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Bislang 114 Coronatote im Hohenlohekreis und 83.591 in Deutschland

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sammelt das Robert Koch-Institut als zentrale Stelle die Zahlen der Infektionsfälle in ganz Deutschland, dokumentiert, wie viele Todesfälle es gab und wie viele erkrankte Menschen wieder gesund wurden. Doch was heißt eigentlich „mit oder an Corona verstorben“? Taucht ein Mensch, der im Krankenhaus nach einem Unfall verstirbt und vorher positiv auf das Coronavirus getestet wurde, in der Statistik der Unfallopfer oder in der der Corona-Toten auf?
Es zeigt sich bei unseren Recherchen auch: Pandemien haben die Menschheit schon immer beschäftigt – nicht erst seit Corona: Infektionskrankheiten wie die Pest über die Spanische Grippe bis hin zu AIDS.
Inzidenz von 246,8 in Hohenlohe
Im Hohenlohekreis haben sich seit Beginn der Pandemie 5.348 Menschen mit Corona infiziert, seit dem Vortag sind 807 Infektionsfälle dazugekommen, was einer Inzidenz von 246,8 entspricht. Momentan sind noch 419 aktiv (Stand 03. Mai 2021 18.34 Uhr). 114 der betroffenen Menschen verstarben, 4.815 sind wieder gesund. Insgesamt gab es 15.804 K1-Kontakte, davon aktuell noch 550. (https://lra-hok.maps.arcgis.com/apps/dashboards/d770da3ea38643bbbd662a3e05bad5a9).
Baden-Württemberg und bundesweit
In ganz Baden-Württemberg kam es zu 451.387 Infektionen, seit dem Vortag sind 807 Infizierte dazugekommen. In diesem Bundesland gab es 9.410 Todesfälle seit Beginn der Pandemie. In den letzten sieben Tagen haben sich 19.217 Baden-Württemberger mit dem Coronavirus infiziert – was einer Inzidenz von 173 entspricht. Deutschlandweit haben sich bis jetzt laut RKI 3.433.516 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert, das sind 7.534 mehr als am Vortag (Stand 04. Mai 2021, 0.00 Uhr). 83.591 der Infizierten sind verstorben. In den letzten sieben Tage kamen 117.614 neue Fälle deutschlandweit hinzu, was einer Inzidenz von 141 entspricht. (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html/).
Weltweite Zahlen

Laut WHO gab es mittlerweile weltweit 153.094.318 Coronainfektionen (Stand 04. Mai 2021). Davon sind 3.206.339 Menschen verstorben. Am 02. Mai 2021 sind 1,046 Milliarden Impfdosen verabreicht worden (https://covid19.who.int/). Die tagesaktuellen Fallzahlen weltweit sind auch auf den Internetseiten der Weltgesundheitsorganisation und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) abrufbar.

„Mit oder an Corona verstorben“?
Laut RKI-Homepage gehen die Covid-Todesfälle in die Statistik ein, „bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind“. Bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sei das Risiko höher, an der Infektion zu versterben – was es schwieriger macht zu bestimmen, ob die Infektion direkt zum Tod der Person beigetragen hat. Also werden Menschen, die unmittelbar an der Krankheit verstorben sind, ebenso erfasst wie jene Personen, die Vorerkrankungen hatten, bei denen sich aber nicht zu 100 Prozent nachweisen lässt, was die Todesursache war. Deshalb heißt es bei der Verkündung der Todeszahlen „verstorben an oder mit Corona“ (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html;jsessionid=F0F1A4F89F7DB7A91456412F7F657DF9.internet101?nn=2386228).
Ermessen der Gesundheitsämter
Die Zahlen werden von den Gesundheitsämtern an das RKI übermittelt. Weshalb es in deren Ermessen liegt, ob ein Fall als verstorben an oder mit Covid-19 gemeldet wird. Bei der überwiegenden Zahl der Fälle vermerken die Gesundheitsämter laut RKI „verstorben an der gemeldeten Krankheit“. Wenn es bei bereits Verstorbenen den Verdacht gibt, dass sie an Corona gestorben sein könnten, kann auch noch nach dem Tod auf die Krankheit untersucht werden. In den meisten Bundesländern wird außerdem der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt übersendet. So können die Meldedaten abgeglichen werden, wenn auf der Bescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist.

Pandemien hat es immer schon gegeben

Zum Vergleich: Pandemien mit verheerenden Folgen hat es immer schon gegeben. So wütete die Pest jahrhundertelang immer wieder. Bereits um 536 entvölkerte sie das Byzantinische Reich und den Nahen und Mittleren Osten. Rund 50 Prozent der dortigen Bevölkerung fielen ihr zum Opfer. Im 14. Jahrhundert raffte sie rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahin. Auch in den Jahrhunderten danach kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Auch heute noch tritt die Pest immer wieder in Erscheinung: Auf Madagaskar werden jedes Jahr 200 bis 700 Fälle gemeldet (https://tropeninstitut.de/aktuelle-krankheitsmeldungen/25.03.2021-madagaskar-pest).
Ebola grassiert seit 1976 immer wieder
Ebola-Viren wurden 1976 das erste Mal in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen. Die weltweit bisher schwerste Ebola-Epidemie grassierte 2014 bis 2016 in Westafrika und mit 28.639 Erkrankten, von denen 11.316 starben. 2018 bis 2020 gab es den zweitschwersten Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda mit 3470 Erkrankten und davon 2287 Todesfällen. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/314372/umfrage/weltweite-ausbrueche-des-ebola-virus-nach-fallzahlen-und-todesfaellen/).
Die Spanische Grippe
Die Spanische Grippe wütete von 1918 bis 1920 und forderte nach Schätzungen zwischen 27 und 50 Millionen Tote weltweit – ähnlich viele wie die beiden Weltkriege zusammen. Im Deutschen Reich fielen ihr rund 426000 Menschen zum Opfer. Die Influenza – umgangssprachlich auch häufig „Grippe“ genannt – ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten der Welt. Nach Schätzungen der WHO infizieren sich jährlich über 500 Millionen Menschen mit dem Influenzavirus. Nach WHO-Schätzungen sterben rund 650.000 Menschen jedes Jahr an der Atemwegserkrankung (https://www.who.int/influenza/en/#).
Aids
Eine der schlimmsten Pandemien hat das AIDS-Virus ausgelöst, das seit 1981 als eigenständige Krankheit gilt. Seit die ersten HIV-Fälle registriert wurden, haben sich nach Angaben der Organisation UNAIDS rund 78 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. 35 Millionen von ihnen sind an Krankheiten im Zusammenhang mit diesem Virus gestorben (https://www.unaids.org/en/whoweare/about). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2019 geschätzt 2.600 Personen in Deutschland mit HIV infiziert, 2018 waren es 2.500 Neuinfektionen (https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/09_2020.html;jsessionid=39E402EE09CCAAC283FEAEEE8AE2F957.internet081). Die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland ist demnach bis Ende 2019 auf 90.700 gestiegen, von denen im gleichen Jahr geschätzt 380 Menschen an HIV gestorben sind.
Text: Sonja Bossert