Hört das denn nie auf? Erstmal nicht.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Bei der ersten Coronawelle, die sich über Deutschland im Frühjahr 2020 ergossen hat, hatten Bürger die Hoffnung, dass bis zum Sommer alles schon wieder gut sein würde. Aber so kam es bekanntlich nicht. Im Sommer gab es ein paar Lockerungsmonate, dann ging es wieder in einen Lockdown. Dann dachten viele, 2021 würde besser werden. Doch das Jahr startete noch restriktiver als 2020.
Osterhoffnung ging flöten
Dann gab es die Hoffnung auf die warmen Monate des Jahres 2021 – ähnlich wie ein Jahr zuvor, als die milderen Temperaturen zu niedrigeren Coronazahlen und damit zu Lockerungen der Maßnahmen führten. Doch erst machten diverse Länderminister die Osterhoffnung kaputt, indem sie betonten, dass die Bürger da sicherlich noch nicht in den Urlaub gehen könnten. Dann kam Kanzlerin Angela Merkel hinterher und verwies darauf, dass wir uns bereits in der dritten Welle befänden, demnach seien Coronalockerungsmaßnahmen ja wohl erstmal vom Tisch.
Merkel kündigt dritte Welle an
Mit Glück können Schüler mit dem Wechselmodell nun wieder ein paar Tage im Klassenzimmer anstatt zu Hause verbringen. Fragt sich nur, wie lange. Und nun erklärte Ursula von der Leyen in einem Interview mit der ZEIT, dass wir uns am Anfang eines pandemischen Zeitalters befänden: „Wissenschaftler sagen uns, dass wir uns wahrscheinlich schon im Zeitalter der Pandemien befinden. Das Phänomen wird uns aller Voraussicht nach dauerhaft begleiten.“
Pandemien als Folge der Klimakrise
Als Gründe hierfür sieht von der Leyen unter anderem den Klimawandel, denn: „Sieben von zehn neuen infektiösen Erkrankungen werden vom Tier auf den Menschen übertragen. In den vergangenen Jahren haben wir doch in immer rascherer Folge Epidemien erlebt: Ebola, Sars, Mers, HIV, Zika. Dahinter steht eine größere Krise: die Zerstörung der Natur, Klimawandel, Artensterben, Massentierhaltung. Der Mensch dringt immer tiefer in den natürlichen Lebensraum von Wildtierbeständen vor. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass neue Viruserkrankungen vom Tier auf den Menschen übergehen. Auch wenn der Kampf gegen diese Pandemie aktuell alles in den Schatten stellt, müssen wir uns parallel der größeren ökologischen Krise dahinter stellen.“
Während auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Forderungen nach einem zeitlich verbindlichen Plan für Lockerungen eine Absage erteilt und einen Inzidenzwert von unter 10 anstreben möchte, haben SPD-geführte Bundesländer nun einen Stufenplan veröffentlicht, den sie gerne für Deutschland umgesetzt haben möchten und bei dem der Inzidenzwert von 50, der bis vor kurzem eigentlich noch als verbindlich galt, wieder richtungsweisend für individuelle Öffnungen sein soll. Danach sollen die Maßnahmen stets an die örtlichen Inzidenzwerte angepasst werden. Das heißt, bei niedrigen Inzidenzwerten dürften sich danach etwa zehn Menschen treffen, bei Inzidenzwerten, die schlechter als 50 sind, nur ein Haushalt mit einer weiteren Person, so wie bisher auch.
Aber auch dieser Stufenplan zeigt: Erst einmal werden die Maßnahmen und Verordnungen nicht verschwinden. Zurück zur Normalität sieht anders aus.
Text: Dr. Sandra Hartmann