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Landrat Dr. Neth: „Die Spendenbereitschaft und die Hilfsangebote der Bürger:innen aus dem Hohenlohekreis ist überwältigend“

Am Freitag, den 04. März 2022, hat eine gemeinsame Lagebesprechung zur Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine zwischen dem Landratsamt Hohenlohekreis und den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden per Videokonferenz stattgefunden. Dabei haben sich alle Anwesenden auf eine enge Zusammenarbeit bei der Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine verständigt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

„Ich freue mich sehr über den engen Schulterschluss zwischen Landratsamt und Bürgermeisterämtern“

„Ich freue mich sehr über den engen Schulterschluss zwischen Landratsamt und Bürgermeisterämtern, denn nur zusammen können wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern“, betont Landrat Dr. Matthias Neth. „Unser gemeinsames Ziel ist es, allen Schutzsuchenden aus der Ukraine schnell und unkompliziert eine angemessene Unterkunft zur Verfügung zu stellen.“

„Mein aufrichtiger Dank geht hier an die vielen Ehrenamtlichen“

In den kommenden Tagen wird vor allem vorübergehender Wohnraum für ankommende Geflüchtete, vorwiegend Frauen und Kinder, benötigt werden. Bürger:innen und Bürger, die private Räumlichkeiten für die Unterbringung von Schutzsuchenden melden möchten, nehmen bitte mit dem Rathaus ihrer Stadt oder Gemeinde Verbindung auf. „Wir als Landkreisverwaltung bleiben auch am Wochenende im engen Austausch mit den Städten und Gemeinden und sind kurzfristig bereit, falls eine Aufnahme von Geflüchteten außerhalb von privaten Strukturen nötig wird. Mein aufrichtiger Dank geht hier an die vielen Ehrenamtlichen in den Organisationen, auf deren bewährte Strukturen und Unterstützung wir immer zählen können“, so Landrat Dr. Neth.

„Wir leben die europäischen Werte von Frieden, Freiheit und Freundschaft.“

Das Landratsamt und andere Stellen erreichen viele Anfragen, welche Spenden derzeit besonders gebraucht werden. „Die Spendenbereitschaft und die Hilfsangebote der Bürger:innen aus dem Hohenlohekreis ist überwältigend – vielen Dank Ihnen allen“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth. „Ihre Solidarität mit den notleidenden Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten zeigt: Wir leben die europäischen Werte von Frieden, Freiheit und Freundschaft.“

Geldspenden sind derzeit am wirkungsvollsten, denn mit ihnen kann vor Ort in der Ukraine und den angrenzenden Ländern wie Polen angeschafft werden, was dringend gebraucht wird. An Sachspenden wie Matratzen, Kleidung oder Schlafsäcken besteht im Hohenlohekreis selbst aktuell kein Bedarf, da noch nicht bekannt ist, wann und wie viele Schutzsuchende in den Landkreis kommen werden. „Wir wissen, dass die Spenden von Herzen kommen. Allerdings ist noch nicht absehbar, welche Dinge wirklich gebraucht werden. Daher die große Bitte: Spenden Sie nur das, was explizit angefragt wird“, betont Landrat Dr. Neth. Das Landratsamt wird sich zu gegebener Zeit mit konkreten Sachspendenwünschen an die Öffentlichkeit richten.

Kapazitäten zur Sortierung, Weitergabe und Lagerung begrenzt

Angesichts der großen Spendenbereitschaft sind schon viele Angebote für Sachspenden eingegangen. Allerdings sind die Kapazitäten zur Sortierung, Weitergabe und Lagerung sowohl beim Landratsamt wie auch bei den Hilfsorganisationen begrenzt.

Wer aktuell Sachspenden machen möchte, kann diese beim Stützpunkt für humanitäre Hilfe, Industriestraße 8 in Satteldorf (Landkreis Schwäbisch Hall) abgeben, jeweils Montag, Dienstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr. Gebraucht werden aktuell Nahrung und Medikamente.

Wer nicht selbst zu einem Sammelpunkt fahren kann, kann seine Sachspenden beim Ordnungsamt des Hohenlohekreises anmelden unter der E-Mail: sachspenden@hohenlohekreis.de. Dort wird sich um die Weiterleitung gekümmert.

Geldspenden nehmen das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ und das „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ entgegen:

Aktion Deutschland hilft

IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30

Betreff: „Nothilfe Ukraine“

Online spenden unter: www.aktion-deutschland-hilft.de

 

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe

IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600

Betreff: „Nothilfe Ukraine“

Online spenden unter: www.aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de

 

 

 




Atomkraftwerk in der Ukraine unter Beschuss

Mehrere führende Nachrichtenmedien berichten übereinstimmend am Freitagmorgen, den 04. März 2022, das Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine unter Beschuss geraten ist. Es handelt sich dabei um das größte Atomkraftwerk Europas.

Feuer im Atomkraftwerkt

Russland hat nach ukrainischen Angaben das größte Atomkraftwerk des Landes angegriffen. In Folge der Gefechte brach auf dem Gelände ein Brand aus. Radioaktive Strahlung soll aber nach ersten Informationen nicht ausgetreten sein. Das meldet die Tagesschau. Dennoch ist die Bevölkerung aufgerufen zur Vorsicht. Bei dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 lauteten die ersten Pressemeldungen ebenfalls, dass keine Strahlung ausgetreten ist beziehungsweise nicht schädlich sei. Wegen der Winde ist die Strahlung jedoch bis in den Süden Deutschlands gekommen. Eine geraume Zeit sollte man nach dem Unglück etwa keine Pilze, die im Wald wuchsen, essen.

Strahlung

Nach fortgesetzten Angriffen auf die Großstädte Charkiw, Mariupol und Kiew hat die russische Armee der Nacht die Stromversorgung des Landes attackiert. Örtliche Behörden meldeten am frühen Morgen Gefechte mit russischen Soldaten nahe Europas größten Atomkraftwerk Saporischschja – von dort bezieht die Ukraine rund ein Viertel ihrer Energie, so die Tagesschau.

Lokale Behörden berichten von Bombenangriffen auf die Atomanlage

Lokale Behördenvertreter berichteten von Bombenangriffen auf die Atomanlage, das AKW werde mit schweren Geschützen beschossen. Ein Block des Kraftwerks sei getroffen worden, in der Anlage gebe es einen Brand, sagte der Sprecher des AKW, Andriy Tuz in einem auf Telegram veröffentlichten Video. Zwar werde der getroffene Reaktor gerade renoviert und sei nicht in Betrieb, aber es befände sich Kernbrennstoff darin. Feuerwehrleute könnten sich dem Feuer nicht nähern, weil sie beschossen würden. „Wir fordern, dass sie (die Truppen) den Beschuss mit schweren Waffen einstellen“, sagte Tuz. „Es besteht eine reale Gefahr für das größte Atomkraftwerk in Europa.“

Internationale Atomeneergiebehörde äussert sich besorgt

Radioaktive Strahlung entweicht aber offenbar bislang nicht aus der Anlage. Die Atomaufsicht der Ukraine habe mitgeteilt, dass „keine Änderung der Strahlungswerte“ am Standort des Kernkraftwerks gemeldet worden sei, berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am frühen Morgen auf Twitter. Erst am Donnerstag hatte die IAEA ihre große Besorgnis darüber geäußert, dass die Kämpfe die 15 ukrainischen Atomreaktoren versehentlich beschädigen könnten. Das Risiko für einen Atomunfall habe sich im Zuge der russischen Invasion deutlich erhöht, schreibt das Nachrichtenportal upday.

Forderung der Ukraine, dass die NATO eingreifen müsse

Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko forderte die NATO zum Eingreifen auf. Angesichts des Angriffs auf das AKW fordere man „nicht nur eine professionelle Einschätzung der Geschehnisse, sondern ein echtes Eingreifen mit den härtesten Maßnahmen, auch durch die NATO und die Länder, die Atomwaffen besitzen“, schrieb Haluschtschenko auf Facebook.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte den sofortigen Stopp der Angriffe. „Wenn es explodiert, wird das zehnmal größer sein als Tschernobyl. Russen müssen sofort das Feuer einstellen“, schrieb er auf Twitter.

Auch US-Präsident Joe Biden forderte Russland auf, seine militärischen Aktivitäten in dem Gebiet um das Kernkraftwerk einzustellen. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Biden sich „über den aktuellen Stand des Brandes“ in der Atomanlage erkundigt, teilte das Weiße Haus mit. Die russische Armee müsse Feuerwehrleuten und Rettungskräften den Zugang zu dem Gelände ermöglichen, so Biden.

Großbritannien forderte in einer ersten Reaktion eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Das „rücksichtslose“ Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin könne „direkt die Sicherheit von ganz Europa bedrohen“, erklärte das Büro von Premierminister Boris Johnson in der Nacht.

Nur Stunden zuvor hatte die russische Armee ihre Offensive gegen ukrainische Großstädte noch einmal ausgeweitet. Bei russischen Angriffen auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw und Umgebung wurden nach Angaben örtlicher Behörden am Mittwoch und Donnerstag mindestens 34 Zivilisten getötet. 285 Menschen wurden zudem verletzt, darunter 10 Kinder, wie der regionale Zivilschutz mitteilte. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Charkiw, die zweitgrößte Stadt des Landes liegt nahe der Grenze zu Russland. Sie ist seit Kriegsbeginn Ziel russischer Angriffe.

In Kiew gab es in der Nacht zu Donnerstag mehrere schwere Explosionen. Luftalarm wurde ausgelöst, wie die Agentur Unian berichtete. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram: „Der Feind versucht, in die Hauptstadt durchzubrechen.“ Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs setzten sich russische Truppen nördlich und nordwestlich von Kiew in 20 bis 30 Kilometern Entfernung von der Stadtgrenze fest und errichteten Feldlager. Der russische Militärkonvoi kommt internationalen Beobachtern zufolge allerdings deutlich langsamer voran als von Moskau geplant.

Die südukrainische Hafenstadt Mariupol mit rund 440.000 Einwohnern ist nach Angaben örtlicher Behörden nach Luftangriffen ohne Wasser, Heizung und Strom. Die strategisch wichtige Stadt ist offenbar inzwischen eingeschlossen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kündigte am Donnerstag an, eine Gruppe internationaler Experten solle in ihrem Auftrag in der Ukraine „Fakten und Umstände zu möglichen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermitteln“. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in der ersten Woche des Konflikts 249 Zivilisten getötet und 553 verletzt worden. Die Ukraine hatte am Mittwoch von mehr als 2000 getöteten Zivilisten gesprochen.




Erste Flüchtlinge in Künzelsau angekommen

In den letzten Tagen sind auch in Künzelsau erste Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen und haben bei Familienangehörigen oder Freunden Unterkunft gefunden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hervor.

 Im Hohenlohekreis bereitet man sich auf Aufnahme von Kriegsflüchtenden aus der Ukraine vor. Auch Künzelsau will Menschen aus dem Kriegsgebiet einen sicheren Ort bieten. Die Stadtverwaltung ist in Austausch mit dem Landratsamt, um schnell und zielgerichtet helfen zu können. Das für Integration zuständige Team im Künzelsauer Rathaus wird den Flüchtenden zur Seite stehen und bei dem, was an ihrem Zufluchtsort auf sie zukommt, unterstützen. „Eine Übersetzerin für eine gute Verständigung mit den aus der Ukraine geflüchteten Menschen steht uns schon zur Seite“, so Marion Hannig-Dümmler, stellvertretende Hauptamtsleiterin und Leiterin des Integrationsteams. Auch mit den kirchlichen Trägern steht sie in Kontakt, um einen Unterstützerkreis in Künzelsau aufzubauen.

Am vordringlichsten werden jedoch Unterkunftsmöglichkeiten gebraucht. Bürgermeister Stefan Neumann appelliert an die Künzelsauer Einwohnerinnen und Einwohner: „Helfen Sie uns, den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Melden Sie sich bitte bei uns, wenn Sie die Möglichkeit haben, jemanden bei sich aufzunehmen und Wohnraum bieten können.“

Über Angebote von Unterkünften freut sich die Stadtverwaltung Künzelsau. Kontakt: Stellvertretende Hauptamtsleiterin Julia Knobel, Telefon 07940 129-114; Integrationsmanager Omar Alkhalaf, Telefon 07940 129-315; E-Mail info@kuenzelsau.de .

Wer ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich an Sonja Schäfer im Amt für Kreisschulen und Bildung wenden. Sie ist Ansprechpartnerin zur Koordinierung von ehrenamtlichem Engagement in der Integrations- und Flüchtlingshilfe im Hohenlohekreis, Telefon: 07940 18-1921, E-Mail Sonja.Schaefer@hohenlohekreis.de.

Angebote für Sachspenden nimmt das Amt für Ordnung, Zuwanderung und Recht beim Landratsamt per E-Mail entgegen: OrdnungundZuwanderung@hohenlohekreis.de. Die Angebote werden zunächst gesichtet und falls Bedarf besteht, erfolgt eine Rückmeldung.




Würth-Gruppe spendet eine Million Euro für Ukraine

Mit einer Spende in Höhe von einer Million Euro und Sachspenden hilft die weltweit tätige Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau den vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine. Das Unternehmen möchte damit einen Beitrag leisten, um ihnen zur Seite zu stehen und seine Solidarität zum Ausdruck bringen.

In der Ukraine beschäftigt der Konzern 118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Persönliche Worte von Reinhod Würth
“Die Situation in der Ukraine bewegt mich zutiefst und bereitet mir große Sorgen. Unsere Gedanken sind bei unseren Beschäftigten und deren Familien sowie allen Menschen, die sich vor dem Krieg in Sicherheit bringen. Oberste Priorität hat deren Unversehrtheit. Ich spüre im Unternehmen große Solidarität mit den Betroffenen, wir werden sie mit allen uns möglichen Mitteln unterstützen.“
Unternehmen sammelt auch Sachspenden
Zusammen mit Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe, sowie den Führungsgremien der Würth-Gruppe wurde beschlossen, eine Million Euro zur schnellen Hilfe zur Verfügung zu stellen. Zudem sammelt das Unternehmen Sachspenden.
Pressemitteilung Würth

 




Solidarität mit der Ukraine




Wir müssen alles dafür tun, den Frieden in Europa wiederherzustellen und eine humanitäre Notlage zu verhindern“

Im Hohenlohekreis haben die Vorbereitungen zur Aufnahme von Kriegsflüchtenden aus der Ukraine begonnen. „Der völkerrechtswidrige Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine ist eine Zeitenwende. Wir müssen alles dafür tun, den Frieden in Europa wiederherzustellen und eine humanitäre Notlage zu verhindern“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth. „Dazu gehört die uneingeschränkte Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern. Menschen, die ihr Zuhause aufgrund des Krieges verlassen mussten, dürfen sich auf die Hilfe ihrer europäischen Freunde verlassen. Der Hohenlohekreis wird selbstverständlich seinen Beitrag leisten, um diesen Menschen Zuflucht und Schutz zu bieten.“

Vorhandene Unterkünfte werden zusätzlich ausgerüstet

Am vergangenen Samstag hat Landrat Dr. Matthias Neth gemeinsam mit dem zuständigen Amt für Ordnung, Zuwanderung und Recht entschieden, den Hohenlohekreis gezielt auf die Ankunft Schutzsuchender aus der Ukraine vorzubereiten. Dazu steht das Landratsamt in engem Austausch mit den Städten und Gemeinden, den Hilfsorganisationen im Landkreis sowie den Stellen des Landes. Als erste Maßnahmen werden die vorhandenen Unterkünfte zusätzlich ausgerüstet und ergänzende Ausstattung wie Betten und Material zur Versorgung organisiert, um kurzfristig weitere Plätze zu schaffen. Zudem intensiviert der Kreis seine Bemühungen, weitere Unterkünfte zu schaffen bzw. die bestehenden Unterkünfte auszubauen. Derzeit gibt es im Hohenlohekreis 54 freie Plätze.

Anzahl der Flüchtlinge noch nicht absehbar

Bislang sind noch keine Kriegsflüchtenden aus der Ukraine im Hohenlohekreis eingetroffen. Wie viele Personen dem Kreis von Seiten des Landes zugewiesen werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Dies ermisst sich aus dem Verteilerschlüssel und kann erst abgeschätzt werden, wenn die Personen in Deutschland eingetroffen sind.

Neth sieht Hohenlohekreis gut vorbereitet

„Wir sind gut darauf vorbereitet, die notleidenden Menschen hier aufzunehmen und ihnen einen sicheren Ort in dieser schrecklichen Zeit zu bieten“, so Landrat Neth. Er freut sich über die große Hilfsbereitschaft der Hohenloherinnen und Hohenloher. „Dass wir aus der Bevölkerung so viel Solidarität und Unterstützung für die Ukraine wahrnehmen, ist ein Lichtblick. Als Europäerinnen und Europäer müssen wir zusammenhalten – für den Frieden und die Menschlichkeit.“

Wie können Menschen im Hohenlohekreis helfen?

Der Hohenlohekreis richtet kein eigenes Spendenkonto ein, sondern verweist auf die Aktion „Deutschland hilft“. Dem Bündnis gehören unter anderem auch das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Katastrophenhilfe und die Caritas an.

Aktion Deutschland hilft
IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
Mit dem Betreff „Nothilfe Ukraine“ erreicht die Spende die Menschen, die Hilfe am dringendsten brauchen.

Wer ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich an Sonja Schäfer im Amt für Kreisschulen und Bildung wenden. Sie ist Ansprechpartnerin zur Koordinierung von ehrenamtlichem Engagement in der Integrations- und Flüchtlingshilfe im Hohenlohekreis, Telefon: 07940 18-1921, E-Mail: Sonja.Schaefer@hohenlohekreis.de.

Der Hohenlohekreis ist zudem weiterhin auf der Suche nach Unterkünften für Geflüchtete. Eigentümer von geeigneten Immobilien zur Flüchtlingsunterbringung können sich an das Amt für Ordnung, Zuwanderung und Recht wenden, E-Mail: OrdnungundZuwanderung@hohenlohekreis.de. Ein Formular zur Meldung ist auf der Homepage www.hohenlohekreis.de unter Bürgerservice / Was erledige ich wo? / Formulare / Ordnung und Zuwanderung eingestellt.

Angebote für Sachspenden nimmt das Amt für Ordnung, Zuwanderung und Recht per E-Mail entgegen: OrdnungundZuwanderung@hohenlohekreis.de. Die Angebote werden zunächst gesichtet und falls Bedarf besteht, erfolgt eine Rückmeldung.

Pressemitteilung Hohenlohekreis




Humanitäre Katastrophe mitten in Europa

Über 100.000 vor allem Frauen und Kinder, sind derzeit laut der Tagesschau aktuell bereits auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine. Die 18- bis 60-Jährigen Männer müssen laut Anweisungen der Regierung dort bleiben, um gegen die Russen zu kämpfen und ihr Land zu verteidigen. Die Vereinten Nationen rechnen derzeit mit einem Flüchtlingsstrom von rund vier Millionen Menschen, der kommen wird. Das berichtet der Standard.

Flüchtlingsstrom

Die ukrainische Bevölkerung sowie die ukrainische Regierung, allen voran Präsident Wolodymyr Selenskyj, haben Europa dringlichst um Hilfe gebeten. Mittlerweile soll Deutschland, neben anderen Ländern, nun auch Waffen in die Ukraine liefern, damit die Ukrainer die Möglichkeit einer besseren Verteidigung gegenüber Russland hat.

Deutschland liefert nun doch Waffen und schiebt Swift einen Riegel vor

Auch bei Sanktionen gegenüber Russland war man zunächst vorsichtig, da, so die deutsche Aussenministerin Anna-Lena Baerbock, man immer schauen müsse, was dann als Boomerang Europa selbst wieder treffe. Unter anderem forderte Präsident Selenskyi, dass Russland aus dem internationelen Zahlungssystem fliegt. Anfangs dagegen, kippten die großen Länder Europas, darunter Deutschland, nun, und möchten Russlands große itnernationale Banken nun doch vom internationalen Zahlunsgverkehr kappen, damit der Krieg so nicht länger finanziert werden kann. Auch einzelne russische Olgarchen, die den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren, sollen vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden.

Neue Gaslieferanten dringend benötigt

Für Deutschland bedeutet das zum einen, dass sich die Regierung schnell nach neuen Gaslieferanten umschauen muss, da es nun durchaus sein kann, dass Russland den Gashahn erstmal zudreht. Das Öl ist ebenfalls im Zuge des Krieges in die Höhe geschnellt. Auch die Weizenpreise und alles, was damit verbunden ist, wie Brot etwa, dürften in die Höhe schnellen, da Russland und die Ukraine die größten Weizenlieferanten für Deutschland darstellen.

Putin wird den Druck erhöhen, dass Kiew fällt

Derweil bezweifeln Expert:innen in der Ukraine vor Ort, dass Russland dadurch den Krieg gegen die Ukraine einstellt, sondern eher den Druck erhöht, dass die Hauptstadt Kiew fällt. Präsdient Selenskyi hat sich am Samstag, den 26. Februar 2022, nochmal mit einer Videobotschaft an sein Volk gewandt und appelliert an sie, zu bleiben und ihr Land zu verteidigen. Er selbst soll sich trotz des Angebot der USA, ihn ausfliegen zu lassen, noch in Kiew befinden. Auch Kiews Bürgermeister und ehemalige Boxer, Vitali Klitschko ruft die Bürger:innen auf, zu kämpfen. Es ist bislang nicht ausgeschlossen, dass Russland nach einer möglichen Machtübernahme Kiews und damit der gesamten Ukraine, weiter Richtung Moldau ziehen wird.

Zahlreiche weltweite Proteste

Die Ukraine und Moldawien waren früher Teil der ehemaligen Sowjetunion, ebenso wie die Länder Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisien, Lettland, Litauen, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenien/Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrussland/Belarus. Nach dem Kalten Krieg wurde sie 1991 aufgelöst. Die Staaten erlangten ihre Unabhängigkeit, Teile davon schlossen sich Europa an und entfernten sich damit von Russland.

Nach der starken Bombardierung Kiews gab es zahlreiche Proteste weltweit, unter anderem in Berlin, Tokio und den Kalifornien gegen die Krieg gegen die Ukraine. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin dürfte das nicht wirklich beeindrucken, er selbst soll nur von einem engen Mitarbeiterstab über die Geschehnnisse in der Welt informiert werden. Vielleicht weiß er von den Protesten nichts.

Unterdessen sind die ersten Flüchtlinge auch in Deutschland angekommen und werden derzeit erstvorsorgt und in Notunterkünfte gebracht.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

 




„Die Gefahr eines neuen Weltkriegs in Europa ist sehr real und sogar zum Greifen nah“

Der Sicherheitsrat der Ukraine hat am Mittwoch, den 23. Februar 2022, den Ausnahmezustand für das gesamte Land verkündet. Dies gelte zunächst für 30 Tage, sagte Olexij Danilow, Sekretär des Sicherheitsrates. Möglich werden damit unter anderem Ausgangssperren.

Damit eskaliert er Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Separatisten-Gebiete im Osten des Landes immer mehr. Diese wurde unlängst von Russlands Präsident Wladimir Putin in ihrem Streben nach Unabhängigkeit von der Ukraine anerkannt. US-Präsident Joe Biden verschiebt derweil NATO-Truppen in die östlichen Nato-Mitgliedsstaaten.

 

 

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat vor einer Ausweitung des Ukraine-Konflikts gewarnt. Die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk durch den Kreml sei „eine offene Kriegserklärung. Nicht nur an die Ukraine, sondern auch an Deutschland, an die ganze freie Welt“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Gefahr eines neuen Weltkriegs in Europa ist sehr real und sogar zum Greifen nah“, so Melnyk.

Laut einer Einschätzung der britischen Regierung ist ein Großangriff Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew „sehr wahrscheinlich“. „Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass er seinen Plan für eine groß angelegte Invasion der Ukraine in die Tat umsetzen wird“, sagte Außenministerin Liz Truss dem TV-Sender Sky News. Teil davon werde wohl ein Vorrücken der russischen Armee nach Kiew sein, so Truss.

Im Konfliktgebiet in der Ostukraine haben internationale Beobachtende erneut mehr als 1000 Explosionen registriert. Besonders betroffen war nach einem Bericht der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Region Luhansk mit 1224 „Verstößen gegen den Waffenstillstand“, darunter 1149 Explosionen. In der Region Donezk lag die Zahl bei 703 Verstößen, darunter 332 Explosionen, wie die OSZE in der Ukraine mitteilte. Die Zahlen sind seit Tagen hoch. Die Beobachter besichtigten nach eigenen Angaben zerstörte Gebäude auf dem von ukrainischen Behörden kontrollierten Teil der Region.

Deutschland und die EU reagieren derweil mit Sanktionen. Olaf Scholz hat entschieden, die Ostseepipeline Nord Stream 2 erst einmal auf Eis zulegen. Nord Stream 2 soll Europa mit russischem Gas versorgen.

Die Fronten sind derweil verhärtet. Die Lage verschärft sich zunehmend. Nun ist diplomatisches Geschick à la Angela Merkel gefragt. Die höchste Prämisse sollten alle Regierungschef darauf legen, den Frieden zu sichern.

 




„Die russischen Frauen schmeißen den Laden“

„Michail Gorbatschow ist ein bescheidener Mann, sehr nett und umgänglich“, sagt Claus Brümmer. Der gebürtige Künzelsauer muss es wissen: Im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) war er von 1993 bis 2005 als Botschaftsrat zuerst in der Ukraine und später in Moskau tätig. „Die KfW wurde damals angefragt, ob sie bei der Transformation im Osten helfen könnte und hat dann Büros in den deutschen Botschaften eröffnet“, erinnert er sich. Er koordinierte unter anderem deutsch-ukrainische und deutsch-russische Projekte in der wirtschaftlich-technischen Zusammenarbeit.

„Russland verarmte unter Gorbatschow“

In der Zeit organisierte der heute 75-Jährige gemeinsam mit der Gorbatschow-Stiftung das Deutsch-Russische Wirtschaftsforum 2004, dessen Schirmherr der ehemalige sowjetische Staatspräsident war. Dabei war Brümmer mit dem in Deutschland immer noch beliebten Politiker auch Kaffeetrinken und Mittagessen. „Gorbatschow war in Deutschland beliebt, bei den Russen aber nicht“, sagt er. „Durch den Umbruch während seiner Präsidentschaft verarmte das Land.“ Der heutige Präsident Putin hätte das so nicht zugelassen. „Deutschland hat damals viele Milliarden Mark an Russland bezahlt“, erinnert sich Brümmer. „Das Geld wurde unter anderem für die Rückführung der Sowjettruppen verwendet.“ Damit seien beispielsweise Wohnanlagen für die Soldaten in Russland gebaut worden. „Das haben westeuropäische Baufirmen gemacht, denn es musste schnell gehen.“ 1994 bereits sei alles fertig gewesen.

Teilnahme an Regierungsverhandlungen

Zweimal war der gelernte Bankkaufmann bei Regierungsverhandlungen dabei. „Baltische und polnische Diplomaten sagten damals, dass ihre Staaten so schnell wie möglich in die EU und besser noch in die Nato müssen“, plaudert er aus dem Nähkästchen. „Die Balten hatten Angst, weil sie eine 30-prozentige russische Minderheit haben.“ Nach seiner Zeit in der Botschaft war der studierte Diplom-Kaufmann noch zwei Jahre selbstständiger Finanz- und Wirtschaftsberater für deutsch-russische Projekte in Moskau. Was er besonders bedauert: „Das deutsch-russische Verhältnis ist seit 2007 schlechter geworden.“

Auslandssemester in Südafrika

Claus Brümmer hat es früh hinaus in die Welt gezogen. Nach einer Bankenlehre in Heilbronn studierte er Betriebswirtschaft- und Bankwirtschaftslehre in Saarbrücken. Verbrachte schon in dieser Zeit je ein Auslandssemester in Südafrika und auf den Philippinen – eine Besonderheit in den 1970er-Jahren. Nach zweijähriger Tätigkeit in Berlin wechselte er 1977 zur KfW in Frankfurt, für die er schließlich von 1993 bis 1999 als Botschaftsrat ein Büro in der deutschen Botschaft in Kiew leitete. Er erinnert sich: „Als ich 1993 nach Kiew kam, war die Ukraine sozial runtergewirtschaftet und völlig verarmt.“

„Wir lernten auch die kyrillische Schrift“

Doch zunächst einmal musste Brümmer Russisch lernen. „Am Russicum in Bochum (heute: Landesspracheninstitut NRW) waren wir den ganzen Tag im Sprachlabor und lernten auch die kyrillische Schrift“, blickt der Mann zurück. Die sei übrigens gar nicht so unterschiedlich zur lateinischen Schrift, wie viele glauben. Trotzdem war zu Anfang noch ein Dolmetscher nötig. „Viele Menschen in der Ostukraine konnten gar kein Ukrainisch, denen war Russisch lieber“, erzählt Brümmer. Die Ostukraine sei stark russifiziert gewesen. „Aber in der Westukraine war das anders, die Menschen dort wollten kein Russisch sprechen.“ Ukrainisch habe er dann aber nicht auch noch gelernt.

„Das ist völkerrechtlich nicht in Ordnung“

Zur Besetzung der Krim durch Russland hat der pensionierte Botschaftsrat eine klare Meinung: „Das ist völkerrechtlich nicht in Ordnung.“ Das zeige sich auch daran, dass nur wenige Staaten – darunter Nordkorea, Kuba, Syrien und Nicaragua – die Annexion anerkannt haben. „Den Hafen Sewastopol haben sich Russland und die Ukraine geteilt, Teile der jeweiligen Flotte lagen dort nebeneinander.“ Claus Brümmer blickt gern auf seine Jahre in der Ukraine zurück: „Das war eine tolle, friedliche Zeit.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Jahrmarkt in Welyki Sorotschynzi, den er mit der Muswiese vergleicht: „Das war immer schön und toll“. Die Mitarbeiter der deutschen Botschaft seien in Kiew sehr angesehen gewesen. „Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg an der ersten Unabhängigkeit der Ukraine beteiligt“, sagt er. „Zu Lenins Zeiten hatten die Ukrainer eine große kulturelle Unabhängigkeit.“ Zu Sowjetzeiten hätte auch die Übertragung der Krim durch Chruschtschow 1954 keine große Rolle gespielt.

„Die Oligarchen bringen ihr Geld ins Ausland“

Natürlich war Brümmer während seiner Zeit in der Ukraine auch auf der Krim, hat in der Stadt Sudak einen Russischkurs besucht. „Die Krim ist ein Traum“, blickt er zurück. Allerdings möge er das russische System nicht, denn dadurch würden die Krimtataren unterdrückt. Die Ukrainer dagegen hätten diesen große Rechte eingeräumt. In Russland sei heute fast alles gleichgeschaltet. Das Land selbst hat nur Rohstoffe und wenige selbstständige Firmen. „Nennen Sie mir ein Produkt aus Russland, das auf dem Weltmarkt bestehen kann“, sagt Brümmer. „Die Großstädte dort sind noch ganz passabel, aber auf dem Land ist alles kaputt, da gibt es keine Infrastruktur.“ Die Oligarchen würden ihr Geld ins Ausland bringen, denn dort sei es sicherer. Außerdem sei die Korruption hoch, aber die jungen Leute würden nicht für Korrupte arbeiten wollen. „Deshalb emigrieren viele von ihnen.“ Die Russen seien ein langsames Volk, das schon viel ertragen habe. Hinzu komme, dass das Land weit sei und die Leute deshalb nichts erfahren. Manche würden auch einen starken Staat mögen, denn „da muss man nicht selbst denken, sondern kann sich gut einrichten.“

„Die russische Seele ist toll“

„Das ist zwar eine Macho-Gesellschaft, aber die russischen Frauen schmeißen den Laden“, sagt Brümmer. „Die Männer sind schlapp, haben oft Alkoholprobleme, lassen sich bedienen.“ Sie würden sich auf die Frauen verlassen, ihr Beitrag sei eher das Kümmern um die Banjas. Allerdings ist keine Frau in der Regierung oder Gouverneurin, außer vielleicht in St. Petersburg.“ Er selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es „ganz anders war, wenn eine Frau dabei war und nicht nur Großsprecher auf der anderen Seite.“ Auch das sei eine interkulturelle Erfahrung. „Aber die russische Seele ist toll“, erinnert er sich zurück an die tolle Gastfreundschaft.

Aktives Pensionärsleben

2009 zog Claus Brümmer in seine Heimatstadt Künzelsau zurück und lebt hier ein aktives Pensionärsleben. Er ist in mehreren Vereinen aktiv, beispielsweise im Verein Künzelsauer Seniorinnen und Senioren oder seit 2020 als stellvertretender Vorsitzender im Verein StadtGeschichte Künzelsau. Im Jahr 2015 hat er das sogenannte Gerst-Haus in der Künzelsauer Innenstadt und 2018 das Nachbarhaus gekauft. Die beiden will er im Lauf der nächsten fünf bis zehn Jahre sanieren lassen und dann dem Künzelsauer Stadtmuseum als Schenkung oder Stiftung zur Verfügung stellen. Hin und wieder hält er noch Vorträge über die Ukraine und Russland sowie zu anderen zeithistorischen Themen.

„Die Korruption hat mich schwer aufgeregt.“

In Zeiten von Corona wartet und hofft Brümmer nun auf die Impfung – denn er sei schon immer viel gereist. Allerdings wolle er da auf seinen Hausarzt warten – „nur wenn es ganz kritisch kommt, würde ich ins Impfzentrum gehen“. Vor Jahren hatte Brümmer eine Bypass-Operation. „Das war von dem ganzen Stress in Russland und der Ukraine“, meint er. „Die Korruption hat mich schwer aufgeregt.“ Man sollte mal eine andere als die deutsche Verwaltung kennenlernen. „Schlechte Verwaltung behindert die Wirtschaft, da geht nichts voran“, sagt er und nennt als Beispiele Abchasien, Transnistrien und Moldawien.

„Kritisieren ist einfach“

Zur derzeitigen Situation in Deutschland meint er: „Kritisieren ist einfach, ich möchte kein Politiker sein.“ Die Menschen wüssten doch manchmal gar nicht, wie gut es ihnen in Deutschland gehe. 2020 – kurz vor dem ersten Lockdown – hat Brümmer noch in Sydney Urlaub gemacht. Am 15. März kam er nach Deutschland zurück. „Beim Rückflug war noch alles ganz normal, aber am Flughafen Frankfurt saßen schon alle mit Masken hinter den Schaltern“, erinnert er sich. „Ich habe mich nur gewundert, was hier los ist.“ In Australien hatte er von der beginnenden Pandemie nur am Rande etwas mitbekommen. Und das Kupferzell in der Zeit zu einem Hotspot geworden war, habe er auch erst zu Hause erfahren.

Text: Sonja Bossert

 

Claus Brümmer (sitzend links) bei einer Vertragsunterzeichnung. Hinter ihm stehend: der damalige Bundeskanzler Schröder (2.v.l.) und der damalige ukrainische Präsident Leonid Kutschma (2.v.r.). Foto: privat