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Es regnet Volti-Siege in Ellwangen

Was für ein Voltigier-Treffen in der Reithalle in Ellwangen am 03. Oktober 2021. Von überall her kamen die pferdebegeisterten Kinder- und Jugendvereine, um beim Röhlinger Volti-Turnier ihr Können auf dem Rücken der Vierbeiner zu beweisen.

Ob zu zweit oder einzeln, Rolle rückwärts oder Handstand – die Schüler:innen zeigten in ihren bunten Glitzerkostümen, welche akrobatischen Einlagen sie auf ihren Pferden beherrschen.

Birgit Leu war mit ihren drei Hohenloher Gruppen ebenfalls gemeldet. Gelohnt hat sich die Teilnahme. Denn alle Teilnehmer:innen in ihren Kategorien den 02. Platz.

Birgit Leu (links) mit ihren Mädels. Foto: GSCHWÄTZ

Natürlich geht hier keiner mit leeren Händen nach Hause. Foto: GSCHWÄTZ

Aufstellung zur Schlussformation. Foto: GSCHWÄTZ

Alles Sieger:innen. Die Hohenloher Volti-Teilnehmer:innen durften sich über Plätze auf dem Siegertreppchen freuen. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




Die Kunst auf dem Pferd

Turnen auf dem Boden ist schon eine Herausforderung. Aber Turnen auf einem wackelnden und sich bewegenden Untergrund?
Nichts anderes ist Voltigieren: Turnen auf dem Pferd.

Genau das bietet Birgit Leu seit über zehn Jahren in der Hofratsmühle in Künzelsau an.
Leu und ihre Helfer trainieren zirka 50 Voltigierer zwischen sechs und 26 Jahren.
Früher wäre das nicht möglich gewesen, erinnert sich die 54-Jährige. „1963 gab es noch eine Altersgrenze. Man durfte höchstens 16 Jahre alt sein, wenn man bei den Meisterschaften teilnehmen wollte.“ Über die Jahre hinweg sei die Altersgrenze immer weiter nach oben gesetzt worden, bis sie 2008 abgeschafft wurde, erklärt die 54-Jährige Braunsbacherin.
Viele Voltigieren noch weit ins Erwachsenenalter. Der Vorteil: Je länger man trainiert, desto intensiver kann man sich mit den Figuren, die man auf dem Pferd macht, beschäftigen. Ein- bis zweimal die Woche zu trainieren, sei das Mindeste, so die Expertin. „Die größeren Kinder, die an Tunieren teilnehmen, trainieren zwei- bis dreimal wöchentlich.“ Hinzu komme noch Krafttraining und joggen.

Dies ist aber kein reiner Frauensport, auch Jungs und Männer voltigieren und werden gerne für die Hebefiguren herangezogen, da sie in der Regel kräftiger sind. Aber oft kämen vor allem die Jungs an den Punkt, an dem sie sich entscheiden müssen: Fußball oder Voltigieren? Denn die Schule geht vor und jeder Sport ist zeitintensiv.

Leus Voltigiergruppe hat fünf Pferde und Holzpferde, auf denen die Voltigierer trainieren. Denn nur dem Holzpferd seien Fehler egal und die fünf Pferde können nicht im Dauereinsatz sein, nur damit die Voltigierer trainieren können. Von den fünf Pferden gehören vier Leu, eines davon ist sogar schon 23 Jahre alt. So trainieren die Kinder beim Voltigieren nicht nur ihren Sinn für Gleichgewicht und Rhythmus sowie eine gewisse Grundsportlichkeit. Sie müssen auch lernen, wie man mit Tieren umgeht. „Denn auch die Pflege der Pferde wird gelernt“, so die Braunsbacherin.

 

Voltigieren in Morsbach

Die Voltigiergruppe des Vereins Islandpferdefreunde Hohenlohe-Tauber e.V ist hier im Hohenlohe die einzige Möglichkeit, die Kunst des Voltigierens zu erlernen. Die nächsten Voltigiergruppen gäbe es erst wieder in Dinkelsbühl und Bad Friedrichshall, so Birgitt Leu.

Kontaktdaten:
birgitleu@hotmail.com
Tel.: 0790/6391

Lasse Leu und Pauline Stier auf Pferd Carpe.
Foto: GSCHWÄTZ

Die L-Mannschaft nach der Übung: Pferd Carpe, Trainerin Birgit Leu, Linda Karle, Lasse Leu, Jana Lauterer, Julia Karle, Pauline Stier.
Das Ergebnis der L-Guppe: der 2. Platz.
Foto: GSCHWÄTZ

Pferd Aragon. Foto: GSCHWÄTZ