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Maisernte vorgezogen

Aufgrund der anhaltenden Dürre haben diverse Landwirte die Maisernte vorgezogen. Die Böden auf den Feldern bilden wegen des ausbleibenden Regens tiefe Risse. Der Mais ist wegen der Trockenheit nicht richtig gewachsen. Fast komplett verdorrt und vertrocknet haben viele Landwirte im Hohenlohekreis bereits Ende August 2022 ihren Mais eingefahren. Normalerweise steht der Mais ansonsten gerne noch bis Oktober oder sogar November.

Durch die anhaltende Hitze ist die Ernte nun wesentlich spärlicher ausgefallen. Den Mais verarbeiten die Landwirte in der Regel zu Tierfutter. Nun fürchten viele, dass das Futter in diesem Jahr nicht reicht und sie entweder Futter zukaufen oder Tiere schlachten müssen (wir berichteten).

Deutschlandweit sieht es nicht besser aus.

Angesichts anhaltender Trockenheit in vielen Regionen erwartet der Deutsche Raiffeisenverband erhebliche Schäden bei der Maisernte. Bei Körnermais sei mit Verlusten von knapp 600.000 Tonnen zu rechnen – rund 15 Prozent der ursprünglich prognostizierten Menge, teilte der Verband in Berlin mit. Das berichtet der Stern.

 




„Kein Tier ist gerne in einer lauten, grellen & kreischenden Umgebung“ – Erneut Demo gegen Tiere im Zirkus

Erneute Demo gegen Zirkustiere in Bad Mergentheim

2018 demonstrierten 45 Teilnehmer in Bad Mergentheim beim Main-Tauber-Weihnachtszirkus gegen Tiere im Zirkus (wir berichteten).
Beim Bad Mergentheimer Weihnachtszirkus 2019 organisierte Carolin Kästner aus Bad Mergentheim nun erneut eine Demo.

„In dieser Saison des Main-Tauber-Weihnachtszirkus‘ haben wir uns mit insgesamt drei Demonstrationen beim Volksfestplatz Bad Mergentheim erneut für einen Zirkus ohne Tiere eingesetzt. Mit Plakaten, Bannern, kurzen Reden und Sprechchören haben wir auf die Ausbeutung und Qual der Tiere im Zirkus aufmerksam gemacht“, sagt Carolin Kästner. Die Demonstrationen fanden am Samstag, den 21. Dezember 2019, am Samstag, den 28. Dezember 2019, sowie am 04. Januar 2020 von 14.45 Uhr bis 16 Uhr statt. Rolf Grüning, Smilla Huck und Robert Binder von den Linken hielten an den einzelnen Samstagen eine Rede, um auf einen Zirkus ohne Tiere aufmerksam zu machen.

Kästner erklärt: „Wir stehen für einen Zirkus ohne Tiere im Programm. Egal ob Hund, Schwein, Elefant, Kamel, Löwe oder Tiger. Kein Tier ist gerne in einer lauten (Musik),  grellen (Lichter) und von Menschen kreischenden Umgebung und das mehrmals am Tag während der Shows. Dabei ist es egal, ob die Tiere bereits in Gefangenschaft aufgezogen wurden oder nicht. Die Instinkte sind jedem Individuum angeboren. Auf die viel gerühmten Zirkus-Leitlinien ist hier kein Verlass. Diese sind veraltet und extrem lax.“

Die von Zirkusbetreibern oft angesprochene „einwandfreie Abnahme durch das Veterinäramt“ sei ebenfalls kaum als ein Indikator für Tierwohl zu sehen, da es, so Kästner, unheimlich schwer sei, einen beschlagnahmten Tiger geeignet unterzubringen aus Mangel an verfügbaren Einrichtungen. Daher werde in den meisten Fällen die Abnahme – aus Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten – ausgestellt.

„Tiere können nicht selbst entscheiden, ob sie auftreten wollen, menschliche Artisten schon. Es muss endlich Schluss sein mit dem Profit auf Kosten der Tiere“, appelliert die Bad Mergentheimerin.

Organisatorin Carolin Kästner. Foto: privat

Erneute Demo gegen Zirkustiere in Bad Mergentheim im Dezember 2019. Foto: privat




Drei geplante Demos gegen Tiere im Zirkus

Bereits im letzten Jahr demonstrierten 45 Teilnehmer in Bad Mergentheim beim Main-Tauber Weihnachtszirkus gegen Tiere im Zirkus (wir berichteten).

„In der kommenden Saison des Main-Tauber Weihnachtszirkus werden wir uns mit insgesamt drei Demonstrationen beim Volksfestplatz Bad Mergentheim erneut für einen Zirkus ohne Tiere einsetzten. Mit Plakaten, Bannern, kurzen Reden und Sprechchören werden wir auf die Ausbeutung und Qual der Tiere im Zirkus aufmerksam machen“, schildert Carolin Kästner, die Organisatorin der Demo. Die Demo´s finden am Samstag, den 21. Dezember und 28. Dezember 2019 sowie am 04. Januar 2020 von 14.45 Uhr bis 16 Uhr statt. Die Veranstaltungen dieses Jahr für bis zu 80 Personen angelegt. Rolf Grüning, Smilla Huck und Robert Binder, von den Linken, werden an den einzelnen Samstagen eine Rede halten um auf einen Zirkus ohne Tiere aufmerksam zu machen.

Kästner erklärt:“Wir stehen für einen Zirkus ohne Tiere im Programm. Egal ob Hund, Schwein, Elefant, Kamel, Löwe oder Tiger. Kein Tier ist gerne in einer lauten (Musik),  grellen (Lichter) und von Menschen kreischenden Umgebung und das mehrmals am Tag während der Shows. Dabei ist es egal, ob die Tiere bereits in Gefangenschaft aufgezogen wurden oder nicht. Die Instinkte sind jedem Individuum angeboren. Auf die viel gerühmten Zirkus-Leitlinien ist hier kein Verlass. Diese sind veraltet und extrem lax.“

Die von Zirkusbetreibern oft angesprochene „einwandfreie Abnahme durch das Veterinäramt“ sei ebenfalls kaum als ein Indikator für Tierwohl zu sehen, da es unheimlich schwer sei einen beschlagnahmten Tiger geeignet unterzubringen aus Mangel an verfügbaren Einrichtungen. Daher wird in den meisten Fällen die Abnahme, aus Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten, ausgestellt.

„Tiere können nicht selbst entscheiden ob sie auftreten wollen, menschliche Artisten dabei schon. Es muss endlich Schluss sein mit dem Profit auf Kosten der Tiere“, appelliert die Bad Mergentheimerin. Kästner weiter: „An der Demonstration teilnehmen kann jeder, der unsere Meinung teilt. Außer wettergeeigneter Kleidung brauchst du nur deine Stimme und den Willen dich gegen die Ausbeutung der Tiere einzusetzen.“

 

 




ECHT JETZT?

Kommentar von Nadja Fischer:
Dem Menschen war Unterhaltung schon immer wichtig. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es Freakshows, Menschenzoos und Völkerschauen. Unterhaltung – egal wie und egal, auf wessen Kosten. Wir leben im 21. Jahrhundert – im Zeitalter des Internets und der Mobilität. Ich kann mir zu fast allem einen Dokumentarfilm oder ein YouTube-Video anschauen oder auch an jeden Fleck des Erdballs reisen. Man hat so viele Möglichkeiten.
Und wenn man mit seinen kleinen Kindern nicht unbedingt eine Safari in Afrika buchen möchte oder kann, wäre es denn nicht trotzdem schöner, dem Kind den natürlichen Lebensraum eines Tieres zu erklären? Muss man dann tatsächlich die Illusion stützen, dass Tiger und Löwen einfach nur große Katzen sind, die gerne Akrobatik machen? Ein Zirkus ist eine nette Sache, aber es gibt so viel mehr Sehenswertes und Beeindruckendes im Zirkus zu sehen als Tiere. Die Akrobaten, bei denen wir vor lauter Aufregung und Spannung schwitzige Hände bekommen. Der Clown, der es schafft, dass wir vom vielen Lachen Tränen in den Augen haben. Der Magier, bei dem uns einfach nur die Kinnlade nach unten klappt… genügt uns das nicht?




Muss das sein?

„Zirkus mit Tieren gehört abgeschafft“, rufen Demonstranten. „Denn artgerecht ist nur die Freiheit.“ Es ist Samstag, der 22. Dezember 2018, der Tag der Premiere des Main-Tauber Weihnachtscirkus auf dem Volksfestplatz in Bad Mergentheim. Auf der einen Seite das gelbe Zirkuszelt mit den roten Wimpeln und den Menschen, die Schlange stehen, um in der Manege Luftartisten, Clowns, Tiger und Löwen sehen zu können. Einige Menschen blicken zu ihrer Rechten. Auf der anderen Straßenseite stehen, hinter rotem Absperrband, 43 Demonstranten mit Schildern in der Hand, die ihre Parolen rufen. Sie haben Schilder
mit Schriftzügen wie „Tierquälerei ist keine Unterhaltung“ oder „Zirkus, aber ohne Tiere“ in den Händen.

GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer fragt die Besucher, die in der Schlange zur Kasse stehen, wie sie es finden, dass direkt neben ihnen eine Demonstration gegen Tiere im Zirkus stattfindet. Fast alle sind sich einig: Das ist eine gute Idee. Auf die zweite Frage, wieso sie denn dann gerade in der Schlange stehen, um in den Zirkus zu gehen, wusste keiner so recht eine Antwort.

 

„Kein Tier springt freiwillig durch brennende Reifen“

 

Carolin und Marie-Christin, die beiden Organisatoren der Demo gegen Tiere im Zirkus, wissen, wieso sie selbst keine Tiere in der Manege sehen wollen: „Kein Tier begibt sich freiwillig in Situationen, die es als unangenehm empfindet. Tiernummern im Zirkus sind aufgrund der Musik und der kreischenden und applaudierenden Menschen laut und wegen der Lichteffekte grell und daher psychisch unheimlich belastend. Zudem springt kein Tier freiwillig durch brennende Reifen oder macht Salti. Um Tiere dazu zu bekommen, diese Kunststücke aufzuführen, werden sie mit Peitschenhieben, Stockschlägen und ähnlichen grausamen Erziehungsmethoden bearbeitet“, sind sich die beiden sicher. Sie betonen, dass Tiere nicht ausgebeutet und zu Unterhaltungszwecken ausgenutzt werden dürfen. „Uns war klar, dass wir hier ein Zeichen gegen Tiermissbrauch vor unserer eigenen Haustüre setzen müssen.“ Und so meldeten sie die Demo gegen Tiere im Zirkus beim Ordnungsamt der Stadt Bad Mergentheim an.

Der Main-Tauber Weihnachtszirkus wirbt auf seinen Plakaten mit Tigern. Foto: GSCHWÄTZ

Bad Mergentheim hat die Demonstration genehmigt. „Auch wenn wir die Position der Veranstalter und Teilnehmer der Demo nicht teilen – und vor allem den geäußerten Vorwurf der Tierquälerei zurückweisen“, erklärt Carsten Müller, Pressesprecher der Stadt Bad Mergentheim, auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. Eine Polizeistreife mit zwei Polizeibeamten war vor Ort, es kam aber zu keinerlei Zwischenfällen der friedlichen Plakat-Demo.
GSCHWÄTZ fragte die 27- und 28-jährigen Organisatoren Mitte Januar 2019, ob es bisher Feedback auf die Demo gab. „Es gab zahlreiches Feedback – sowohl positives als auch Unverständnis.“

 

Veranstalter sieht keinen Grund auf Tiere zu verzichten

 

Auf Unverständnis stoßen die beiden auch bei Rudi Bauer, dem Veranstalter des Main-Tauber Weihnachtscirkus. Zwar vertritt er die Meinung, dass grundsätzlich jeder das Recht hat, seine Meinung in der Öffentlichkeit kundzutun. Jedoch sind für ihn „Tiere im Zirkus eine Selbstverständlichkeit – sofern die Haltung und der Umgang mit ihnen stimmt“. Bauer sagt: „Solange nur 15 Menschen vor dem Zirkus stehen und demonstrieren, zeitgleich aber knapp 1.000 Zuschauer im Zelt sitzen“, sehe er keinen Grund, Tiere nicht mehr in das Zirkusprogramm aufzunehmen. Er werde auch im nächsten Jahr nicht auf Tiere in der Manege verzichten, denn tausende Besucher seien genau wegen der Tierdarbietungen zur Show gekommen, ist seine Meinung. „Unsere Tierhaltung wurde vom lokalen Veterinäramt überprüft und als gut bewertet. Nur weil eine Minderheit gegen Tiershows demonstriert, ist dies noch lange kein Grund, diese aus dem Programm zu nehmen. Im Gegenteil, die Besucher haben nach mehr Tieren gefragt und diesem Wunsch kommen wir im nächsten Jahr auch gerne nach.“