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Tagespflege in Dörzbach: „Große Erleichterung für uns“

Frischer Kaffeeduft strömt durch das Treppenhaus im Seniorenzentrum „Am Goldbach“ in Dörzbach, während man aufgeweckten Stimmen in die Tagespflegeräume folgt. Dort sitzen in einem großzügigen, selbst dekorierten Gemeinschaftsraum acht Tagesgäste gemeinsam am Tisch und tauschen sich rege über das Tagesgeschehen aus.

Mittendrin: Altenpflegerin Birgit Volkert, die die Senioren mittwochs und freitags in der Tagespflege zusammen mit ihrer Kollegin Monika Scheid betreut. „Wir sind hier eine tolle Gemeinschaft, in der man sich mit Vornamen anspricht, sich schätzt, vertraut und unterstützt“, berichtet Volkert über die Tagespflege, die seit August 2018 im neuen Anbau angeboten wird. Sie wird in Dörzbach und Umgebung so gut angenommen, dass künftig noch ein dritter Tagespflegetag angeboten werden soll.
„Der Schulbus der Gemeinde holt die Tagesgäste morgens gegen einen geringen Unkostenbeitrag ab und bringt sie zu uns in die Tagespflege“, sagt Einrichtungsleiterin Meta Götz. Das sei nicht zuletzt dem Einsatz von Bürgermeister Andy Kümmerle zu verdanken, der das Seniorenzentrum als wesentlich für die Stärkung der kommunalen Infrastruktur ansehe und unterstütze. „Man merkt, dass wir hier gewollt sind. In der Gemeinde hat man stets ein offenes Ohr für unsere Belange“, so Götz weiter. Auch über die engagierten Ehrenamtlichen um Cäcilia Schmeißer sei man bestens vernetzt. „Wir unterstützen im Seniorenzentrum Dörzbach Mitarbeitende wie Senioren, begleiten sie zu externen Veranstaltungen und geben Veeh-Harfen-Konzerte“, berichtet Cäcilia Schmeißer. Wie die meisten ihrer Kolleginnen im Ehrenamt gehört Schmeißer zu den „Damen der ersten Stunde“, die seit 13 Jahren im Dienst sind. „Langsam kommen wir aber etwas in die Jahre und suchen Nachwuchs für unsere sinnstiftende ehrenamtliche Arbeit. Melden Sie sich gern bei uns.“

 

„Anfangs habe ich ein schlechtes Gewissen gehabt, meinen Mann hier buchstäblich abzugeben.“

 

Dass die Aufgaben und Angebote im Seniorenzentrum Dörzbach vielfältig sind, bestätigen die anwesenden Tagesgäste. Else Scheu, früher selbst Ehrenamtliche, besucht die Tagespflege sowohl am Mittwoch als auch am Freitag. „Wir frühstücken hier gemeinsam, machen uns dann an die Zeitungsrunde und freitags besuchen wir den Gottesdienst. Wir basteln, gehen spazieren oder machen Gymnastik. Nach der Mittagsruhe folgt die Kaffee-und-Kuchen-Runde. Damit ist mein Tag ausgefüllt und zuhause bleibt noch genügend Zeit für den Haushalt“, erklärt Else Scheu. Die Angebote werden morgens bei der Tagesplanung nach den individuellen Wünschen der Gäste angepasst und ergänzt, betont Birgit Volkert: „Denn es ist unser erklärtes Ziel, dass niemand miesepetrig nach Hause geht.“ Zusätzlich zum Betreuungsangebot für jeden Tagesgast erstellt Birgit Volkert eine individuelle Pflegeplanung. „Wir ermitteln, wie viel Hilfe die Senioren jeweils beim Essen, bei der Medikamenteneinnahme, dem Toilettengang und der Tagesgestaltung benötigen. Auch kleinere Pflegeleistungen sind bei uns problemlos möglich.“
Horst Distler und seine Frau Birgit sind begeistert. „Ich kann meinen Mann zweimal die Woche herbringen und mich in dieser Zeit etwas um mich selbst kümmern. Durch seine fortschreitende Erkrankung wird es für mich immer schwieriger, rund um die Uhr für ihn da zu sein“, berichtet die Oberginsbacherin. „Anfangs habe ich ein schlechtes Gewissen gehabt, meinen Mann hier buchstäblich abzugeben. Aber nachdem ich gesehen habe, was in der Tagespflege alles geboten wird, wie er hier aufblüht und wie qualifiziert die Betreuerinnen sind, da war ich beruhigt. Die Tagespflege ist eine große Erleichterung für uns und ein Gewinn an Lebensqualität. “ Dass ein Teil der Tagespflegekosten von den Pflegekassen getragen wird, war für Birgit Distler eine zusätzliche Erleichterung. „Ich wusste gar nicht, dass ein monatliches Budget in der Pflegeversicherung für Tagespflege zur Verfügung steht. Die Mitarbeiterinnen hier in Dörzbach haben mich hervorragend beraten.“ Wie Einrichtungsleiterin Meta Götz erklärt, werden die Kosten für Tagespflege abhängig vom Pflegegrad zu einem Teil von der Pflegekasse übernommen.

Quelle: Pressemitteilung der BBT-Gruppe, Mehrheitseigner des Seniorenheims; Pflegeleistungen der Pflegekassen




Senioren teilen Erinnerungen mit Schülern

Im Rahmen des Vorqualifizierungsjahrs Arbeit und Beruf (VABR) an der Karoline-Breitinger-Schule konnten die Schüler den Umgang mit alten Menschen und den Beruf des Alltagsbetreuers kennen lernen. In ihrem Fach Sozialpflege gestaltenden die aus Syrien, Afghanistan und Eritrea stammenden Schüler kurz vor Weihnachten ein Projekt mit dem DRK Hohenlohe. Ein Treffen in der Tagespflege des DRK in Gaisbach brachte die Schüler mit den Senioren erstmals zusammen. Die Angehörigen der Tagesgäste wurden gebeten, Bilder aus deren Lebensgeschichte mitzubringen. Die Schüler bereitenden daraufhin Faltbücher, auch Leporellos, genannt vor, die mit den Erinnerungen der Besucher der DRK Tagespflege gefüllt werden sollten.

 

Lebenssituationen werden erneut lebendig

 

Eine Woche später gestalteten die Senioren zusammen mit den Schülern die leeren Seiten der vorbereiteten Faltbücher. So wurden die Erinnerungen der Tagesgäste durch ihre Geschichten und die Bilder ihrer besonderen Lebensstationen erneut lebendig. Die gestalteten Faltbücher bleiben in Besitz der Tagesgäste. Sie bieten nun auch anderen die Möglichkeit sich gemeinsam mit den Senioren zu erinnern und ihre Lebensgeschichte lebendig zu halten. Dieser gelungene Austausch brachte Jung und Alt näher zusammen und weckte bei manchen das Interesse zur Ausbildung zum Alltagsbetreuer. Ganz herzlich bedankt sich die Gruppe der VABR beim DRK Kreisverband Hohenlohe, der Tagespflege Gaisbach und Christa Kokoska für die Möglichkeit der Begegnungen.

 

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises