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Am 28. Oktober 2021: Simon-Judä-Krämermarkt in Künzelsau

Knapp hundert Markthändler haben sich zum Simon-Judä-Krämermarkt am Donnerstag, 28. Oktober 2021 in Künzelsau angemeldet. Bei dem traditionellen Markt bieten die Marktbeschicker von 8.30 bis 18.00 Uhr ihr buntes Warensortiment an. Das reicht von Gewürzen über Haushaltswaren bis hin zu warmen Mützen, Schals und Pullovern. Gebrannte Mandeln, Magenbrot und die obligatorische Marktwurst werden selbstverständlich auch wieder zu haben sein. Ohne diese typischen Markt-Köstlichkeiten findet in Künzelsau kein Krämermarkt statt.

Keine Genießermeile

Die Genießermeile am Unteren Markt entfällt allerdings. Auch in den Läden in der Künzelsauer Innenstadt sind spezielle Marktangebote zu ergattern. Die Einzelhändler haben ganzjährig ein
sehr gutes Warenangebot und können die Kundinnen und Kunden mit ihren Teams kompetent beraten.

Händler freuen sich bereits

„Wir Händler freuen uns sehr auf den Simon-Judä-Markt. Der Markt ist eine tolle Veranstaltung in der Künzelsauer Innenstadt, die immer sehr gut angenommen wird. Unsere Geschäfte sind schön gerichtet
und herbstlich dekoriert. Wir haben tolle Produkte und attraktive Angebote und unsere Mitarbeiter stehen bereit. Wir freuen uns“, sagt Matthias Uebele, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Künzelsau.

Verkehrsregelungen, NVH und City-Bus

Die Hauptstraße ist am Donnerstag, 28. Oktober 2021 wegen des Simon-Judä-Krämermarktes gesperrt, außerdem die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße. In der Stuttgarter Straße ist die Zufahrt zur Rathaustiefgarage frei. Auch die Komburgstraße ist für Anlieger aus Richtung Morsbach befahrbar. In der Stettenstraße und in der Keltergasse besteht absolutes Halteverbot. Die Stadtverwaltung bittet dringend darum, dieses einzuhalten, damit der Durchgangsverkehr nicht behindert wird. Die Bushaltestelle „Bären“ wird in die Austraße verlegt.

Alle Informationen gibt es auf der städtischen Homepage unter www.kuenzelsau.de und auf der Facebook-Seite „Künzelsau – meine Stadt“

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




„Wir sind seit März stillgelegt“

Marktbeschickerin Tanja Fankhauser aus Fichtenau hat auf dem Künzelsauer Simon-Judä-Markt Stoffmasken in allen möglichen Variationen angeboten. Eigentlich verkauft sie Wärmekissen aus eigener Produktion. „Ich hätte mir niemals denken lassen, dass ich sowas überhaupt produziere“, sagte sie im Gespräch mit GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus. „Aber die Not hat uns erfinderisch gemacht.“ In Corona-Zeiten bräuchten die Menschen Masken und so sei man über Nacht in die Produktion eingestiegen.

„Dann sind Sie arbeitslos“

Doch nicht nur bei neuen Produkten, sondern auch auf die Existenzgrundlage der Marktbeschickerin und ihrer Kollegen hat die Pandemie großen Einfluss. „Wir sind seit März – eigentlich seit dem ersten Lockdown – stillgelegt und haben keine Einkünfte“, beklagte sie. „Wir leben für die Menschen, wir kommen und bringen Freude, bringen Waren, die bekommen Sie im normalen Handel nicht. Und wenn Ihnen von heute auf morgen die Arbeit genommen wird und Sie bekommen nur Verbote, dann sind Sie arbeitslos.“ Dennoch habe sie lediglich die erste Soforthilfe beantragt.

„Wir kämpfen dafür“

Zur angespannten wirtschaftlichen Situation kommen noch die psychischen und emotionalen Belastungen dazu. Sie sei für den Markthandel geboren und auch so aufgewachsen, wie auch ihre Eltern schon. Deshalb empfinde sie die Beschränkungen als „einen sehr großen Einschnitt in unsere Menschenwürde.“ Doch sie macht sich auch Mut: „Wir sind selbstständige Marktkaufleute und wir kämpfen dafür.“ Von der Politik fühlt sich Tanja Fankhauser nicht gerecht behandelt: „Die Gleichbehandlung ist nicht korrekt dargestellt in Bezug auf unsere Verkaufsstrategie, die wir eigentlich führen. In ein großes Kaufhaus dürfen 3.000 Menschen rein. Und hier – Sie sehen diese Situation – hier geht der eine oder andere über den Markt und es ist hier kein Gedränge. Es ist doch alles möglich.“ Dennoch möchte sie der Stadtverwaltung sowie der Marktleitung, Bürgermeister und Stadträte „ein großes Dankeschön“ aussprechen: „Im Moment liegt es in der Hand von diesen Menschen, ob wir kommen dürfen oder nicht. Das ist kommunal geregelt.“

„Das tut uns jetzt sehr gut“

Die Kunden würden sich freuen, dass die Markthändler kommen, hat Tanja Fankhauser erfahren. „Man kauft seine bestimmten Dinge auf dem Krämermarkt und das sind zuverlässige Kunden und die erwarten uns Händler dann“, sagte sie. „Das ist wichtig für uns und das tut uns jetzt im Moment auch für die Seele sehr gut, dass unsere Kundschaft hinter uns steht. Wir werden gebraucht.“ Außerdem sei so ein Markt wie ein „Kaufhaus unter freiem Himmel“ und im Verbund mit den Hygienekonzepten sei da die Corona-Gefahr eher gering.

„Da fällt einem ja nichts ab“

Marktbesucherin Sabine ist eigens für den Simon-Judä-Markt aus Neuenstein nach Künzelsau gekommen. „Da komme ich schon jahrelang her. Das ist irgendwie Pflicht“, sagte sie. Sie war auf der Suche nach neuen Masken, denn die „muss immer passend zum Outfit sein“. Sie rechne damit, dass die Menschen mit Corona werden leben müssen. Deshalb finde sie auch die Maskenpflicht gut: „Man soll sich selber schützen und die anderen auch. Da fällt einem ja nichts ab, wenn man das Ding aufsetzt. Ich finde es unverantwortlich, wenn es die Leute nicht machen.“

Video: Dr. Felix Kribus

Kundin Sabine findet, dass „einem nichts abfällt“, wenn man eine Maske trägt. Foto: GSCHWÄTZ

 

Masken in allen Variationen gab es an Tanja Fankhausers Stand auf dem Künzelsauer Simon-Judä-Markt. Foto: GSCHWÄTZ




„Wir bereiten uns jetzt mit Gebäck und Brot vor“

Wird der Simon-Judä-Markt die letzte große Veranstaltung in diesem Jahr für Künzelsau gewesen sein? Die Kreisstadt des Hohenlohekreises hat im Gegensatz zu anderen Städten und Gemeinden, den Krämermarkt am 28. Oktober 2020 veranstaltet, trotz des anstehenden Teil-Lockdowns am Montag, den 02. November 2020 – aber mit strengeren Abstandsregeln zwischen den Ständen und Maskenpflicht auf der Hauptstraße. GSCHWÄTZ-Video-Reporter Dr. Felix Kribus hat mit Marktbeschickern gesprochen, die um ihre Existenz bangen und mit Besuchern, die versuchen, vernünftig und gelassen der neuen Coronawelt zu begegnen – mit Maske selbstverständlich.

„Heute so morgen so, da hängt man völlig in der Luft“

„Es ist ja alles eingeschränkt, wir können nicht mehr so oft auf Märkte, weil die Märkte alle abgesagt werden. Heute so morgen so, da hängt man völlig in der Luft. Bereiten wir uns jetzt mit Gebäck und Brot vor und dann wird es kurzfristig abgesagt, das ist ein Verlustgeschäft für uns.“ So klagt Gunda Horn, Markthändlerin aus Creglingen und Dauergast auf den Märkten der Region. Sie ist als Direktvermarkterin darauf angewiesen, zu ihren Kunden zu kommen, da sie sie sonst nicht erreicht. „Hier in Künzelsau haben wir nette Kundschaft, da freuen wir uns immer, wenn wir sie sehen.“

„Es gibt einen, der bestimmt. Und in dessen Hand sind wir alle“

Ihre Kunden schätzen die Qualität und wissen gerne, wo die Ware herkommt, dann kaufen sie auch gerne, gerade zu Coronazeiten: „Wo das Produkt herkommt, wo es hergestellt worden ist, wie es hergestellt wird und durch wie viele Instanzen es durchgeht. Wir sind Direktvermarkter, also direkt vom Erzeuger zum Kunden“, sagt sie. Ob sie sich für die Zukunft etwas wünscht, einen Impfstoff etwa? „Ja, wünschen kann man sich viel, aber es gibt einen, der bestimmt. Und in dessen Hand sind wir alle.“

„Der Abstand ist es eigentlich und der nötige Verstand“

Die Marktbesucher sind diszipliniert und tragen Maske. Tanja aus Künzelsau meint: „Ich weiß, dass Viren durch die Masken durchkommen, aber wenn man mal richtig kräftig husten oder niesen würde oder eine sehr feuchte Aussprache hätte, ich denke da schützen die Masken schon.  Aber der Abstand ist es eigentlich und der nötige Verstand.“

Julia aus Künzelsau fühlt sich durch die Maske nicht sehr beeinträchtigt: „Deshalb finde ich es auch richtig so, dass die Maßnahmen getroffen werden. Die Sicherheit geht ja immer noch vor und es sind ja viele Menschen auf dem Markt. Von daher finde ich es schon gerechtfertigt.“

„Ja, was sag ich zu dem?“

Was würde Rosemarie aus Künzelsau einem Maskengegner sagen, der behaupten würde, dass Masken zu allen möglichen Atemwegserkrankungen führe und gar nicht vor Corona schütze? „Ja was sag ich zu dem? Das glaub ich nicht ganz, das schützt schon gegen die Viren.“ Auch Tanja hält den Virus für existent: „Diese Vorurteile hab ich nicht.“

„In meiner Welt existiert das Virus auf jeden Fall, von daher finde ich es sehr albern, das zu leugnen.“

Auch Julia ist überzeugt: „In meiner Welt existiert das Virus auf jeden Fall, von daher finde ich es sehr albern, das zu leugnen. Die Fakten sprechen ja auf jeden Fall dagegen.“ Sie ist zum ersten Mal auf dem Simon-Judä-Markt, hat demnach keinen Vergleich zu früher. „Mich stört das mit der Maske nicht. Ich finde es trotzdem schön, dass man die Möglichkeit hat, den Markt zu machen.“

Raus aus dem Gedränge

Tanja hält sich aus dem gröbsten Gedränge heraus: „Ich gehe immer so an der Seite, damit ich ohne Maske laufen kann.“ Ein richtiger Stammkunde ist sie nicht, aber „Ich gehe da vorbei, denn ich suche das Bunzlauer Porzellan.“

Rosemarie fühlt sich sicher, auch wenn sie Vorsicht walten lässt: „Ich pass schon ein bissle auf und halte Abstand. Ich trage halt die Maske und schau zu, dass die anderen auch eine tragen.“

„Es ist schwierig, weil man halt selber nicht genau weiß, was man noch glauben soll“

Weniger sicher ist sich Sabrina aus Gaisbach: „Es ist schwierig, weil man halt selber nicht genau weiß, was man noch glauben soll. Die einen sagen so, dann wird wieder die Wirtschaft zugemacht, es ist wirklich sehr schwierig.“ Ist Corona für sie eine reale Bedrohung oder eher eine Verschwörung? „Irgendwo dazwischen, ich weiß jetzt nicht genau, was ich glauben soll. Die goldene Mitte.“

„So kann das nicht weitergehen“

Sehr wenige Besucher und Kunden sind gekommen, findet Melanie Melber-Scholz, Markthändlerin aus Abtsgmünd: „Der Umsatz ist eigentlich okay für die Besucher, die heute da waren …“ Sie wünscht sich die alten Zeiten wieder zurück: „Das wollen und wünschen wir uns eigentlich alle. Es ist ein Wunsch, die Realität ist schwierig. Man rechnet ja mit 2 Jahren und das ist nicht real für uns. So kann das nicht weitergehen.“ Existenzprobleme sieht sie auf sich zukommen, aber sie hängt auch an ihrem Beruf: „Ganz aufhören will man es eigentlich nicht“.

„Wir dürfen nicht arbeiten. Unsere Lebensgrundlage ist weg“

Ganze sieben Tischdecken hat Mehmet, ein Markthändler aus Balingen, bisher verkauft. „Zu wenig“, etwa 30 müsste er verkaufen, um mit Gewinn nach Hause zu fahren, sagt er: „Spritgeld, Standgeld, die Ware ist nicht bezahlt und mein Lohn ist auch nicht bezahlt“. Sehr negativ habe Corona seine Existenz als Marktbeschicker beeinflusst: „Die Wirkung ist schon da. Sie sehen es ja: Die Zahl der Besucher ist nicht so wie üblich, es sind eher weniger Leute und wirkt sich dann halt aus.“

„Ich weiß nicht, wie ich meine Existenz führen kann“

„Wir dürfen nicht arbeiten“, meint er: „Die Märkte sind alle abgesagt, die Städte verbieten, dass größere Veranstaltung stattfinden. Unsere Lebensgrundlage ist weg.“ Und was machen Sie jetzt? „Ich weiß nicht. Ich hab noch ein paar Groschen auf der hohen Kante gehabt, die sind fast zur Neige. Ich weiß nicht, wie ich meine Existenz führen kann.“

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Video: Dr. Felix Kribus

Transkript: Matthias Lauterer

Marktbeschicker bangen um ihre Existenz. Foto: GSCHWÄTZ

 




Krämermarkt in Künzelsau in Coronaversion

Der traditionelle Simon-Judä-Krämermarkt findet am Mittwoch, 28. Oktober 2020 statt – aber mit weniger Marktständen. Die Stadtverwaltung Künzelsau wird die Marktbuden mit mehr Abstand in der Hauptstraße positionieren, damit die Abstandsregeln von den Besuchern gut eingehalten werden können. Außerdem gilt auf dem gesamten Marktgelände Maskenpflicht. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Maskenpflicht in der Hauptstraße

Die Stadtverwaltung lädt die Besucher überdies ein, auch in den Einzelhandelsgeschäften, die es um das Marktgeschehen herum gibt, zu stöbern und damit die Einzelhändler vor Ort zu unterstützen: „Ein gutes Warenangebot und eine kompetente Beratung präsentieren zusätzlich und ganzjährig die Künzelsauer Einzelhändler. Im einen oder anderen Laden sind spezielle Marktangebote zu ergattern.“

Von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr bieten die Marktbeschicker des Krämermarktes ihr buntes Warensortiment an. Die Genießermeile am Unteren Markt entfällt.
Die Hauptstraße ist am 28. Oktober 2020 wegen des Simon-Judä-Krämermarktes gesperrt, außerdem die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße.

Simon-Judä-Krämermarkt in früheren Jahren ohne Maskenpflicht. Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Diesmal in abgespeckter Form: Simon-Judä-Krämermarkt. Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau




Künzelsau: Genuss mit Tradition

Unter dem Motto „Genuss mit Tradition“ findet am Montag, den 28. Oktober 2019, der Simon-Judä-Krämermarkt in Künzelsau statt. Vor allem das Angebot am Unteren Markt orientiert sich an dem Slogan – dort, wo dienstags und freitags der Wochenmarkt stattfindet, präsentiert sich eine kleine Genießermeile. Auf der Bühne spielt die Band „Steel, Wine & Honey” das erste Mal in Künzelsau und lädt ab 16 Uhr zum geselligen Beisammensein ein. Kulinarisch gibt es eine Auswahl an Pizza, Burger, Currywurst bis hin zu Waffeln und Crêpes.

In dem einen oder anderen Laden präsentieren die Künzelsauer Einzelhändler spezielle Marktangebote. Von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr verwandelt sich die Hauptstraße in einen Bazar, zwischen dessen Marktständen sich die Besucher nach Haushaltsmitteln, Gewürzen und vielem mehr umschauen können. Um 20 Uhr klingt der Abend aus.

Die Hauptstraße ist wegen des Simon-Judä-Krämermarktes gesperrt, außerdem die Stuttgarter Straße ab der Alleekreuzung und die Komburgstraße. In der Stuttgarter Straße ist die Zufahrt zur Rathaus-Tiefgarage frei. Auch die Komburgstraße ist für Anlieger aus Richtung Morsbach befahrbar. In der Stettenstraße und in der Keltergasse besteht absolutes Halteverbot. Die Bushaltestelle „Bären“ wird in die Austraße verlegt.

Bis 20 Uhr können die Besucher durch die Budengassen bummeln. Foto: Olivier Schniepp