Gefährlicher Sprung ins Wasser
Ein Besuch im Freibad wird einem in Corona-Zeiten nicht gerade einfach gemacht. Man muss ein Zeitfenster reservieren, bis vor ein paar Wochen war sogar noch ein negativer Test nötig, sofern der Bade-Gast nicht geimpft oder genesen ist. In Künzelsau kommt erschwerend hinzu: Das Kocherfreibad ist immer noch geschlossen, ein Öffnungsdatum ist bislang nicht in Sicht. Da zieht es viele Menschen an die Seen in der Umgebung und auch in den Flüssen sind immer wieder Badende zu beobachten.
Es ist kaum zu sehen, wie tief das Wasser wirklich ist
Doch gefährlich ist, was eine Leserin vor kurzem an der Fußgängerbrücke beim Künzelsauer Freibad beobachtet hat: Jugendliche Mädchen nutzten die Brücke als Sprungbrett, sprangen von dort in den Kocher. Baden in den Flüssen ist in Baden-Württemberg zwar erlaubt. Grundsätzlich untersagt ist es aber in der unmittelbaren Nähe von Brücken oder Hafenanlagen. Außerdem: Von der Brücke aus ist kaum zu sehen, wie tief das Wasser wirklich ist. Der Sprung ins kühle Nass kann deshalb ganz böse enden.
Appell der Polizei
„Erst einmal ist jeder für sich selbst verantwortlich“, sagt ein Polizeibeamter des Polizeipostens in Künzelsau auf GSCHWÄTZ-Anfrage. „Wir können nur an alle appellieren, das sein zu lassen.“ Bislang war der Künzelsauer Polizei noch nicht bekannt, dass die Brücke als Sprungbrett dient. „Wir gehen dem erst nach, wenn es uns gemeldet wird.“
„Es ist nicht angeraten, an der Stelle zu baden“
Auch die Stadtverwaltung noch nichts von dem Treiben der Jugendlichen. „Unser Naturbecken im Kocherfreibad ist ja noch nicht offen wegen der schlechten Wasserqualität“, sagt Stadtsprecherin Elke Sturm. „Deshalb ist es eher nicht angeraten, an der Stelle zu baden.“ Rechtlich sieht sie das ganz in einer Grauzone, aber: „Das Regierungspräsidium hat betont, dass es die Hoheit über die Gewässer in Baden-Württemberg hat.“
Text: Sonja Bossert