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Merz: „Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“ – Bei diesem TV-Duell malt sich jeder die Welt, wie es ihm gefällt

Das Live Duell von ARD und ZDF, übertragen unter anderem auch auf youtube, geht gleich direkt mit dem großen Knall von vergangener Woche los. Es gibt um die Abstimmung im Bundestag um das Asylgesetz.

„Das war ein Wort- und Tabubruch“, sagt Olaf Scholz zu Beginn zum Thema CDU-Asylgesetz gemeinsam mit Stimmen der AfD.

Merz betont: „Uns trennen in Sachfragen Welten. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“. Aha. So ganz stimmt das ja nicht. Allein die Abstimmung beim Asylgesetz zeigte sich ja deutlich, wie nah sich die CDU und die AfD allein bei diesem wichtigen Thema sthen.

„Es wird diese Zusammenarbeit nicht geben“, wird Merz nochmal deutlich. Scholz wiederum schenkt dieser Aussage keinen Glauben mehr.

„Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht mehr verantworten nach Aschaffenburg“, daher habe er dieses Gesetzesvorhaben jetzt schon versucht, mit der CDU durchzuboxen, erklärt Merz. „Kaum jemand denkt an die Opfer.“ Naja, an die Opfer denken sehr viele. Diese waren ja auch Migrant:innen und gegen diese Menschen richtet sich ja das von Merz forcierte Asylgesetz.

„Wir haben die Abschiebungen um 70 Prozent gesteigert, seit ich Kanzler bin“, erklärt Scholz. Ob das stimmt, keine Ahnung. Im Prinzip kann man ja jede Studie, wie wir mittlerweile wissen, so hinbiegen, dass sie für einen selbst passt.

Laut Moderatorin Maybrit Illner sind aber die Zuwanderer-Zahlen aber tatsächlich gesunken. Ob das der Verdienst von Bundeskanzler Scholz ist oder einfach ein automatischer Rückgang der syrischen Flüchtlinge, weil viele die vergangenen Jahre bereits ihr Land verlassen haben, kann sich jeder für sich überlegen.

„Es gibt mehr Schutz an den europäischen Außengrenzen, es finden mehr Überprüfungen statt. Dieses Gesetze treten nächstes Jahr in Kraft“, erklärt Scholz. „Herr Merz macht lediglich Shows mit Anträgen im Bundestag, die so gar nichts bringen.“ Also alles kein Problem und alles im Griff, laut Herr Scholz?

Syrer und Afghanen sind wohl laut Illner die Menschen, die die höchste Flüchtlingsquote aufweisen.

Merz betont, dass jetzt schon viele Länder problemlos Zurückweisungen machen, wie etwa Finnland, nur Deutschland hadere, wohl weil die SPD und die Grünen uneins in ihrem Kurs seien. „Sie beschönigen die Lage und beschreiben eine Situation, die nichts mehr der Wirklichkeit zu tun hat.“

„Das, was Sie machen, widerspricht europäischem Recht“, kontert Scholz. Viele brechen jetzt schon dieses Recht, wie etwa Polen, sagt Illner. Aber das könne doch nicht das größte Land Europas als Vorbild so machen, sagt Scholz.

20.38 Uhr. Ein Themenwechsel wäre jetzt auch mal echt toll. Gibt ja noch mehr Probleme in Deutschland.

„Ich habe gefordert, dass wir mehr Abschiebeeinrichtungen bauen“, sagt Scholz. Merz wiederum sagt: „Sie leben nicht in dieser Welt. Das ist Wunschdenken.“

Nach einer knappen halben Stunde endlich Themenwechsel. Wirtschaft. „Scholz: „Bürokratieabbau und mehr öffentliche Investitionen.“ Blablabla. Alles schon gehört, auch schon vor vier Jahren. Getan hat sich ja leider bekanntlich nichts.

„Wir haben drei Millionen Arbeitslose, wir haben eine Insolvenzwelle wie nie, beides steigende Tendenz und dann sprechen sie davon, dass wir keine Deindustrialisierung hätten“, kontert Merz. „Industrieunternehmen gehen reihenweise ins Ausland. „Ich bin erschüttert, wie Sie den Zustand der Wirtschaft beschreiben. Das hat mit der Realität nichts zu tun.“

Wir haben 45 Millionen Erwerbstätige, wir haben Grundlagen für Wachstum.“ Aha. Naja, viel fällt ihm hier an dieser Stelle tatsächlich nicht ein. Doch, noch etwas: „Ich habe die Ukraine nicht überfallen. Kohle, Gas und Öl müssen wir importieren. Die Preise sind explodiert. Wir sind eine Exportnation. Der Krieg hat uns daher mehr gebeutelt, als andere EU-Länder.“ Die SPD schlägt einen Made-in-Germany-Bonus vor, das heißt, 10 Prozent auf alle Maschinen und Geräte, die Unternehmen jetzt kaufen. Da fragt man sich: Wäre es nicht richtiger und wichtiger, sich als Deutschland neu zu erfinden – weg von der veralteten Industrie und Produktion hin zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Zukunftstechnologien? Es gibt ja noch  mehr Branche als der Maschinenbau und die Automobilindustrie, aber vielleicht kennt Herr Scholz nur die beiden Branchen.

Steuerstattung, höhere Schulden, höhere Staatsverschuldung, sei das laut Merz. „Warum belohnen Sie nicht alle? Das sind ansonsten  Einmaleffekte, die Sie nicht mal bezahlen können.“

„Uns fehlt schlicht das Geld für mehr“, sagt Scholz. Aber 15 Euro Mindestlohn möchte er durchsetzen. Dass dieser Schuss derzeit angesichts der stark angestauchten Wirtschaft nach hinten losgehen könnte, sei mal dahingestellt. Beim Thema Wirtschaft wirkt Merz wesentlich kompetenter und durchdachter.

Nun kommt das Thema Inflation. Dadurch haben die Menschen im Schnitt 20 Prozent weniger in den Taschen. Scholz schiebt das auf den Ukrainekrieg, obwohl jeder weiß, dass die Wirtschaft schon vor Corona und insbesondere auch durch Corona stark angeschlagen war. „Aber wir brauchen hier Steuererleichterungen. Daher brauchen wir Mehrwertsteuersenkungen bei Lebensmittel.“

Merz sagt, er möchte ein Klimageld ausbezahlen an jeden Bürger, das bereits 2022 hätte ausbezahlt werden müssen. Und: „Wir müssen den Industriestandort Deutschland erhalten.“

Thema Bürgergeld.

Merz möchte 1,5 Milliarden Euro sparen durch das Kürzen des Bürgergeldes. „Wenn wir nur ein Viertel zurückholen in den Arbeitsmarkt, haben wir schon viel gewonnen.“

Scholz sagt: „Sie kleben doch nur einen anderen Namen drüber und ändern werden Sie nichts. ich sehe das ja auch so: Wer arbeiten kann, soll arbeiten.“ Und: „Leute wie ich und Sie, Herr Merz, sollten mehr Steuer zahlen und wer noch mehr verdient, sollte auch mehr Steuern zahlen.“ Der Spitzensteuersatz sollte nach Scholz um 2 Prozent ansteigen.

Wie finanziert man all diese Steuererleichterungen gegen?

Merz: „Die Steuerreform ist in vier Teile aufgeteilt. Wir wollen in einer wachsenden Volkswirtschaft 25 anstatt 30 Prozent Unternehmenssteuern.“ Besser weniger Unternehmenssteuern, aber dafür wieder eine wachsende Volkswirtschaft als umgekehrt – ja, da hat er Recht. Wie er die Wirtschaft wieder ankurbeln möchte, sagt er leider nicht, denn es liegt ja nicht alles an den Steuern in Deutschland, sondern auch an der derzeit fehlenden Innovationsfähigkeit alternder Unternehmen.

Thema Gendern.

Merz möchte das Gendern in Behörden verbieten. Huch? Kehren wir hier plötzlich ins Mittelalter zurück? Hier ist Scholz wesentlich entspannter: „Lasst uns doch das alle so machen, wie jeder es machen möchte.“

Thema Ukraine-Krieg

Beide sind überraschenderweise positiv, was das baldige Ende des Ukrainekrieges betrifft – mit Hinblick auch auf Vermittler Trump. Das kam jetzt etwas überraschend. Trotzdem betont Scholz: „Es ist aber immnoch ein ganz gefährlicher Krieg, wobei man schauen muss, dass das kein Krieg zwischen Russland und der Nato wird. Wir brauchen hier eine kluge, besonnene Politik.“

Merz: „Russland wird auch die nächsten Jahre aggressiv gegen Europa vorgehen. Da müssen wir uns darauf einstellen.“

Scholz möchte keine schärfen Waffen in die Ukraine liefern, um den Krieg nicht zu verschärfen. Merz schon. Merz möchte auch die Ukraine in die Nato aufnehmen. Putin wird dabei nur nicht tatenlos zusehen, Herr Merz.

Thema Trump.

Merz: „Es gibt erhebliche Sorgen, was da noch kommt. Deswegen ist es wichtig, dass wir geschlossen reagieren. Dazu gehören auch die Briten. Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie, was das Thema Grönland betrifft. Wir dürfen uns hier auch nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind in Europa größer als die USA und Kanada zusammen.“

Scholz: „Wir wollen mit der Regierung in den USA zusammenarbeiten. Aber das, was der Präsident sagt, meint er auch. Deswegen habe ich bezüglich Grönland gesagt: So geht das nicht. Die Wegnahme von Grönland muss mit aller Macht verhindert werden. Die Präsenz der Nato in Grönland müssen wir erhöhen.“

Thema US-Zölle.

Merz würde als Europa Gegenzölle einführen wie vor sechs Jahren. „Starke Europäer, starke Antwort, was geht und was geht nicht.“

Scholz sagt: „Wir sind darauf vorbereitet und wir können in einer Stunde als Europäische Union handeln. Deutschland als Exportnation würde am meisten unter diesen Zöllen darunter leiden.“

Scholz würde mindestens 2 Prozent Verteidigungsausgaben in den nächsten vier Jahren ansetzen. Merz sagt, dass Deutschland hier deutlich über zwei Prozent liegen müsse, eher bei drei Prozent. Woher das Geld kommen, wird nicht so richtig klar, vermutlich über Steuererhöhungen, wie immer halt. „Das geht nur, wenn wir wieder eine stark wachsende Volkswirtschaft werden“, sagt er schließlich auf explizite Nachfrage von Sandra Maischberger. „Und wir werden Prioritäten im Haushalt setzen müssen: Wir schauen auch auf den öffentlichen und wieviel Bedienstete wir wirklich brauchen.“

„Was Sie hier sagen, ist lächerlich“, sagt Scholz. „So ein großes Wirtschaftswachstum können Sie gar nicht erreichen. Sie gaukeln hier den Bürger:innen etwas vor.“

Letzten Endes ist Deutschland so etwas von pleite und eigentlich kommt man aus dieser großen Schuldenspirale wohl gar nicht mehr raus.

Thema Koalitionsgespräche und eine eventuell instabile Regierung nach der Wahl

Merz: „Diese AfD muss wieder kleiner werden. Für linke Politik gibt es in diesem Land keine Mehrheit mehr. Alle, die mit uns regieren möchten, müssen mit uns den Weg zurück zur Mitte gehen.“ Nur was passiert, wenn sich die SPD und die Grünen sagen: Nö?

Scholz erinnert wie bereits zu Anfang an den Tabubruch von Friedrich Merz durch seine Asylgesetz-Abstimmung mit Stimmen der AfD. „Mit denen [AfD] gibt es keine Zusammenarbeit. Und darauf können Sie sich verlassen.“




Die Augen verschließen vor der derzeit zweitstärksten Partei ist keine gute Idee

Die Kanzlerkandidaten Scholz und Merz im großen TV-Duell – Habeck und Weidel in einem weiteren? So planen es ZDF und ARD. Doch der Grünen-Kanzlerkandidat Habeck lehnt das entschieden ab. Alice Weidel dagegen würde sich am liebsten verbal  mit allen duellieren.

Kein Wunder, ist die Wirtschaftsexpertin vermutlich allen drei Herren rhetorisch überlegen – lediglich Merz könnte ihr noch das Wasser reichen.

Das Ausklammern tut nicht gut, sondern gießt noch mehr Öl ins Feuer

Doch das Ausklammern der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel im Spitzenduell um die Kanzlerschaft tut der ARD und dem ZDF nicht gut. Tatsache ist: Die AfD ist derzeit die zweitstärkste Kraft bei den aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl 2025.

Die Presse weiß, um die rhetorische Versiertheit Weidels und befürchtet vermutlich schlimmstes, lässt man sie länger zu Wort kommen als nötig. Schlimmstenfalls redet sie nicht nur Scholz und Habeck an die Wand, sondern auch noch Merz. Und was dann? Umgekehrt muss man jedoch sagen, bewirkt man bei Währer:innen genau das Gegenteil, wenn man offensichtlich versucht, die AfD in den Wahlkampf ein möglichst kleines Spotlight zu geben. Derzeit gehen bereits diverse Videoclips von der AfD und ihren Anhängern viral mit dem Märtyrer-Heiligenschein auf dem Kopf, ganz nach dem Motto: Wir sind zu gut, keiner traut sich anscheinend, sich gegen uns in einem TV-Duell zu messen.

„Wir hatten ein solches Duell im Vorfeld klar ausgeschlossen“

Daniel Tapp, Sprecher von Alice Weidel, sagt dazu gegenüber der BILD: „Dass die AfD als  Partei mit den aktuell zweitbesten Umfragewerten wieder in Ameisen-Runden verschwinden soll, werden wir juristisch prüfen.“

Robert Habecks Sprecher wiederum ließ ausrichten: „Wir hatten ein solches Duell im Vorfeld klar ausgeschlossen und auch mitgeteilt, dass wir eine Einladung nicht akzeptieren werden.“ Gründe für die Ablehnung eines solchen Duells nennt er nicht.

Die Parteien sollten im Wahlkampf versuchen, inhaltlich zu punkten und nicht Bashing zu betreiben

Wie „Table.Media“ erfahren haben will, soll Olaf Scholz dafür verantwortlich sein, dass sein Vizekanzler nicht dabei sein darf beim Kanzlerduell und es kein Triell mit ihm gibt. Er habe die TV-Sender sozusagen „erpresst“. Scholz habe demnach ein Duell gegen Merz zur Bedingung gemacht, dass er teilnimmt. Die Wut beim Koalitionspartner kocht nach diesem Bericht hoch. „Das verschlägt mir wirklich die Sprache“, schreibt der grüne Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner. Er unterstellt Scholz via X „Angst, nicht gegen Habeck anzukommen“.

Nach Habecks kategorischem Nein und Scholz‘ anscheinendem Nein zu einem Triell oder gar einem Aufeinandertreffen aller vier Spitzenkandidaten kann es nun passieren, dass es lediglich ein Duell zwischen Merz und Scholz geben wird.

Hat Scholz den TV-Sender erpresst?

Fakt ist: Wir werden uns darauf einstellen müssten, dass die AfD entweder eine sehr starke Oppositionspartei in der neuen Regierung stellen wird oder – das wäre aktuell jedoch noch sehr unwahrscheinlich – sie käme sogar in die Regierung, wenn es sich Merz doch noch einmal anders überlegt und sich am Ende mit der AfD anstatt mit der SPD zusammentut, oder aber wenn die AfD so viele Stimmen sammelt, dass es zu einer Koalition mit dem Bündnis Sarah Wagenknecht (BSW) reichen würde für eine Mehrheit. Die wahrscheinlichere Alternative ist jedoch derzeit eine CDU-geführte Regierung mit der SPD und der FDP im Gepäck.

Die Ampel-Parteien und die CDU täten jedenfalls gut daran, sich nicht mehr weiter gegenseitig zu diffamieren, wie unlängst die Entgleisung von Olaf Scholz, als er Friedrich Merz despektierlich „Fritze“ nannte – für einen Bundeskanzler ist das ein Kindergarten-Geschwätz, bei welchem man sich nicht wundern braucht, dass die Wähler:innen kopfschüttelnd und genervt ihr Kreuz woanders machen. Oder wie Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel 2018 im Bundestag süffisant bemerkte: „Das Schöne in einer Demokratie ist, dass jeder über das redet, was er für das Land als wichtig hält.“




„Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren“ – Sahra Wagenknecht hat das TV-Duell mit Alice Weidel gewonnen

Es war ein TV-Duell, das sich viele Wähler:innen Deutschlands gewünscht hatten. Am 09. Oktober 2024 trafen Alice Weidel und Sahra Wagenknecht bei Welt-TV aufeinander. Weidel geht als AfD-Spitzenkandidatin ins Rennen um die Bundestagswahl, Wagenknecht als Spitzenkandidaten ihrer Partei, der BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht).

Erstaunlicherweise viele Gemeinsamkeiten

Beide Parteien waren die Gewinner der Landtagswahlen und Brandenburg und Thüringen und vereinen eine beachtliche Wählerschaft hinter sich. Gemeinsam kämen sie auf rund 45 Prozent der Stimmen. Während die BSW am linken politischen Rand steht, steht die AfD am rechten politischen Rand. Erstaunlicherweise gab es jedoch dennoch viele Themen, die beide ähnlich bewerten und betrachten.

Beide Frauen sind bekannt für ihre Eloquenz und ihr politisches Wissen. Daher wurde auch mit Spannung erwartet, wer als Sieger hervorgeht.

Widersprüche zwischen Worte und Taten

Letzten Endes waren es die Widersprüche, die sich an manchen Stellen auftaten zwischen Worten und Taten bei Alice Weidel, wodurch Sahra Wagenknecht an Glaubwürdigkeit deutlich mehr punkten konnte.

Die besten Zitate aus dem TV-Duell, Teil 1.

Hier lesen Sie nun besten Aussagen der Politikerinnen. Den Anfang macht Alice Weidel, als sie sich zur Begrüßung positiv gestimmt zeigt, wenn sie sagt:

„Ich freue mich und wünschte mir, dass es solche Gespräche öfter gäbe, denn ich glaube, dass man miteinander reden muss, anstatt übereinander.“ Sahra Wagenknecht entgegnet darauf knapp:

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung“

„Ich hoffe auf eine sachliche Auseinandersetzung.“ Denn Weidel habe sie ja im Vorhinein unter anderem als „nützlichen Idioten der Altparteien“ bezeichnet. Weidel wiederum verteidigt ihre Wortwahl und erklärt:

„Der Wahlkampf lebt von der überspitzten Sprache.“ Weidel habe mit ihrer Aussage lediglich gemeint, dass die Wähler:innen einen politischen Wandel haben möchten. Mit Wagenknecht sei jedoch kein politischer Wandel möglich, da sie der „Steigbügelhalter der Altparteien“ sei.

„Woher wissen Sie das? Sie sind doch gar nicht bei den derzeitigen Verhandlungen nach den Landtagswahlen dabei“, kontert Wagenknecht.

Nach diesem kleinen Warming-up steckt  WELT TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard den ersten Themenkomplex ab.

Thema Wirtschaft.

Er möchte von beiden wissen, welche drei Dinge sie ändern würden, um Deutschlands derzeit lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bekommen.

Alice Weidel: 1. „Wir haben eine nicht tragfähige Energiepolitik, wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir haben aber sehr viele stromintensive Unternehmen.“. Sprich: Die Energiepreise müssen ihrer Meinung nach runter. 2. Das Ausbildungsniveau seit mittlerweile deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. 3. Die Steuer- und Abgabenlast sei viel zu hoch. Die Einkommenssteuer und Sozialabgaben müssen ihrer Meinung nach gesenkt werden, damit „die Menschen von ihrer Arbeit leben können“.

Energiekosten müssen runter – da sind sich beide einig

Wagenknecht stimmt hier teilweise zu: „Wir brauchen preiswerte Energie.“ Dabei setzt sie unter anderem auf russisches Gas. „Hier haben wir uns selbst abgeschnitten und beziehen nun teures Gas aus Amerika. Das war ein Eigentor.“ Zudem habe Deutschland „negative Energiepreise“. „Wir haben keine Netze, um die derzeit bereits erzeugte Energie von Wind und Sonne zu transportieren.“ Die Bildungspolitik: „Die Schulschließungen in der Coronazeit, zu geringe Bildungsausgaben, zu große soziale Ungleichheit (wie sind die Eltern aufgestellt? Das entscheide in Deutschland noch immer oftmals über den Werdegang der Kinder) und das Problem von Schülern:innen, die kein Deutsch können. Der letzte Punkt: Die Infrastruktur. „Wir haben eine absolute marode Infrastruktur, viele marode Brücken. Ein Zugsystem, bei dem kaum noch ein Zug pünktlich fährt. Das ist auch für die Logistik vieler Unternehmen im Güterverkehr ein großes Problem.“

Weidel: „Diese Ausländer, die Bürgergeld-Bezieher sind“

Weidel: ergänzt: „Die Schuldenbremse muss in Deutschland wieder eingehalten werden.“ Ansonsten werde es unmöglich sein, diese neuen Schulen beziehungsweise lediglich die Zinsen zu tilgen. Daher müsse man sparen. Ein riesiger Kostenblock seien „diese Ausländer, die Bürgergeldbezieher sind, haben noch nie ins Sozialsystem eingezahlt. Das ist auf Dauer nicht finanzierbar.“

Wagenknecht hält die Ausgaben, die „etwa in der Coronapolitik“ getätigt worden seien, für „völlig unsinnig“. Das Thema Infrastruktur sieht sie ähnlich wie Alice Weidel und urteilt darüber:  „Deutschland wird seit vielen Jahren auf Verschleiß gefahren.“ Zum Thema Bürgergeld betont Wagenknecht: „Ich möchte die Welt nicht ins Bürgergeld einladen, aber ich bin für einen starken Sozialstaat und wenn man den möchte, muss man verhindern, dass jeder in den Sozialstaat einwandern kann.“ Dabei verweist sie auf die dänische Sozialpolitik als Vorbild. „Sie wollen ja das Bürgergeld für alle kürzen“, sagt sie abschließend zu Alice Weidel gewandt. „Das betrifft dann aber auch alleinerziehende Mütter, die keinen Kitaplatz finden und nicht nur Menschen, die nicht arbeiten wollen.“

Thema Krieg im Gaza-Streifen:

Wagenknecht verurteilt hier den „islamistischen Terrorismus“ auf der einen Seite, aber Israel mit seiner „schrecklichen Kriegsführung“ ebenfalls.

Weidelhat den Blick bei diesem Thema zunächst auf Deutschland gerichtet: „Es wurde nicht gehandelt. Auch die Ausschreitungen in Berlin und Frankfurt habe „ich mit Schrecken beobachtet“. Weidel betont: „Wenn wir in der regierung säßen, wären diese Krawallbrüder nicht mehr in unserem Land.“

Wagenknecht sieht sowohl Israel als auch die Hamas als Kriegsverbrecher

Wagenknecht kritisiert: „Die AfD stellt sich einseitig auf die Seite Israels. Es werden dort Kriegsverbrechen begangen. Das haben auch UN-Quellen bestätigt. Die Idee, zu glauben, Terror mit Terror bekämpfen zu wollen, ist absolut unrealistisch. Die Lösung wären Friedensverhandlungen und eine Zweistaatenlösung.“ Man mache es sich ihrer Meinung nach zu einfach, wenn man urteile: Israel, das seien die Guten und die anderen die Bösen.

Weidel sieht die Sache derzeit als zu verfahren an, um noch eine Zwei-Staaten-Lösung hinzubekommen. Aber auch sie sieht einzig den Weg der Diplomatie als sinnvoll an. „Auch in der Ukraine haben wir sehr früh Friedensverhandlungen gefordert.“

Hier bröckelt Weidels Logik etwas

Dabei bemerkt Wagenknecht jedoch: „Wir haben beantragt, dass keine weiteren Waffenexporte nach Israel geschickt werden. Sie haben leider dagegen gestimmt.“ Dem widerspricht Weidel auch nicht und entgegnet lediglich: „Jedes Land hat ein Recht auf Selbstverteidigung.“ An dieser Stelle bröckelt die Logik der Aussagen Weidels etwas. Denn auch wenn jedes Land das Recht auf Selbstverteidigung haben mag, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Deutschland diesem Land dann Waffen liefern muss.

Wagenknecht führt glaubhaft näher aus: „Die deutsche Regierung versagt völlig darin, ihren Anteil daran beizutragen, dass es einen gewissen Druck auf Israel gibt.“

Thema Ukraine

Sowohl Weidel als auch Wagenknecht lehnen weitere Waffenlieferungen ab und fordern mehr Diplomatie. Beide erinnern sie daran, dass es eine Vorgeschichte gab und man diese auch mit in die Betrachtung einbeziehen müsse, warum dieser Krieg von Russland begonnen wurde.

Wagenknecht: „Der Krieg ist ausgebrochen, weil die Russen kein US-Militär an ihren Grenzen haben wollen. Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine bedeutet Krieg, das war 2019 schon klar. Gemeinsam mit China müssen wir nun eine Friedenslösung hinbekommen.“ Denn eines sei völlig klar: „Die Ukraine wird diesen Krieg nicht gewinnen können.“

Weidel sieht das genauso: „Das sind AfD-Positionen., dass wir einen Verhandlungsfrieden brauchen. Die Geschichte sitzt immer mit am Tisch bei einem Krieg. Die Nato-Ost-Erweitung hat stattgefunden entgegen mündlicher Zusagen nach der Wiedervereinigung. Man dürfe keine Schwarz-Malerei tätigen.“ Auch hier sind sich die Frauen völlig einig.

Hier geht’s direkt zum Video:

TV-Duell Wagenknecht vs. Weidel: Die Debatte in voller Länge in der Mediathek – Video – WELT

Im zweiten Teil des TV-Duells geht es unter anderem um Corona und Migration. Der zweite Teil erscheint morgen auf www.gschwaetz.de


 

 




TV-Duell von 2 rhetorischen Politik-Gigantinnen: Sahra Wagenkneckt trifft auf Alice Weidel

Sahra Wagenknecht vs. Alice Weidel: Fast keiner kann diesen beiden Fronfrauen der Politik verbal in den diversen Talk-Shows das Wasser reichen. Der TV-Sender der Zeitung DIE WELT har die beiden Ladies rund ein Jahr vor der Bundestagswahl in Deutschland zum TV-Duell gebeten.

„Brisante Debatten“

In der kommenden Woche überträgt WELT TV eine Debatte mit den Parteichefinnen von AfD und BSW. „Wir verstehen uns als Nachrichtensender für brisante Debatten“, sagt WELT-TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard. Nach dem Duell folgt eine Analyserunde mit WELT-Chefreporterin Anna Schneider und weiteren Journalistinnen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Beide Frauen haben mit ihren Parteien bei den letzten Landtagswahlen abgeräumt. Foto: GSCHWÄTZ

Alice Weidel bei einer AfD-Veranstaltung am 02. Februar 2019 in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Ohne Wagenknecht gäbe es die BSW nicht, die bezeichnenderweise als unnatürliche Ausnahme den Namen ihrer Gründerin trägt (Bündnis Sahra Wagenknecht). Die BSW steht und fällt demnach auch mit der Parteichefin. Diese weiß sich seit Jahren exzellent in Szene zu setzen, ist sie denn rhetorisch den meisten Politik-Größen überlegen, was denn auch immer wieder in den diversen Polit-Talkshows auffällt. Sie ist nicht minder rhetorisch talentiert wie ihr Partner und Linke-Gründer Oskar Lafontaine.

Rhetorische Politik-Größen

Alice Weidel hat sich bei der eher männlich AfD dominierten als Sprachrohr und nun als Kanzlerkandidatin durchgesetzt. Jeder weiß, wie rhetorisch einzigartig sie auftritt.

Rhetorik ist gefährlich. Wenn Menschen rhetorisch brillant sind, muss man ganz besonders hinhören, was sie denn mit ihren Sätzen aussagen, was sie damit meinen – und ob sie auch wirklich danach handeln.

Welche Vision von Deutschland und Europa haben die Frauen?

Politiker:innen misst man am besten nach ihren Taten und nicht nach ihren Worten. Der Vorteil für die Wähler:innen ist, dass beide Frauen schon jahrzehntelang in der Politik aktiv tätig sind. Hier lohnt sich, am Mittwoch beim TV-Duell, dass der Online-Nachrichtenportal die WELT live auf www.welt.de und auf dem Welt-Kanal auf youtube überträgt, die Sätze, die sie in den Ring werfen, mit ihren Taten in der Vergangenheit abzugleichen. Darüber hinaus wird es darum gehen, welche Vision von Deutschland und Europa beide Frauen haben. Diese Version wird vermutlich  höchst verschieden aussehen.

Auch Björn Höcke stieg schon mal in den TV-Ring

Es ist eine Premiere: Am kommenden Mittwoch treffen die Parteivorsitzenden von AfD und BSW, Alice Weidel und Sahra Wagenknecht, zum ersten Mal live im deutschen Fernsehen aufeinander. Das WELT-TV-Duell um 18 Uhr wird von Chefredakteur Jan Philipp Burgard moderiert. Um 20.15 gibt es eine Wiederholung zu sehen.

Das Duell folgt auf die erfolgreiche Premiere des Formats im Frühjahr 2024, als sich die Thüringer Spitzenkandidaten Mario Voigt (CDU) und Björn Höcke (AfD) erstmals im WELT-TV-Studio begegneten.




Hack oder Mett? Eine skurrile Debatte geht bei TikTok durch die Decke

Über eine Million Menschen sahen das TV-Duell zwischen AfD-Frontmann Björn Höcke und CDU-Politiker Mario Voigt. Das war für den übertragenden Sender Welt-TV ein neuer Quoten-Rekord. Im Vorhin gab es skeptische Stimmen, ob man mit einem solchen Format dem rhetorisch überlegenen Höcke nicht eine zu gute Plattform bietet.

Hartes Moderieren

Vorneweg sei gesagt: Die Moderatoren bemühten sich um ein hartes Moderieren und Argumentieren – insbesondere gegenüber Höcke. Ob das so gut ankam hinsichtlich der vermeintlichen Neutralität des journalistischen TV-Senders lässt sich schlecht nachprüfen, da die Kommentarfunktion unter den Youtube-Videos deaktiviert wurde. Aber Nachrichtenportale täten generell gut daran, völlig neutral aufzutreten und ihren Followern ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen, dass diese Informationen, die beide Parteien liefern, sinnvoll verarbeiten, prüfen und bewerten, ohne bevormundet aufzutreten. Denn dadurch kommt der AfD automatisch eine Opferrolle zuteil. Auch im Nachklang hinterließen die Faktenchecks bei diversen anderen Nachrichtenportalen bezüglich der Aussagen der beiden Politiker indem TV-Talk ein gewisses „Geschmäckle“, denn oftmals wurden hauptsächlich die Antworten Höckes auf Herz und Nieren geprüft. Aus der Vergangenheit weiß man, dass Politiker auch anderer politischer Lager nicht immer absolut wahrheitsgetreue Formulierungen treffen. Wer eine faire politische Berichterstattung machen möchte, sollte daher auf Wertneutralität achten, ansonsten ist es ebenso Meinungsmache, Populismus, Lenkung der Menschen, schlichtweg antidemokratisch – also all jene Attribute, die auch oft genannt werden im Zusammenhang mit AfD-Politikern.

Kein Mensch möchte Krieg

Zweifellos war das TV-Duell für brillante Redner wie Höcke eine bestmögliche mediale Inszenierung. Wer das nicht möchte, sollte solche TV-Duelle entweder nicht veranstalten oder mit rhetorisch gleichwertigen Politikern. Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht beispielsweise wäre eine der wenigen führenden Politiker:innen, die einem Björn Höcke oder einer Alice Weidel rhetorisch ohne Mühe Paroli bieten könnte. Voigt wirkte eher wie der Biedermeier vom Landratsamt. Ein Mann, der voll und ganz hinter dem Kurs der Ampelregierung gegenüber dem Ukraine-Krieg steht, den dortigen Krieg auch militärisch zu unterstützen, damit dieser nicht zu uns komme. Frieden mit Waffen quasi. Allein mit diesen Worten gehen viele Bürger:innen in Deutschland und dementsprechend in Thüringen nicht mehr mit. Kein Mensch möchte Krieg. Höcke weiß das und spricht das aus, was viele zu diesem Thema lieber hören möchten: „Dieser Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden.“ Deutschland müsse als „Friedensmacht auftreten und zu Friedensgesprächen aufrufen.“

Gefährliche Rhetorik

Thema Migration: Die Moderatoren fragen nach schnell umsetzbaren Lösungen. „Illegale Migration ist ein Zustand, den kann man nicht weiter akzeptieren“, antwortet Voigt. Das heißt für ihn, „null Toleranz bei illegaler Migration“ durch harte Rückführungen und ein starker Schutz der Außengrenzen. „Derjenige, der sich an unserer Leitkultur orientiert, bleibt.“ Fast hat man dabei das Gefühl, er hätte die Partei gewechselt. Höcke hingegen verweist darauf, dass Gewaltkriminalität in Deutschland explodieren würden, Sozialsysteme stünden kur vor dem Kollaps. „Sie und Ihre Partei haben das Land mit Ihrer Migrationspolitik doch an den Rand des Kollapses geführt“, sagt an an Voigt gewandt. Eine deutliche Botschaft müsse an die Welt gesendet werden und zwar: „Das Weltsozialamt Deutschland ist geschlossen.“ Wenn man die Rhetorik Höckes betrachtet, fällt auf, dass er extrem mit großen Schlagworten arbeotet und sehr bildlich und damit eingängig für die Zuschauenden spricht. Voigt nennt dabei generell immer exaktere Zahlen bei diesen Themen. Er scheint besser vorbereitet. Doch was bleibt hängen bei den Zuschauenden? Wörter wie „Totalversagen“ (Höcke) brennen sich deutlich mehr ein, wie diverse  „Zahlen, Daten, Fakten“ („jeder vierte Arzt kommt aus dem Ausland“, Voigt) – unabhängig davon, ob es tatsächlich ein „Totalversagen“ gibt (was man sowieso nicht nachweisen kann). „Sie sind Gift für das Land“, versucht Voigt zu kontern und bezeichnet dabei Höcke unter anderem als „Reichskanzler“. Durch persönliche Angriffe, das müsste man als führender Politiker eigentlich wissen, sinkt man selbst im Niveau.

Das große Thema Abschiebungen

Voigt versuchte ebenso zu punkten, als er Höcke unterbrach, als dieser von „Mett“ sprach, man aber „Gehacktes“ in Thüringen sage – eine etwas unglückliche Prioritätensetzung in einer politischen Debatte, zumal Höcke neben dem Begriff „Mett“ auch Gehacktes sagte, dies aber dann für alle Nicht-Thüringer mit „Mett“ übersetzte. Zumindest bei TikTok geht diese kleine Randdiskussion durch die Decke.

Den wohl stärksten Moment hatte Voigt, als er ausführte, „was christliche Menschen von Ihnen (Anm. d. Red.: Herr Höcke) unterscheidet: dass ich jeden Menschen wertschätze, weil ich ihn nicht auf ein einziges Merkmal reduziere. Das, was Sie wollen: die, die anders sind, wollen Sie raushaben.“ Höcke wiederum wollte kontern, wurde aber unterbrochen von dem Moderator, der von Höcke daraufhin eindringlich eine Stellungnahme zu einem Zitat über die SPD-Politikern Frau Özorushaben wollte, das Höcke vor sechs Jahren in seinem Buch getätigt hat („Sie habe in Deutschland nichts verloren, weil sie jenseits der deutschen Sprache keine spezifisch deutsche Kultur erkennen wolle“). Höcke wollte zu einer allgemeinen Stellungnahme zu der Re-Migrations-Debatte ansetzen. Das hätte viele Zuschauer sicher interessiert, das ständige Beharren auf die Stellungnahme zu diesem Zitat seitens des Moderators wirkte daher eher nervtötend. „Natürlich müssen wir auch Abschiebungen forcieren„,  sagte Höcke schließlich zu der allgemeinen Re-Migrationsdebatte. Stellenweise hatte man als Zuschauer das Gefühl, dass Höcke gegen drei Menschen (zwei davon eigentlich Moderatoren) eine TV-Debatte führte.

An dieser TV-Debatte und den hohen Einschaltquoten zeigt sich einmal mehr, dass die Bürger:innen nach wie vor an Politik interessiert sind, dass Politiker ein gewisses Redetalent mitbringen, authentisch und nahbar wirken sollten, sprich, die Bürger:innen möchten das Gefühl haben, dass die Politiker:innen die Probleme des Volkes kennen. Als Voigt Höcke ins Wort fiel und auf Gehacktem herumritt, hätte einen als Zuschauer mehr interessiert, was Höcke ursprünglich zum Thema Lieferkettengesetz und welche Auswirkungen das auf Mittelständler und Verbraucher:innen hat, sagen wollte.

Fazit: Bei extrem eloquenten Personen wie dem AfD-Frontmann Björn Höcke müsste ein dementsprechend eloquenter Gegenüber stehen, wie etwa Sahra Wagenknecht. Das wäre sicher auch eine sehr interessante Begegnung.