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Auch Einjährige werden ab Januar 2022 in Kitas getestet

In einem Schreiben vom 21. Dezember 2021 teilt Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck seinen Bürger:innen mit, dasas ab Januar 2022 auch Kinder ab einem Jahr in den Kindertagesstätten (Kitas) dreimal wöchentlich getestet werden. Er setzt damit eine Verordnung des Landes um. Lehnen Eltern das Testen ihres Kindes ab, darf das Kind nicht mehr in die Kita. Die Stadt Niedernhall sucht derzeit Personal zur Unterstützung der Umsetzung der Maßnahme.

Anbei veröffentlichen wir das Schreiben von Achim Beck in voller Länge:

Schreiben von Achim Beck an die Niedernhaller Bürger:innen.

Schreiben von Achim Beck an die Niedernhaller Bürger:innen.

Personen zur Mithilfe bei der Testpflicht in den Kitas gesucht

Die Stadt Niedernhall sucht parallel zu dem Schreiben Personen, die das Kitapersonal bei dieser Aufgabe unterstützt. Es wird laut der Stadt eine Aufwandsentschädigung vo 10 Euro / Stunde gezahlt. Weitere Informationen: Frau Grupp, Leiterin der Kindertagesstätten. Telefon: 0151/222 37 100. Es ist laut der Stadt Niedernhall geplant, dass die Testungen Montags, Mittwochs und Freitags von 7 bis 9 Uhr durchgeführt werden.




„Selbst schuld“

Familie Mayer* hatte alles so schön geplant und dann kam doch alles ganz anders.

Im Hohenlohekreis sind die Schnelltestmöglichkeiten an einem Samstagabend begrenzt

Wer in Coronazeiten in den Urlaub gehen möchte, braucht oftmals noch, insbesondere, wenn er mit Kindern verreist, einen Coronachnelltest vor Abreise, durchgeführt von einer offiziellen dritten Stelle. Im Hohenlohekreis sind die Möglichkeiten für Coronaschnelltests, durchgeführt von offiziellen Stellen, begrenzter als etwa in Touristenregionen wie dem deutschen Norden, wo in jeder Stadt Corona-Schnelltest-Drive-Ins aufgebaut sind.

Im Voraus buchen

Daher muss ein Hohenloher am besten Schnelltesttermine im Voraus online buchen, ansonsten kann es einem  passieren, dass man keinen Termin mehr bekommt und dann in Nachbarkreise ausweichen muss wie in den Haller oder den Main-Tauber-Kreis.

„Warten seit heute morgen um 11 Uhr auf Tests“

Die Familie Mayer jedenfalls hatte für sich und ihr Kind ein Testangebot eines privaten Unternehmens, dem H.i. Competence Testzentrum, eine Woche vor Urlaubsantritt Ende Juli 2021 gebucht. Samstagabend, 16.30 Uhr, sollte es sein, Sonntagmorgens sollte es dann in den Urlaub gehen. Die Bestätigungen ihrer gebuchten Testtermine hatten sie via E-Mail erhalten. Als sie Samstagabend um 16.30 Uhr am Globus Baumarkt erscheinen und zu dem Testzelt hinlaufen, erfuhren sie von einem jungen Mann in gebrochenem Deutsch, der dort in dem Testzelt saß, dass er sie nicht testen könne, weil sie Lieferschwierigkeiten hätten und seit heute morgen um 11 Uhr auf Tests warten würden. Die Familie fragte ihn, ob das ein schlechter Scherz sei? Nein, das sei kein schlechter Scherz, erklärte der Mann der Familie. Das müsse er gerade jedem sagen, der einen Termin gebucht habe.

Was nun?

Warum man das nicht früher erfahren habe, etwa via E-Mail, dann hätte man eine andere Teststelle buchen können? Daraufhin habe der Mann nur mit den Schultern gezuckt. Was man nun tun solle, fragte die Familie den Mann. Der meinte: „Probieren Sie es vielleicht über den Apothekennotdienst, die machen vielleicht auch solche Tests.“

Der Apotheker erklärte: Selbst Schuld

Viele Möglichkeiten blieben der Familie an einem Samstagabend in Künzelsau nicht, von offizieller Stelle noch getestet zu werden. Also riefen sie den Apothekennotdienst an. Die Comburg-Apotheke war an diesem Wochenende zuständig. Von dem Mann am anderen Ende der Leitung erfuhren sie, dass die Apotheken so etwas nicht anbieten und dass man schließlich „selbst Schuld sei, wenn man bei privaten Organisationen Selbsttests bucht und nicht die von den Apotheken durchgeführten Tests im Testzentrum in der Stadthalle in Künzelsau in Anspruch nehme. Immerhin wüssten die Mitarbeiter an den privaten Stationen oft gar nicht, wie man richtig teste. Dann legte er einfach auf.

In Bad Mergentheim hatten sie Glück

Daraufhin fuhr die Familie Mayer zum Testzentrum in der Stadthalle in Künzelsau, doch dieses hatte bereits geschlossen. Also googelten sie, wo noch eine Teststelle in der Nähe mit freien Terminen ist, die noch offen hat. In Bad Mergentheim in der Innenstadt hatten sie Glück. Und konnten am Tag darauf doch in den Urlaub fahren.

Privater Betreiber bedauert den Lieferengpass

Der Betreiber der Testzentren, die H.i. Competence Group, hat auf GSCHWÄTZ-Nachfrage sehr schnell reagiert und alle offenen Fragen ausführlich beantwortet. Volker Pulskamp vom Pressebüro in Gelsenkirchen meinte hierzu: „Wir können bestätigen, dass es an dem betreffenden Tag in unserem Schnelltestzentrum in Künzelsau am Baumarkt Globus zu vereinzelten, vorübergehenden Engpässen bei der Verfügbarkeit von Testkits gekommen ist. […] Jedoch konnte es gerade zu Beginn der Sommerferien aufgrund der sehr hohen Nachfrage an einzelnen wenigen Standorten zu kurzfristigen Nachfragespitzen mit vorübergehenden Engpässen kommen, diese wurden aber umgehend behoben. Ebenso kam es auf Lieferantenseite in wenigen Einzelfällen auf Grund der überdurchschnittlich hohen Nachfrage vereinzelt zu verzögerten Lieferungen, die sich leider nicht immer kurzfristig kompensieren lassen. Bei dem betreffenden Engpass im Schnelltestzentrum in Künzelsau handelt es ich daher um einen sehr bedauerlichen Einzelfall.“ Zu der Kritik des Apothekers meint Pulskamp: „Wir selbst haben die höchsten Ansprüche an Service und Qualität und geben dies stets auch an alle Mitarbeiter:innen an allen Standorten sowie zentral als Bedingung und als höchsten Standard mit. Die korrekte Durchführung von Tests sowie die Einhaltung aller Sicherheits- und Hygieneanforderungen hat bei uns stets höchste Priorität.“

Sehr hohe Nachfrage am Anfang der Sommerferien

Anbei veröffentlichen wir die vollständige Presseanfrage an die H.i. Competence Group:

GSCHWÄTZ: Ist es korrekt, dass es an diesem Tag Lieferschwierigkeiten gab? Wenn ja, woran lagen diese begründet und kam so etwas bereits häufiger vor?

Pulskamp: Wir können bestätigen, dass es an dem betreffenden Tag in unserem Schnelltestzentrum in Künzelsau am Baumarkt Globus zu vereinzelten, vorübergehenden Engpässen bei der Verfügbarkeit von Testkits gekommen ist. Diese konnten jedoch sehr schnell vor Ort behoben werden. Als einer der bundesweit führenden Betreiber von Testzentren hat die H.i. Competence Group ein qualitativ hochwertiges Logistikkonzept, das sich Tag für Tag in der Alltagspraxis in den letzten Monaten bewährt hat. Jedoch konnte es gerade zu Beginn der Sommerferien aufgrund der sehr hohen Nachfrage an einzelnen wenigen Standorten zu kurzfristigen Nachfragespitzen mit vorübergehenden Engpässen kommen, diese wurden aber umgehend behoben. Ebenso kam es auf Lieferantenseite in wenigen Einzelfällen auf Grund der überdurchschnittlich hohen Nachfrage vereinzelt zu verzögerten Lieferungen, die sich leider nicht immer kurzfristig kompensieren lassen. Bei dem betreffenden Engpass im Schnelltestzentrum in Künzelsau handelt es ich daher um einen sehr bedauerlichen Einzelfall, den wir selbstverständlich sehr ernst nehmen und dem wir direkt nachgegangen sind, da auch wir den Bürgerinnen und Bürgern als zuverlässiger und vertrauensvoller Partner bekannt sind und dies auch zukünftig weiter sein werden.“

„Die korrekte Durchführung der Tests hat bei uns höchste Priorität“

GSCHWÄTZ: Warum wurden den betroffenen Personen, die vorab online die Termine gebucht haben, nicht Bescheid gegeben, damit sie woanders einen Termin buchen hätten können (im Hohenlohekreis gibt es ja nur sehr wenige Testmöglichkeiten, insbesondere an einem Samstagabend)?

Pulskamp: Hierzu möchten wir gerne feststellen, dass die Terminvergabe für unsere Testzentren über eine bundesweit, zentral geführte Online-Plattform erfolgt, welche fortlaufend an die aktuelle Verfügbarkeit unserer Testzentren angepasst wird. Bei der Vielzahl von Standorten, die wir aktuell bundesweit betreuen, kann es hier jedoch systemseitig bis zu 24 Stunden dauern, bis die vorübergehende Nicht-Verfügbarkeit eines einzelnen Standorts im System vollständig berücksichtigt werden kann. Sollte daher an dem betreffenden Tag keine rechtzeitige Information an die betroffenen Personen erfolgt sein, so bedauern wir dies auf jeden Fall sehr und werden alles daransetzen, dass sich dies möglichst nicht mehr wiederholen kann. Entsprechende Gespräche mit den IT-Verantwortlichen zur Optimierung laufen diesbezüglich bereits.

GSCHWÄTZ: Ein Apotheker aus Künzelsau erklärte den betroffenen Personen, dass sie „selbst Schuld“ seien, wenn man solche Tests bei einem privaten Betreiber buche, da das Personal diese Tests nicht korrekt durchführen würden. Möchten Sie sich dazu äussern?

Pulskamp: Die H.i. Competence Group ist als professioneller, privater Betreiber von Testzentren bundesweit für ihre Seriosität, Zuverlässigkeit und die strenge Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften bekannt und im Markt etabliert. Wir selbst haben die höchsten Ansprüche an Service und Qualität und geben dies stets auch an alle Mitarbeiter:innen an allen Standorten sowie zentral als Bedingung und als höchsten Standard mit. Die korrekte Durchführung von Tests sowie die Einhaltung aller Sicherheits- und Hygieneanforderungen hat bei uns stets höchste Priorität. Alle Mitarbeiter:innen der Testzentren werden dazu intensiv vorab geschult und zur Einhaltung aller Vorgaben verpflichtet. Jegliche Zuwiderhandlung wird von uns intern streng verfolgt und würde entsprechend umgehend geahndet.Es ist unser eigener Anspruch, unser Angebot permanent weiter zu verbessern. Wir haben dazu ein umfassendes Qualitätsmanagement etabliert, das rund um die Uhr im Einsatz ist, damit potenzielle Verbesserungen schnell und transparent adressiert und vor Ort umsetzt werden.  Zudem haben wir eine Service-Hotline eingerichtet, über die sich die Bürgerinnen und Bürger bei allen Fragen und Anliegen zu unseren Corona-Teststationen an uns wenden können. Sie erreichen unsere Service-Hotline Mo-Fr 8-22 Uhr | Sa 10-18 Uhr | So 10-17 Uhr unter 0209/51307848. Von daher können wir die von Ihnen zitierte Aussage in keiner Weise nachvollziehen.“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

*Name von der Redaktion geändert. Der richtige Name ist der Redaktion bekannt




Tut das weh?

Eventuell soll ein Unterricht im Klassenzimmer in Baden-Württemberg ab Montag, den 19. April 2021, wieder möglich sein. Voraussetzung sind wie gehabt geringere Covid-Fallzahlen als bislang und eine ausgeklügelte Corona-Teststrategie. Beides ist bislang noch nicht vorhanden. Daher geht es ab Montag, den 12. April 2021, auch erst einmal für eine Woche wieder ins homeschooling, bis möglichst viele Fragen geklärt und hoffentlich die Fallzahlen niedriger sind.

Wie soll das genau ablaufen?

Schulleiter, Lehrer und Eltern rätseln bislang, wie die Coronateststrategien genau funktionieren sollen. Geplant sind regelmääßige Testungen von Schüler:innen, bevor sie am Unterricht teilnehmen. Derzeit ist es nicht ungewiss, ob es genügend Coronaschnelltests für alle Schulen flächendeckend zur Verfügung stehen. Wenn das der Fall sein sollte, dann soll voraussichtlich erst einmal bis Pfingsten an Schulen regelmäßig getestet werden. Derzeit ist eine zweimalige Testung für Schüler:innen angedacht. Warum nicht jedne Tag gestet wird, liegt möglicherweise an zu wenigen Schnelltests, die zur Verfügung stehen, oder an zu hohen Kosten.

Verpflichtende Tests durch die Hintertür

Diverse Eltern und Lehrer bemängeln daher auch hier die inkonsequente Politik. Sie sagen: Wenn schon Tests, dann bitte verpflichtend und täglich. Ansonsten sei es wieder mal nur ein Flickenteppich. Verpflichtend sind die Tests aber eigentlich schon, zumindest durch die Hintertür. Denn wer sein Kind nicht testen lassen möchte, muss es weiterhin im homeschooling unterrichten.

Zuhause oder in der Schule testen? Klar ist bislang wenig

Der Flickenteppich wird vermutlich dadurch noch vergrößert, dass wieder einmal jede Schule die Umsetzung der Landesvorgaben selbständig tätigen kann, etwa, ob die Tests zu Hause durchgeführt werden (wie in Künzelsau zum Beispiel), damit sich das Virus erst gar nicht auf den Schulweg machen kann, oder in den Einrichtungen direkt (wie etwa in der Kita in Niedernhall, weil der Bürgermeister sichergehen möchte, dass die Tests richtig angewendet werden).

Kann man beim Testen auch etwas kaputtmachen in der Nase?

Die nächste Frage: Kann man mit der Selbstdurchführung dieser Tests auch etwas kaputtmachen in der Nase? Geschweige denn, dass diese PCR- und Antigentests höchst unangenehm sind und auch wehtun können. Besser wären in den Schulen und Kitas in jedem Fall der flächendeckende Einsatz von Lutschtests, die bereits entwickelt worden sind für Kinder. Warum diese nicht zur Anwendung kommen (zu teuer?), darüber wurde bislang nicht gesprochen.

Zielgerichtetes Testen durch Fiebermessstationen

Einfacher wären auch Fiebermessstationen, die es bereits in diversen anderen Einrichtungen gibt und die sofort darauf hinweisen, ob jemand eine erhöhte Temperatur hat. Das wäre zwar kein Coronatest, aber doch ein erster Hinweis für ein zielgerichtetes Testen.

Eins ist zweifelsfrei klar: Wenn flächendeckend alle Schüler:innen getestet werden, schießen die Fallzahlen vermutlich wieder in die Höhe. Und das bewirkt? Richtig. Die nächste Homeschooling-Runde. Und eine weitere Doppelbelastungsrunde für jede berufstätige Mutter.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




Mikrobiologe kritisiert „unwissenschaftliche Vorgehensweise des RKI“: Nur Bluttests geben Aufschluss über wirkliche Infektionen

Der Mikrobiologe Dr. Andreas Bermpohl kritisiert, dass coronapositiv getestete Menschen gleichgesetzt werden mit infizierten Menschen. Das sei nicht der Fall, wie er seit September 2020 immer wieder betont http://www.studiogera.de/001/2020/09/30/taeuschung-der-oeffentlichkeit-mit-infektionszahlen/

„Unwissenschaftliche Vorgehensweise des RKI“

Wenn positiv getestete Menschen als Infizierte gewertet werden, sei das sowohl infektionsepidemiologisch als auch sachlich falsch. Ein entsprechender Artikel erschien bereits am 26. September 2020 in der Druckausgabe der Neuen Westfälischen Zeitung. Der diplomierte Biologe bildet Laborassistenten aus, ist als Krankenhaushygieniker aktiv, betreut Laboratorien in Sicherheitsfragen und hat sich mit der Übertragung viraler Erreger durch raumlufttechnische Anlagen beschäftigt.

Der Öffentlichkeit werde ein starker Anstieg der Corona-Infizierten suggeriert, den es nicht gebe

Die Vorgehensweise des Robert-Koch-Instituts (RKI) bezeichnet er als unwissenschaftlich. Der Öffentlichkeit werde ein starker Anstieg der Corona-Infizierten suggeriert, den es nicht gebe.

Der Coronatest zeige nur einen Verdacht eienr Infektion an

Der Coronatest/PCR-Test könne nur den Verdacht einer Infektion anzeigen, da er auch auf einzelne, nichtinfektiöse Fragmente des Virus reagiere. Eine positiv getestete Person sei also nicht zwangsläufig infiziert, und eine infizierte nicht unbedingt krank. In der öffentlichen Darstellung würden alle diese Dinge nicht unterschieden. Von 1.600 positiv getesteten Beschäftigten der Tönnies-Belegschaft seien nur 20 tatsächlich erkrankt gewesen.

Erst Bluttests könnten Gewissheit schaffen

Bermpohl fordert deshalb Bluttests, doch das sei nicht gewünscht. Er bezeichnet das Verhalten des RKI als grob fahrlässig. Es treibe die Testzahlen in die Höhe, um dann durch einfaches Aufaddieren der positiv getesteten Personen behaupten zu können, dass die Infektionszahlen steigen. Das Verhältnis der Gesamttestzahl zu den positiven Befunden werde dagegen nur im Hintergrund veröffentlicht.

Beipackzettel: „Tests nicht für diagnostische Zwecke bestimmt“

Auf den Beipackzetteln der Test ist ebenfalls vermerkt, dass es sich hierbei nicht um diagnostische Ergebnisse handelt: „Dieses Produkt ist nur für Forschungszwecke und nicht für diagnostische Zwecke bestimmt. Dieses Produkt ist für den Nachweis von 2019-Novel Coronavirus (2019-nCOV) vorgesehen. Das Nachweisergebnis dieses Produkts dient nur als klinische Referenz und sollte nicht als einziger Beweis für die klinische Diagnose und Behandlung verwendet werden.“

 

 




Hoch die Beine – Alltags-Fitness-Test in Kupferzell

„Das Alter ist schön, von einfach war nie die Rede.“ Unter diesem Motto stand der Fachtag für Alter und Pflege, zu dem rund 150 Interessierte in die Carl-Julius-Weber Halle in Kupferzell gekommen waren.

Welche Fähigkeiten benötigt man, um sich alleine um seine Bedürfnisse zu kümmern? Man sollte sich anziehen können, alleine baden gehen, leichte Hausarbeiten erledigen, Treppen laufen und alleine einkaufen gehen.

Aber selbst das Einkaufen gehen darf nicht unterschätzt werden. „Selbst wenn man mit dem Auto zum Einkaufen fährt, sollte man ohne Probleme 400 bis 800 Meter laufen können. Denn man muss vom Parkplatz in den Einkaufsladen kommen und die Einkaufsläden sind heutzutage sehr weitläufig. Es wäre auch nicht schlecht, wenn der Einkauf nicht schwerer als acht Kilogramm ist, denn der Einkauf muss ja ins Auto und dann ins Haus“, erklärt Dr. Christoph Rott. Rott, Gerontologe an der Universität Heidelberg, erläuterte seine Forschungsergebnisse zur Hochaltrigkeit.

Manche Übungen gehen ganz schön in die Beine. Foto: GSCHWÄTZ

Um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder bis ins sehr hohe Alter zu verzögern, ist demnach die altersrelevante körperliche Fitness von besonderer Bedeutung. So stellte er in seinem Workshop am Nachmittag auf anschauliche Weise die Grundlagen des ‚Alltags-Fitness-Tests‘ vor, bei dem so mancher Teilnehmer ins Schwitzen geriet – auch GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer.

 

Der Test

 

Der Alltags-Fitness-Test besteht aus sechs Aufgaben, deren Durchführung zirka 15 Minuten dauert.

1. Der Beinkrafttest: Ohne Benutzung der Arme zu einem vollständigen Stand aufstehen und sich wieder hinsetzen. Das Ganze so oft wie möglich innerhalb von 30 Sekunden wiederholen.
2. Der Armkrafttest: In einer ganzen und vollständigen Bewegung eine Hantel (2,3 kg bei Frauen und 3,6 kg bei Männern) im Sitzen bis zur Schulter anheben und wieder senken. Und auch hier gilt: Die Übung so oft wie möglich innerhalb von 30 Sekunden durchführen.
3. Der Ausdauertest: Zwei Minuten lang die Knie abwechselnd auf der Stelle so hoch wie möglich anheben.
4. Der Hüftbeweglichkeitstest: Mit beiden Händen so weit wie möglich an die Fußspitze herankommen.
5. Der Schulterbeweglichkeitstest: Man soll mit einer Hand über die Schulter den Rücken hinunter sowie mit der anderen Hand um die Taille den Rücken hinauf die Hände so weit wie möglich zusammenbringen.
6. Geschicklichkeitstest: Man soll vom Stuhl aufstehen, so schnell wie möglich um den Markierungskegel herumlaufen, der 2,4 Meter entfernt steht, zurück zum Stuhl gehen und sich wieder hinsetzen.

Einfach ist der Test nicht, auch unserer Redakteurin Nadja Fischer ist die Puste ausgegangen. „Wie trainiere ich für diesen Test. Oder besser gesagt, wie schaffe ich es, in diesem Test besser abzuschneiden?“, fragte einer der Workshop-Teilnehmer. Laut Rott kommt es nicht darauf an, was man trainiert, sondern einfach nur, dass man gestärkt ist.

„Alles, was kräftigt, ist gut. Für mich hat die oberste Priorität die Beinkraft“, so Rott. Denn ohne die Beine gehe nichts. „Ob Sie sich einfach beim Sportverein anmelden oder gezielt für den Alltags-Fitness-Test trainieren oder aber einfach selbst daheim aktiv sind, ist egal – Hauptsache bewegen“, rät Rott.

Tabelle der Werte, die man erzielen sollte. Foto: Screenshot vom Alltags-Fitness-Test

Weitere Informationen: www.alltags-fitnesstest.de