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Benötigt: Buggies und Kinderwägen für Mütter aus der Ukraine

Für Mütter und Kinder, die aus der Ukraine in Künzelsau angekommen sind, fehlt es im Moment an Buggies oder Kinderwägen.

Wer einen Buggy oder Kinderwagen zur  Verfügung stellen möchte, kann unter WhatsApp 01726878474 einen Termin zur Übergabe vereinbaren.




Ukraine-Flüchtlinge suchen weiterhin Kleidung

Auch weiterhin suchen geflüchtete Ukrainer:innen Kleidung. Momentan werden besonders gesucht:

Frauenkleidung in den Größen 38/40/42/44/46
Schuhe in den Größen 38/39

Die Kleidung kann nach vorheriger Terminabsprache via WhatsApp: 0172/68 78 474 in der Redaktion GSCHWÄTZ in der Gaisbacher Strasse 4 in Künzelsau abgegeben werden.

 




Kevin Leiser (SPD): „Unsere Soldat:innen haben die bestmögliche Ausstattung sowie funktionsfähiges Gerät verdient“

Am Samstag, den 07. Mai 2022, machten sich die Genoss:innen aus den Kreisverbänden Schwäbisch Hall und Hohenlohe auf den Weg nach Stuttgart zum kleinen Parteitag der SPD Baden-Württemberg. Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des SPD Kreisverband Schwäbisch Hall Hohenlohe.

„SPD Baden-Württemberg steht hinter Bundeskanzler Scholz“

„Die SPD Baden-Württemberg macht deutlich, sie steht hinter Bundeskanzler Olaf Scholz und der Bundesregierung bei ihrem entschlossenen, umsichtigen und überlegten Handeln zur Unterstützung der Ukraine. Das Ziel ist die Herstellung einer europäischen Friedens- und Sicherheitsordnung, die für alle Staaten gleichermaßen Gültigkeit hat und die Unverletzbarkeit ihrer Grenzen garantiert. Die Ukraine muss ihre Souveränität, die Freiheit Ihrer Bürger:innen verteidigen können.

Kevin Leiser wirbt konkret für eine bessere Ausstattung der Bundeswehr. „Unsere Soldat:innen haben die bestmögliche Ausstattung sowie
funktionsfähiges Gerät verdient!“, so Kevin Leiser in seiner Rede.

Mehr Teilhabe für Kinder in der Gesellschaft

Thematisch standen Kinder und Jugendliche im Fokus. Die SPD Baden-Württemberg fordert, dass Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Träumen in der Gesellschaft wahrgenommen werden, geschützt werden, frei von Armut aufwachsen, konsequent bei Entscheidungen beteiligt werden und Integration und Teilhabe erfahren. Die Einführung der Kindergrundsicherung zur Bekämpfung der Kinderarmut ist eine zentrale Forderung. Das aktive Wahlalter für Landtags-, Bundestags-, und Europawahlen auf 16 Jahre abzusenken ist eine weitere. Bessere Angebote für Kitas und Schulen, als Lebensorte der Kinder und Jugendlichen, sind beraten worden. Hans-Jürgen Saknus, Stellvertretender SPD-Vorsitzende im Hohenlohekreis, sieht hier die Schulsozialarbeit als wichtigen Baustein einer erfolgreichen Bildungspolitik.

Ausbau der Schulsozialarbeit

„Um die notwendige Hilfe für Schüler:innen  durch die Schulsozialarbeit sicher zu stellen, müssen die Finanzierungen verlässlich sein. Die grün-schwarze Landesregierung entzieht sich der Finanzierungszusage durch eine schleichende Kostenverlagerung auf die
Kommunen und Stadt- und Landkreise aufgrund nicht angepasster Drittelfinanzierung“, so HansJürgen Saknus in der Begründung seines Antrages auf solide Finanzierung der Schulsozialarbeit. Kinder und Jugendliche bei allen Entscheidungen mit in den Fokus zu nehmen, fordert die SPD Baden-Württemberg. Kinder und Jugendliche verdienen es, im Mittelpunkt unserer Politik zu stehen.“

Quelle: Pressemitteilung der SPD Schwäbisch Hall-Hohenlohe




„Sie steht halt doch auf Alpha-Männchen“

„Alice Schwarzer ergreift Partei für Putin“, schreiben Autoren des Handelsblattes. @UtePiper28 twittert: „Und die „Emma jubelt über den „tapferen“ Putin, der Frauen und Kinder töten lässt…„.  Schaak@Stefan schreibt auf Twitter an das Magazin EMMA gar: „#Schwarzer will von Putin gef**kt werden? Im Ernst? Krass… alte weiße Fleischeslüste…So ein Krieg steckt voller Überraschungen…“  @AlfredNeumann14  schreibt: „Sie steht halt doch auf Alpha-Männchen.“

„Alte weiße Fleischeslüste“

Was war der Auslöser für die unzähligen Kommentare auf Twitter und in anderen sozialen Foren gegen Alice Schwarzer ? Emma. Genauer gesagt, die Frauenzeitschrift Emma, die vor vielen Jahrzehnten die Feministin Alice Schwarzer ins Leben gerufen hat und die nun im allgemeinen Mainstream-Kriegsgeheul ein anderes journalistisches Scheinwerferlicht auf den Krieg in der Ukraine wirft. Nämlich das der Sinnlosigkeit. Der Sinnlosigkeit, einen Krieg zu führen. Feuer ernsthaft mit Feuer bekämpfen zu wollen, was am Ende einfach zu noch mehr Leid und Tod führt.

Helden? Nein, danke

So lautet der Titel der gedruckten März-Ausgabe: „Frieden jetzt. Helden? Nein, danke.“ Neben dem Titel eine junge Frau mit blutbespritztem Gesicht, die in die Kamera des Fotografen schaut.

Vorneweg: Alle oben zitierten Kommentare sind inhaltlich falsch. Vemutlich haben – wenn überhaupt – nur die Autoren des Handelsblattes nicht nur den Titel der Frauenzeitschrift gelesen, sondern den gesamten Leitartikel von Alice Schwarzer.

Die 79-Jährige tritt darin für Friedensverhandlungen und Kompromisse mit Russlands Staatschef Wladimir Putin ein und erinnert völlig zu Recht dabei auch an die unglückliche amerikanische Geschichte, als George W. Bush in den Krieg gegen den Irak zog, weil dort angeblich Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, was sich im Nachhin als Märchengeschichte herausstellte, um den Einmarsch in den ölreichen Staat zu legitimieren. Wollte damals jemand Bush an den Pranger oder vor ein internationsles Gericht stellen? Mitnichten. Es geht hier nicht darum, dass Schwarzer die Verfehlungen Russlands mit den Verfehlungen des Westens neutralisieren möchte. Beides sind und bleiben schwer wiegende Menschenrechtsverletzeungen. Krieg ist immer keine Lösung. Es geht Schwarzer lediglich darum, aufzuzeigen, dass wir uns wieder einmal als der strahlend weiße Westen generieren, als die einzige gute Partie in diesem Schachspiel und der böse Bube hat nur einen Namen. Putin. So einfach ist es aber nicht. Wir messen wie so oft mit zweierlei Maß. Wir schauen und bekommen auch von den Medien nur eine Seite der Medaille zu sehen – unsere. Wir befinden uns selbst mitten in einer Kriegspropaganda, damit wir deutsche Waffenlieferungen legitmieren und uns nicht schlecht dabei fühlen. Nach dem Motto: „Wir haben ja keine andere Wahl.“

Doch das ist falsch und feige. Wir haben immer eine andere Wahl. Dazu gehört Kompromissbereitschaft seitens der Ukraine und seitens Russland. Und wenn man dafür auf den Nato-Beitritt verzichten muss, im Gegenzug aber Menschenleben rettet, dann muss man eben in diesen Apfel beissen. Es gibt Schlimmeres.

Was Schwarzer auch endlich einmal als führende Journalistin ausspricht, ist dieses unglückselige Merkel-Bashing, das seit Ausbruch des Krieges auch von führenden Politiker und Journaliten in Deutschland verübt wird. Als wenn Angela Merkel Schuld an diesem Krieg und an der Abhängigkeit von russischem Öl und Gase hätte. Fakt ist: Mit Merkel hatten wir Frieden in Europa. Fakt ist auch: Merkel hatte nicht nur Joe Biden auf der anderen Atlantikseite, sondern auch noch einen anderen Präsidenten. Das scheint völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Wegen der Unberechenbarkeit Donald Trumps hat sich Deutschland gemeinschaftlich für die Annäherung an Russland entschieden, weil man das Gefühl hatte, dass Putin noch etwas berechenbarer war und ist als Trump. Merkel war noch nie ein Freund von Wladimir Putin, aber sie war bereit, manchmal lieber eine Kröte mehr zu schlucken als einen Krieg zu riskieren. Es sind sicherlich nicht die weiblichen Staatschefs auf der Welt, die Kriege führen. Dahingegen könnte der Hochmut von größenwahnsinnigen Männern mal wieder das Verderben Europas sein.

Text: Dr. Sandra Hartmann

EMMA – epaper Titelbild Ausgabe 3/2022 (2109456)




Ehrenamtliche bieten Sprachcafé für ukrainische Flüchtlinge an – großer Andrang

Es waren die ukrainischen Frauen im Krankenhaus Künzelsau, die an Ostern zu den Ehrenamtlichen, die sie betreuen gesagt haben, sie möchten gerne so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Und da die offiziellen Sprachkurse damals noch gar nicht gestartet haben, haben sich nun Ehrenamtliche gefunden, die nun dienstags und donnerstags nachmittags ein Sprachcafé im Krankenhaus Künzelsau anbieten.

Helfer:innen gesucht

Diese Woche ging es nun an den Start mit großem Erfolg. Insgesamt befinden sich derzeit rund 50 Menschen aus der Ukraine im Krankenhaus in Künzelsau – vorwiegend Frauen und Kinder, eine große Mehrheit ging zum freiwilligen ersten Laien-Deutschkurs. Die Ehrenamtlichen freut es, sind aber auch dankbar, wenn sich ein oder zwei weitere Helfer:innen finden würden, die entweder übersetzen  oder beim Sprachcafé mithelfen und Basics der deutschen Sprache spielerisch vermitteln. Man braucht hierfür keine pädagogische Ausbildung.

Wer Interesse hat, darf gerne die Redaktion GSCHWÄTZ kontaktieren. Wir leiten den Kontakt dann weiter:

WhatsApp. 0172/68 78 474

Mail: info@gschwaetz.de

Tel.: 017940/94 555 7




Landratsamt strebt Vernetzung untereinander an

Seit Kriegsbeginn haben Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ihr Land verlassen. Mehrere Hundert davon sind auch im Hohenlohekreis an- und untergekommen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat daher einige Möglichkeiten sowie Ansprechpersonen zusammengestellt, an die sich Bürgerinnen und Bürger wenden können, die helfen wollen.

Helferkreise sind aktiv

Zum Teil gibt es in den Städten und Gemeinden im Hohenlohekreis seit Jahren aktive Helferkreise. Wo dies nicht der Fall ist, wurden frühere Kreise wieder aktiviert oder haben sich neue gebildet. Informationen hierüber gibt es bei den Rathäusern der Städte und Gemeinden bzw. auch in den Mitteilungsblättern. Auch die Integrationsmanagerinnen und -manager vor Ort können weiterhelfen. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es auf der Seite auf www.hohenlohekreis.de unter „Bürgerservice“ -> „Bereiche A–Z“ -> „Integration und Flüchtlingshilfe“ -> „Downloads“.

Kontakte vermitteln auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich Integration beim Landratsamt Hohenlohekreis unter HIB2025@Hohenlohekreis.de oder unter Tel. 07940 18-1921.

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Das Ministerium der Justiz und für Migration hat eine Liste mit Antworten zu häufig gestellten Fragen zusammengestellt. Diese sind unter https://www.justiz-bw.de/,Lde/Startseite/Auslaender+und+Fluechtlingspolitik/FAQ abrufbar. Zudem hat das Ministerium eine Hotline mit ukrainisch und russisch sprechenden Personen eingerichtet. Diese sind werktäglich von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0800 70 22 500 zu erreichen.

Fragen zum Schulbesuch von geflüchteten Kindern beantwortet das Kultusministerium unter
https://km-bw.de/,Lde/startseite/service/faq-schule-kita-ukraine-krieg

Vernetzung von Gastfamilien

Einige Hohenloherinnen und Hohenloher haben bereits privat Geflüchtete bei sich zu Hause aufgenommen. Wer sich mit anderen Gastfamilien vernetzen und austauschen möchten, kann eine E-Mail mit Kontaktdaten an HIB2025@Hohenlohekreis.de schreiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes leiten dann gerne aktuelle Informationen und Angebote weiter.

Willkommenspunkte als Anlaufstellen

Gegenwärtig richtet das Landratsamt Hohenlohekreis in Künzelsau und Öhringen, den beiden aktuellen Schwerpunkten des Flüchtlingszuzugs, sogenannte Willkommenspunkte ein. Dabei handelt es sich um Räumlichkeiten, in welchen ehrenamtlich tätige Personen ihre Ideen und Vorhaben umsetzen können. Auch sollen diese Willkommenspunkte der Begegnung und dem Austausch von Geflüchteten untereinander und mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern dienen. In Künzelsau stehen die Räume im ehemaligen Krankenhaus bereits zur Verfügung. In Öhringen werden diese in der Spitalkirche eingerichtet und voraussichtlich im Mai fertiggestellt. Ab Mai 2022 wird in Künzelsau dienstags und donnerstags als erstes festes Angebot ein Sprach-Café stattfinden. Weitere Aktivitäten wird das Landratsamt über sein Verteilernetzwerk bekanntgeben. Wer dazu Ideen oder Fragen hat oder Aktionen anbieten will, kann sich per E-Mail an HIB2025@Hohenlohekreis.de oder telefonisch an 07940 18-1919 wenden.

Derzeit keine Sachspenden erforderlich

Bedarf an Sachspenden für die Geflüchteten oder die ehrenamtliche Arbeit besteht derzeit nicht. Sollte sich dies ändern, wird das Landratsamt gezielte Aufrufe auch über die Presse und die Mitteilungsblätter starten. Angebote können beim Ordnungsamt des Hohenlohekreises gemeldet werden unter der E-Mail: sachspenden@hohenlohekreis.de.

Weitere Informationen sind auch auf der Seite www.hohenlohekreis.de/ukraine zusammengestellt.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

 




Erhebliches Risiko für geflüchtete Frauen und Kinder, Opfer sexualisierter Gewalt oder Ausbeutung zu werden.

Es gibt erste Berichte von Menschenhändlern an deutschen Grenzen und Bahnhöfen, die Frauen und Kindern Geld und Schlafplatz anbieten zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Diese Gefahr besteht auch noch, wenn die Frauen und Kinder in den Städten angekommen sind. Auch die deutsche Kriminalpolizei versucht, die ukrainischen Frauen und Kindern zu warnen.

Informationsflyer

Im Anhang stehen die Informations-Flyer für Frauen und Kinder, die aus der Ukraine geflüchtet sind, zum Thema Gefahr von Menschenhändlern. Die Informationen finden Sie auf Ukrainisch und Englisch.

Stopp – Flyer Ukrainisch

Stopp – Flyer Englisch

Der Flyer wurde von Ge-STAC erstellt. Ge-STAC steht für Germany’s Survivors of Trafficking and Exploitation Advisory Council: Deutscher Rat von Betroffenen von Menschenhandel und Ausbeutung. Dahinter stehen die Hilfsorganisation Sisters e.V. und Sandra Norak.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

Flyer im pdf-Format zum Download:
Hilfe bei Gewalt für Geflüchtete
Stopp englisch
Stopp Ukrainisch 

 




„Ich arbeite auch als Erntehelfer:in“

Diverse Frauen aus der Ukraine, die derzeit in Künzelsau wohnen, suchen Arbeit. Sie wären bereit, die unterschiedlichsten Tätigkeiten auszuüben, wie Erntehelfer:in oder Reinigungskraft. Manche Frauen kommen auch aus sozialen Berufen, eine ist etwa Krankenschwester. Fachkräfte im Gesundheitswesen, auch Altepnpfleger:innen werden schon seit Jahren hängeringend in Deutschland gesucht.

Nicht alle Frauen sprechen Englisch

Rein rechtlich dürfen ukrainische Flüchtlinge in Deutschland einer Arbeit nachgehen. Jedoch können viele Frauen in Künzelsau bislang noch kein Englisch und/oder Deutsch sprechen. Daher wären einfache Tätigkeiten zum Einstieg am besten geeignet.

Wer einen Job anzubieten hat, darf sich gerne bei unserer Redaktion melden.

Wir leiten den Kontakt weiter: gschwaetz@gschwaetz.de oder per WhatsApp: 0172/68 78 474.

 

 




Backen für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine bewegt auch die Schulgemeinschaft der Geschwister-Scholl-Schule sehr. Quer durch alle Schulstufen nehmen die Schüler:innen als auch die Mitarbeitenden Anteil am Leid der ukrainischen Bevölkerung. „Wie kann man helfen?“ und „Was können wir tun?“ – diese Fragen stellten die Schüler:innen häufig.

Wie kann man helfen?

Die Berufsschulstufe der Geschwister-Scholl-Schule fand darauf eine gute Antwort: „Wir backen Osterlämmer und verkaufen diese dann in der Schule. Den Erlös spenden wir an eine Hilfsorganisation.“ Die Idee wurde umgesetzt: Knapp 80 Bestellungen aus der gesamten Schulgemeinschaft kamen rasch zusammen und eine ganze Woche lang backten, verzierten und verpackten die jungen Erwachsenen zusammen mit ihren Lehrkräften die Lämmer. Am Ende konnten so 450 Euro an Spenden für die Ukraine gesammelt werden.

Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis

 

 




„Wir wollen die Menschen bei uns aufnehmen und müssen handeln“

Seit Kriegsausbruch in der Ukraine haben auch in Künzelsau von dort geflüchtete Menschen Zuflucht gefunden und es kommen täglich dazu. „Es ist vieles im Fluss und die Abläufe werden der Lage entsprechend sukzessive angepasst und ausgebaut. Der Krisenstab tagt regelmäßig“, blickt Bürgermeister Stefan Neumann auf die Lage.

Das Integrationsteam bei der Stadtverwaltung betreut die Geflüchteten, ist behilflich bei den Behördengängen und beschafft Wohnraum. „Wir wollen die Menschen bei uns aufnehmen, müssen
handeln und gehen davon aus, dass uns auch der Bund und das Land helfen“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Wie viele Menschen noch Zuflucht bei uns suchen und wie lange sie bleiben,
kann heute niemand vorhersagen. Deshalb mieten wir auch auf  Vorrat Wohnraum an. Es gilt also weiter: Melden Sie sich bei uns, falls Sie Menschen Wohnraum bieten können. Dafür sage ich allen
herzlichen Dank, ebenso für die bereits eingegangenen ersten Geldspenden. Beides wird gebraucht.“

Bürgeramt kennt keine Sprachbarriere

Nahezu in allen Bereichen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit den Neuankömmlingen befasst. Möglichst rasch an ihrer Ankunft in Künzelsau sollten sich die Menschen im Bürgerbüro (Einwohnermeldeamt) im Rathaus in Künzelsau anmelden. Dafür müssen die Geflüchteten persönlich erscheinen und Unterlagen mitbringen, aus denen sich ihre persönlichen Daten, der Personenstand ergeben. Das sollte im Idealfall ein Pass oder Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung sein. Sollten diese nicht vorliegen, werden Geburts oder Heiratsurkunden benötigt. Der Leiter des Bürgerbüros Marco Jungbauer lobt die geflüchteten
Ukrainer, die sich bisher bei ihm und seinem Team im Bürgerbüro angemeldet haben: „Sie sind sehr vorbildlich und haben in der Regel die für eine Anmeldung erforderlichen Personenstandsurkunden
dabei. Falls nicht, bringen sie das Fehlende schnell im Anschluss vorbei. Meistens ist jemand dabei, der übersetzen kann. Ist das nicht der Fall, können wir unsere Kollegin Ilona Nies dazu holen. Sie ist in der Ukraine geboren und lebt schon mehrere Jahre in Künzelsau. Die Sprachbarriere konnten wir so bisher sehr gut überwinden.“

Wichtigste Formulare sind in ukrainischer Sprache vorhanden 

Bei der Anmeldung bekommen die Geflüchteten Informationen über das Asylverfahren, CovidImpfangebote und die Stadt allgemein. Die wichtigsten Formulare hat die Stadtverwaltung ins Ukrainische übersetzen lassen. Im Durchschnitt rechnet Marco Jungbauer 20 Minuten für den Anmeldevorgang einer Person, bei Familienangehörigen geht es dann etwas schneller. Aber das ist
jeweils ein individueller Vorgang und der Zeitaufwand lässt sich nur schwer verallgemeinern.

Integrationsteam hilft weiter 

Dann wird wieder das Integrationsteam aktiv und klärt Fragen der Unterbringung sowie überhaupt des Aufenthalts und meldet die Daten der Geflüchteten an das Landratsamt (Registrierung).
Diese Meldung ist die Voraussetzung für die Gewährung von staatlichen Leistungen für die Geflüchteten und auch für die Stadtverwaltung.
Haben die Geflüchteten keine Unterkunft bei Freunden oder Verwandten, werden sie bisher in städtischen Gebäuden oder extra dafür angemieteten Wohnräumen und Wohnungen untergebracht.
Das sind teils möblierte Unterkünfte, teils muss der Hausstand beschafft und zur Verfügung gestellt werden. Dafür werden auch Gegenstände verwendet, die auf den verschiedenen OnlinePortalen
zum Verschenken angeboten werden. Was darüber hinaus noch fehlt, muss regulär gekauft werden. Dafür werden die Spenden ebenfalls benötigt. Das Integrationsteam kümmert sich zunächst um
wirklich alle Dinge und Formalitäten, die zum Start der Menschen in Künzelsau notwendig sind. Das geht von der Anmeldung des neuen Hausstandes bei der Abfallentsorgung bis zur Vermittlung von ärztlicher Versorgung und Beschaffung von erforderlichen Medikamenten.

Medizinische Bahndlung ist kostenlos

Für die Geflüchteten sind die Behandlungen bei niedergelassenen Ärzten und im Krankenhaus zunächst kostenfrei möglich.

Was wir für die Kinder tun können …“

„Mit den Schulen, dem Schulamt und dem Regierungspräsidium klopfen wir die Kapazitäten an unseren städtischen Schulen ab“, sagt Bürgermeister Stefan Neumann. Marion HannigDümmler,
stellvertretende Hauptamtsleiterin und Leiterin des Integrationsteams, ergänzt: „Zunächst möchten wir eine gute Übergangssituation schaffen, die Menschen ankommen lassen und auf eine längerfristige Lösung hinarbeiten. Es ist aus unserer Sicht pädagogisch nicht sinnvoll, die geflüchteten Kleinkinder jetzt sofort einer zusätzlichen Trennungssituation auszusetzen.“

Im Aufbau sind bereits Angebote wie ElternKindGruppen und ähnliches, die möglichst nah am Wohnort der Menschen sind und zeitnah soziale Kontakte bieten. „Mit sozialen Trägern, unseren
Ortsvorständen und Vereinen suchen wir nach Lösungen, generell Kontakte zu ermöglichen nicht nur für Geflüchtete, sondern jetzt nach den langen CoronaEinschränkungen für alle Einwohnerinnen und Einwohner aller Altersgruppen“, erklärt Marion HannigDümmler.

Ehrenamtliche Helfer weiterhin gesucht 

Wer hier ehrenamtlich mitwirken möchte, kann sich gerne bei der Stadtverwaltung melden oder auf der städtischen Homepage in die Ehrenamtsbörse eintragen.

Kindergartenkinder über Onlineportal „Little Bird anmelden 

In der vergangenen Woche wurden die Träger vom Kommunalverband für Jugend und Soziales informiert, dass ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder vom Land BadenWürttemberg erklärt wird und somit die Plätze wie für alle anderen Eltern auch, nach Reservierungsanfrage vergeben werden.
„Das ist für uns in Künzelsau, wie für vermutlich viele andere Städte im Land, eine große Herausforderung, weil wir schon jetzt für einzelne Kitas Warteliste haben“, so Bürgermeister Stefan Neumann. Wenn ukrainische Eltern einen Betreuungsplatz in einer Einrichtung in Künzelsau haben möchten, ist es wichtig, dass sie ihre Kinder, wie
alle anderen Eltern, über das Onlineportal ‚Little Bird‘ anmelden: https://portal.littlebird.de/kuenzelsau .

Schulen nehmen bereits Kinder auf

Unterricht für die geflüchteten Schülerinnen und Schüler findet unterschiedlich statt: Online von Lehrerinnen und Lehrern, die von der Ukraine aus übers Internet unterrichten, oder in regulären
Klassen in Künzelsauer Schulen. Haben die Kinder keine geeigneten Geräte und Möglichkeiten, bietet beispielsweise die GeorgWagnerSchule sowohl Tablets oder Laptops sowie Räume in der Schule für die Teilnahme am Fernunterricht an. Aber auch am regulären Unterricht können die Kinder in den Künzelsauer Schulen teilnehmen. Welche Variante oder, ob vielleicht sogar die
Kombination beider Angebote im Einzelfall sinnvoll ist, das besprechen die Pädagogen der Schule mit den Eltern. Eigens dafür findet einmal in der Woche ein „Aufnahmetag“ statt. Bisher nehmen
in der GeorgWagnerSchule und in der Grundschule Taläcker ukrainische Kinder am Unterricht teil. Um das alles zu unterstützen, wurde und wird die Schulsozialarbeit verstärkt und dafür auch
pensionierte Kräfte vorübergehend wieder an die Schule geholt.

Wie viel Mehrarbeit das alles insgesamt bedeutet, lässt sich nicht konkret darstellen zumindest jetzt noch nicht.

„Bisher haben wir das Integrationsteam mit Ilona Nies verstärkt, die als gebürtige Ukrainerin sowohl den Geflüchteten wie auch unserem Team mit Rat und Tat zur Seite steht“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann. „Im Moment behelfen wir uns überwiegend noch, in dem wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ämterübergreifend einsetzen. Manches kann auch durch Ehrenamtliche abgefangen werden. Deshalb sind wir auch in Kontakt mit den sozialen Trägern in unserer Stadt und haben von dort dankenswerter Weise positive Rückmeldungen und Unterstützungsangebote bekommen. Wir beobachten die Lage und handeln, wo Bedarf ist“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Bei der Betreuung der Geflüchteten sind momentan sieben
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv, die in Voll und Teilzeit beschäftigt sind. Sie haben bei der Stadtverwaltung neben der
Betreuung der Geflüchteten auch noch andere Aufgabenschwerpunkte. Ähnlich verhält es sich im Bürgerbüro. Dort sind sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll und Teilzeit erste Anlaufstelle für alle Menschen, die etwas im Rathaus zu erledigen haben.

217 Menschen aus der Ukraine haben sich im Bürgerbüro angemeldet 

„Seit Kriegsausbruch sind 217 Menschen, darunter rund 40 Schulkinder (Stand 13.04.2022, 9 Uhr) aus der Ukraine in Künzelsau angekommen und haben sich im Bürgerbüro angemeldet. Täglich kommen zehn bis 15 Personen dazu. Aktuell wurden bereits 50 Personen in weiteren Räumen untergebracht, die wir angemietet haben“, so Julia Knobel, stellvertretende Hauptamtsleiterin und zuständig für Flüchtlingsunterkünfte. „Für weitere 17 Personen besichtigen wir gerade Wohnungen und bereiten die Mietverträge vor, sodass diese in den kommenden Tagen ebenfalls in Räumlichkeiten untergebracht werden können, die von der Stadtverwaltung angemietet werden.“ Mietarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Hauptamt und der Stadtkämmerei arbeiten
hier Hand in Hand zusammen.“
Für alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine entstehen, wurde extra eine Kostenstelle angelegt. Wie sich Bund und Land daran beteiligen, lässt sich zurzeit ebenso wenig konkret abschätzen, wie die Summe all dessen, was noch auf die Kommunen zukommt.

Sich treffen, kennenlernen und austauschen

Treffpunkt Sandkastenplatz

Am Dienstag, 26. April 2022 bietet Ilona Nies für interessierte Ukrainerinnen und Ukrainer, egal welchen Alters, mit und ohne Kinder, einen Treffpunkt Sandkastenplatz im Innenhof des Rathauses, Stuttgarter Straße 7 in Künzelsau an. Von 10.30 bis 12.00 Uhr können dort Kontakte und Informationen zur möglichen Freizeitgestaltung und neuer Angebote von und mit Geflüchteten mit Kontakt zum Gemeinwesen der Umgebung geplant werden. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Ilona.nies@kuenzelsau.de.

Elternfrühstück im Bürgertreff

Donnerstags von 8 bis 11 Uhr stehen die Türen des Bürgertreffs im Stadtteil Taläcker offen für Eltern und Großeltern. Beim „Elternfrühstück“ entsteht zwanglos Kontakt zwischen Eltern und
Familien. Sowohl Einheimische wie erst seit kurzem in Künzelsau lebende Eltern sind herzlich willkommen. Es gibt Tipps wie man zum Beispiel dem Alltag mehr Spaß abgewinnen oder Stress reduzieren kann. Es dient als Orientierungshilfe im Erleben und Gestalten der Alltagsplanung von Eltern und ihren Kindern. Hierzu gehören Angebote der Beratung und Bildung für Eltern und Kinder sowie Angebote zur Entspannung und Erholung. Ob Eltern und Großeltern aus dem Stadtteil Taläcker oder aus dem Stadtgebiet Künzelsau und Teilorte die Besucher sind bunt gemischt. Wer auch gerne einmal beim „Elternfrühstück“ dabei sein möchte, kann einfach zu den genannten Öffnungszeiten vorbeikommen oder sich bei Anneliese Scholz,
anneliese.scholz@kuenzelsau.de informieren. Neue Besucher sind herzlich willkommen.

Wer helfen will, kann das auf unterschiedliche Weise tun

Angebote von Wohnraum in Künzelsau und den Stadtteilen nimmt Julia Knobel, stellvertretende Hauptamtsleiterin entgegen. „Das dürfen ganze Gebäude, Wohnungen oder einzelne Zimmer sein.“ Kontakt: Julia Knobel, Telefon 07940 129114, EMail info@kuenzelsau.de

Damit die Stadtverwaltung Künzelsau gute Rahmenbedingungen schaffen und die Versorgung der Geflüchteten bestmöglich organisieren kann, sind Geldspenden willkommen. Wer helfen möchte, kann das auch auf diesem Weg tun und wird gebeten, folgende Daten auf der Spendenüberweisung anzugeben:

Vollständige Adresse der Spenderin, des Spenders
Empfänger: Stadtverwaltung Künzelsau

Verwendungszweck: „Hilfe für ukrainische Geflüchtete in Künzelsau“
IBAN: DE02 6225 1550 0005 0018 08
BIC: SOLADES1KUN, Sparkasse Hohenlohekreis

Eine Spendenbescheinigung kann von der Stadtverwaltung ausgestellt werden. Das Geld wird verwendet für Dinge des täglichen Bedarfs, Lebensmittel und die Unterbringung der Geflüchteten generell.
Wer ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich online anmelden in der Ehrenamtsbörse auf der städtischen Homepage:
https://kuenzelsau.de/,Lde/kampagnen/ehrenamtsboerse

Angesichts der großen Sachspendenbereitschaft verweist die Stadtverwaltung Künzelsau auf die Nutzung von verschiedenen Marktportalen online und print. Dort kann direkt zu Verschenkendes gepostet und von Interessierten angefragt werden.

Pressemitteilung Stadtverwaltung Künzelsau