Die Monster-Welle – Vor 20 Jahren rollte ein Tsunami unglaublichen Ausmaßes auf Thailand zu
Zunächst sah es harmlos aus. Ein kleines Naturschauspiel unmittelbar nach Weihnachten, am 26. Dezember 2004. Das Wasser an den Stränden im Indischen Ozean zog sich – ähnlich wie bei Ebbe an deutschen Stränden zurück ins Meer.
Rasende Geschwindigkeit
Nur wurden die Strände nicht binnen Stunden trockengelegt, sondern in einer rasenden Geschwindigkeit. Der Grund hierfür war auch nicht der Mond für diese ungewöhnliche „Ebbe“, sondern ein seismisches Beben. Zwei Kontinentalplatten trafen am Meeressgrund aufeinander, die eine schob sich etwas auf die andere. Durch dieses so genannte „Seebeben“ (treffender wäre wohl das Wort Meeresbeben) mitten auf dem Ozean kam das Meerwasser ins „Schwingen“ – Wellen, die immer größter wurden, bis sie eine stattliche Höhe von teils bis zu 10 Meter erreichten, als sie an Land trafen, entstanden. Das Wort Tsunami war bis dato für die meisten Menschen auf der Welt kein gängiger Begriff. Tsunami bedeutet eine überwiegend durch Seebeben ausgelöste, sich mit hoher Geschwindigkeit ausbreitende Flutwelle (mit verheerenden Auswirkungen an den Küsten.
Viele Touristen
Als die Menschen an den Stränden von Phuket und Khao Lak am 26. Dezember unterwegs waren – darunter Touristen unter anderem von allen Finnland, Deutschand und Russland – aber auch Hotelpersonal und Einheimische – beobachteten viele von ihnen zunächst fasziniert den Rückgang des Wassers. Manche von ihnen filmten dieses Natureigbnis. Sie filmten auch das Meer und die Wellen, die auf einmal als schwarzer Balken am Horizont auftauchten. Als die schwarze Wand immer näher kam, begriffen die Menschen allmählich, dass sie in Gefahr waren und flüchteten ins Landesinnere. Manche von ihnen konnten sich nicht mehr vor den herannahenden Wasserfluten retten.
„die perfekte Welle“ – Radiosender spielten den Song der Band Juli nicht mehr
Der Tsunami 2004, welcher am 26. Dezember 2004 neben Indonesien weite Teile Südostasiens und Afrika traf, ist laut Statista.de der bis dato tödlichste Tsunami weltweit. Insgesamt starben schätzungsweise 228.000 Menschen. An diesem Tag lernte die Welt das japanische Wort Tsunami kennen, das übersetzt „Hafenwelle“ heißt. Zu dieser Zeit wurde in Deutschland in den Charts „Die perfekte Welle“ von der Band Juli gespielt. Der Sommerhit 2004, der noch bis in den Dezember Widerhall fand, wurde von sämtlichen Radiosendern von heute auf morgen von ihrer playlist genommen – aus Respekt vor den Opfern des Tsunamis.
Noch heute ist die Erinnerung – besonders bei den einheimischen Betroffenen – nach wie vor präsent an die größte Naturkatastrophe aller Zeiten im Indischen Ozean. Die Bevölkerung hatte noch Jahre später mit den Folgen der auch wirtschaftlichen Existenzvernichtung zu kämpfen. Der Wiederaufbau dauerte Jahre an. Der Touristenstrom in diese Region versiegte die ersten Jahre nach dem Tsunami fast vollständig. Mittlerweile haben sich die Zahlen wieder erholt – unter anderem auch wegen der erhöhten Sicherheit. So gibt es nun ein Frühwarnsystem für sich anbahnende Tsunamis und Rettungsräume, falls es wieder zu einem derart heftigen Seebeben kommen sollte.