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Kein Nervenkitzel mehr in Amrichshausen

Recht unscheinbar sieht der Damm des neuen Regenüberlaufbeckens oberhalb von Amrichshausen aus. Wäre der Damm bereits begrünt, könnte man ihn fast für eine natürliche Erhebung halten.

Ganz anders, wenn man ihn von innen, aus dem Becken heraus, betrachtet. Dann sieht man, wie hoch die Dammkrone wirklich ist und wie stark in die bestehende Landschaft eingegriffen wurde:

Andreas Nußbaum mitten im Überlaufbecken. Foto: GSCHWÄTZ

5.000 Kubikmeter Wasser soll das neue Überlaufbecken bei Starkregen aufnehmen können und damit Amrichshausen vor einer weiteren Überschwemmung schützen. Die maximale Abflußmenge ist genau so konzipiert, dass der Engpass am Ortseingang von Amrichshausen nicht überlastet wird, erklärt Andreas Nußbaum (Geschäftsführer BIT Ingenieure).

„Viele viele Hektar“ sei das Einzugsgebiet des Beckens groß, sagt Svenja Marzano, genau sind es 56, also 0,56 Quadratkilometer.

Neues Bachbett im Überlaufbecken. Foto: GSCHWÄTZ

Nervenkitzel hat ein Ende

Gerhard Rudolph, Ortsvorsteher von Amrichshausen, ist mehr als nur zufrieden: „Endlich kein Nervenkitzel mehr. Steigts nochmal um fünf Zentimeter oder nicht?“, ist er erleichtert, denn beim Starkregen von 2016 entstanden auch in Amrichshausen erhebliche Schäden.

Amrichshausen wirkt ganz klein. Foto: GSCHWÄTZ

Auch für Belsenberg, das unterhalb von Amrichshausen liegt, bedeutet das Becken eine Erleichterung, denn die Welle des Deubachs – eines der drei Bäche, die dort zusammenfließen – wird zukünftig deutlich entschärft.

Nur eine von vielen Maßnahmen

Bürgermeister Stefan Neumann betont, dass dieses Überlaufbecken nur eine von mehreren ineinandergreifenden Maßnahmen ist, um die Bevölkerung der Kernstadt und den Teilorten zukünftig besser vor den Auswirkungen Starkregenereignissen zu schützen. Demnächst werden Maßnahmen am Künsbach folgen, um dessen Geschiebe aus der Stadt und aus der Verdolung fernzuhalten.

Noch nicht ganz fertig

Ab September soll das Becken wie geplant seinen Zweck erfüllen können. Bis dahin wird auch die Grünbedeckung der Dammkrone aufgebracht werden. Im Inneren des Beckens wird eine Feuchtwiese entstehen, die auch zur Heimat diverser Tier- und Pflanzenarten werden kann.

Text: Matthias Lauterer

 




Neues Rückhaltebecken für Hochwasser und Starkregen in Amrichshausen

Anfang Juni beginnen die Bauarbeiten für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens in Amrichshausen. Voraussichtlich im Herbst 2022 wird das neue Rückhaltebecken fertig sein und auch die parallel vorgesehene Sanierung des Beckens in Berndshausen soll dann abgeschlossen sein.

Bauzeit voraussichtlich von Juni bis zum Herbst 2022

Die Stadtverwaltung Künzelsau hat für das gesamte Stadtgebiet mit allen Stadtteilen ein Starkregenrisikomanagement (SRRM) erarbeitet und setzt nun folgende Maßnahmen aus dem Handlungskonzept des SRRM um: Das Hochwasserrückhaltebecken Amrichshausen wird östlich des Ortes direkt am Deubach gebaut. Es dient zum einen der Reduzierung der Hochwassergefahr, zum anderen der Pufferung von Oberflächenabflüssen bei Starkregenereignissen.

Eingang der Verdolung des Deubachs. Foto: GSCHWÄTZ

Außerdem wird ein Einlaufbauwerk kurz vor der Einmündung des Heideweges in die Julius-Echter-Straße gebaut. Bisher mündet der bis dahin offene Deubach in eine Verdolung. Um die Leistungsfähigkeit der Verdolung aufrecht zu erhalten, wird an dem vorhandenen Einlauf ein Raumrechen angebracht. Der Rechen wird als Stahlbauteil an den vorhandenen Einlauf gesetzt.

Auch in Berndshausen wird gebaut

Außerdem wird das Hochwasserrückhaltebecken bei Berndshausen saniert. Die Dammhöhe des äußeren Beckens wird auf einer Länge von rund 50 Meter um rund 30 Zentimeter abgesenkt. Der Freibord des inneren Beckens wird mittels einer Blocksteinreihe um bis zu 80 Zentimeter erhöht. Die Kosten für die Arbeiten betragen rund 430.000 Euro. Ausführendes Bauunternehmen ist die Firma Schwarz aus Stachenhausen. Die Baubegleitung übernimmt das Ingenieurbüro BIT Ingenieure AG aus Heilbronn. Sperrungen innerhalb der öffentlichen Zuwegungen im Bereich der Baumaßnahmen werden auf ein Minimum begrenzt. Vollsperrungen sind nur am anliegenden Feldweg beim Hochwasserrückhaltebecken Amrichshausen und an den Dammwegen des inneren und äußeren Beckens Berndshausen notwendig. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet die Anlieger der landwirtschaftlichen Flächen, Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die entstehenden Beeinträchtigungen.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau