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Taubertal-Festival: „Gelände und Campingplätze blieben so sauber wie nie zuvor“

Am Sonntagabend, den 11. August 2019, ging das 24. Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber zu Ende. Insgesamt 14.500 Besucher feierten am Wochenende zu Bands wie die Die Toten Hosen, Die Fantastischen 4 oder Bosse. Am Freitag, den 09. August 2019, sorgte ein Sturmtief für die erste Programmunterbrechung und zeitweise Gelände-Räumung in der Geschichte des Taubertals. Eine Gewitterzelle brachte heftigen Regen, Blitz und Donner mit sich. Aufgrund des Unwetters und der Zeitweise-Räumung mussten die Auftritte von The Offspring und Bullet For My Valentine sowie das anschließende Programm im Steinbruch komplett entfallen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Veranstalter.

Besonders lobend lässt sich in diesem Jahr das Umweltbewusstsein der Besucher erwähnen, wie Veranstalter Volker Hirsch von der KARO Konzertagentur und der Umweltbeauftragte des Taubertal-Festivals, erwähnt: „Gelände und Campingplätze blieben so sauber wie nie zuvor. Man kann hoffen, dass das Bewusstsein für Umweltschutz steigt.“ Die Veranstaltung, bei der Umweltbewusstsein und Mülltrennung auch für Jugendliche eine wichtige Rolle spielen, unterstützte auch in diesem Jahr wieder das Projekt Viva con agua. Die Organisation sammelte vor Ort Pfandbecher, um den Erlös einem Projekt für bessere Trinkwasserversorung in Entwicklungsländern zugute kommen zu lassen. Auch die Initiative „Tanzen statt Torkeln“ ist inzwischen fester Bestandteil des Festivalbildes. Ihre Mitarbeiter leisteten erneut vor Ort Aufklärungsarbeit über den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und regte junge wie ältere Besucher zum Nachdenken über die Gefahren von übermäßigem Alkoholgenuss an – für sich und für andere.

GSCHWÄTZ war am Montag Abend, keine 24 Stunden nach Ende des Festivals, auf dem Gelände und sich ein Bild gemacht.

Wenn das Dixi-Klo nicht reicht. Foto: GSCHWÄTZ

Hier ist wohl bei der Hälfte es Abbaues der Geduldsfaden gerissen. Foto: GSCHWÄTZ

Ob da noch jemand drin ist? Foto: GSCHWÄTZ

Da wurde scheinbar ein Sofa promt zum Lagerfeuer. Foto: GSCHWÄTZ

Mit Teppichboden wird die freie Natur gleich viel heimelicher. Foto: GSCHWÄTZ

Bereit fürs nächste Jahr. Foto: GSCHWÄTZ

Der Toilettengang wurde scheinbar optimiert. Foto: GSCHWÄTZ

Vermisst jemand seinen Schuh? Foto: GSCHWÄTZ

Es wurden einige Sofas zurück gelassen. Foto: GSCHWÄTZ

Ein Container voller Altglas – der Inhalt der Falschen wurde am Wochenende vernichtet. Foto: GSCHWÄTZ

Die Sammelstelle für Zeltgerüste. Foto: GSCHWÄTZ

Kühlschränke wurden zurück gelassen. Wo die wohl am Wochenende standen? Foto: GSCHWÄTZ

Gummistiefel, Batterien und ein leerer Müllsack. Foto: GSCHWÄTZ

Der Pavillon war es wohl nicht mehr wert mit nach Hause genommen zu werden. Foto: GSCHWÄTZ

Tütenweise Müll wurde einfach liegen gelassen. Foto: GSCHWÄTZ

Wofür das Plantschbecken wohl genutzt wurde? Foto: GSCHWÄTZ

Viel aufgeräumt wurde in diesem Lager scheinbar nicht. Foto: GSCHWÄTZ

Matratzen und Müll. Foto: GSCHWÄTZ

Glasscherben gab es selten zu sehen. Foto: GSCHWÄTZ




Taubertal-Festival: Marihuana in einer Dose Schwartenmagen

Wie jedes Jahr lag auch 2019 der Schwerpunkt der Polizei vor, während und nach dem Taubertalfestival im bayerischen Rothenburg bei der Verkehrssicherheit. Sechs Tage lang behielten die Ordnungshüter des Polizeireviers Bad Mergentheim den An- und Abreiseverkehr im Auge. Sie wurden unterstützt von Drogenspezialisten aus dem gesamten Gebiet des Heilbronner Polizeipräsidiums sowie Polizeihundeführern.

Polizeihauptkommissar Thilo Waltert, der den Einsatz zum ersten Mal leitete, war insgesamt mit dem Ablauf zufrieden, musste aber eine Zunahme der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registrieren. Im vergangenen Jahr wurden 40 Frauen und Männer mit Rauschgift erwischt, in diesem Jahr waren es 58.

Die sichergestellte Rauschgiftmenge lag 2018 bei 80 Gramm Marihuana, neun Joints und einer kleinen Menge Amphetamin. Auch dieses Jahr bewiesen die besonders geschulten Beamten sowie die eingesetzten Rauschgifthunde ‚gute Näschen‘. Insgesamt konnten 71 Gramm Marihuana, 19 Joints, zwei Kilogramm Marihuanakekse sowie kleinere Mengen Amphetamine, Kokain und Haschisch beschlagnahmt werden. Revierleiter Olaf Bamberger hebt die Leistung der Einsatzkräfte beim Auffinden des Rauschgifts besonders hervor, da die Verstecke zum Teil äußerst raffiniert waren. Die kuriosesten Verstecke waren in Dosen. In einem Fall steckte Marihuana im Inhalt einer Dose mit Schwartenmagen und in einem anderen im Inhalt einer Cremedose. Auch im Himmel eines Autodachs wurde die Polizei fündig. Thilo Waltert zeigt sich zufrieden mit der Moral der Besucher. Obwohl sich aufgrund des schlechten Wetters die Hauptanreisezeit in den Donnerstag schob und sich deswegen lange Staus bildeten, waren die Leute geduldig.

Der Einsatzleiter blickt zurück: „Es gab trotz der langen Wartezeiten keinerlei Aggressionen oder Gewaltvorfälle. Alles lief in einer entspannten und freundlichen Atmosphäre ab“. Insgesamt kontrollierten seine Einsatzkräfte mehr als 2.600 Personen in knapp über 1.700 Fahrzeugen. Fast 400 Alco-Tests und weit über 200 Urintests wurden durchgeführt. Über 50 Autofahrer werden wegen Alkohol oder Drogen am Steuer angezeigt. Erster Polizeihauptkommissar Olaf Bamberger erklärt: „Es war sehr hilfreich, dass die Zusammenarbeit mit den bayerischen Kollegen, die jenseits der Landesgrenze eingesetzt waren, reibungslos klappte“. Der Revierleiter ließ eine vorbildliche Tradition weiterführen. Am Ende des Tauberfestivals können Autofahrer einen Alcotest machen – und zwar bevor sie wegfahren. Und auch in diesem Jahr waren wieder einige dabei, die sich noch einmal ein paar Stunden auf´s Ohr legten, weil das Messgerät Promillezahlen anzeigte, die nicht nur in verbotener, sondern vor allem in gefährlicher Höhe schwebten. Olaf Bamberger macht deutlich: „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Präventionsmaßnahme die Verkehrssicherheit rund um diese Mega-Veranstaltung mit 15.000 Besuchern steigern können“.

Interessant sei die Tatsache, dass sich die Festivalgäste nicht nur an diese Maßnahme gewöhnt haben, sondern sehr gerne und zahlreich in Anspruch nehmen. Dass die Maßnahmen wirken, zeigt die Unfallbilanz. Im Bereich des Polizeireviers Bad Mergentheim geschah über die sechs Tages kein einziger Unfall mit Beteiligung eines Festivalbesuchers.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn