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Fräulein Smilla schläft in der Küche

Die Frau*, die Fräulein Smilla* (63, der Name ist der Redaktion bekannt) seit rund zwei Wochen bei sich zu Hause beherbergt, spricht GSCHWÄTZ-Redakteurin Dr. Sandra Hartmann an, als diese von Hohenlohern gespendete Kleidung an ukrainische Familien verteilt.

Sie kann doch jetzt nicht mit dem Bus nach Ellwangen fahren, um sich dort registrieren zu lassen

Ob sie ihr vielleicht helfen könne, Fräulein Smilla sei aus der Ukraine geflüchtet und bräuchte eine eigene Unterkunft. Derzeit wohne sie bei ihr, aber das sei eher ein Notlösung. Ob sie im ehemaligen Krankenhaus ein Zimmer haben könne, fragt sie.

Wir von der Redaktion GSCHWÄTZ möchten der Frau helfen, wissen aber im Zuge unserer ehrenamtlichen Kleidersammelaktionen und Verteilung unter den Flüchtlingsfamilien und in ständiger enger Absprache mit dem Landratsamt, dass derzeit lediglich größere Gruppen (aktueller Stand, kann sich aber laufend ändern) von Flüchtlingen, die über die Aufnahmelager in Ellwangen, Heidelberg und Karlsruhe hier her nach Künzelsau gebracht werden, auch im Krankenhaus wohnen dürfen. Das wurden den beiden Frauen wohl auch schon gesagt, denn die Deutsche lächelt uns sagt: Sie kann doch jetzt nicht mit einem Bus nach Ellwangen fahren, um sich dort registrieren zu lassen. Aber so wäre es vermutlich für deutsche Behörden akzeptabel. Registriert sei sie zudem schon beim Landratsamt und zeigt ein Dokument vor, der ihren Flüchtlingsstatus anerkennt.

Wer soll das bezahlen?

Wer nicht über die Aufnahmezentren kommt, sondern quasi privat in den Hohenlohekreis als ukrainischer Flüchtling einreist, muss sich laut einer Aussage einer Mitarbeiterin* der Stadtverwaltung Ingelfingen (der Name ist der Redaktion bekannt), bei der Stadt melden, wo er Unterschlupf gefunden hat. Sie habe zwar viele private Wohnangebote in Ingelfingen von Einwohner:innen vorliegen. Aber für Frau Smilla könne sie nichts tun, da die nicht in der Gemeinde Ingelfingen gastiert. Sie meinen, bei einer Bekannten in der Küche schläft, korrigiere ich sie. Wenn Frau Smilla in Ingelfingen Unterschlupf gefunden hätte, könnten Sie ihr dann ein Zimmer oder eine Wohnung anbieten?, hake ich nach. „Nein“, derzeit nicht. Warum nicht? Weil derzeit noch Wohnungen, die angeboten wurden, renoviert werden müssen. Es steht also derzeit noch kein einziges Zimmer zur Verfügung, und das, obwohl Bürgermeister Michael Bauer in der vergangenen Gemeinderatssitzung noch davon geschwärmt habe, wie viele private Wohnungsangebote seine Einwohner:innen der Stadt bereits unterbreitet haben?, möchte ich weiter wissen. Nun sagt die Mitarbeiterin, ws vermutlich der wahre Grund für ihre Zurückhaltung ist: Die Kostenübernahme sei noch nicht geklärt. Sprich: Wer soll das bezahlen? Die Stadt, das Land oder der Landkreis? Solange wird auch nicht vermittelt?, frage ich sie. Soll ich das dann so der Frau, die in der Küche schläft, mitteilen? Schweigen am anderen Ende der Leitung. Der Krieg dauert bereits 5 Wochen und es ist noch nicht klar, wer welche Kosten übernimmt. Aha. Anscheinend baut das Landratsamt derzeit eine Online-Wohnungsbörse laut der Frau von der Stadtverwaltung in Ingelfingen auf. Wann die in Betrieb geht, war ihr aber nicht bekannt.

Familien haben Vorrang vor Einzelpersonen

Die Stadtverwaltung Künzelsau hat veröffentlicht, dass sie als Stadt die Miete für die Flüchtenden übernimmt und damit quasi als Mieter auftritt. Versuchen wir hier einmal unser Glück. Bei der zuständigen Sachbearbeiterin bekommen wir erklärt, dass die Listen zwar lang seien, die angeboten worden seien von Einwohner:innen Künzelsaus bezüglich der Zur-Verfügung-Stellung privaten Wohnraums, aber die Liste mit den Flüchtlingsfamilien anscheinend fast ebenso lang. Diese gelte es zunächst abzuarbeiten und da haben Familien mit Kindern Vorrang. Sie werde sich bei uns melden.

Solange schläft Fräulein Smilla weiterhin in der Küche bei der Frau, die sie dankenswerterweise aufgenommen hat, und wartet, bis die Kostenübernahme geklärt ist.

Text: Dr. Sandra Hartmann

*alle Namen der Beteiligten in diesem Text sind der Redaktion namentlich bekannt. Um die Personen zu schützen, haben wir sie jedoch anonymisiert.




Jeder Kindergeburtstag besser organisiert

„Die Flüchtlinge brauchen erst einmal Ruhe“, hießt es bei der Vorstellung der Bewältigung der Flüchtlingsströme an der Kreistagssitzung. Allein an diesem Satz merkt man, wie weit das Landratsamt von dem Tagesgeschehen rund um das Eintreffen der ersten Flüchtlinge von den Aufnahmestellen in Baden-Württemberg ins ehemalige Krankenhaus Künzelsau entfernt ist.

Die Ukrainer:innen wollen weitermachen

Denn wer, wie etwa die Ehrenamtlichen, derzeit täglich nach den Flüchtlingsmamas und ihren Kindern im ehemaligen Krankenhaus schaut,  sie bei Alltagsfragen unterstützt, bei Behördengängen begleitet, nebenher auch noch Kontakt mit den Familien hat, die nicht im Krankenhaus untergebracht sind, sondern verstreut im Hohenlohekreis, der weiß, dass die Ukrainer:innen kein Volk sind, dass sich erst einmal nach einem Sabbatical sehnt. Was sie brauchen sind oftmals in erster Linie Basisdinge: Wasser, Kleidung, Babynahrung, Tiernahrung für ihre Hunde und Katzen, die sie nicht selten auf ihre Flucht mitgenommen haben. Danach: eine Wohnung, Arbeit, Schule für ihre Kinder, einen Kindergartenplatz. Sie wollen weitermachen, sie lassen sich nicht unterkriegen. Sie möchten in keinem Fall lethargisch auf ihren Zimmern wochenlang sitzen.

Entwicklungen kamen auch für die Lokalpolitik eigentlich nicht völlig unerwartet

Zahlreiche Ehrenamtliche aus dem Hohenlohekreis haben sich bereits gemeldet und ihre Hilfe gegenüber der Stadtverwaltung Künzelsau und des Landratsamtes angeboten. Das geht vom Dolmetschen über Sachspenden bis hin zu Betreuung der Flüchtlinge. Sie alle sind startbereit, sie möchten helfen. Aber wie so oft stolpern sie dabei bereits zu Beginn der nun heranrollenden Flüchtlingswelle über zahlreiche bürokratische Hürden – und das, obwohl der Krieg nun bereits seit 5 Wochen dauert und man die Entwicklungen hätten kommen sehen und sich dementsprechend auch in den Ämtern rüsten hätte können, planen, vorbereiten. Nun schaut es derzeit eher so aus, wie wenn die Planungen jetzt erst beginnen – nachdem die ersten Flüchtlinge bereits da sind und viele weitere bald folgen werden.

Deutschlands Bürokratie

Mit einem Satz hat das Landratsamt bei der Vorstellung des Flüchtlingsmanagements bei der Kreistagssitzung in Weißbach absolut Recht: Es herrscht derzeit noch ein absolutes Verwaltungschaos. Die Vermittlung von Privatwohnungen an Flüchtlingsfamilien, die von Hohenlohern ebenfalls zahlreich angeboten wurden, scheitert teilweise an Unwissenheit der Sachbearbeiter:innen (wir berichteten), an Standortproblemen, an Fragen der Finanzierung (wer bezahlt das Ganze) oder schlicht und ergreifend daran, dass die dafür vorgesehenen Wohnungs-Plattformen noch nicht fertig sind. Auch hier springen Ehrenamtliche ein und vermitteln hinter den Kulissen Wohnraum. Das Problem: Wer privat einreist, dem verweigert derzeit das Landratsamt die einfachste Möglichkeit: die Aufnahme in ein Zimmer des ehemaligen Krankenhauses Künzelsau, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft dient. Denn: Nur wer über die Landeserstaufnahmestellen Ellwangen, Karlsruhe und Heidelberg anreist, darf hier derzeit aufgenommen werden. Wissen tut das natürlich nicht automatisch jeder ukrainische Flüchtlinge (woher auch). Logisch ist das auch nicht wirklich. Aber zumindest gibt es ein System. Das ist ja bekanntlich wichtig in Deutschland. Regeln, Ordnung. Systematische Registrierung. Diese Punkte stehen aber oft im Widerspruch mit schneller und manchmal nötiger flexibler Hilfe.

Stadtverwaltung möchte die Ehrenamtlichem im Einsatz bislang nicht finanziell unterstützen

Eine Kleiderausgabe, trotz dringenden Bitten der Ehrenamtlichen, direkt am Standort des alten Krankenhauses, also dort, wo auch die Flüchtlinge wohnen, wurde bislang nicht realisiert. Es würde damit aber den Ehrenamtlichen vor Ort einiges erleichtern.

Derzeit werden dringend benötigte kleinere Dinge für die Flüchtlingsfamilien wie ein Rollstuhl für ein behindertes Kind, Nachttopf oder Medikamente von den Ehrenamtlichen selbst organisiert und mitunter selbst bezahlt, weil oft auch die zuständigen Sachbearbeiter:innen in den Behörden mangels Zeit und Wissen nicht weiterwissen. Geschweige denn die ganzen Fahrten zu den Familien, zum Dolmetschen, zu Behörden – auch angesichts der explodierenden Spritpreise, es ist nicht nur ein Ehrenamt, sondern auch ein Drauf-Zahl-Amt.

Es wäre ein positives Zeichen an die Ehrenamtlichen gewesen

Eine Anfrage bei der Stadtverwaltung Künzelsau, ob denn nicht ein Teil der Spenden, die die Stadtverwaltung für ukrainische Flüchtlingsfamilien bei den Künzelsauer Einwohner:innen eingesammelt wird, hierfür verwendet werden kann, wurde abgelehnt. Begründung: Das Geld diene lediglich für die Einrichtung der Wohnungen für Flüchtlinge. Schade. Es wäre auch ein positives Zeichen für das Ehrenamt gewesen und hätte sich um einen Kleinstbetrag von 100 oder 200 Euro gehandelt.

Mehr Wertschätzung für Ehrenamtliche

Am Freitag, den 01. April 2022 nun der große Pressecoup mit dem Hohenloher Landrat Dr. Matthias Neth und Vertretern der Lokalpolitik zur Eröffnung des Welcome Points für die Flüchtlingsfamilien in Künzelsau. Die Kinder der Flüchtlingsfamilien dürfen sich auf ein Spielzimmer, die Mamas auf Computerarbeitsplätze freuen. Wichtiger aber wären zunächst einmal Kleidung, Beratung, Sprache, Kontakt. Denn wer Kleidung und Nahrung hat und sich willkommen fühlt, der schaut auch gerne nach Jobs oder Wohnungen.

Es wird auch hier weiterhin stehen und fallen mit den Ehrenamtlichen, ob diese größte Flüchtlingswelle, die wir je erlebt haben im Zweiten Weltkrieg, erfolgreich gemeistert werden kann.

Das Mindeste, was hier auch die Lokalpolitik leisten kann, ist die Wertschätzung und Unterstützung dieser bedeutsamen Arbeit.

Treffen

Am Donnerstag, den 07. April 2022, 09 Uhr, ist ein großes Treffen zwischen hauptamtlichen Mitarbeiter:innen von der Stadt Künzelsau und dem Landkreis sowie mit allen interessierten Ehrenamtlichen im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau geplant, um sich künftig besser abzusprechen sowie eine sinnvolle Struktur zu schaffen.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Musik für den Frieden

Der Landesmusikverband hat am Freitag, den 25. März zu einer musikalischen Aktion aufgerufen, bei der das Lied „Die Gedanken sind frei“ erklingen soll. Der 25. März wurde bewusst als Datum gewählt, da sich an diesem Tag die Annahme der sogenannten Berliner Erklärung durch alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gemeinsam mit dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission zum 15. Mal jährt.

Öhringen unterstützt die Aktion

Die Stadt Öhringen unterstützt diese Aktion mit einem Konzert unter dem Titel „Musik für den Frieden“ am 25. März um 18 Uhr im Hofgarten. Bei Regen findet die Veranstaltung in der Stiftskirche statt. Es werden an dem Tag Spendengelder für die Ukraine gesammelt, die dem Härtefall-Fond vom Kiwanis-Club Öhringen zugutekommen. Der Fond hilft direkt den Flüchtlingen aus der Ukraine, die in Hohenlohe aufgenommen wurden. Organisiert wird die Veranstaltung von Jugendmusikschulleiter Andreas Schwarz in Zusammenarbeit mit Heidrun Südecum vom städtischen Kulturamt. Neben dem Lied „Die Gedanken sind frei“ werden noch weitere Musikstücke erklingen. Musizieren soll ein großes, gemeinsames Orchester der verschiedenen musiktreibenden Vereine und Kirchen, sowie Chöre.

„Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Konzert ein Zeichen für Frieden und Solidarität setzen können.“

„Der Krieg in der Ukraine hat uns alle in den letzten zwei Wochen sehr erschüttert. Unzählige Menschen müssen um ihr Leben fürchten, ihre Heimat verlassen und dabei alles zurücklassen“, sagt Andreas Schwarz. „Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Konzert ein Zeichen für Frieden und Solidarität setzen können.“

Pressemitteilung Stadt Öhringen




Das alte Krankenhaus füllt sich wieder mit Leben

Vertreter des Landratsamtes begrüßten am Mittwoch, den 23. März 2022, die ersten Flüchtlinge, die von der Landeserstaufnahmestelle in Heidelberg ins ehemalige Krankenhaus Künzelsau gebracht wurden. Dabei handelt es sich um rund 40 Personen aus der Ukraine sowie in der Ukraine lebende Angehörige von Drittstaaten, davon größtenteils Familien.

Wie lange sie bleiben werden, ist noch ungewiss. Nun haben die Flüchtlinge ihre Zimmer in einem Stockwerk des Krankenhauses bezogen und sollen da auch erst einmal bleiben und zur Ruhe kommen.

Erst einmal im Krankenhaus bleiben

Zuvor kamen auch schon einige Flüchtlingsfamilien in Künzelsau an, die nicht über die LEA und damit über den Verteilschlüssel des Landes Baden-Württemberg gekommen sind. Diese Flüchtlinge sind entweder bei Verwandenten, Freunden oder Bekannten untergekommen oder haben sich direkt bei der Stadtverwaltung Künzelsau gemeldet, die Unterkünfte vermittelt, die von Einwohner:innen Künzelsau für Flüchtlinge angeboten werden. Dabei zahlt die Stadt die Miete und tritt auch als Mieter in Erscheinung.

Stuttgart verteilt die Flüchtlinge, die über die offiziellen Stellen kommen

Anders bei der offiziellen Verteilung über das Regierungspräsidiums Stuttgart. Kommen die Flüchtlingen in einem der zentralen Aufnahmelager in Ellwangen, Karlsruhe oder Heidelberg an, werden sie von dort mit einem bestimmten Schlüssel an die einzelnen Landkreise, unter anderem den Hohenlohekreis, verteilt. Am Mittwoch, den23. März 2022, kamen die ersten Flüchtlinge von Ellwangen in Künzelsau an. In diesem Fall weist das Landratsamt den Flüchtlingen eine Unterkunft zu, das ist aktuell das alte Krankenhaus. Die Eberhard-Gienger-Halle dient lediglich als Notfallunterkunft, wenn jemand nachts oder am Wochenende hier ankommt. Diese Personen werden dann direkt von der Stadtverwaltung in angebotene private Unterkünfte weitervermittelt. sollte das ehemalige Krankenhaus voll belegt sind, hat das Landratsamt noch weitere großzügige Gebäude als Sammelunterkunft für eine gewisse Anzahl an Betten.

Eberhard-Gienger-Halle nur als Notfallunterkunft

Die Flüchtlinge werden im ersten Schritt nach Ankunft registriert und geschaut, was sie an Erstbedarf an Kleidung und anderen Dingen benötigen. Hierbei helfen Ehrenamtliche. die Redaktion GSCHWÄTZ unweit des Krankenhauses dient derzeit als Kleiderannahme- und ausgabestelle für Flüchtlinge und andere Schutzsuchende und Bedürftige. Auch hier helfen Ehrenamtliche beim Sortieren der Kleidung. Viele Hohenloher:innen haben bereits an der Redaktion Kleidung gespendet. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Spender:innen.

Corona- und Flüchtlingslage im Fokus der nächsten Kreistagssitzung

Die nächste Sitzung des Kreistages des Hohenlohekreises findet am Montag, 28. März, 14 Uhr, im Bürgerzentrum Langenbachtal in Weißbach statt. Zu Beginn der Sitzung informiert die Verwaltung über die aktuelle Corona- und Ukrainelage im Hohenlohekreis. Anschließend wird über die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes für die Gemeinschaftsunterkunft in Bretzfeld-Schwabbach entschieden. Danach geht es um die Fortsetzung des Integrationsmanagements in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege für den Förderzeitraum 2023/2024. Außerdem stehen die Vergabe von Elektroinstallationsarbeiten der Kaufmännischen Schule in Künzelsau sowie die Entscheidung über eine finanzielle Förderung zum Bau eines Geh- und Radweges zwischen Klepsau und Laibach (K 2313) auf der Tagesordnung.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.




Stadt Öhringen schaltet Kontaktmöglichkeit für Geflüchtete und Helfer

Die Große Kreisstadt Öhringen hat eine Kontaktmöglichkeit eingerichtet, über die sich Geflüchtete, sowie Bürgerinnen und Bürger, die Menschen aufgenommen haben, mit Fragen an die Stadtverwaltung wenden können. Die Telefonnummer führt zum Team Integration und Flüchtlingsmanagement der Stadt. Sie ist die erste Anlaufstelle für Geflüchtete und informiert Hilfsbedürftige über das Registrierungsverfahren, sowie über Rechte und Pflichten eines Aufenthaltes in Deutschland. Dort werden zudem die unbedingt notwendigen Termine zur Registrierung im Einwohnermeldeamt und der Ausländerbehörde vergeben.

Ukrainisch sprechende Ehrenamtliche gesucht

Ehrenamtliche Hilfsangebote und Dolmetscherdienste, sowie ukrainisch sprechende Ehrenamtliche für unterstützende Beratungstätigkeiten, können ebenfalls bei der Integrationsberatung gemeldet werden. Sachspenden werden nicht gesammelt. Wer die Flüchtlingsarbeit in Öhringen unterstützen möchte, kann gerne auf das Konto des Kiwanis-Förderverein Hohenlohe e. V. spenden. Geldspenden nimmt auch Öhringens Partnerstadt Kędzierzyn-Koźle entgegen. Damit hilft sie Geflüchteten vor Ort und in Kędzierzyn-Koźles Partnerstadt Kalusch in der Ukraine. Dort werden dringend Lebensmittel benötigt.

Die Integrationsberatung ist unter der mobilen Rufnummer +49 (0)160 95965674, montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Sie können ihr Anliegen auch per E-Mail an fluechtlingshilfe@oehringen.de senden.

Wohnraum dringend gesucht

Um dringend benötigten Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, bittet die Stadt Öhringen die Bevölkerung um Wohnraumangebote für Geflüchtete. Die Wohnungen sollten in bezugsfertigem Zustand sein und mindestens zwölf Monate zur Verfügung stehen. Es gibt die Möglichkeit einer Mietübernahme. Bitte melden sie Wohnraum telefonisch bei der Gebäudewirtschaft im Rathaus Öhringen unter 07941 68-203, Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.15 Uhr, Montag bis Mittwoch 14 bis 16 Uhr und Donnerstag 14 bis 18 Uhr, oder ebenfalls per E-Mail an fluechtlingshilfe@oehringen.de.

Alte Turnhalle wird Unterkunft

Aktuell wird die Alte Turnhalle als Unterkunftsmöglichkeit umgebaut. Sie wird durch eine Messebaufirma in unterschiedlich große Räume aufgeteilt und bietet im April rund 50 Personen Platz.

Übersicht

Integrationsberatung: Telefon +49 (0)160 95965674, Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, E-Mail fluechtlingshilfe@oehringen.de

Stadtbauamt/Gebäudewirtschaft: Telefon: 07941- 68-203, Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12.15 Uhr, Montag bis Mittwoch 14 bis 16 Uhr und Donnerstag 14 bis 18 Uhr. E-Mail: fluechtlingshilfe@oehringen.de

Unterstützung der Flüchtlingsarbeit in Öhringen: Empfänger: Kiwanis-Förderverein Hohenlohe e. V. IBAN: DE80 6225 1550 0220 0445 54, Bank: Sparkasse Hohenlohekreis.

Infos zu Kiwanis gibt es unter www.kiwanis.de oder kiwanisclub-hohenlohe.de

Spendenkonto bei Öhringens Partnerstadt Kędzierzyn-Koźle: Empfänger: Stowarzyszenie „Trampolina“, IBAN: PL31 1600 1462 1029 8069 5000 0003 (Überweisung in Euro möglich), Stichwort: „Pomoc dla Ukrainy“. Bank: BNP Paribas Bank Polska S.A., BIC/SWIFT: PPABPLPK.

 

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen




Lasst uns nicht mit wehenden Fahnen in den Krieg ziehen

Der 24. Februar 2022 wird als Wendepunkt in die Geschichte eingehen. Nach fast 80 Jahren rollen deutsche Panzer wieder Richtung Osten oder es fliegen Bomben in Europa. Es scheint die Geschichte von David gegen Goliath zu sein, unter anderem deshalb steht die westliche Welt hinter der Ukraine. Aber auch weil uns eine ähnliche Kultur verbindet, weil die Ukraine doch nicht so weit weg ist (nur rund 1.000 Kilometer) wie Syrien oder andere Kriegsländer.

David gegen Goliath

Die Medien bedienen derzeit dieses Narrativ. David gegen Goliath in extremen Ausmaß, unter anderem weil hier auch von ukrainischer Seite Medienprofis am Werk sind wie die Klitschkobrüder oder der ehemalige Schauspieler und jetzige Regierungschef Selenski.

Etwas „Gutes“ mit Krieg bewirken

Nicht nur Russen, auch wir Deutsche erleben eine Kriegspropaganda, ohne es zu merken. Eine Kriegspropaganda kennzeichnet sich dadurch aus, dass sie ein extremens Schwarz-weiß-Denken zeichnet (etwa die Tagesschau, die relativ einseitig die Beweggründe des Westens darstellt), ein Bild Gut und gegen Böse entwirft („Putins Krieg“, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel immer wieder auf seinem Titel schreibt) und den Krieg dadurch legitimiert, dass wir etwas „Gutes“ damit bewirken, indem wir mit Waffen für unsere Werte eintreten oder diesen Krieg mit Waffen unterstützen („Verteidigung unserer Werte“). Vor zwei Monaten hätte bei einer Umfrage die Mehrheit der Deutschen eine Krieg in jedweder Form abgelehnt. Nun, innerhalb so kurzer Zeit, hängen an Deutschlands Fenstern mehr blau-gelbe als deutsche Fahnen, dass Deutschland sich nun mit militärischen Mitteln am Krieg beteiligt, wird von einer breiten Bevökkerungsmehrheit unterstützt. So schnell manipulierbar ist der Mensch.

Man bekämpft Feuer nicht mit Feuer

Dabei ist es doch so: Man bekämpft kein Feuer mit Feuer. Das hat noch nie in der Geshichte funktioniert, sondern nur noch größeres und längeres Leid ausgelöst. Ein Bürger hat Hohenlohes Dekan Ingo Kuhbach die Idee nahe gebracht, anstatt mit Waffen, Putin mit Blumen entgegenzutreten. Kuhbach habe diese Aussage „nicht nachvollziehen können“. In der aktuellen Situation könne er derartiges pazifistisches Gedankgut nur in einem bgrenztent Maße nachvollziehen, so erzählt er es öffentlich an der Friedensdemo in Künzelsau am Freitag, den 18. März 2022. Aber warum? Wenn schon nicht mehr Kirchenvertreter, wer tritt dann noch für Frieden ein? Frieden ist immer die beste aller Lösungen. Lasst die Ukrainer fliehen, gewähren wir ihnen im Herzen Europas eine neue Heimat, zurück bleibt ein Land ohne Volk. Damit kann auch Putin nichts anfangen. Russlands Regierungsoberhaupt wird sicher kein Nato-Mitglied angreifen. Daher wird die rote Linie dort sein, wo der ukrainische Boden endet. Daher möchte Putin verhindern, dass die Ukraine Nato-Mitglied wird. Weil er sich eben nicht mit der Nato anlegen wird.

Für Frieden und Freiheit

Wir dürfen in diesen Zeiten vor allem eines nicht: unsere Werte über den Haufen werfen. Wir sind die vergangenen 80 Jahre für Frieden und Freiheit eingetreten und das muss auch künftig unsere höchste Prämisse sein, wollen wir nicht ebenfalls auf der schwarzen Seite der Geschichte stehen.




„Solange man redet, schießt man nicht“

Diverse lokale, politische und kirchliche Vereine hatten am Freitag, den 18. März 2022, zu einer Friedensdemo für die Ukraine nach Künzelsau gerufen. Rund 100 bis 200 Menschen (laut eigenen Schätzungen) sind diesem Ruf, teilweise mit Friedensplakaten, gefolgt.

Dekan Kuhbach tut sich schwer mit friedlicher Gegenwehr

Als Redner sprachen unter anderem Ingo Kuhbach vom katholisches Dekanat Hohenlohe und Dekanatsjugendseelsorger Gerold Traub.

Am 24. Februar 2022 [Offizieller Beginn des Ukraine-Krieges, Anm. d. Red.] dachte er, er wache in einer falschen Welt auf, erinnert sich Dekan Ingo Kuhbach. „Der Krieg von 2015 [Syrien] war damals weit weg. Dieser Krieg jetzt ist nicht mehr ganz so weit weg.“ Rund 1.000 Kilometer seien es bis zur Ukraine, „das ist nicht wirklich weit“. Viele Menschen, vor allem ältere Mitbürger:innen, hätten nun Angst. Manche Menschen hätten ihn aber auch angesprochen und gesagt: Wie wäre es, wenn die Menschen dort nicht kriegerisch antworten würden, sondern mit Blumen entgegenlaufen würden.“ Davon hält Kuhbach nicht sonderlich viel. „Ich gebe zu, ich muss da schlucken. Ich kann solche pazifistischen Gedanken durchaus irgendwie verstehen. Aber mein Verstand sagt mir auch: Wenn die Menschen wirklich so dem Aggressor begegnen würden, dann hätte die russische Propaganda Recht, die sagt, sie werden mit offenen Armen empfangen.“ Und doch denke er, in diesem „Wunschdenken“ stecke etwas, drin, was man nicht ganz beiseite schieben sollten, nämlich, den stillen Widerstand gegen Krieg anders zu leben. Wir können das jetzt hier zum Glück in Freiheit tun. In Russland und in Belarus ist das nicht so einfach möglich. Es gibt überalle gerade Friedensgebete und Kerzen. Vielleicht wäre es gut, wenn wir jeden Tag für eine kurze Zeit eine Kerze anzünden und ein Friedensgebet sprechen und somit gute Gedanken den Menschen schicken, die sich gerade einsetzen für Frieden.“

„Bringt beten überhaupt etwas?“

„Kirchen organisieren Friedensgebete und viele fragen sich: Bringt beten überhapt was?“, fragt Gerold Traub. Ganz nüchtern betrachtet „schützt mein Gebet nicht vor Bombenangriffen“, sagt Traub nüchtern. „Es verschafft Flüchtenden keine Unterkunft und mein Gebet wird auch die Meinung von Wladimir Putin nicht verändern. Hilft reden denn überhaupt was? Anna-Lena Bearbock hat, bevor es eskaliert ist, gesagt: ,Solange man redet, schießt man nicht.‘ Aber alleine durch Reden wird kein hungriger Mensch satt und auch Krankheiten verschwinden nicht aus dieser Welt. Aber die Einstellung von Gesprächspartnern zueinander kann sich verändern. Wir haben die letzten zwei Jahre auch in einem anderen Zusammenhang [Corona, Anm. d. Red.] erlebt, wie Beziehungen zerbrechen können, wenn ich nur meine eigene Wahrheit als die alleinige Wahrheit nehme. Im Gespräch können wir uns wieder annähern, obwohl wir ganz anderer Meinung sind.“ Wichtig sei es, dass man einander wieder zuhöre.

1.000 Kraniche für den Weltfrieden und ein langes, gesundes Leben

Nicola, eine Sprecherin für Fridays for future hielt die Auftaktrede, in welche sie dazu unter anderem zu einer Aktion aufrief, die auch von der Stadtverwaltung Künzelsau unterstützt wird: innerhalb der nächsten zwei Wochen 1.000 Kraniche für die Ukraine zu basteln.  „In Japan und China gelten sie als Glücksbringer, nach dem Zweiten Weltkrieg als Symbol des Friedens. Bei der Aktion falten Städte mindestens 1.000 Kraniche und schicken sie danach an die Vereinten Nationen nach Genf oder New York als Zeichen des Friedens. Warum 1.000? Nach alter japanischer Weisheit soll das falten von 1.000 Kranichen ein langes und gesundes Leben garantieren.“

Auch Spenden sammelten die Organisatoren an dieser Demo ein. Ein Teil davon soll an die Stadtverwaltung gehen, die die Spenden für die Geflüchteten hier vor Ort verwenden will. Mit einem anderen Teil soll das Deutsche Rote Kreuz unterstützt werden.

Zwischen den einzelnen Reden gab es Liedeinlagen, unter anderem Imagine von John Lennon durften die Demoteilnehmer hören.

 

 




„Wir fordern das sofortige Ende dieses Krieges“

Anbei veröffentlichen wir erste Fotos von der Demo in Künzelsau am Freitag, den 18. März 2022 für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Es fanden sich zirka 100 bis 200 Teilnehmer:innen (eigene Schätzung) auf den Wertwiesen ein. Die Polizei war ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Unter anderem Dekanatsjugendseelsorger Gerold Traub und Ingo Kuhbach vom katholischen Dekanat Hohenlohe hielten Reden.

Eine ausführliche Berichterstattung mit Videos und den einzelnen Reden folgt in Kürze.

Die meisten Teilnehmer:innen trugen Mundschutz. Foto: GSCHWÄTZ

Auch die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Musikalische Einlage. Foto: GSCHWÄTZ

Demo für den Frieden

100 bis 200 Teilnehmer versammelten sich an den Wertwiesen. Foto: GSCHWÄTZ

Fridays for future stellten ihre Planungen für den Weltklimatag hintenan und demonstrieren für Frieden, Freiheit und Demokratie in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau.

Demoteilnehmer. Foto: GSCHWÄTZ

Viele ältere Mitbürger:innen, Student:innen und Mütter mit ihren Kindern waren vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ

Demo am Freitag, den 18. März 2022 in Künzelsau für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Foto: GSCHWÄTZ




Künzelsau: Eberhard-Gienger-Halle als weitere Unterkunft für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine vorbereitet

Am Donnerstag, den 17. März 2022, hat das Landratsamt Hohenlohekreis damit begonnen, die Eberhard-Gienger-Halle Künzelsau als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine vorzubereiten. Hintergrund ist die eindringliche Bitte des Regierungspräsidiums Stuttgart an alle Kreise, angesichts der sich abzeichnenden Lage mindestens eine Halle einzurichten, um schnell eine große Anzahl Personen aufnehmen zu können.

Hohe Zuweisungszahlen.

„Aufgrund von täglich vierstelligen Zuweisungszahlen an das Land Baden-Württemberg müssen wir als Kreis, insbesondere angesichts der belegten Landeserstaufnahmestellen, ab sofort jederzeit mit ankommenden Ukrainerinnen und Ukrainern rechnen“, erklärt Mike Weise, zuständiger Dezernent im Landratsamt Hohenlohekreis. „Bislang wurden uns vom Land aber noch keine Geflüchteten zugewiesen.“

Ab Montag bezugsfertig

Gemeinsam mit den Einsatzkräften von THW und DRK hat Kreisbrandmeister Torsten Rönisch die kreiseigene Halle am Berufsschulzentrum Künzelsau am Donnerstag erkundet und für die nächsten drei Tage einen Einsatzplan zur Einrichtung von 180 Plätzen erstellt. Ab Montag, 21. März 2022, wird die Halle bezugsfertig sein. Wie lange diese als Unterkunft genutzt werden soll, steht noch nicht fest.

Weiterhin auch private Räumlichkeiten zur Unterbringung von Flüchtenden gesucht

Wer private Räumlichkeiten für die Unterbringung von Schutzsuchenden aus der Ukraine melden kann, wendet sich an das Rathaus der Stadt oder Gemeinde.

Wer ein größeres Mietobjekt zur vorläufigen Unterbringung von Geflüchteten und Asylbewerbern anbieten kann, wendet sich an das Landratsamt unter Tel. 07940 18-1303 oder per E-Mail an OrdnungundZuwanderung@hohenlohekreis.de. Ein Formular zur Meldung ist unter Bürgerservice / Was erledige ich wo? / Formulare / Ordnung und Zuwanderung hinterlegt.

Meldung aufgenommener Geflüchteter

Wer Geflüchtete aus der Ukraine bei sich aufgenommen hat, meldet dies bitte bei seinem Bürgermeisteramt. Dort erfolgt die Registrierung und bei Bedarf die wohnungsrechtliche Anmeldung. Ausländerrechtliche Fragen beantwortet die zuständige Ausländerbehörde. Für Stadt Öhringen, Gemeinde Zweiflingen und Gemeinde Pfedelbach ist dies die Stadtverwaltung Öhringen, für alle anderen Städte und Gemeinden das Landratsamt Hohenlohekreis (erreichbar unter auslaenderamt@hohenlohekreis.de). Leistungsrechtliche Fragen beantwortet die Asylbewerberleistungsstelle des Hohenlohekreises unter asyl@hohenlohekreis.de

Weitere Informationen

Unter www.hohenlohekreis.de/ukraine werden alle Informationen zur Situation im Hohenlohekreis laufend aktualisiert. Allgemeine Infos hat das Ministerium für Justiz und für Migration Baden-Württemberg zusammengestellt unter https://www.justiz-bw.de/,Lde/Startseite/Auslaender+und+Fluechtlingspolitik/Informationen+zur+Ukraine.

 




„Nein zu Krieg und Gewalt“ – Friedensdemonstration in Künzelsau

Der SPD-Ortsverein Künzelsau-Ingelfingen als einer der  Veranstalter lädt mit dem folgenden Aufruf zur Friedensdemonstration ein:

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der russischen Regierung gegen die Ukraine erschüttert die Welt, insbesondere uns Menschen in Westeuropa. Seit über 80 Jahren leben wir in Frieden, in Wohlstand und in Freiheit. Viele Katastrophen und Kriege haben sich seither auf der Welt ereignet, doch nun, mit dem russischen Krieg in der Ukraine, vor den Toren der EU und in Europa, erleben wir unmittelbar seine grausamen Folgen.

„Menschenwürde und unsere europäischen Werte hochhalten“

Wir stellen uns dem Krieg entgegen, indem wir die Menschenwürde und unsere europäischen Werte hochhalten: Zusammenhalt, Demokratie, Freiheit und Freundschaft über Grenzen hinweg. Dafür gehen wir gemeinsam auf die Straße und sagen laut: „Nein zu Krieg und Gewalt.“ Gemeinsam treten wir ein gegen Hass und Gewalt, für Frieden und Gerechtigkeit.

Humanitäre Katastrophe: Millionen von Menschen, vor allem Frauen und Kinder sind auf der Flucht

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Millionen von Menschen, vor allem Frauen und Kinder sind auf der Flucht: Sie suchen Schutz im eigenen Land, in den direkten Nachbarländern wie Polen, Ungarn, der Slowakei und Rumänien, und in allen anderen europäischen Staaten. Auch hier, in Künzelsau, im Hohenlohekreis, sind bereits Schutzsuchende aus der Ukraine eingetroffen.

„Wir helfen denen, die als Schutzsuchende zu uns kommen“

Wir helfen denen, die als Schutzsuchende zu uns kommen, geben ihnen ein Zuhause, Wärme und Hoffnung. Wir helfen denen, die vor Ort bleiben mit Spenden. Wir zeigen uns solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und jenen auf der Flucht. Dafür gehen wir gemeinsam auf die Straße und sagen laut: „Seid willkommen bei uns.“

Wir laden herzlich zu unserer angemeldeten Kundgebung auf den Wertwiesen in Künzelsau
am Freitag, 18. März 2022, um 16.30 Uhr ein. Mit Abstand, FFP2-Masken und kurzen Rede- sowie Musikbeiträgen wollen wir ein Zeichen setzen: für den Frieden, für die Solidarität, gegen Hass und Gewalt.

Pressemitteilung SPD Künzelsau-Ingelfingen