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Ehemaliges Krankenhaus als mögliches Flüchtlingslager

Laut offiziell noch nicht bestätigen Informationen aus dem Hohenlohekreis ist der THW heute in Künzelsau vor Ort, um das ehemalige Krankenhaus als Flüchtlingslager vorzubereiten.

Tatsächlich standen am Samstagmorgen, den 05. März 2022, zwei Einsatzfahrzeuge des THW vor dem Krankenhaus.  Kreisbrandmeister Torsten Rönisch, der ebenfalls vor Ort war, wollte sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage nicht näher zu den Gerüchten um ein Flüchtlingslager äussern und verwies auf die Pressestelle des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Laut bislang nicht offiziell bestätigen GSCHWÄTZ-Informationen aus Kreisen des THW sollen rund 80 Betten vorbereitet werden. Ein Teil der Flüchtlinge soll bereits in Nitzenhausen sein. Wir haben das Landratsamt diesbezüglich um Auskunft gebeten.

Derweil gibt es einen ersten Waffenstillstand im hart umkämpften ukrainischen Mariupol, allerdings nur, um Versorgungskorridor für die Menschen vor Ort einzurichten.




„Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“

Besuchern des Künzelsauer Stadtfests ist sie bekannt, die „Gulaschkanone“ des THW Ortsverbands Künzelsau. Auf dem Stadtfest beweist das THW, dass es in der Lage ist, eine grosse Zahl von Menschen zu verpflegen. Auf dem Speiseplan steht aber nicht die klassische Gulaschsuppe, sondern beispielsweise Pulled Pork. Diese Fähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Aufgabenstellung des THW, denn bei Großeinsätzen müssen Helfer und möglicherweise Bevölkerung verpflegt werden. „Die Motivation steht und fällt mit der Verpflegung“ sagt Daniel Franz, stellvertretender Ortsbeauftragter. Und Andreas Schilder, der Ortsbeauftragte ergänzt grinsend: „Ohne Mampf kein Kampf“.

Einsatz im Ahrtal

Erst kürzlich war der Verpflegungstrupp Log-V der Fachgruppe Logistik aus Künzelsau prominent im Einsatz: Neun Mitglieder des Künzelsauer THW waren ins Ahrtal entsendet worden, wo sie ihre Kameraden aus ganz Deutschland im Hochwassereinsatz unterstützten.

Was sind die Aufgaben des THW?

Das THW ist eine Bundesbehörde auf ehrenamtlicher Basis, die Landes- und Kommunalbehörden beim Katastrophenschutz oder der Behördenarbeit unterstützt, erklärt Schilder. Das THW kann neben dem Katastrophenschutz diverse Behörden, etwa Polizei und Zoll auch anderweitig unterstützen, zum Beispiel durch Bereitstellung von Infrastruktur, Verpflegung, Strom, Zelten und ähnlichem. Da der Katastrophenschutz Ländersache ist, kann das THW nur auf lokale Anfrage tätig werden: „In Einsatz bringen können wir uns nicht selbst“, sagt Andreas Schilder.

Die einzelnen Ortsgruppen haben unterschiedliche Schwerpunkte und können je nach Fähigkeit aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen werden.

„Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“

Die Ortsgruppe Künzelsau besteht aus einem technischen Zug und einer Fachgruppe Logistik. Die Fachgruppen des technischen Zugs sind spezialisiert auf Bergung, Wasserschaden/Pumpen, Notversorgung- und instandsetzung, die Fachgruppe Logistik kümmert sich nicht nur um die Verpflegung, sondern um die Materialerhaltung und versorgt die Helfer mit Brennstoffen und Ersatzteilen oder repariert Einsatzmittel direkt vor Ort. „Die einen unterstützen von hinten, die anderen kämpfen an der Front“, nennt das Schilder. Andere Ortsgruppen haben andere Schwerpunkte, in Pfedelbach gibt es beispielsweise eine Infrastruktur- und Brückenbaugruppe.

„Eine regelrechte Flucht“

Von schwierigen Einsätzen unter hoher körperlicher und mentaler Belastung können Schilder und Franz berichten. Beispielsweise haben sie beim Elbehochwasser 2003 einen Dammbruch miterlebt: „Das war eine regelrechte Flucht“. Auch die Einsätze beim Starkregenereignis im Kocher- und Jagsttal waren äußerst bewegend, schließlich war dieser Einsatz direkt vor der Haustür. Und nicht zuletzt mußte eine Gruppe des THW in Weißbach einen Leichnam bergen.

„Lernen, Hilfe zu holen“

Die Verarbeitung derartiger Belastungen werde innerhalb des THW sehr ernstgenommen, berichtet Daniel Franz. Beginnend mit der Einsatznachbearbeitung geht das Angebot über Schulungen bis hin zur Notfallseelsorge. Ein THW’ler müsse „lernen, Hilfe zu holen“, sagt Franz. Das sei auch Teil der Grunsausbildung. Eine eigene Gruppe, die mit und unter den Helfern arbeitet, ist in der Lage, bereits während der Einsätze zu erkennen, ob möglicherweise eine Traumatisierung aufkommen kann. Und nicht zuletzt seien die Führungskräfte sensibilisiert. „Ich muß in die Gruppe reinhören“, erklärt Schilder eine seiner Aufgaben. Aber darauf seien die Führungskräfte geschult und vorbereitet.

„Wir sind nicht Arbeitskollegen, sondern Kameraden“

„Wir sind nicht Arbeitskollegen, sondern Kameraden“, charakterisiert Franz das ganz besondere Verhältnis, das die THW-Helfer untereinander aufbauen. Dieses Verhältnis ist auch notwendig, denn „Privatsphäre hat man im Einsatz nicht.“

Nicht alle Einsätze sind Katastropheneinsätze

Glücklicherweise sind nicht alle Einsätze so belastend – beim Besuch des GSCHWÄTZ-Reporters war beispielsweise die Gruppe Wasserschaden/Pumpen auf Anfrage des Landratsamtes unterwegs, um an einem Biotop zu arbeiten.
Auch wenn die THW-Helfer der Geheimhaltungspflicht unterliegen, „Informationen aus dem Einsatz gehen nie nach draußen“, berichtet Schilder auch von einem Einsatz, wo das THW die Polizei unterstützt hat – beim Abtransport von wiedergefundenem Diebesgut.

Nachwuchspflege

Die Ortsgruppe Künzelsau besteht momentan aus rund 160 ehrenamtlichen Aktiven, darunter sind auch etwa 10 Prozent Frauen. Aber wie steht es um den Nachwuchs an freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern? Da sind Franz und Schilder optimistisch: „Wir betreiben eine intensive Jugendarbeit, zum Beispiel durch Projekttage in Schulen“ erzählen sie. Dort arbeiten die Schüler dann an Themen wie „was passiert, wenn wir 2-3 Tage keinen Strom haben?“. Dazu komme natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda. Etwa 50 Kinder und Jugendliche sind in den Jugendgruppen des THW Künzelsau aktiv und lernen dort spielerisch handwerkliche Fähigkeiten, aber auch physikalische Grundlagen von Strom und Licht oder erste Hilfe.

„Quereinsteiger“ ab 18 Jahren sind ebenfalls gerne gesehen. Diese erwarte eine Grundausbildung im Umfang von 80 bis 100 Stunden, anschließend eine Fachausbildung innerhalb der Gruppe. Und Weiterbildung, etwa im Umgang mit schweren LKWs und Maschinen, Funk oder Atemschutz folgt. Auch der Bundesfreiwilligendienst ist beim THW möglich: Im Oktober wird zum erstenmal ein „BuFDi“ in Künzelsau seinen Dienst auftreten.

Stolz auf das Material und die eigene Leistung

Beim Gang durch die Gerätehalle ist Schilder und Franz der Stolz auf die Qualität ihres Einsatzmaterials anzumerken, etwa wenn sie die Schläuche der Gruppe Wasserschaden zeigen: „Die fördern 20.000 Liter pro Minute. Bis zu Tennisballgröße nehmen die einfach alles mit.“ Der Fahrzeugpark ist modern: „Wir sind inzwischen finanziell gut ausgestattet, die finanzielle Unterstützung des Bundes ist da.“ Fünf neue Fahrzeuge innerhalb von 2 Jahren bestätigen das.
Auch auf die Leistung ihrer Truppe sind die beiden stolz: „Der Bergungstrupp braucht nach Alarmierung 15 – 20 Minuten bis zum Rausfahren. Inklusive Umkleiden.“

„Die Hülle abstreifen“

Denn „Einsatzkleidung geht nie nach Hause. Das ist auch Psychologie: Im wahrsten Sinne die Hülle abstreifen.“ Abgesehen davon, dass die Kleidung nach einem Einsatz natürlich auch mit Stoffen kontaminiert sein kann, „die man nicht zuhause haben will“.

Text: Matthias Lauterer

Andreas Schilder. Foto: THW Künzelsau

Daniel Franz. Foto: THW Künzelsau

Verpflegungstrupp im Einsatz bei der Jagst-Umweltkatastrophe. Foto: THW Künzelsau

Hochwassereinsatz des THW Künzelsau. Foto: THW Künzelsau

Hochwassereinsatz des THW Künzelsau. Foto: THW Künzelsau

Bergungsgruppe des THW. Foto: THW Künzelsau

Jeder Handgriff muß sitzen – deshalb hat jeder Ausrüstungsgegenstand seinen definierten Platz. Foto: GSCHWÄTZ

Blick über den modernen Fahrzeugpark des THW Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

20.000l/min – deutlich größer als ein Feuerwehrschlauch. Foto: GSCHWÄTZ




Hohenlohekreis unterstützt Hochwassergebiet

Der Hochwasserzug aus dem Bevölkerungsschutz des Hohenlohekreises ist am Samstag, 24. Juli 2021, zu einem Einsatz in den Landkreis Ahrweiler gestartet. Bis Dienstag, 27. Juli 2021, helfen 26 Feuerwehrkameraden unter der Leitung von Kreisbrandmeister Torsten Rönisch im Katastrophengebiet.

Vom Landrat verabschiedet

Landrat Dr. Matthias Neth kam am Samstagmorgen an die Feuerwache Öhringen, um sich bei den Beteiligten zu verabschieden. „Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft, um die herausfordernden Situationen während der Einsatzzeit gemeinsam zu meistern. Passen Sie gut auf sich auf – das Wichtigste ist, dass Sie alle wieder gesund zurückkommen“, so Neth. „Mein herzlicher Dank geht an alle Helferinnen und Helfer, die unermüdlich und unglaublich engagiert an der Bewältigung der Hochwasserlage und deren Folgen arbeiten. Damit meine ich insbesondere auch unsere Einsatzkräfte von THW und DRK, die ebenfalls in den vergangenen Tagen vor Ort waren.“

Beteiligt sind die Feuerwehren Bretzfeld, Ingelfingen, Krautheim, Künzelsau und Öhringen mit sechs Einsatzfahrzeugen. Zuerst ging es nach Bruchsal, um dann gemeinsam mit dem Hochwasserzug des Regierungspräsidiums Karlsruhe das Einsatzzentrum am Nürburgring anzufahren.

Auch das örtliche THW ist im Einsatz

Soweit die Pressemitteilung des  Hohenlohekreises.
Die Feuerwehr Künzelsau ist mit ihrem Gerätewagen Transport mit 3 Feuerwehrleuten sowie einem Führungsassistenten beteiligt.

Bereits unmittelbar nach dem Hochwasserereignis entsandte auch das THW aus Künzelsau einen Verpflegungstrupp aus der Fachgruppe Logistik mit 9 Personen ins Katastrophengebiet, der vor Ort die Rettungskräfte verköstigt. Der Einsatz dieses Trupps ist seit dem Wochenende beendet, weitere Einheiten des THW aus dem Hohenlohekreis sind weiterhin vor Ort tätig.

 




THW musste 25 Tonnen Lebensmittel von Hand umräumen

Schäden in Höhe von fast 200.000 Euro entstanden am Montagnachmittag, den 08. Februar 2021, bei einem Unfall auf der B19 bei Künzelsau. Der Fahrer eines LKW kam aufgrund der winterlichen Verkehrsverhältnisse und glatter Fahrbahn in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und geriet in den Straßengraben. Der Sattelzug fuhr zunächst weiter, kippte dann aber nach knapp 50 Metern Fahrt durch den Seitenstreifen zur Seite.
Totalschaden
Am umgestürzten LKW entstand ein Totalschaden in Höhe von rund 160.000 Euro und auch die aus diversen Lebensmitteln bestehende Ladung wurde beschädigt. Mehrere Fahrzeuge, unter anderem ein Kran, waren nötig um den Laster zu bergen. Während der mehrere Stunden andauernden Bergung und Aufräumarbeiten musste die B19 zwischenzeitlich komplett gesperrt werden.
25 Tonnen Lebensmittel mussten ausgeräumt werden
Der Fahrer konnte sich selbst befreien und wurde nicht verletzt. Die Aufgaben der Feuerwehr Künzelsau waren zunächst die Unfallstelle abzusichern, den Brandschutz sicherzustellen und auslaufende Betriebsmittel aufzunehmen. Nach Eintreffen des Abschleppdienstes stellte sich heraus, dass der LKW erst entladen werden musste, um ihn aufrichten zu können. Da sich im Auflieger zirka 25 Tonnen Lebensmittel befanden, die von Hand umgeladen werden mussten, wurde zur Unterstützung das THW Ortsverband Künzelsau nachalarmiert.
Für die Bergungs- und Umladearbeiten musste die B19 über mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Gegen 0.30 Uhr war der Einsatz beendet und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau

Feuerwehreinsatz auf der B19 zwischen Künzelsau und Gaisbach am 08. Februar 2021. Foto: Feuerwehr Künzelsau