„Familien die großen Pandemieverlierer“
Um 11 Uhr am Donnerstag, den 14. Januar 2021, verkündet Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Live-Video-Statement, dass die Grundschulen und Kitas nun doch nicht, wie in Aussicht gestellt, am Montag, den 18. Januar 2021 wieder öffnen (wir berichteten). Dabei sprach er von einem „wir“ und „gemeinsam mit der Kultusministerin“. Doch so gemeinsam scheint die Entscheidung dann doch nicht gefallen zu sein.
Was tun, wenn die Zahlen nicht sinken sollten?
Direkt nach Kretschmann trat Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann ans Mikrofon und distanzierte sich deutlich von dieser Entscheidung https://www.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/. Sie hätte sich gewünscht, dass eine Sonderregelung hätte gefunden werden können für die Schulen und fordert, „zügig eine Perspektive für Schüler:innen zu schaffen“, auch wenn die Coronazahlen nicht sinken sollten. Denn: Wie lange sollen die Kitas und Schulen denn geschlossen bleiben?, fragt Eisenmann. Und: Was wenn die Zahlen nicht sinken? Eine Überlastung der Familien drohe. Denn die psychischen Schäden seien laut Kinderärzten sehr groß, doe die Kultusministerin. Sie möchte in keinem Fall, dass „die Familien die großen Pandemieverlierer“ sind.
Perspekte für Familien fehle
„Ich hätte mir eine differenzierte Vorgehensweise gewünscht“. Eisenmann hat sich dafür eingesetzt, dass ab Montag, den 18, Januar 2021, trotz der Coronazahlen zumindest wieder die Kitas und die ersten und zweiten Klassen der Schulen öffnen. Sie distanziert sich damit klar von dem Kurs des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der eine Öffnung frühestens für Anfang Februar 2021 in Aussicht stellt.