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Angedrohter Rausschmiss bei Gemeinderatssitzung Ingelfingen

TSV-Vorstand Bernd Bauer legt sich mit Bürgermeister Michael Bauer an. Stadt Ingelfingen sagt: „Gemeinderatsmitglied hat sich zu mäßigen“

SCI und TSV fusionieren zum 01. Juli 2018

Bei der Ingelfinger Gemeinderatssitzung am Dienstag, den 15. Mai 2018, im Fürstensaal des Rathauses in Ingelfingen, kam es zu einer Diskussion zwischen Bürgermeister Michael Bauer und dem ersten Vorsitzenden des TSV Ingelfingen Bernd Bauer. Bernd Bauer wäre beinahe des Saales verwiesen worden, wenn er sicht nicht mäßige, erzählt Bernd Bauer. GSCHWÄTZ bat die Beteiligten um ein Statement.

Der TSV Ingelfingen und der SC Ingelfingen fusionieren zum 01. Juli 2018. Damit die Fußballabteilung in der nächsten Saison an den Meisterschaftsrunden teilnehmen kann, benötigt es eine Bestätigung für den württembergischen Fußballverband der Stadt Ingelfingen über die Nutzung der Sportplätze und der Umkleidemöglichkeiten.

„Da ich als befangen erklärt wurde, nahm ich beim Beschluss über die Nutzung der Sportplätze im Publikum platz“, erklärte Bernd Bauer, Mitglied des Gemeinderates in Ingelfingen und Vorsitzender des TSV Ingelfingen. Bürgermeister Michael Bauer genehmigte die Nutzung der Sportplätze, die Nutzung der Umkleidemöglichkeiten jedoch nicht – so hatte ich das zumindest verstanden. Ich wurde emotional und sagte zum Bürgermeister, dass er nicht lügen solle“, sagt Bernd Bauer. „Jedoch beinhaltete die Genehmigung auch die Nutzung der Heinrich-Ehrmann-Halle als Umkleidemöglichkeit für den Spielbetrieb“, so der Vorsitzende des TSV Ingelfingen weiter.

Sportplatz am Kocher in Ingelfingen

„Gemeinderat muss sich mäßigen“

Alexander Winter, der Leiter des Hauptamtes, erklärt: „Das Wesen eines Gemeinderates ist es, sich konstruktiv mit Themen der Kommunalpolitik zu befassen. Es liegt aufgrund der Diversität der handelnden Personen in der Natur der Sache, dass es vorkommen kann, dass hierbei nicht alle einer Meinung sind und mitunter die Diskussion ausgeführt wird. Die Vorgabe der Gemeindeordnung ist aber auch, sinngemäß von mir nun zitiert, dass das Gremium zumeist öffentlich zu tagen hat. Die Diskussion, auf die Ihre Anfrage abzielt, wurde in der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 15.05. geführt. Es ist also jedem möglich und gestattet, gerade auch der Presse, an der Sitzung teilzunehmen. Die größtmöglichen Informationen sind somit möglich. Ich bitte Sie aber um Verständnis, dass wir im Nachgang nicht en détail einen Sachverhalt aufgreifen und schildern können. Richtig ist, dass, ebenfalls in den einschlägigen Rechtsvorschriften geregelt, ein Gemeinderat, sollte er sich nicht dem Wesen des Gremiums entsprechend verhalten und sich ungebührlich artikulieren, sich zu mäßigen hat. Die Verhandlungsleitung obliegt dem Bürgermeister, der den Gemeinderat zur Ordnung zu rufen hat. Ist dies nicht möglich, kann ein Gemeinderat des Sitzungssaales verwiesen werden.“

 

Jugendspieler müssen Kochertal-Straße überqueren

Das Problem: Derzeit müssen die Fußballer des SC Ingelfingen bei Spielbetrieb, wenn sie sich in der Turnhalle umziehen, danach die stark befahrene Hauptstraße überqueren, um zu den Sportplätzen zu gelangen. Das betrifft auch die Jugendspieler. Neben den Sportplätzen am Kocher steht zwar ein Sporthäuschen, das bei Trainingseinheiten zum Umkleiden genutzt wird. Das sei aber zu klein bezüglich der künftigen Nutzung, so die einhellige Meinung von TSV und SCI. Karsten Furch, der Vorsitzende des SC Ingelfingen, stimmt der Aussage von Bernd Bauer zu: „Das mit der Abteilung Tennis geteilte Sporthäusle ist für künftige Zwecke zu klein. Aber auch die Hallennutzung ist ungünstig, da die Jugendspieler die Straße überqueren müssten.“

Bernd Bauer, der Vorstand des TSV Ingelfingen, erklärt: „Um aus dem Sporthäuschen ein Vereinsheim machen zu können, muss das Sporthäuschen aufstocken. Das würde nach ersten Schätzungen zirka 200.000 Euro kosten. Aber das Häuschen und auch der Sportplatz befinden sich im Hochwassergebiet. Zwar ist das Sporthäuschen schon erhöht gebaut, aber es könnte dennoch schwer werden, finanzielle Unterstützer zu finden. Und von heute auf morgen ist dies auch nicht umsetzbar. Auch die Fußballfelder befinden sich im Hochwassergebiet. Wenn Hochwasser herrscht, kann auf den Plätzen nicht gespielt werden was ein bis zwei mal im Jahr vorkommt.“

Die Stadt Ingelfingen hat derzeit laut eigenen Aussagen kein Geld für Projekte wie das Sportheim. Foto: GSCHWÄTZ/Rathaus Ingelfingen

Bürgermeister Bauer: „Die Gesamtfinanzierung liegt beim TSV“

GSCHWÄTZ fragte bei Bürgermeister Michael Bauern nach, ob die Stadt Ingelfingen in Erwägung zieht, die Sportplätze an einen anderen Platz zu verlegen und ob es dafür oberhaupt Möglichkeiten gibt. Bürgermeister Michael Bauer: „Möglichkeiten und Überlegungen gibt es zweifelsohne, jedoch ist auch dies aufgrund der anstehenden Projekte und Aufgaben finanziell derzeit nicht umsetzbar. Ich bitte Sie um Verständnis, da es in Ingelfingen nicht nur den TSV Ingelfingen gibt, sondern rund 60 weitere Vereine und Gruppierungen, die auf die Unterstützung der Stadt Ingelfingen zählen und deren Interessen es ebenfalls zu berücksichtigen gilt.“ Für die Vergrößerung des Sporthäuschens, das sich direkt neben den Sportplätzen befindet, bat Bürgermeister Michael Bauer an: „Die Stadt kann sicherlich eine Unterstützung finanzieller Art geben, jedoch liegt die Federführung und die Gesamtfinanzierung beim TSV Ingelfingen.“

Das neue Sportzentrum in Form der Heinrich-Ehrmann-Turnhalle in Ingelfingen hatte bereits 2011 seine Einweihung. Aber warum haben die Fußballer des SCI und dem TSV Ingelfingen keinen Platz darin gefunden? Ein zweiter Bauabschnitt war geplant. Bernd Bauer erklärt: „Das Sportzentrum wurde in zwei Bauabschnitte geteilt. Beim zweiten Abschnitt sollten weitere Baukörper parallel zur Laufbahn entstehen. Ein Baukörper sollte die Umkleidekabine der Fußballer werden und direkt darüber das Vereinsheim hinkommen. Jedoch bräuchte es dann eine Über- oder Unterführung, damit nicht immer die Straße überquert werden muss, um an die Sportplätze zu gelangen.“ GSCHWÄTZ fragte bei Bürgermeister Bauer nach, ob der zweite Bauabschnitt noch umgesetzt werden solle. „Der ursprünglich geplante zweite Bauabschnitt der Heinrich-Ehrmann-Halle kann aufgrund der großen Projekte und Aufgaben, welche aktuell und in absehbarer Zeit anstehen, leider nicht umgesetzt werden,“ so Bürgermeister Bauer.

Nach zwanzig Jahren schmelzen der TSV und der SCI wieder zu einem Verein zusammen. Jetzt fehlt nur noch ein Vereinsheim, dass der Größe dieses Vereins angemessen ist. Der TSV hat aktuell 802 Mitglieder und der SCI zirka 350 Mitglieder. Mit der Fusionierung wird es bestimmt zu einigen Doppelmitgliedschaften kommen, aber ich gehe davon aus, dass wir dennoch auf deutlich mehr als 1.000 Mitgleider kommen, erklärt Bernd Bauer.

// Fotos: GSCHWÄTZ/Archiv




Video // Märchenhafte Prunksitzung in Ingelfingen

In diesem Jahr gab es wieder eine Vollbesetzung bei der vom TSV Ingelfingen organisierten Prunksitzung am Samstag, den 03. Februar 2018, in der Stadthalle in Ingelfingen: Neben dem Prinzenpaar marschierten die Garden auf und es gab es nun auch wieder einen Elferrat. Darin fanden sich unter anderem TSV-Mitglieder und Fußballer vom SC Ingelfingen wieder. Auch das Programm war in diesem Jahr mit 13 Auftritten prall gefüllt. Der als Wolf verkleidete Achim Gröger und Sabrina Kunze im Rotkäppchen-Gewand moderierten durch den Abend. Sketche mit lokalem Bezug wechselten sich ab mit Tanzeinlagen von jungen Showstars. Tänzer von Rot-Weiß Öhringen waren ebenso mit von der Partie wie die Winzertänzer. Letztere sorgten für das Catering. Die Guggenmusiker Umpferpfortzer aus Boxberg machten mächtig Stimmung, aber auch der Froschkönigstanz und die 7-Zwerge-Boygroup waren lustige Hingucker. Schmerzlich vermisst wurde allerdings Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer. In unserem Video gibt es einen Zusammenschnitt der Höhepunkte des Abends zu sehen. Viel Spaß beim Schauen.