud, Festplatten, Online-Banking, Passwörter … soll alles gelöscht werden, soll einiges erhalten bleiben oder sollen die Angehörigen darüber entscheiden? Ein digitales Weiterleben ist schließlich auch nach dem Tod möglich.