Die 7-Tage-Inzidenz im Hohenlohekreis liegt bei knapp 17. Haben wir Corona jetzt endlich überstanden oder ist das nur eine nächste Verschnaufpause? Kann man nach über 15 Monaten Zwangspause des öffentlichen Lebens überhaupt noch feiern? Wird es nach der Pandemie ein Leben geben wie vor der Pandemie? Fragen, die Videoreporter Felix Kribus den Gästen bei der Auftaktveranstaltung „Sommer in der Stadt“ am Donnerstag, den 10. Juni 2021, in der Lokalität Emma in Künzelsau gestellt hat. Neben kühlen Drinks inklusive Palmenkulisse und Sandkasten gab es entspannende Musik von DJ Bott auf die Ohren. Der einhellige Tenor der Gäste: „Schön, dass wieder Leben in der Stadt ist“.
„Wir freuen uns alle, wenn wir wieder feiern gehen können“
So meint Joelle vom Bodensee: „Gerade unsere Berufsschullehre hat sich verändert. Wir haben ja alles auf online umgestellt bekommen. Das war gerade am Anfang schwierig, aber irgendwann hat man sich da auch reingefunden. Wir freuen uns alle, wenn es wieder normal ist und wir wieder feiern gehen können.“
Siegfried und Adaila aus Morsbach müssen sich erst wieder ans Ausgehen gewöhnen: „Heut war’s a bissle komisch, man kann mal wieder raus. Wir müssen das Feiern wieder lernen, denn wir haben uns wirklich auch zurückgezogen. Jetzt kommt es so langsam wieder in die Gänge.“
„Das verlernt man nicht“
„Das verlernt man nicht, das Feiern. Das kann man wieder. Wenn wir alle gesund bleiben, das ist das Wichtigste“, meint Elisabeth aus Pfedelbach. Ihre Begleiterin Elisabeth aus Morsbach dagegen vermisst ihr Hobby: „Mir fehlt schon mein Tanzen. Jetzt geh ich halt viel Spazieren. Mach Kreuzworträtsel daheim.“
Für Thomas aus Heilbronn, der im Immobilienbereich tätig ist, hat sich durch Corona nicht wirklich viel verändert: „Wir haben sogar mehr Aufträge gehabt als davor und die ganze Zeit durchgearbeitet. Ich hätte eigentlich gerne mal eine Verschnaufpause gehabt, aber hatten wir nie.“
„Wir haben Corona keinesfalls übestanden“
Er glaubt auch nicht, dass die Pandemie jetzt vorbei ist, sondern dass die Inzidenzen in den nächsten Wochen wieder hochgehen: „Wir haben Corona keinesfalls überstanden. Es gehört immer noch dazu, dass die Hygienekonzepte eingehalten werden und dass die Leute gegenseitig aufeinander aufpassen. Das finde ich extrem wichtig. Masken und Abstand finde ich extrem wichtig. Wenn man hier im Außenbereich sitzt, finde ich es okay, wenn der Abstand gewahrt bleibt und ein Haushalt zusammensitzt.“
„Um wieder Spaß zu haben“
Thomas hat auch bereits die erste Impfung hinter sich: „Das war für mich ganz klar, dass ich das mache. Einmal um die Mitmenschen zu schützen. Dann um meine Frau zu schützen, die ist Hochrisikopatientin.“ Auch die meisten anderen Befragten haben den ersten, manche sogar schon den zweiten Termin, hinter sich – um sich und andere zu schützen oder, wie Elisabeth aus Pfedelbach sagt: „Und wieder Spaß haben.“ Ihre Begleiterin Elisabeth aus Morsbach war vor ihrem Impftermin abwartend: „Nachher war ich fest entschlossen, als die Hausärzte auch geimpft haben. Dann war ich sofort dabei.“
„Es ist schön, dass es so etwas gibt in Künzelsau“
DJ Bott, der an dem Abend für die musikalische Unterhaltung sorgte, freute sich in erster Linie darüber, endlich wieder auflegen zu dürfen: „Es freut mich natürlich, mal wieder in Künzelsau zu sein und hier mal wieder auflegen zu dürfen. Von daher ist es schön, dass es so etwas gibt in Künzelsau, wo wir so langsam wieder anfangen.“
„Es ging von 100 auf Null“
„Als es im März letzten Jahres losging, ging es von 100 auf Null“, erinnert sich der Musiker an die Anfänge der Pandemie. „Innerhalb einer Woche wurden mir sämtliche Veranstaltungen im Jahr 2020 gecancelt.“ Aber er sei gut durch die Krise gekommen: „Ich hatte das große Glück, dass ich immer noch vereinzelte Veranstaltungen hatte, die mich über Wasser gehalten haben.“ Andere Kollegen habe es deutlich schwerer erwischt, deshalb sei es gut, wenn es wieder losgeht.

Ist froh, dass er wieder auflegen darf: DJ Bott sorgte für die gute Stimmung. Foto: GSCHWÄTZ

Die Gäste genossen ein kleines Stück Normalität nach harten Lockdown-Wochen. Foto: GSCHWÄTZ