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Paketzusteller beim Beladen ausgeraubt – Person trug angeblich Skimaske

Noch völlig unklar sind die Hintergründe eines Überfalls auf einen Paketzusteller am frühen Freitagmorgen, den 05. Juni 2020, in Langenbrettach-Brettach. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Der 39-Jährige belud gegen 4.30 Uhr an einer Beladestation in der Ilgenstraße sein Lieferfahrzeug mit Paketen. Eine vermutlich mit einer Skimaske vermummte Person griff den Kurierfahrer von hinten an, als dieser sich im Lagerraum der Paketstation befand. Während der Auseinandersetzung versuchte der Täter den Mann im Laderaum einzuschließen. Als dies scheiterte, floh der Angreifer zu Fuß in eine unbekannte Richtung und im Anschluss vermutlich mit einem Fahrzeug vom Tatort. Bei dem Überfall erbeutete der Räuber vier Transportboxen mit Paketen.

Eine Fahndung mit starken Kräften und einem Polizeihubschrauber verlief bislang ergebnislos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die im Bereich um die Ilgenstraße ein verdächtiges Fahrzeug gesehen oder andere verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 07131/1044444 zu melden.

 

 




Kupferzell/Künzelsau: Bank führte laut Staatsanwaltschaft Geldtransport in Privat-Pkw durch und wird ausgeraubt

Bei diesem Bankraub stehen nicht nur die Beschuldigten im Mittelpunkt, auch die Volksbank Hohenlohe muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen.

Überfall in Kupferzell 

Aber was genau ist geschehen? Am 01. August 2019 soll eine Mitarbeiterin der Volksbank Hohenlohe gegen 08 Uhr mit ihrem Privatwagen zur Filiale in Kupferzell gefahren sein, im Auto befanden sich wohl 135.000 Euro. Das Geld kommt nicht im dortigen Tresor an: Noch auf dem Parkplatz der Filiale sei die Mitarbeiterin von einem Mann mit Reizgas attackiert worden, das Geld wird geraubt. Der Mann kann zu Fuß entkommen, die unmittelbar eingeleitete Fahndung führt nicht zum Auffinden des Täters.

Überfall in Neuenstein 

Schon vorher, am 18. März 2019, wird die Volksbank Hohenlohe von einem Überfall erschüttert: Ein Mann betritt am frühen Nachmittag die Filiale der Volksbank in Neuenstein, bedroht den anwesenden Angestellten mit vorgehaltener Waffe, fesselt ihn, erleichtert den Tresor um eine hohe Summe, die Süddeutsche Zeitung spricht von zirka 60.000 Euro, und schafft es, die Bank unbehelligt zu verlassen und sich ohne aufzufallen vom Tatort zu entfernen. Der Angestellte kann sich später selber befreien und alarmiert die Polizei, die sofort eine Fahndung einleitet, diese blieb allerdings trotz Hubschraubereinsatz ohne Erfolg.

Einer der Festgenommenen soll ein Azubi der Bank sein

Ein ganz ähnliches Tatmuster findet sich bei zwei Überfällen in Petersberg (Osthessen), wo 2013 eine Geldbotin mithilfe von Insiderwissen und unter Verwendung von Reizgas beim Geldeinwurf in den Nachttresor überfallen wurde und 2016 ein Überfall auf dieselbe Filiale der dortigen Volksbank vorgetäuscht wurde – möglicherweise das Vorbild für die hiesigen Täter? Der dortige Täter, ein Mitarbeiter der überfallenen Bank, konnte 2018 festgenommen werden.

 Verdecke Ermittlungen

Bereits zwei Monate nach dem Überfall in Kupferzell, am 01. Oktober 2019, verkündet die Staatsanwaltschaft Heilbronn den Erfolg der teilweise verdeckt geführten polizeilichen Ermittlungen und vermeldet, dass drei Männer, damals im Alter von 19, 22 und 34 Jahren, vorläufig festgenommen und anschließend dem Haftrichter vorgeführt wurden. Die Beschuldigten kamen daraufhin in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht zum damaligen Zeitpunkt sowohl von einem vorgetäuschten Überfall in Neuenstein als auch von Insiderinformationen aus.
Und tatsächlich erscheint ein Auszubildender der Bank von da an nicht mehr an seinem Arbeitsplatz. Offenbar hatte er, wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, Kenntnis davon, dass und wann die Summe von 135.000 Euro in die Filiale verbracht werden sollte – außerdem war ihm auch das Transportmittel bekannt: Der private PKW einer Bankmitarbeiterin, die das Geld alleine und ohne Begleitung in die Filiale transportiert hat. Der Auszubildende ist einer der Festgenommenen und wird sich vor Gericht verantworten müssen.

Geldtransport mit einem Privatauto

Es stellt sich die Frage, warum ein Bankinstitut eine Mitarbeiterin der Gefahr eines Überfalls aussetzt und sie einen derart hohen Betrag in ihrem Privatauto transportieren lässt – die Volksbank Hohenlohe wollte sich auf GSCHWÄTZ-Anfrage nicht dazu äußern, ob Transporte solch großer Geldsummen durch Bankmitarbeiter in deren privaten Fahrzeugen bei der Volksbank üblich sind. Auch auf die Frage, ob dieser Ablauf zwischenzeitlich geändert wurde, wollte die Volksbank „keine weiteren und zusätzlichen Auskünfte geben“. Jochen Leitner von der Volksbank Hohenlohe: „Wichtig ist für uns in dem Zusammenhang, dass wir die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft nicht behindern und beeinträchtigen.
Deswegen können wir zu dem laufenden Ermittlungsverfahren und zu der zitierten Pressemitteilung keine weiteren und zusätzlichen Auskünfte geben. Bitte haben Sie vielmals Verständnis.“

Vorgetäuschter Banküberfall?

Im Falle des Überfalls in Neuenstein sprachen Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst in einer Pressemitteilung vom 01. Oktober 2019 davon, dass der Überfall vorgetäuscht gewesen sein soll. Was kann man sich unter einem vorgetäuschten Banküberfall vorstellen? Das Geld wurde schließlich tatsächlich entwendet. Ist der Bankmitarbeiter, der gefesselt wurde, eventuell ein Komplize, so dass er sich nach einer Weile auf einfache Weise selber befreien und die Polizei alarmieren konnte? Ist der Angestellte möglicherweise derselbe, der beim Überfall in Kupferzell die Insiderinformationen nutzte? Die Staatsanwaltschaft will sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage nicht konkret hierzu äußern: „Ob sich der Verdacht, der Überfall sei vorgetäuscht worden, bestätigen wird, kann noch nicht gesagt werden.“

Drei Tatbeteiligte?

Laut Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde der älteste der drei Festgenommenen inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich der Tatverdacht gegen ihn nicht erhärtet hat. Die Staatsanwaltschaft geht aber weiterhin von drei Tatbeteiligten aus und sucht nach einem 20-Jährigen, der sich vermutlich ins Ausland abgesetzt hat.

Eine Untersuchungshaft ist laut Paragraf 112 der Strafprozessordnung, falls nicht außergewöhnliche Umstände eintreten, auf die Dauer von sechs Monaten beschränkt, daher dürfte der Prozess spätestens Ende März 2020 beginnen. Es wurde bereits – aufgrund des Alters eines der Festgenommenen bei der Großen Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn – wegen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben. Schwerer Raub unter Verwendung einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs (hier das Reizgas) ist nach Paragraf 250 des Strafgesetzbuches mit einer Haftstrafe nicht unter fünf Jahren zu bestrafen. Der Prozesstermin war bis zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Ungesicherter Transport

In diesem Prozess wird die Frage, ob die Art des Transportes – ungesichert ohne Begleitung und in einem privaten Fahrzeug – es den Tätern relativ einfach gemacht hat, eine wichtige Rolle spielen, genauso wie die Frage nach den gesundheitlichen Folgen für die überfallene Mitarbeiterin. Die Antworten werden, sofern ein Schuldspruch erfolgen wird, sicherlich das Strafmaß beeinflussen.

Text: Matthias Lauterer

Es wurde bereits – aufgrund des Alters eines der Festgenommenen bei der Großen Jugendkammer des Landgerichs Heilbronn – wegen gemeinschaftlichem besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben. Foto: GSCHWÄTZ/ Archiv

 




Überfall auf Öhringer Tankstelle

Am Sonntag, den 22. September 2019, gegen 05.59 Uhr, betraten zwei Männer den Shop der Shell-Tankstelle. Die Kassiererin wurde mit einer Pistole bedroht und zur Herausgabe von Geld und Zigaretten gezwungen. Die beiden Täter erbeuteten einen geringen Geldbetrag in Scheinen und Münzen sowie vier Stangen Zigaretten der Marke Marlboro.

Beschreibung der Täter:

Erste Person: Männlich,  zirka 170 cm groß, breite Statur

Zweite Person: Männlich eventuell etwas kleiner als der erste Täter, normale Statur

Die beiden Männer trugen sogenannte Bomberjacken in schwarz, hatten dunkle Hosen an und waren mit einer dunklen Gesichtsmaske maskiert. Sie flüchteten zu Fuß in südliche Richtung Die Fahndung mit mehreren Streifen und einem Polizeihubschrauber verlief bisher negativ. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Wer hat am Sonntagmorgen im Bereich der Tankstelle in der Siemensstraße beziehungsweise auf dem Radweg „Möhringer Talweg“ die beiden Männer gesehen? Hinweise werden an die Kriminalpolizei in Künzelsau, Telefon 07940/940 0, erbeten.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn