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Wenn Hohenlohes Hänge nach Knoblauch duften

Nun geht sie wieder los, die Zeit, auf die so manche Feinschmecker und Hobbyköche jeden Winter sehnsüchtig warten: Der Bärlauch hat begonnen, seine nach Knoblauch duftenden, sattgrünen Blätter der Sonne entgegenzuschieben.

Vielfältig einsetzbar

Auch unsere Leserin Sylvia Bendel weiß dieses Lieblingskraut besonders zu schätzen: „Jedes Jahr fange ich am 26. Februar an Bärlauch zu sammeln“, schreibt sie in einer E-Mail an die Redaktion GSCHWÄTZ. Dieses Jahr hat sie bereits zwei Tage eher damit angefangen. „Die Wochen, in denen es Bärlauch gibt, muss man viel holen, dann kann man das ganze Jahr davon haben.“ Erst vor drei Wochen hat sie aus den letzten Bärlauchspätzle Käsespätzle gemacht. Der Verwandte von Zwiebel und Knoblauch ist in der Küche vielfältig einsetzbar: Man kann daraus Pesto, Butter, Dipps oder Suppe zaubern. Man kann ihn trocknen oder einfrieren, um ihn für Salat und Soßen zu verwenden – wie andere Kräuter auch.

Bärlauch-Fülle in Hohenlohe

Sylvia Bendel wohnt direkt an der Ingelfinger Klinge. Hier wächst Bärlauch in Hülle und Fülle. Rund um St. Wendel am Stein bedeckt er den ganzen Waldhang. Sie hat ihn aber auch schon im Kupfertal und im Ohrnbachtal entdeckt. „Vor dem Kochen kann ich schnell in die Klinge gehen und mir Blätter oder später Knospen und Blüten holen – einfach genial“, findet sie. Sie hat auch keine Angst davor, den Bärlauch mit wilden Tulpen oder den giftigen Maiglöckchen zu verwechseln – weil er so intensiv nach Knoblauch riecht.

Sylvia Bendel verarbeitet das Allium-Gewächs zu Spätzle und Bärlauch-Butter. In der nun frisch begonnenen Saison hat sie bereits Pesto und einen Dipp, zu dem sie Kartoffeln reicht, hergestellt. Lecker ist Bärlauch auch als Pesto zu Spaghetti oder anderen Nudeln.

Rezepte

Rezepte von Sylvia Bendel:

Für Bärlauch-Dipp je einen Becher Quark und einen Becher Schmand mit püriertem Bärlauch – Menge nach Geschmack – verrühren. Mit etwas Salz abschmecken.

Für das Pesto den pürierten Bärlauch mit Öl und Pinienkernen vermischen. Zum Schluss noch salzen. Beim Öl kann man Oliven- oder auch Sonnenblumenöl nehmen. Wenn man den Bärlauch püriert, sollte man immer schon ein bisschen Salz und Öl dazugeben, dann geht es besser. Am besten dann auch gleich die Pinienkerne dazugeben, dann sind diese ebenfalls schon zerkleinert. Das Pesto in Gläser füllen und kühl stellen. Hält sich etwa ein Jahr. Man kann dann auch schon den Parmesan dazugeben, dann ist die Haltbarkeit aber wesentlich kürzer.

Für Bärlauch-Butter 250 Gramm Butter ein bisschen weich werden lassen. Dann den pürierten Bärlauch untermischen, salzen und portionsweise einfrieren wie Kräuterbutter.

Für Bärlauch-Spätzle einen normalen Spätzleteig herstellen. Je nach Geschmack pürierten Bärlauch unterrühren und ins kochende Salzwasser schaben oder drücken.

Wenn etwas später im Frühling beim Bärlauch die ersten Knospen schießen, kann man diese auch ein bisschen salzen und in Öl einlegen. Eignet sich gut als Beilage für Salat. Man kann sie auch in der Pfanne rösten und warm oder kalt essen. Die Bärlauch-Knospen schmecken nussig. Allerdings Vorsicht: Die Blütenknospen nur verwenden, wenn noch ganz junge Triebe vorhanden sind. Wenn der Bärlauch schon blüht, sollte man die Blätter nicht mehr verwenden. Dann könnten sie giftig werden.

Der Bärlauch bedeckt ganze Hänge. Foto: Sylvia Bendel

Frisch gepflückte Bärlauchblätter. Foto: Sylvia Bendel

 

Bärlauch eignet sich für Spätzle…

… er ist geeignet für Kräuterbutter und …

… ergibt intensiv nach Knoblauch duftendes, sattgrünes Pesto. Foto: Sylvia Bendel




Wer einem da so alles über den Weg läuft…

GSCHWÄTZ-Leserin Sylvia Bendel war in der Natur unterwegs. Auf ihrem Weg hoch zur Ruine Lichteneck in Ingelfingen ging sie durch die idyllische Klingenbach-Klinge. Die Ruine einer um 1250 erbauten Burganlage thront hoch oben über Ingelfingen und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt.

„Oben bei der Ruine angekommen überquert man die Straße und geht weiter am alten Schloss vorbei wieder Richtung Wald. Nach einigen Stufen ist man ganz oben angekommen und wird mit einem schönen Ausblick über Ingelfingen und weit ins Kochertal belohnt“, so Bendel.

Unterwegs hat Sylvia Bendel die Schönheit der Umgebung rund um die Burg Lichteneck und Ingelfingen eingefangen, die sie hier mit uns teilen möchte.

Die Ruine Lichteneck hoch über Ingelfingen. Foto: Sylvia Bendel

Alte Mauern aus dem 13. Jahrhundert. Foto: Sylvia Bendel

Hier geht`s hoch: Wege rund um die Burg Lichteneck. Foto: Sylvia Bendel

Lauschiger Weg am Klingenbach entlang. Foto: Sylvia Bendel

Idylle im Wald unterhalb von Burg Lichteneck. Foto: Sylvia Bendel

Herbstgruß: Kastanien am Wegesrand. Foto: Sylvia Bendel

Von dort oben hat man einen weiten Blick ins Kochertal. Foto: Sylvia Bendel

Ausblick auf die Weinberge rund um Ingelfingen. Foto: Sylvia Bendel

Neugierige Blicke. Foto: Sylvia Bendel

Gasse in Ingelfingen. Foto: Sylvia Bendel

Grünes Herz. Foto: Sylvia Bendel

Herbstgrüße in Ingelfingen. Foto: Sylvia Bendel




Impressionen von Schloss Stetten

Unsere Leserin Sylvia Bendel – die uns Impressionen von Kocherstetten zur Verfügung stellte (https://www.gschwaetz.de/2020/09/29/impressionen-aus-kocherstetten/) – verbindet mit ihrer Kindheit und Jugend auch zahlreiche Erinnerungen an Schloss Stetten, das hoch über Kocher und Kocherstetten thront. „Ich bin als Kleinkind oft oben bei meiner Tante gewesen, dann später mit 13 beim damaligen Gastwirt, der den Burgkeller bewirtete“, schreibt sie an GSCHWÄTZ. „Dort beaufsichtigte ich immer nach der Schule deren beide Kinder.“

Hochzeit in der Schlosskapelle

Mit 15 Jahren durfte sie dort zum ersten Mal bedienen: „Damals kamen an den Wochenenden immer Busse zum Kaffee trinken und das Schloss anschauen. Herr Gebhart, der mit seiner Frau im Torwartshäuschen wohnte, hatte die Leute immer im Schloss geführt und anschließend war Einkehr im Burgkeller“.

Die Eltern von Sylvia Bendel wurden im Februar 1951 in der Schlosskapelle getraut. Ihre Mutter, die auch bei Baronin Emmi putzte, bekam von ihr das Brautkleid. Sie selbst wurde in der Kapelle getauft und auch ihre erste Ehe wurde dort oben geschlossen. „An meiner Hochzeit hat mir Baronin Elida von Stetten die Orgel gespielt“, erinnert sich die zweifache Mutter.

„Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Wie Sie sehen, ich bin sehr verbunden mit Schloss Stetten. Auch war ich total stolz, dass ich bei der Hochzeit von Baron Wolfgang von Stetten und seiner Frau Sylvia bedienen durfte. Damals war sogar ein Fernsehteam da“, blickt sie zurück. „Ja, lang ist alles her und trotzdem erinnere ich mich immer wieder gerne an die Zeit.“

„Unsere Jungmädchenkreisleiterin war Helga von Stetten, die Zwillingsschwester von Wolfgang von Stetten“, erzählt die 69-Jährige weiter. „Als Helga Staak dann wieder nach Schloss Stetten zog, hat sie anhand einer Tischdecke, die wir ihr zu ihrer Hochzeit bestickten mit unseren Namen, wieder gesucht und gefunden.“ Sie treffen sich immer noch ein- bis zweimal im Jahr – wegen Corona dieses Jahr leider nicht.

„Damit schließt sich der Kreis“

Zwischenzeitlich hat Sylvia Bendel auch bereits in Schloss Stetten Probe gewohnt: „Damit sich der Kreis schließt, möchte ich später mal dort oben alt werden, denn unseren Baum im Waldfriedhof haben wir auch schon vor Jahren gekauft“. Dann wird sie wohl auch ihr Haus in Ingelfingen verkaufen, aber das sei es ihr wert: „Da wird so viel geboten“. Bekannten, die sie auf diesen Wunsch ansprechen und meinen, dass es dort oben doch nichts geben würde, erwidert sie: „Ich brauche die Natur. Davon habe ich viel mehr, als wenn ich ins Café hocke“.

Zufahrt zu Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel

Moderne Kunst am Schloss. Foto: Sylvia Bendel

Schloss Stetten im Winterkleid. Foto: Sylvia Bendel

Verborgene Winkel. Foto: Sylvia Bendel

Wo es da wohl hingeht? Foto: Sylvia Bendel

Weiter Ausblick ins Tal. Foto: Sylvia Bendel

Alte Holztreppe. Foto: Sylvia Bendel

Die alte Schlosskapelle, in der auch Sylvia Bendel schon getraut wurde. Foto: Sylvia Bendel

Eingang zur Schlosskapelle. Foto: Sylvia Bendel

Alter Jesus-Kopf. Foto: Sylvia Bendel

Alte Gemäuer bergen viele Geheimnisse. Foto: Sylvia Bendel

Brunnen im Schlosshof. Foto: Sylvia Bendel

Sonnenuntergang über Schloss Stetten. Foto: Sylvia Bendel




Mit dem Baumtelefon mit dem Tiger und dem Bären Kontakt aufnehmen

Im Künzelsauer Stadtwald lädt ein neuer 3,5 Kilometer langer Natur-Erlebnis-Pfad Familien mit Kindern aber auch alle anderen Naturfreunde dazu ein, die Natur zu erkunden. Er wurde als Bürgerprojekt umgesetzt und vom Künzelsauer Bürgerbudget gefördert.Unsere Leserin Sylvia Bendel hat ihn ausprobiert.

Kleine und große Entdecker finden hier verschiedene Mitmachstationen: Balancieren auf Holzpflöcken, Naturmusik mit Baumtrommel und Klangstäben, Barfußpfad, Murmelbahn oder Wurfstation. Auf dem Hochsitz, mit der Lupe oder am Insektenhotel kann beobachtet und gelauscht werden, was sich so im Wald abspielt. Auf der Route sind außerdem Vogelhäuschen versteckt mit jeweils einem Stempel zum Thema Wald. Die Stempelkarte und die Auflösung gibt es vor Ort und zum Ausdrucken auf http://www.kuenzelsau.de/naturerlebnispfad.

Angekommen beim Baumtelefon fühlt man sich fast wie bei Janoschs „Der-Tiger-und-der-Bär-„-Geschichten, als seine Hauptdarsteller ein Telefon selbst gebaut haben.

Erreichbar ist der Natu-Erlebnis-Pfad über das Wohngebiet Taläcker. Direkt am Waldrand gibt es kostenlose Parkplätze. Von da aus sind es dann noch rund fünf bis zehn Minuten bis zum Startpunkt des Rundwegs. Der Besuch kann auch mit einer Fahrt mit der Künzelsauer Bergbahn kombiniert werden, die die Künzelsauer Kernstadt mit dem Wohngebiet Taläcker verbindet. Der Weg ist allerdings nicht durchgehend kinderwagentauglich. 

Am Insektenhotel können kleine Krabbler beobachtet werden. Fotos: GSCHWÄTZ

Auch der Barfußpfad bietet Anregungen.

Gelegenheit zum Balancieren.

Die Resonanzeigenschaften des Holzes am Baumtelefon erleben.

Eine weitere Mitmachstation.

Musik machen mit Klanghölzern.