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Kupferzell/Künzelsau: Bank führte laut Staatsanwaltschaft Geldtransport in Privat-Pkw durch und wird ausgeraubt

Bei diesem Bankraub stehen nicht nur die Beschuldigten im Mittelpunkt, auch die Volksbank Hohenlohe muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen.

Überfall in Kupferzell 

Aber was genau ist geschehen? Am 01. August 2019 soll eine Mitarbeiterin der Volksbank Hohenlohe gegen 08 Uhr mit ihrem Privatwagen zur Filiale in Kupferzell gefahren sein, im Auto befanden sich wohl 135.000 Euro. Das Geld kommt nicht im dortigen Tresor an: Noch auf dem Parkplatz der Filiale sei die Mitarbeiterin von einem Mann mit Reizgas attackiert worden, das Geld wird geraubt. Der Mann kann zu Fuß entkommen, die unmittelbar eingeleitete Fahndung führt nicht zum Auffinden des Täters.

Überfall in Neuenstein 

Schon vorher, am 18. März 2019, wird die Volksbank Hohenlohe von einem Überfall erschüttert: Ein Mann betritt am frühen Nachmittag die Filiale der Volksbank in Neuenstein, bedroht den anwesenden Angestellten mit vorgehaltener Waffe, fesselt ihn, erleichtert den Tresor um eine hohe Summe, die Süddeutsche Zeitung spricht von zirka 60.000 Euro, und schafft es, die Bank unbehelligt zu verlassen und sich ohne aufzufallen vom Tatort zu entfernen. Der Angestellte kann sich später selber befreien und alarmiert die Polizei, die sofort eine Fahndung einleitet, diese blieb allerdings trotz Hubschraubereinsatz ohne Erfolg.

Einer der Festgenommenen soll ein Azubi der Bank sein

Ein ganz ähnliches Tatmuster findet sich bei zwei Überfällen in Petersberg (Osthessen), wo 2013 eine Geldbotin mithilfe von Insiderwissen und unter Verwendung von Reizgas beim Geldeinwurf in den Nachttresor überfallen wurde und 2016 ein Überfall auf dieselbe Filiale der dortigen Volksbank vorgetäuscht wurde – möglicherweise das Vorbild für die hiesigen Täter? Der dortige Täter, ein Mitarbeiter der überfallenen Bank, konnte 2018 festgenommen werden.

 Verdecke Ermittlungen

Bereits zwei Monate nach dem Überfall in Kupferzell, am 01. Oktober 2019, verkündet die Staatsanwaltschaft Heilbronn den Erfolg der teilweise verdeckt geführten polizeilichen Ermittlungen und vermeldet, dass drei Männer, damals im Alter von 19, 22 und 34 Jahren, vorläufig festgenommen und anschließend dem Haftrichter vorgeführt wurden. Die Beschuldigten kamen daraufhin in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht zum damaligen Zeitpunkt sowohl von einem vorgetäuschten Überfall in Neuenstein als auch von Insiderinformationen aus.
Und tatsächlich erscheint ein Auszubildender der Bank von da an nicht mehr an seinem Arbeitsplatz. Offenbar hatte er, wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, Kenntnis davon, dass und wann die Summe von 135.000 Euro in die Filiale verbracht werden sollte – außerdem war ihm auch das Transportmittel bekannt: Der private PKW einer Bankmitarbeiterin, die das Geld alleine und ohne Begleitung in die Filiale transportiert hat. Der Auszubildende ist einer der Festgenommenen und wird sich vor Gericht verantworten müssen.

Geldtransport mit einem Privatauto

Es stellt sich die Frage, warum ein Bankinstitut eine Mitarbeiterin der Gefahr eines Überfalls aussetzt und sie einen derart hohen Betrag in ihrem Privatauto transportieren lässt – die Volksbank Hohenlohe wollte sich auf GSCHWÄTZ-Anfrage nicht dazu äußern, ob Transporte solch großer Geldsummen durch Bankmitarbeiter in deren privaten Fahrzeugen bei der Volksbank üblich sind. Auch auf die Frage, ob dieser Ablauf zwischenzeitlich geändert wurde, wollte die Volksbank „keine weiteren und zusätzlichen Auskünfte geben“. Jochen Leitner von der Volksbank Hohenlohe: „Wichtig ist für uns in dem Zusammenhang, dass wir die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft nicht behindern und beeinträchtigen.
Deswegen können wir zu dem laufenden Ermittlungsverfahren und zu der zitierten Pressemitteilung keine weiteren und zusätzlichen Auskünfte geben. Bitte haben Sie vielmals Verständnis.“

Vorgetäuschter Banküberfall?

Im Falle des Überfalls in Neuenstein sprachen Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst in einer Pressemitteilung vom 01. Oktober 2019 davon, dass der Überfall vorgetäuscht gewesen sein soll. Was kann man sich unter einem vorgetäuschten Banküberfall vorstellen? Das Geld wurde schließlich tatsächlich entwendet. Ist der Bankmitarbeiter, der gefesselt wurde, eventuell ein Komplize, so dass er sich nach einer Weile auf einfache Weise selber befreien und die Polizei alarmieren konnte? Ist der Angestellte möglicherweise derselbe, der beim Überfall in Kupferzell die Insiderinformationen nutzte? Die Staatsanwaltschaft will sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage nicht konkret hierzu äußern: „Ob sich der Verdacht, der Überfall sei vorgetäuscht worden, bestätigen wird, kann noch nicht gesagt werden.“

Drei Tatbeteiligte?

Laut Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde der älteste der drei Festgenommenen inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich der Tatverdacht gegen ihn nicht erhärtet hat. Die Staatsanwaltschaft geht aber weiterhin von drei Tatbeteiligten aus und sucht nach einem 20-Jährigen, der sich vermutlich ins Ausland abgesetzt hat.

Eine Untersuchungshaft ist laut Paragraf 112 der Strafprozessordnung, falls nicht außergewöhnliche Umstände eintreten, auf die Dauer von sechs Monaten beschränkt, daher dürfte der Prozess spätestens Ende März 2020 beginnen. Es wurde bereits – aufgrund des Alters eines der Festgenommenen bei der Großen Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn – wegen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben. Schwerer Raub unter Verwendung einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs (hier das Reizgas) ist nach Paragraf 250 des Strafgesetzbuches mit einer Haftstrafe nicht unter fünf Jahren zu bestrafen. Der Prozesstermin war bis zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Ungesicherter Transport

In diesem Prozess wird die Frage, ob die Art des Transportes – ungesichert ohne Begleitung und in einem privaten Fahrzeug – es den Tätern relativ einfach gemacht hat, eine wichtige Rolle spielen, genauso wie die Frage nach den gesundheitlichen Folgen für die überfallene Mitarbeiterin. Die Antworten werden, sofern ein Schuldspruch erfolgen wird, sicherlich das Strafmaß beeinflussen.

Text: Matthias Lauterer

Es wurde bereits – aufgrund des Alters eines der Festgenommenen bei der Großen Jugendkammer des Landgerichs Heilbronn – wegen gemeinschaftlichem besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben. Foto: GSCHWÄTZ/ Archiv

 




„Nehmen Sie das nächste Mal den anderen Auszahl-Automaten“ – Meine Wochenenden ohne EC-Karte

Es ist Freitagnachmittag, Ende September, gegen 16 Uhr. Bevor ich einkaufen gehe, brauche ich noch Bargeld, also laufe ich in Künzelsau in der Hauptstraße zum Geldautomaten. Karte rein, der Automat flackert kurz und auf dem Display ist zu lesen „Störung“. Fassungslos starre ich auf das Display. Ein paar Sekunden später steht dort: „Bitte führen Sie Ihre Karte ein.“

Ich fühle mich wie ein hilfloses Rehkitz

Was? Ich stemme meine Hände rechts und links an den Rand des Geldautomaten und atme tief durch. Mein Blick wechselt zwischen Display und Kartenschlitz. Meine Karte ist weg. Wie ein Häufchen Elend stehe ich nun im Foyer. Was ist passiert und wo ist meine Bankkarte? Warum hat der Automat sie eingezogen? Oh mein Gott – ist mein Konto leer? Ich habe doch diesen Monat noch nicht so viel ausgegeben. Leicht verstört kruschel ich in meiner Tasche nach dem Handy. Mein Herz schlägt schneller und ich fange schwitzend an, die Telefonnummer der Volksbank zu wählen, die auf dem Geldautomaten steht. „Ähm… ich stehe hier am Volksbank-Automaten in der Künzelsauer Hauptstraße und der Automat hat einfach meine Karte eingezogen. Aber ich weiß nicht, warum…“, versuche ich dem netten Herrn am anderen Ende der Leitung zu erklären. Um mich zu beruhigen, schaut er auf mein Konto und bestätigt mir, dass sich noch Geld auf meinem Konto befindet. Auf meine verwunderte Frage, warum dann meine Karte eingezogen wurde, kam nur ein: „Das passiert.“ Es ist Freitag und ich war viel zu schwach, eine Diskussion zu starten. „Was mach‘ ich denn jetzt? ich brauche meine Karte“, krächzte ich nur. Ich solle doch an die Hauptfiliale hochlaufen und dort kann ich am Schalter Bargeld abheben.
Ich seufze. Die Schiebetüren der Filiale öffnen sich und ich stapfe hinaus. Es regnet aus Eimern – ich habe keinen Regenschirm. Während mir der kalte Regen gegen mein Gesicht peitscht, steigt Wut in mir hoch. Eine fiese Wut – wieso muss ich jetzt meiner Karte hinterherrennen? Das war doch die Schuld der Bank. Und ehe ich mich versehe, führe ich den gesamten Weg zur Volksbank eine hitzige Diskussion in meinem Kopf – mit mir allein.

Ohne EC-Karte kann das Leben ganz schön grausam sein. Foto: GSCHWÄTZ

Hallo, ich würde gerne Geld abheben

Völlig durchnässt und tropfend stehe ich am Schalter, schildere der Dame meine Situation und verlange umgehend eine Aushändigung meiner EC-Karte. „Leider ist heute niemand mehr im Haus, der die EC-Karte holen könnte“, antwortet das Fräulein mir gegenüber. Meinen Kommentar, ob man denn ein Diplom bräuchte, um einen Automaten zu öffnen und dort eine Karte raus zu holen, verkneife ich mir und frage stattdessen: „Wann wäre denn jemand da, der das machen könnte?“ Frühestens am Montag, hieß es. Und wie komme ich nun an mein benötigtes Geld? Ich tigere geknickt zum Auszahlungsschalter: „Hallo, ich würde gerne Geld abheben.“ „Wie lautet denn ihre Kontonummer?“ – „Das weiß ich leider nicht, weil die auf meiner EC-Karte steht und diese steckt im Automaten fest.“ Der Bankangestellte am Schalter hält kurz inne. Ich lege ihm meinen Personalausweis hin und bekomme schließlich mein Geld ausgezahlt. Die EC-Karte wartet montags darauf bereits in der Filiale auf mich.

 Und täglich grüßt das Murmeltier

Zirka drei Monate später, Dezember: Es ist Freitagnachmittag und bevor ich mit meinen Weihnachtseinkäufen anfange, sollte ich mir noch Bargeld holen. Da steh‘ ich nun – in der Künzelsauer Innenstadt – und hadere mit mir, an welchen Automaten ich gehe. „Bis ich jetzt hoch zur Hauptfiliale gelaufen bin…das war damals bestimmt nur ein dummer Zufall, dass meine EC-Karte eingezogen wurde. Stell‘ dich nicht so an“, diskutiere ich im Kopf mit mir selbst. Also bevorzuge ich den kürzesten Weg und steuere den Geldautomaten in der Hauptstraße an. Einer ist belegt, also nehme ich wieder mal den rechten Automaten. Karte rein – zack – der Automat flackert kurz und auf dem Display ist zu lesen: „Störung“. Fassungslos starre ich auf das Display. Ein paar Sekunden später steht auf dem Display: „Bitte führen Sie Ihre Karte ein.“

„Es wäre nett, wenn sich jemand von Ihnen hierher bequemt, um mir meine Karte auszuhändigen“

Ich beiße die Zähne zusammen, damit ich nicht lauthals das Fluchen anfange und das Foyer erschüttere, während Mütter ihren Kindern die Ohren zuhalten müssen. Ich zücke das Handy, rufe die Nummer der Künzelsauer Hauptfiliale an und sage schroff: „Ihr Automat hat mal wieder meine Bankkarte eingezogen. Es wäre nett, wenn sich jemand von Ihnen hierher bequemt, um mir meine Karte auszuhändigen.“ Eine zarte junge,weibliche Stimme sagt etwas verschüchtert: „Oh, das tut mir leid, aber leider ist heute niema…“ – „Niemand mehr im Haus“, unterbreche ich. „Ja, ja ich weiß. Danke. Tschüss“, platzt es aus mir heraus. Nachdem ich aufgelegt hatte, tat mir die junge Frau am Telefon etwas leid, sie kann ja schließlich nichts dafür, ich aber auch nicht, verdammt. Also stiefele ich die Hauptstraße nach oben Richtung Hauptfiliale. Wer hätte es gedacht – es regnet und ich habe mal wieder keinen Regenschirm dabei. Ich versuche mein Gefühlschaos zwischen – was ist das denn für ein amateurhafter Haufen- und – bist ja selbst schuld, du musstest ja wieder denselben Automaten wie das letzte Mal nehmen – irgendwie zu sortieren. Mit etwas gezügelter Wut – in meinem Kopf hatte ich diese Diskusion schon gewonnen – stapfe ich schnurstracks zum Schalter. „Meine Karte wurde mal wieder eingezogen und ich brauche sie“, schildere ich mein Problem vermutlich derselben jungen Dame, mit welcher ich Minuten zuvor noch telefoniert hatte. Direkt klingt sich eine weitere Mitarbeiterin der Volksbank in unser Gespräch mit ein: „Warum macht der Geldautomat sowas?“, frage ich empört.

Keine Befugnis für die Bankangestellten

Die Antwort der Volksbankangestellten lässt meine Stirn runzeln: „Sie haben bestimmt den rechten Automaten benutzt. Der macht öfter Probleme. Sie sind auch nicht die einzige, der das passiert. Und wissen Sie, der Automat vermerkt es noch nicht einmal im Protokoll, dass er eine Karte verschluckt. Das nächste Mal einfach den linken Automaten nehmen. Und die Karte können wir Ihnen leider auch nicht aushändigen, weil alles, was mit den Automaten zu tun hat, fremdvergeben wurde. Somit kommen wir da jetzt leider nicht ran. Die Firma, die für die Automaten zuständig ist, ist erst am Montag wieder zu erreichen.“

Entweder war dies eine sehr durchdachte Ausrede oder aber die Bankangestellten wurden tatsächlich entmachtet. Keine Macht über die Geräte zu haben und scheinbar leicht defekte Geräte nicht austauschen zu können, kann nun ein Fluch oder ein Segen für die Volksbank sein.

Jochen Leitner, Bereichsleiter Vertriebsmanagement der Volksbank Hohenlohe, bestätigte die Aussage nach unserer Presseanfrage: „In der Tat gab es letztes Jahr Probleme mit dem Automaten in unserer SB-Geschäftsstelle in der Künzelsauer Hauptstraße. Es wurden bei dem Automaten vermehrt Karten eingezogen, weil ein Defekt in der Kartenleseeinheit vorlag und die Kartendaten vom Automaten nicht ausgelesen werden konnten. Nach dem Bekanntwerden des Defekts, haben wir umgehend reagiert und den Kartenleser getauscht. Seitdem funktioniert der Automat wieder störungsfrei. Eingezogene Karten werden beim Öffnen des Gerätes von unserer Partnerfirma protokolliert, mitgenommen und bei der nächsten Anfahrt in einer unserer Volksbank-Hauptstellen zur weiteren Bearbeitung abgegeben.“

Nun ja, ich weiß noch nicht ob ich die Aussage überprüfen werde und diesen Teufelsautomaten jemals wieder benutze oder ob ich fortan doch ein Fan von bargeldlosen Zahlungen werde.

Einer dieser beiden Automaten trieb unsere GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer schier in den Wahnsinn. Foto: privat




Kontoführung // bis zu 400 Prozent teurer

Wer vor vielen Jahren ein Girokonto bei den Sparkassen und Volksbanken hatte, musste keine Kontoführungsgebühren bezahlen. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Was vor Jahren noch umsonst war, kostet jetzt 8,25 Euro pro Quartal, also 33 Euro im Jahr. Voraussetzung ist ein monatlicher Zahlungseingang von 1000 Euro.

Aufgrund des äußerst niedrigen Zinsniveaus, so argumentieren die Banken, seien die Erträge im klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft deutlich zurückgegangen. Die von der europäischen Zentralbank (EZB) eingeführten Strafzinsen drücken darüber hinaus zusätzlich auf die Profitabilität der Banken. Doch an der Differenz von Guthaben- und Kreditzinssatz zwischen 0,1 und über zehn Prozent (für geduldete Überziehung) kann immer noch gut verdient werden. Darüber hinaus haben die Banken in der vergangenen Zeit ordentlich an der Gebührenschraube für die Führung von Girokonten gedreht.

Schauen wir uns bei den drei regionalen Banken und Sparkassen um und beginnen mit der Raiffeisenbank Kocher-Jagst eG (RBKJ):

Die RBJK entstand 2001 durch den Zusammenschluss der Raiffeisenbank Dörzbach eG, der Raiffeisenbank Mulfingen und Umgebung eG, der Raiffeisenbank Niedernhall eG, der Raiffeisenbank Schöntal eG und der Ingelfinger Raiffeisenbank mit Hauptsitz in Ingelfingen.

Schon vor einigen Jahren wurde eine Kontoführungsgebühr von 2,75 Euro pro Monat eingeführt. Ein Nachdenken über einen Kontowechsel lohnte sich noch nicht. Nun soll aber diese Grundgebühr auf vier Euro erhöht werden, also eine Steigerung um knapp 45 Prozent.
Hierbei sind vier Barauszahlungen pro Monat inklusive. Auf alle weiteren Transaktionen kommen dann aber folgende Kosten hinzu:

// Zahle ich im Supermarkt mit meiner EC-Karte, kostet dies 20 Cent pro
Buchung.
// Überweist mein Chef mir das Gehalt, soll ich künftig 20 Cent dafür bezahlen.

// Überweist die Bank mir die Zinsen, behält sie auch dafür 20 Cent ein.
// Ich verkaufe etwas bei Ebay – und die Bank ist wieder mit 20 Cent am Erlös beteiligt.
// Der Kleingewinn beim Gewinnsparen reduziert sich von fünf auf 4,80 Euro.
// Für die monatlichen Lastschriften vom Handyanbieter, Stromlieferant und so weiter ist noch einmal ein Euro fällig.
// Bei 25 solcher Transaktionen summiert sich der Betrag auf fünf Euro/Monat. Bei 50 Buchungen steigert sich dieser Betrag dann auf zehn Euro.
// Beim Homebanking kostet das Bezahlen von Rechnungen aber nur zehn Cent.

Zusammengefasst:
Gegenüber dem Monatspreis von aktuell 2,75 Euro müssen ab 1. Januar 2018 bei 50 Transaktionen knapp 14 Euro pro Monat berappt werden. Das ist eine Steigerung um 400 Prozent.

Beschränkt man sich auf 25 Buchungen mit Benutzung einer Kreditkarte, wäre das eine Preiserhöhung um „nur“ etwas mehr als 200 Prozent.

Vergleichen wir die Kosten mit der Volksbank Hohenlohe. Das Basiskonto für Privatkunden kostet monatlich vier Euro bei einem monatlichen Zahlungseingang von 1.000 Euro. Barauszahlungen am Schalter kosten 50 Cent, am Geldautomaten 35 Cent, dabei sind fünf Abhebungen kostenfrei. Die Ausführung einer Überweisung kostet 50 Cent am Schalter, eine Transaktion mit der EC-Karte beim Supermarkt 15 Cent, beim Service-Terminal 25 Cent. Die Einlösung einer Lastschrift wird mit 35 Cent belastet. Holt man seine Kontoauszüge am Drucker ab, werden jeweils 50 Cent berechnet, die Zustellung kostet 1,25 Euro. Die monatlichen Durchschnittskosten belaufen sich je nach Inanspruchnahme bei fünf Lastschriften auf 1,75 Euro, zehn Transaktionen mit der EC-Karte kosten zwei Euro, zweimal Nutzung des Kontoauszugsdruckers ein Euro. Dies ergibt eine monatliche Gesamtsumme von 8,75 Euro. Die Visacard Classic sowie die Mastercard Classic kosten pro Jahr 29,90 Euro.

Der Preisaushang der Sparkasse Hohenlohe ist etwas kompakter: Das Girokonto Classic kostet monatlich 4,90 Euro und ermöglicht fünf kostenlose Barabhebungen. Transaktionen, so genannte Unbarbuchungen, werden mit 35 Cent belastet. Vergleichen wir die angenommenen Durchschnittskosten der Volksbank, ergibt sich eine Summe von 8,65 Euro, wobei die Standard-Kreditkarten Visa und Mastercard mit nur 24 Euro in Rechnung gestellt werden.

Fazit: Wer weiterhin die Vorzüge des Filialnetzes in Hohenlohe in Anspruch nehmen will, muss sich leider mit den hohen Gebühren abfinden, denn die Preisunterschiede bei diesen drei Bankinstituten sind minimal. Die einzige Alternative wären überregionale Banken, wo die Führung eines Girokontos noch kostenlos ist. Im nationalen Ranking steht hier die ING-DiBa mit 56000 Automaten an erster Stelle . Bei der Internet-Bank gibt es für Bargeldabhebungen auch eine kostenlose Kreditkarte, die man zur kostenlosen Bargeldabhebung natürlich auch braucht.

Ein Kontenwechsel wird von Internetbanken zudem recht leicht gemacht: Die neuen Anbieter lesen die Daten mit der Legitimation des Kunden des abzulösenden Kontos mit Hilfe der „Kontowechselfunktion“ der alten Geschäftspartner aus und bestätigen den Kontowechsel schriftlich per Post. Und schon ist der Kontowechsel erledigt.

Der Nachteil: Es gibt im Hohenlohekreis keine Filiale und damit auch keinen direkten Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen.

Quellen // Hohenlohe-Blogger Matthias Lauterer; Sparkasse Hohenlohe; RBKJ Hohenlohe und Volksbank Hohenlohe