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Lila Logistik kauft Sigloch in Blaufelden auf

Wie Eurotransport am Freitag, den 28. Oktober 2022, berichtet, übernimmt das Unternehmen Müller – die lila Logistik aus dem baden-württembergischen Besigheim das Unternehmen Sigloch mit dem Firmensitz in Blaufelden. Der Kauf beinhaltet auch die Betriebsimmobilie in Blaufelden samt Logistikanlage sowie Sigloch Distribution mit Sitz in Horšovský Týn (Tschechien), ebenfalls einschließlich der dortigen Betriebsimmobilie.

Über Bankdarlehen abgesichert

Rund 43 Millionen Euro hat sich Müller – Die lila Logistik die Übernahme der Sigloch-Gruppe kosten lassen. Hinzu kommen laut Unternehmensangaben betriebliche Investitionen in Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen bei der Sigloch-Gruppe in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Die Gesamtsumme von 50 Millionen Euro hat Müller – Die lila Logistik dabei über Bankdarlehen abgesichert. Die Millionen-Investition soll sich dennoch rechnen. Die Sigloch-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2021 mit rund 700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund EUR 66 Millionen. Ein Wert der, so ist zu vermuten, sicherlich ausbaufähig ist.

Sigloch: Umsatz von 66 Millionen Euro im Jahr 2021

Auf der Haben-Seite stehen beiden akquirierten Logistik-Service-Center in Blaufelden mit 85.000 Quadratmetern und rund 30.000 Quadratmetern Erweiterungsmöglichkeiten der Logistikhallen sowie im teschechischen Horšovský Týn eine Halle mit 17.000 Quadratmetern und rund 12.000 Quadratmetern an möglicher Erweiterung.

Die Vollkonsolidierung der Gesellschaften der Sigloch-Gruppe und der Betriebsimmobilie in die Konzernrechnungslegung der Müller – Die lila Logistik erfolgt rückwirkend zum 1. Juli 2022. Das Management erwartet für den Gesamt-Konzern einen Umsatz in Höhe von rund 198 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2022. Das Betriebsergebnis (Ebit) veranschlagt die Unternehmensführung zwischen 3,5 und 4,5 Millionen Euro – vorbehaltlich weiterer Ergebnisbelastungen „aus einem Projektanlauf“, der aber von Müller – Die lila Logistik nicht weiter spezifiziert wird.

Sigloch

Sigloch hat sich vom klassischen Buchbindergeschäft digital weiterentwickelt und bietet heute unter anderem Verlagsservice für Kleinverlage an, print on demand, e-publishing und Auftragsmanagement für Dritte. Die Sigloch-Gruppe gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Logistikdienstleistern in der Buch- und Medienbranche in Deutschland. Weitere Schwerpunkte hat das Unternehmen in den Bereichen E-Commerce und Industrie in Deutschland und Tschechien. Dabei bietet die Sigloch-Gruppe alles rund ums Auftragsmanagement, Lagerung, Pick & Pack bis hin zur Retourenlogistik an.

Die Familie Sigloch war zuletzt in den regionalen Schlagzeilen wegen eines umstrittenen Bauprojekts von mehreren Wohnungen am Künzelsauer Südhang (wir berichteten).

Wer steckt hinter Müller – lila Logistik?

Die Müller – Die lila Logistik SE ist ein deutscher Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Besigheim-Ottmarsheim und 21 Standorten in Deutschland und Polen. 80 % der rund 1.500 Mitarbeiter sind in Deutschland, 20 % der Mitarbeiter sind in Polen tätig. 2018 konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben einen Umsatz von 136 Mio. Euro erwirtschaften.

 

 




„Schluchtenartige Zugangswege zum Hauseingang“

Mit seinem Dank für die Möglichkeit einer „finalen Präsentation“ eröffnete Architekt Erich Kalis am Freitag, 28. Januar 2022, mit einem klaren Statement seine erneute Darstellung des Bauprojekts auf dem sogenannten „Sigloch-Areal“ zwischen Langenburger Straße und Kapellenweg vor dem Gestaltungsbeirat der Stadt Künzelsau. GSCHWÄTZ berichtete darüber, dass auf diesem Gelände fünf Häuser in einem steilen Hang errichtet werden sollen und damit eine stadtnahe Baulücke mit hochwertigen  Wohnungen gefüllt werden soll. Nach mehreren Anläufen in Gestaltungsbeirat und Gemeinderat ist das Projekt noch immer nicht entscheidungsreif.

Projekt noch immer nicht entscheidungsreif

Und auch an der aktuellen Präsentation durch Erich Kalis hatten die Mitglieder des Gestaltungsbeirats einiges auszusetzen. Zwar fand Mathias Hähnig durchaus wohlwollende Worte für das Projekt, so sei die Körnung eine „durchaus mit der Hangsituation verträgliche Besetzung“ und auch die Planungen mit je 2 Vollgeschossen und einem Penthouse „können wir mittragen“.

Hausaufgaben nicht gemacht

Aber er bemängelte auch – zwar mit freundlichen Worten, aber deutlich – , dass Kalis seine Hausaufgaben nicht gemacht habe: Er habe sich „nicht ausreichend mit der Hangsituation auseinandergesetzt“. Die Planung im aktuellen Stand ergebe zu steile Hänge, die mit zu vielen Stützmauern abgesichert werden müßten, schluchtenartige Zugangswege zum Hauseingang seien die Folge. Bereits in der letzten Sitzung war Kalis aufgefordert worden, für die tief im Hang stehende untere Gebäudereihe einen Zugang im 1. Obergeschoss statt im Erdgesch0ß zu prüfen – davon war in Kalis‘ Präsentation nichts zu sehen. Außerdem fehle ein landschaftsplanerisches Konzept. Prof. Christina Simon-Philipp, die Vorsitzende des Beirats machte deutlich: „Der Hang soll „nicht als Böschung sondern als Garten im Hang betrachtet werden. Dieser Prüfauftrag besteht weiterhin.“

Unbefriedigende Verkehrssituation

Die zusätzliche Verkehrsbelastung für die Langenburger Straße sei unbedeutend, befand der anwesende Verkehrsgutachter Dr. Jürgen Karajan. Streitpunkt war aber erneut die Zufahrt über den Kapellenweg, zu eng empfinden die Anwohner die Straße, um weiteren Verkehr zuzulassen. Karajan erläuterte in einem kurzen Gutachten die Verkehrssituation: Eine „Straße“ liege an dieser Stelle nicht vor, der Kapellenweg sei als „Wohnweg“ zu qualifizieren, so Karajan. Die Breite der Straße schwanke zwischen 3m und rund 4,7m, nur im oberen Teil des Wegs, also hinter der geplanten Einfahrt zur Tiefgarage, sei überhaupt ein Begegnungsverkehr von Kraftfahrzeugen möglich. Selbst ein Begegnungsverkehr mit KfZ und Fahrrad ist auf einem großen Teil der Straße nicht möglich, weswegen Karajan die Einordnung als „Spielstraße“ anregte. Folge wäre automatisch die Beschränkung der Geschwindigkeit auf Schritttempo sowie ein absolutes Halteverbot außer auf eingezeichneten Stellplätzen.

Absurder Streit um die Breite der Straße an den Engstellen

Regelrecht absurd wurde es allerdings, als über die Breite der Straße an den Engstellen gestritten wurde. Erhard Demuth verwies darauf, dass die Straße sogar unter 3m breit sei – und damit genaugenommen nicht einmal für die Feuerwehr zugänglich. Bürgermeister Stefan Neumann, selbst Feuerwehrmann, wollte dieses Argument schnell vom Tisch wischen: „Die Feuerwehr fährt da.“ Und auch Kalis zitierte ein aktuelles Aufmaß, das durchgehend eine Straßenbreite von mehr als 3m nachweist. Beide mussten sich allerdings von Christine Tritschler, der Stadtplanerin, die die Stadt Künzelsau in vielen Projekten begleitet, eines Besseren belehren lassen: Sie verwies darauf, dass die asphaltierte Straße teilweise über Privatgrundstücke verläuft, über die man in der Planung nicht verfügen könne. Weder der Stadt Künzelsau noch dem Künzelsauer Architekten Kalis und damit auch dem von ihm beauftragten Gutachter war dies wohl bewußt. Den Anwohnern allerdings schon: Sie hatten dieses Argument bereits früher vorgebracht.

Text: Matthias Lauterer




„Graben zwischen den Gebäuden“, der „enorme Stützmauern“ nötig mache

Nachdem die Präsentation des Bauvorhabens auf dem SIGLOCH-Gelände (GSCHWÄTZ berichtete) zwischen Langenburger Straße und Kapellenweg zu großer Mißbilligung bei den Anwohnern und im Gemeinderat geführt hatte, war das Vorhaben erneut Thema im öffentlichen Teil der Sitzung des Gestaltungsbeirat der Stadt Künzelsau vom 1. Oktober 2010.

Lageplan der geplanten Häuser auf dem Sigloch-Areal. Stand 1.10.2021. Quelle: Sitzungsunterlage

Viele Anwohner waren erschienen, um sich über den aktuellen Stand des Projekts zu erkundigen, und sie erfuhren auch die eine oder andere neue Information. Erich Kalis, der das Projekt plant, konnte mitteilen, dass einige Wünsche, die Stadt und Anwohner geäußert hatten, inzwischen erfüllt sind:

  • Das nordwestliche Haus A wurde um ein Stockwerk reduziert
  • Das nordöstliche Haus B wurde um etwa 3m nach Norden verschoben – damit ergibt sich mehr Raum zwischen Haus B und dem Haus D.
  • Die Planung wurde um einen Spiel- und Begegnungsplatz ergänzt.
  • Die Dächer sollen jetzt begrünt werden, die Solaranlage ist über der Tiefgarage geplant.

Nicht alle Beanstandungen seitens der Planer erfüllt

Andere Punkte, die die Stadt gefordert hatte, wurden noch nicht erfüllt. Insbesondere die Themen Topographie und Freiraumplanung sowie Erschließung über den Kapellenweg boten Zündstoff.

Prof. Kai Haag stellte fest, dass man jetzt 16 m Abstand zwischen Haus A und Haus C habe, bei einem „enormen Höhenunterschied zwischen den Eingangsbereichen“. Er sprach von einem „Graben zwischen den Gebäuden“, der „enorme Stützmauern“ nötig machen würde.

Dieser Schnitt zeigt die Höhenunterscheide deutlich. Quelle: Sitzungsunterlagen

Außerdem sei der Kinderspielplatz ausgerechnet an der engsten Stelle mitten im relativ steilen Hang geplant. Auch das Wort „abenteuerlich“ fiel – und es war nicht als positive Beschreibung des Spielplatzes gemeint, sondern betraf die steilen Hänge.

„Die Bauherrschaft“ will es so.

Erich Kalis verwies auf „die Bauherrschaft“, die den Spielplatz an dieser Stelle haben wolle.

„Sicherheit, Begehbarkeit und Nutzbarkeit“ nicht nachgewiesen

Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, die Vorsitzende des Gestaltungsbeirats, faßt zusammen, dass die Prinzipen „Sicherheit, Begehbarkeit und Nutzbarkeit“ nicht nachgewiesen seien und extreme Sicherungsmaßnahmen zu erbringen seien. Außerdem moniert sie, dass trotz mehrfacher Bitte noch immer kein Landschaftsarchitekt hinzugezogen worden sei. Dem konnte Kalis entgegnen, dass ein Münchener Büro bereits beratend tätig sei und im Zuge der Baugesuchsplanung eine weiterführende Beauftragung geplant sei.

Knackpunkt ist die Erschließung über den Kapellenweg

Auch bezüglich der Erschließung über den Kapellenweg erweisen sich räumliche Enge und der steile Hang als problematisch. Fraglich ist, ob der schmale Kapellenweg den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann. Selbst der von Kalis beauftragte Verkehrsgutachter ist der Meinung, dass der Kapellenweg verbreitert werden müßte – was allerdings, wie auch Kalis feststellt, nicht möglich ist, da dort bewohnte Grundstücke sind, die nicht in städtischem Eigentum sind. Eine Wendemöglichkiet für ein Müllauto müsse man aber nicht einplanen, meint Kalis, denn „das Müllauto fährt eh rückwärts“, wie auch in der Heinrich-Schüle-Straße.

Müllautos dürfen eigentlich gar nicht rückwärts fahren

Allerdings ist das laut Arbeitsschutzbestimmungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung  (DGUV) gar nicht oder nur in Ausnahmefällen erlaubt. Dirk Füting, Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft der DGUV erklärt: „Wir appellieren daher insbesondere an die Stadtplaner, die Bedürfnisse der Entsorger zu berücksichtigen, wenn sie die Verkehrswege planen.“  Möglicherweise besteht bei einem derart großen Bauvorhaben sogar die Pflicht der Stadtplaner, dahingehend einzugreifen.

„Halb so wild“

Johannes Rückgauer (UBK) spricht davon, dass die Wegbreite doch schon lange ein Thema sei und stellt die Fragen „Wie kann man Gefahrensituationen vermeiden?“ und „Gibt es andere Möglichkeiten der Entspannung?“ Kalis ist der Meinung, dass es ja um nur 2 zusätzliche Wohnungen gehe und das wohl „halb so wild“ sei.

Deutliche Worte

Christina Simon-Philipp wird daraufhin deutlich: „So kommen wir nicht weiter. Der Gutachter sagt, der Weg muß verbreitert werden. Damit muß man sich auseinandersetzen, das ist Tatsache.“

Bisher Situation durch Rücksichtnahme gelöst

Erhard Demuth (SPD/GRÜNE) weiß, dass die Situation im Kapellenweg bisher durch gegenseitige nachbarschaftliche Rücksichtnahme geprägt war, man sei über die Einfahrten der Privatgrundstücke ausgewichen. Anwohner hätten ihm aber mitgeteilt, dass sie planten, ihre Einfahrten gegen derartige Nutzung zu sichern. Eine Ampelanlage hält Demuth aufgrund der Verkehrssituation im Bereich der Ampelkreuzung am Kreuzungsbereich Langenburger Straße / Zollstock / Kapellenweg für nicht machbar. Kalis geht nochmals darauf ein, dass für Fußgänger Ausweichzonen vorhanden seien, beim Begegnungsverkehr von PKWs wird er wortkarg. Als sich auch die Bevollmächtigte der Bauherrin mit „Der Weg ist ja nicht unmöglich zu befahren“ zu Wort meldet, schließt Simon-Phillipp die Diskussion ab: „Ich glaube nicht, dass wir das heute lösen können. Aber die Verkehrsplaner fordern das, also müssen wir eine Lösung anbieten. Es muß eine Lösung geben, sonst wird’s ein Problem geben, das Vorhaben zu realisieren“ sagt sie. Einem letzten Einwand Kalis‘, der auf frühere Feste hinwies, wo es auch keine Probleme gegeben haben soll und darauf, dass man ja auf dem Grundstück viel mehr Wohnungen bauen könne, entgegnet Simon-Phillip: „Ihr Gutachter sieht das anders“.

Auf nächste Sitzung verwiesen

Zu einer abschließenden Beurteilung konnte der Beirat nicht kommen, Simon-Phillipp sprach davon, dass man das Thema in der nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung bringen werde – der Gemeinderat wird also vorher noch keinen Bebauungsplan beschliessen wollen.

Weiteres Problem – das Wasser

Im anschließenden Gespräch mit den Anwohnern wurde ein weiterer wichtiger Aspekt zur Sprache gebracht: Das Wasser. Einen 100-Liter-Starkregen möchten sich die Anwohner auf dem zukünftig teilversiegelten Hang gar nicht vorstellen. Dazu kommen wasserführende Schichten im Hang, die durch den Bau zerschnitten würden, wodurch sich das Wasser neue Wege suchen müsse. Ein diesbezügliches Gutachten ist den Anwohnern nicht bekannt.

Preiswerter Wohnraum für Familien an dieser Stelle vielleicht sinnvoller?

Die Anregung von Erich Kalis, auf dem Gelände auch mehr Wohnungen bauen zu können, werden die anwesenden  Gemeinderatsmitglieder im Ausschuss mit Interesse gehört haben – statt 14 Luxuswohnungen ab 200 Quadratmetern Wohnfläche und drei Metern Höhe könnte man auch doppelt so viele große Familienwohnungen bauen – an denen es in Künzelsau bekanntlich mangelt. Vor allem, nachdem auch auf dem MUSTANG-Gelände kein neuer Wohnraum mehr geplant ist.

Im Bereich zwischen Tiefgarage und Wohnungen befinden sich „Leergeschosse“. Quelle: Sitzungsunterlagen

Die geplanten – wohl der schönen Aussicht geschuldeten – Leergeschosse in den unteren drei Gebäuden könnte man sicherlich auch anderweitig nutzen – Arztpraxen brauchen nicht unbedingt eine schöne Aussicht.

Gute Erfahrungen, beispielsweise aus Freiburg, wo es Siedlungen ohne Dauerparkplätze gibt, legen nahe, dass ein Quartier nur mit Kurzzeitparkplätzen auch in Künzelsau funktionieren könnte.

Dieser Schnitt zeigt die Höhenunterscheide deutlich. Quelle: Sitzungsunterlagen

Kapellenweg in Künzelsau. Auf dem ehemaligen privaten Sigloch-Areal sollen die geräumigen Wohnungen entstehen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Text: Matthias Lauterer




„Da hat man aus der Tiefgarage eine bessere Aussicht als von uns“

Die Türen aufstoßen für ein außergewöhnliches Bauprojekt soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag, den 13. Oktober 2020, 19 Uhr, in der Stadthalle Künzelsau:

„Sigloch-Villa“ aus den 60ern soll fünf Mehrfamilienhäusern weichen

Im Südhang, zwischen Kapellenweg und Langenburger Straße, soll nach dem Willen eines noch nicht namentlich bekannten „privaten Investors“ auf dem sogenannten Sigloch-Areal ein Ensemble von fünf jeweils dreistöckigen Mehrfamilienhäusern neu gebaut werden. Die Zufahrt zu den Tiefgaragen ist teils über die Langenburger Straße, teils über den Kapellenweg geplant.

Im oberen Bereich des Geländes steht im Moment die von Walter Sigloch im für die 60er-Jahre typischen Stil errichtete sogenannte „Sigloch-Villa“, der untere Teil ist Garten.

Kritische Verkehrssituation: Anwohner wenden sich vorab an die Gemeinderäte

Anwohner im Kapellenweg befürchten durch den geplanten Bau erhebliche Beeinträchtigungen. Zum einen sehen sie die Verkehrslage kritisch: 31 neue Tiefgaragenstellplätze würden den Kapellenweg, der ohnehin nur einspurig ist und keinen Fußgängerweg aufweist, massiv belasten. Der Kapellenweg ist der Hauptschulweg für viele Kinder – wenn dort am Morgen Berufsverkehr herrscht, dürfte es nach Ansicht der Anwohner zu Gefahrensituationen kommen. „Die Fußgänger müssen in Türeingänge flüchten“, berichtet ein Anwohner bereits über die heutige Verkehrssituation.

Zum anderen passen die geplanten Häuser zumindest im oberen Teil nicht zur Umgebungsbebauung, sind viel höher als die in der Umgebung stehenden Einfamilienhäuser und beeinträchtigen ganz nebenbei die Aussicht. Ein anderer Anwohner des Kapellenwegs sagt: „Da hat man aus der Tiefgarage eine bessere Aussicht als von uns“.

Anwohner haben sich bereits per Brief an den Gemeinderat gewendet, der ein oder andere Gemeinderat hat sich persönlich ein Bild gemacht.

Bebauungsplan müsste geändert werden

Im derzeitigen Bebauungsplan ist eine so hohe Bebauung nicht möglich, der Bebauungsplan sieht nur eingeschossige Bebauung vor. Der Antrag, über den der Gemeinderat zu beschließen hat, lautet, den projektbezogenen Bebauungsplan gemäß dem Entwurf der Architekten aufzustellen und für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen.

Text: Matthias Lauterer

 

So stellen sich die Architekten die geplanten Häuser vor. Bild: Stadt Künzelsau/Sitzungsunterlagen

Lageplan der geplanten Häuser. Bild: Stadt Künzelsau / Sitzungsunterlagen

Kapellenweg, Vorher-Nachher: Die schraffierte Fläche entspricht ungefähr dem geplanten Neubau. Montage: GSCHWÄTZ

Kapellenweg, Vorher-Nachher: Die schraffierte Fläche entspricht ungefähr dem geplanten Neubau. Montage: GSCHWÄTZ