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Kein Karneval – keine DanceCrew

Zu einem ungünstigen Zeitpunkt wurde die neue karnevalistische Tanzsportabteilung des TSV Krautheim gegründet. Im August 2019 ging die Truppe an den Start und wurde in ihrer zweiten Session von Corona ausgebremst.

Erfolgreicher Start

Der Start war sehr erfolgreich, denn in kurzer Zeit konnten fünf Tanzgruppen an den Start gebracht werden: Die Dancing Stars, eine Schautanzgruppe für Kinder von 6- 9 Jahren, ein Tanzmariechen in der Kategorie Jugend, die Juniorengarde, eine Gardetanzgruppe  für Kinder von 10-14 Jahren, die Phönixgarde, Gardetanz ab 15 Jahren und die DanceCrew, eine Schautanzgruppe ab 15 Jahren.

Erste Veranstaltung: Fastnachtsgaudi in Krautheim

Besonders stolz ist die Truppe auf die erste eigene Veranstaltung, die die Dance Crew im Februar 2020 auf die Beine gestellt hat: Die 1 . Fastnachtsgaudi der karnevalistischen Tanzsportabteilung im Eugen-Seitz Bürgerhaus in Krautheim. Bei diesem für die Truppe herausragenden Event war der Festsaal ausverkauft. „Ein bebendes Publikum, sensationelle Stimmung und Standing Ovations beim Einmarsch unserer Phönixgarde haben uns an diesem Abend besonders berührt“, berichtet Jenny Nuber, Abteilungsleiterin im TSV Krautheim. Die eigenen Tanzgruppen, aber auch befreundete auswärtige Gruppen überzeugten das Publikum. Die Stadtkapelle Krautheim, eine Guggenmusik und DJ Mo sorgten Tanz-, Schunkel- und Unterhaltungs-Musik. Jenny Nuber hebt besonders hervor, dass die ganze Veranstaltung von der DanceCrew gestemmt wurde: Sowohl die Hallendekoration als auch die eindrucksvollen Schautanzkostüme und Requisiten entstanden in engagierter Eigenleistung der DanceCrew. Besonderer Höhepunkt: Die Phönixgarde präsentierte ihre neuen Kostüme erstmals dem Publikum. „Damit hat es die Phönixgarde sprichwörtlich geschafft, wie ein Phönix aus der Asche innerhalb kürzester Zeit in neuen fantastischen Kostümen zu erstrahlen“ ist Jenny Nuber stolz und dankt nochmals allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.

Sport, Jugendarbeit und karnevalistisches Brauchtum

Ziel und Interesse des Vereins sei insbesondere das Ausüben des karnevalistischen Tanzsports. „Dazu gehören außerdem die Jugendarbeit, die Freizeitpflege, die Geselligkeit und gleichermaßen die Pflege des karnevalistischen Brauchtums. Wir sind bestrebt, den Nachwuchs zu fördern, lassen Platz für eigene Ideen, schaffen Toleranz und Akzeptanz“ definiert Jenny Nuber das Selbstverständnis der Truppe. „Ein großes Vorhaben von uns ist es auch, unter dem TSV Turnierluft zu schnuppern und deshalb auf den BDK Tanzturnieren zu starten.“

Corona macht alle Planungen zunichte

Dieses Vorhaben wurde von Corona vorerst zunichtegemacht, denn alle Turniere wurden abgesagt. Genauso ist das Training in der Gruppe seit November nicht mehr möglich. Für die Juniorengarde wird einmal wöchentlich  Onlinetraining über Zoom durchgeführt, erstmal als ein Versuch, aber „es klappt ganz gut, die Mädels freuen sich“, kann Jenny Nuber berichten. Sie überlegt gerade, ob ein Onlinetraining auch für die anderen Gruppen sinnvoll sein könnte.

Nicht nur Tanz

Viele Ereignisse, Events und Veranstaltungen begleiten die Truppe im Jahreslauf. Neben der Fastnachtseröffnung in Krautheim treten die Gruppen in der Region auf, planen Wanderungen, Grillfeste und Ausflüge und engagieren sich bei der Stadtweihnacht. Selbstverständlich ist die Teilnahme an TSV-Sportveranstaltungen.

Neueinsteiger herzlich willkommen

Neueinsteiger, Interessierte und Tanzsportbegeisterte sind bei der DanceCrew jederzeit willkommen. Ansprechpartner für die Tanzsportabteilung des TSV Krautheim ist das Trainerteam um Jenny Nuber, Diana Radovic-Nuber und Katharina Leutwein, erreichbar unter email dancecrew TSV@gmx.de. Auch wenn es so aussehen mag, ist die Gruppe nicht nur für Mädchen offen. Bei den Dancing Stars, der jüngsten Truppe, tanzt auch ein Junge mit.

Text: Matthias Lauterer

Das Wappen des TSV Krautheim wird durch eine pinkfarbene Narrenkappe und die Tänzerin ergänzt. Bild: DanceCrew/ Jenny Nuber

 

Mitten in der Kampagne 2019/2020. Bild: DanceCrew/Jenny Nuber

 

Schautanzgruppe Dance Crew nach einem ihrer Auswärtsauftritte. Bild: DanceCrew/Jenny Nuber

 

Mitten in der Kampagne 2019/2020. Bild: DanceCrew/Jenny Nuber

 

Generalprobe und Probeauftritt. Alles muss synchron sein. Bild: DanceCrew/Jenny Nuber

 

Die Phönixgarde „hinter den Kulissen“. Bild: DanceCrew/Jenny Nuber

 




Yannic tanzt durchs Leben

Sein Hobby unterscheidet sich von dem der meisten Gleichaltrigen. Yannic ist Tänzer – und das,  seit er fünf Jahre alt ist. Gemeinsam mit seiner siebenjährigen Partnerin Valerie Badt tanzt der achtjährige für den Tanzsportclub Rot-Weiß Öhringen Standard und Latein.

 

Ein achtjähriger aus Weldingsfelden fliegt übers Parkett

 

Yannics Augen funkeln, wenn er vom Tanzen erzählt. Dass seine Sportart nicht der typische Jungensport ist, weiß er. Seine Mitschüler können wenig mit seinem etwas anderen Hobby anfangen. „Die machen sich über mich lustig“, sagt er. Aber warum? Einen Grund gibt es nicht, denn der Erfolg gibt Yannic Recht. Und auf seine bisherigen Erfolge ist er stolz. Viele seiner Kumpels spielen Fußball. „Mein Freund hat zwei oder drei Pokale, ich habe schon fünf“, freut sich der sportliche Junge aus Ingelfingen-Weldingsfelden.

Yannic mit seiner Tanzpartnerin Valerie haben schon einige Pokale bei diversen Wettbewerben gewonnen.
Foto: privat

Angefangen hat alles 2014. Yannic war mit seinen Eltern auf einem Tanzturnier, damals als Zuschauer. Er hat andere Kinder tanzen sehen, war von Beginn an vom Kindertanzen fasziniert. Das wollte er auch können. Gesagt, getan: Seine Mutter brachte ihn zum Anfängertraining nach Öhringen. Yannic fand schnell Gefallen am Sport. In dieser Zeit fing auch Valerie, wohnhaft auf den Taläckern, mit dem Tanzen an. Sie war schon öfter beim Kindertanzen mit dabei, da ihre große Schwester bereits tanzte. Das ist ein echter Familiensport. Die Eltern müssen dahinter stehen, sonst funktioniert es nicht.

 

„Das ist Leistungssport.“

 

Vier Mal pro Woche sind Yannic und Valerie beim Tanztraining: meist in Öhringen, einmal pro Woche in der Stadthalle in Ingelfingen. Hinzu kommen Privatstunden, um die sich die Eltern kümmern. An den Wochenenden finden Turniere statt. Yannics Mutter bringt es auf den Punkt: „Das ist Leistungssport.“ Yannic ist extrem viel unterwegs. Da Tanzen aber seine Leidenschaft ist, macht ihm das viele Training derzeit nichts aus. Auch die Wettkämpfe machen ihm Spaß – bringt er doch regelmäßig Top-Platzierungen mit nach Hause. Seinen größten Erfolg feierte er dieses Jahr im Februar bei den Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften der lateinamerikanischen Tänze in Karlsruhe. Gemeinsam mit Valerie eroberte Yannic den zweiten Platz in der D-Latein-Klasse der Kinder. Gleichzeitig war dies das Ticket für die C-Klasse, die höchste Klasse in dieser Altersgruppe.

Yannic und seine Tanzpartnerin Valerie fliegen über das Parkett.
Foto: privat

 

Ein strenger Trainer

 

Neben dem Saison-Höhepunkt, den Landesmeisterschaften, geht Yannic in diesem Jahr auch bei weiteren großen Turnieren an den Start: so zum Beispiel bei den German Open in Stuttgart und beim Turnier „Blaues Band der Spree“ in Berlin.  Hierbei handelt es sich allesamt um deutsche Turniere, denn ins Ausland werden die Kindertänzer vom TSC Rot-Weiß Öhringen noch nicht geschickt. Trainiert werden die sogenannten Turnierkinder von einem Trainergespann. Jeder hat sein Steckenpferd im Standard- oder im Lateinbereich. So kann bestmöglich und vor allem sehr gezielt trainiert werden. Einer der Trainer ist Thomas Eil. Er ist ein strenger Trainer. Dennoch:

 

„Die oberste Priorität ist Spaß“

 

„Die oberste Priorität ist Spaß“, sagt er. Doch auch Ehrgeiz sei wichtig. „Der Anspruch, gewinnen zu wollen, muss da sein“, so der Erfolgstrainer. Diesen Ehrgeiz bringt Yannic zweifelsfrei mit. Er entwickelt sich schnell weiter, klettert die Erfolgsleiter im Nu nach oben. Im Moment trainieren Yannic und Valerie mit drei weiteren Kinderpaaren. Die Truppe ist wie eine kleine Familie. Auch in der Freizeit gibt es viele Unternehmungen. Dass die Kinder mit ihrem engagierten Trainer harmonieren, ist schnell zu erkennen. Thomas Eil fördert seine Schützlinge – und das im richtigen Maß.  Immer an Yannics Seite sind auch die Eltern, die ihn in allen Belangen unterstützen. Sie sind beim Training mit dabei und begleiten ihn zu großen Turnieren. Auch die schicke Tanzkleidung näht die Mutter mit viel Liebe zum Detail selbst. Langweilig wird es im Leben von Yannic nie: Schon jetzt freut er sich auf die Teilnahme bei „Hessen tanzt“ in Frankfurt am Main.

 

Erschienen in unserem Print-Magazin Ausgabe 07 / Mai 2017.