Aus Wasser und Schlamm gerettet
Am 29. Mai 2016 führte ein außergewöhnliches Starkregenereignis zum Anschwellen des durch Niedernhall fließenden Forellenbachs und zur Überflutung weiter Teile der Innenstadt. Auch das in den Kellerräumen des Rathauses untergebrachte Stadtarchiv lief bis zur Decke mit Wasser und Schlamm voll.
Das Archiv wurde gefriergetrocknet
Bereits einen Tag nach dem Unglück wurde mit der Bergung des kulturellen Gedächtnisses der Stadt begonnen. Die Erstversorgung der verschmutzten Archivalien wurde vor Ort von den Rathausmitarbeiter:innen und weiteren Helfern durchgeführt, die das Archivgut auf dem Platz vor dem Rathaus mit dem Gartenschlauch vom gröbsten Schmutz befreiten. Im Anschluss daran wurde das gesamte Material von der Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH aus Kornwestheim abgeholt. Mit der aufwendigen Methode der Gefriertrocknung konnte weiterer Schaden am Archivgut verhindert werden. Nach einiger Zeit wurde das Niedernhaller Archivgut aufgetaut, professionell gereinigt und anschließend an die Stadt Niedernhall zurückgegeben.
Einsatz der Rathausmitarbeiter:innen rettet den Bestand
Durch den sofortigen Einsatz der Rathausmitarbeiter:innen und der Firma Schempp war es möglich, knapp 99% des Archivguts zu retten. Dieses wurde von August 2019 bis 2020 vom Archivdienstleister Andreas Volk gesichtet, mit den bestehenden Archivkatalogen abgeglichen sowie neu geordnet und verzeichnet. Sein neu erstelltes Archivfindbuch ist nun über die Webseite des Landesarchiv Baden-Württembergs unter www.la-bw.de online einsehbar und recherchierbar. Die meisten Archivalien warten bereits wieder im Rathaus Niedernhall darauf erforscht zu werden. Einige Stücke wurden allerdings durch Wasser und Schlamm dermaßen beschädigt, dass die Stadt Niedernhall aktuell die professionelle Restaurierung dieser wertvollen Quellen zur Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit der Firma Schempp plant.
Das Archiv ist offen für alle
Das Stadtarchiv Niedernhall steht allen interessierten Heimat- und Geschichtsforschern offen; seine Unterlagen können nach terminlicher Rücksprache mit der Stadtverwaltung oder dem Kreisarchiv Hohenlohekreis eingesehen werden. Nähere Informationen sind beim Kreisarchiv (Tel. 07942-941264, Email: kreisarchiv@hohenlohekreis.de) erhältlich.
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Hohenlohekreises und der Stadt Niedernhall