„Zu kleine Einheiten sind für solch eine Herausforderung nicht geeignet“ – Interview mit Minister Manne Lucha
Während seiner Sommertour reist Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Die Grünen) durch die Lande. Am Mittwoch, den 05. August 2020, machte er auch Station in Künzelsau. In der Stadthalle informierte er sich, wie im Hohenlohekreis mit der Corona-Pandemie umgegangen wurde und wie sich Gesundheitsamt und Kreis auf eine mögliche zweite Welle vorbereiten.
Anschließend hatte GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus Gelegenheit, den Minister über die Reaktivierung von geschlossenen Krankenhäusern zumindest für die Zeit der Corona-Pandemie zu befragen und welche Pläne das Land in der Schublade hat, sollte eine zweite Welle kommen.
Gefragt, ob es nie Überlegungen gab, „im Rahmen der Corona-Pandemie eines oder mehrere der geschlossenen Krankenhäuser hier im Hohenlohekreis zumindest für diese Zeit zu reaktivieren“, meinte der Minister, das sei zu keinem Zeitpunkt entschieden gewesen, weil „gerade die große Chance eine größere Einheit mit größeren Intensivkapazitäten zu bespielen, wesentlich sinnvoller als kleine, dezentrale“ sei. Das sei auch die Erfahrung im ganzen Land, nämlich „dass zu kleine Einheiten für solch eine Herausforderung nicht geeignet wären“.
Hinsichtlich einer zweiten Welle empfahl Lucha, weiterhin achtsam zu sein: „Das Virus ist da, es ist unter uns und wir müssen alles dafür tun, dass es sich nicht unkontrolliert in der Gesamtbevölkerung verbreitet“. Im Fall der Fälle solle aber nicht mehr das ganze Land heruntergefahren werden, sondern „auf dieser Basis werden wir uns ausschließlich auf lokale und regionale Beschränkungen konzentrieren und alles dafür tun, dass keine größeren Schließungen großflächig nötig werden“.
Video: Dr. Felix Kribus