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ACTIV-Group hat nun endlich einen Generalunternehmer gefunden

Nur wenige Tage vor seiner Wiederwahl im Mai 2018 konnte Bürgermeister Neumann noch den Verkauf des seit langem brachliegenden PEKA-Geländes vermelden. Ein modernes Stück innenstädtische Architektur sollte entstehen, mit Handelsflächen und Wohnraum mitten in der Stadt. Sogar der größte Mieter wurde schon genannt: Der MÜLLER-Markt will aus der Hauptstraße in moderne Räumlichkeiten umziehen und im neuen Gebäude eine Fläche von 1.700 Quadratmeter anmieten. Und der erste Spatenstich war für den Herbst 2018 avisiert worden.

Verkauf des Geländes im Mai 2018

Am 13. November 2018 wurde das Projekt im Gemeinderat nochmals behandelt, ein Baugesuch war bis dahin nicht eingereicht. Einige Änderungen sollten noch eingearbeitet werden. Außerdem orakelte Christian Neudeck, Prokurist bei der Activ-Group, die das Projekt entwickelt, dass sich das Prozedere im Projektgeschäft geändert habe, betonte aber, „ich verspreche, das Projekt wird kommen“.

Plakat am Bauzaun

Bereits am Abend dieser Gemeinderatssitzung hatten Bürger ein satirisches und weitsichtiges Plakat am Bauzaun des PEKA-Geländes angebracht. Denn fast zwei Jahre später ist von einer Bautätigkeit immer noch nichts zu sehen.

Man sollte doch davon ausgehen, dass ein Projektentwickler möglichst rasch Rendite erzielen möchte und ihm daher an einem schnellen Baubeginn und schnellen Miet- und Verkaufseinnahmen gelegen ist. Daher ist es schon verwunderlich, dass sich mehr als zwei Jahre nach dem verkündeten Verkauf auf der Baustelle noch nichts tut.

Alle notwendigen Genehmigungen sind erteilt

Laut Auskunft der Stadtverwaltung Künzelsau steht einem Baubeginn nichts mehr im Wege: „Im Juli hat die Stadtverwaltung Künzelsau umfangreiche Erschließungsarbeiten für einen Baustart im Quartier An der Stadtmauer durchgeführt. Die Baugenehmigung ist erteilt.“ Der Ball liegt jetzt also in der Hälfte des Projektpartners, der Activ-Group aus Schemmerhofen bei Ulm, die mehrere ähnliche Projekte betreut, oftmals übrigens mit dem Ankermieter MÜLLER. Allerdings verlaufen nicht alle diese Projekte der Activ-Group reibungslos:

ACTIV-Group: Nicht nur reibungslose Projekte

In Oberndorf am Neckar hat die Activ-Group erklärt, dass sie ihren Verpflichtungen in der Alten Brauerei, wo ein Pflegezentrum und Wohnungen geplant waren, nicht nachkommen könne. Als Grund wurde angegeben, dass man keine Angebote von Bauunternehmen bekommen habe, die einen wirtschaftlichen Betrieb des Objekts ermöglicht hätten.

In Rottweil ist das Projekt „Am Nägelesgraben“ seit Jahren geplant, aber nicht gebaut, sodass die örtliche CDU im April 2019 den Verantwortlichen der ACTIV-Group einen Spaten für den ersten Spatenstich übergeben hat. Auch hier ist davon die Rede, dass die Angebotspreise der Generalunternehmer zu hoch gewesen seien. Inzwischen ist der Baubeginn erfolgt.

Das Projekt „Eyach-Arkaden“ in Balingen wurde gänzlich gestoppt: Ein Rechtsstreit mit einem Anwohner, der zwar für die Activ-Group prinzipiell positiv ausging, hatte sich so lange hingezogen, dass geplante Ankermieter abgesprungen sind.

Spatenstich in Künzelsau noch dieses Jahr

Man wundert sich doch sehr, dass ein erfahrener Projektentwickler gleich mehrfach über die Marktpreise im Baugewerbe stolpert und deswegen Projekte in Gefahr geraten oder gänzlich gestoppt werden. Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage teilt die ACTIV-Group mit, dass diese Gefahr in Künzelsau nicht bestehe: Inzwischen sei der Generalunternehmer ausgewählt worden und der Spatenstich soll noch in diesem Jahr stattfinden. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Text: Matthias Lauterer

 

 

Das PEKA-Kaufhaus kurz vor dem Abriss. Foto: GSCHWÄTZ

Manch ein Anwohner wünscht sich offenbar einen Stadtpark auf das alte PEKA-Areal. Foto: GSCHWÄTZ/Lauterer