Am Freitag, 06. Mai 2022, konnte endlich, nach pandemiebedingter Verzögerung, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, genauer: des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, an Herbert Göker stattfinden. Die Pfarrscheune in Sindeldorf war fast zu klein, für die Menschen, die diesen Moment erleben wollten, schließlich hat Herbert Göker viele Menschen in ihrem Leben begleitet.

Viele Menschen wollten der Ehrung beiwohnen. Foto: GSCHWÄTZ
Vertreter der Sindeldorfer Vereine, der lokalen Politik, der Kreispolitik der Landespolitik, einige Unternehmer und „Banker“ und natürlich Herbert Gökers Familie waren gekommen.
Verdienste um das Gemeinwohl
„Göker engagiert sich seit vielen Jahren in herausragender Weise in den unterschiedlichsten Bereichen, in der Kommunalpolitik, im Vereinswesen, für Institutionen, für die Stärkung der Wirtschaft, für die Gemeinde Schöntal, für die gesamte Region und vor allem für das Gemeinwohl.“ – so steht es in der Einladung.
Die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich geprägt

Bürgermeister Joachim Scholz. Foto: GSCWÄTZ
Ortsbürgermeister Joachim Stolz lobte vor allem Gökers Aktivitäten in der Ortspolitik, mit „Er hat als Stellvertreter vier Bürgermeister verschlis …, nein: begleitet“ erweckt er wohl beim ein oder anderen Erinnerungen und bringt er den Raum zum Lachen. In seiner Zeit als stellvertretender Bürgermeister leitete Göker auch krankheitsbedingt eine Zeitlang die Geschicke der Gemeinde.

Besonders hebt Stolz hervor, dass Herbert Göker „junge Menschen zur Verantwortung heranführt“. Er schließt mit „Herbert Gökers Wort hat in Schöntal Gewicht“.
Engagement
Landrat Dr. Neth erklärt, dass das Bundesverdienstkreuz „die Befähigung von besonderen Menschen anerkennt“. Er geht ein wenig näher auf das Wort „Engagement“ ein, das im französischen nicht nur den Einsatz für eine bestimmte Sache bezeichnet, sondern auch die „Verpflichtung“. Im Englischen bedeutet das Wort noch mehr, nämlich „Verbindlichkeit“ oder „Verlöbnis“ – alle diese Bedeutungen passen ganz hervorragend zu Göker, meint Neth: „Der Bundespräsident hat den richtigen ausgewählt.“

Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: GSCHWÄTZ
Ein wenig detaillierter geht Neth auf Gökers gesellschaftliche Aktivitäten außerhalb der Politik ein, zuallererst nennt er die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Marigny-Saint-Marcel: „Das ist die Idee von Europa, dass wir in freundschaftlicher Hinwendung beisammen sind“, sagt Neth.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist Gökers Engagement bei den Genossenschaftsbanken, wo er seit Jahren viele Ämter bis hin zum Aufsichtsratsvorsitzenden bekleidet hat.
„Die Kreisgrenze ist nicht die Grenze seines Denkens“
Gökers Tätigkeit als Unternehmer, seine Mitwirkung in Gremien der IHK, oder seine Tätigkeit als Arbeits- und Handelsrichter runden Neths Beschreibung ab, er beschreibt das „Bild des ehrbaren Kaufmanns“.
Doch ein Haar in der Suppe
Der einzige, der ein Haar in der Suppe findet, ist Laudator Andreas Kreissl, ein Unternehmerkollege Gökers. Er bedauert, dass Göker sein Unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis nach Hohenlohe verlegt hat.

Andreas Kreissl. Foto: GSCHWÄTZ
Mit „vor das Ehrenamt hat der liebe Gott die Arbeit gesetzt“ weist Kreissl darauf hin, dass die ehrenamtliche Betätigung voraussetzt, dass man erstmal sich und seine Familie ernähren kann. Das Ehrenamt selber erfordere „viele, viele Stunden, die nicht für Familie und Freund zur Verfügung stehen“ sagt er und ergänzt: „Ich bin sehr stolz auf Dich, dass Du Dir diese Zeit herausschneidest“. Er selber habe oft darüber nachgedacht, wie Göker das hinbekomme – er schaffe das nicht.
Die Familie ist wichtig

Sichtlich bewegt präsentiert Herbert Gäker die Verleihungsurkunde. Foto: GSCHWÄTZ
Alle Laudatoren sind sich einig, dass das umfassende Engagement nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht die Familie Abstriche gemacht und Göker diesen Freiraum gegeben hätte.

Gökers Frau Irene, Landrath Dr. Neth, Herbert Göker und Bürgermeister Joachim Scholz. Foto: GSCHWÄTZ
„Ich lass das Lob jetzt mal stehen, ich nehm das so hin“
„Ich lass das Lob jetzt mal stehen, ich nehm das so hin“, beginnt Göker seine Dankesrede, und geht sofort auf seine Familie ein: „Der größte Dank geht an meine Frau, die von Anfang an gar nichts anderes kannte“. Und seine Töchter seien oft von seiner Frau ins Bett gebracht worden, weil der Vater unterwegs war. Dass er sich mehr um seine bisher drei Enkel kümmern möchte und sich daher ganz langsam zurückziehen wolle, will mancher im Saal nicht glauben.
Sentimentaler Rückblick
Ein wenig sentimental wird er schon, wenn er auf sein bisheriges Leben zurückblickt: „Ich bin als jüngster Gemeinderat stellvertretender Bürgermeister geworden und heute bin ich der älteste Gemeinderat“. Oder auch: „Wenn ich von alten Kollegen rede, die sind alle 10 – 25 Jahre hinter mir, die können noch viele Jahre was tun“.

Er läßt seine vielen Aktivitäten Revue passieren.
„Ich bin ein Genossenschaftler“, begründet er seine Tätigkeiten in der lokalen Raiffeisenbank, in der er inzwischen seit 20 Jahren dem Aufsichtsrat vorsitzt. In seiner Firma, der Dürr Kunststofftechnik in Oberkessach, sei für September ein Fest zum 25-jährigen Jubiläum geplant.
Noch länger, nämlich seit 26 Jahren bekleidet er das Amt als Arbeitsrichter und seit 17 Jahren ist er auch Handelsrichter.
Besonders wichtig ist ihm das örtliche Vereinsleben: Er hebt die Partnerschaft mit Marigny hervor, den Gesangverein, wo er Ehrenmitglied ist und noch immer „wenn ich Zeit habe“ im ersten Baß singt, oder den Dorf- und Kulturverein.
Nachdem Landrat Dr.Neth die Feierlichkeit mit einem Göker-Zitat „Wenn ich in der Politik was zu sagen hätte, gäbs kein Bier mehr, sondern nur noch Wein“ beendet hatte, stehen die Besucher noch lange draußen beisammen.
Musikschule Künzelsau sorgt für musikalische Untermalung
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen der Musikschule Künzelsau Lilly Hatton (Querflöte) und Nala Türkoglu (Gesang), die von Susanne Koch begleitet wurden.
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Lilly Hatton, Querflöte. Foto: GSCHWÄTZ
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Nala Türkoglu, Gesang. Foto: GSCHWÄTZ
Text: Matthias Lauterer