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Es ist fünf nach 12

Marlene Gmelin und Detlef Schmelz vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen sind mit ihren PendelMarionetten von Freitag, den 11. November, bis Sonntag, den 14. November 2021, bei der Verkaufsausstellung „Kunst – Handwerk – Design“ im Hällisch-Fränkischen Museum in Schwäbisch Hall. In der Ausstellung präsentieren Gestalter:innen aus unterschiedlichen Bereichen ihre neuesten Arbeiten und zeigen damit die Vielfalt des aktuellen Kunsthandwerks. Jedes Objekt wird individuell entworfen und mit Sorgfalt und Präzision in den Werkstätten von Hand gefertigt. Das Ergebnis sind Unikate von bester Qualität. In Vorführungen und Workshops erhalten die Besucher:innen zudem einen Einblick in den komplexen Prozess der Entstehung vom Entwurf bis zum fertigen Produkt. Die Ausstellung ist täglich von zehn bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln: 3G+, Erfassung der Kontaktdaten und Maskenpflicht.

Vorträge mit und über die Marionetten

Marlene Gmelin und Detlef Schmelz erklären selbst in einem Vortrag den Bau und die Spielfunktionen ihrer Marionetten und untermalen das Erklärte mit Spielszenen aus ihrem Theaterrepertoire. Anschließend können die Zuschauer:innen gern selbst ausprobieren, wie ausdrucksstark und leicht zu handhaben die Figuren sind. Falls sich jemand für eine Figur aus den Verkaufsseiten näher interessiert, wird diese unverbindlich mitgebracht. Die Vorträge sind am Freitag, den 12. November, um 14.30 uhr sowie am Sonntag, den 14. November, um 16.30 Uhr.

PendelMarionetten auf der Weltklimakonferenz in Glasgow

Marlene Gmelin und Detlef Schmelz waren nach eigener Aussage schon immer überzeugt, dass sie mit der Kraft ihres Marionettenspiels einen effektiven Beitrag zu dem schwierigen Thema des  Klimawandels leisten können. Die gesamte Coronazeit über – seit Anfang 2020 – haben sie gemeinsam mit 15 Amateurspieler:innen, die bei ihnen das Marionettenspiel gelernt haben, ein großes Projekt vorbereitet, über das nun auch ein Kino-Dokumentarfilm geplant ist. Ein 10-minütiger Trailer, der während der  Proben dazu entstanden ist, läuft aktuell auf der realen Klimakonferenz in Glasgow im deutschen Pavillon und stellt dort das Projekt vor. Ein Ausschnitt aus diesem Trailer findet sich auf der Website des Marionettentheaters.

Der Kino-Dokumentarfilm

Das Marionettenspiel~°C+ Ein paar Grad plus – die Klimakonferenz” handelt in einer Art Fabel von der Klimaerwärmung, ist sozialkritisch, satirisch und politisch. Erstmals wird es aufgeführt beim Festival der Marionette von Freitag, den 28. Oktober, bis Sonntag, den 30. Oktober 2022, in Hohebuch. Die Filmemacherin Anja Krug-Metzinger wird die Stärken des Films mit den Stärken des Marionettenspiels kombinieren und durch dokumentarische Beobachtungen erweitern. Sie beschäftigt sich schon lang mit dem Thema Klimawandel und hat dazu zahlreiche preisgekrönte Filme veröffentlicht.

Quelle: Pressemitteilung des Marionettentheaters Pendel




A6: Lkw-Fahrer will verunglückter Frau helfen – und wird selbst auf Fahrbahn erfasst

Am frühen Freitagmorgen, den 05. November 2021, gegen 5:15 kam es auf der A6 in Fahrtrichtung Nürnberg zwischen der Anschlussstelle Schwäbisch Hall und der Kochertalbrücke zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein bislang unbekannter Lkw-Fahrer fuhr auf eine 46-jährige VW-Fahrerin auf. Der VW geriet dabei ins Schleudern, prallte gegen die Mittelleitplanke und kam im Anschluss quer auf der Fahrbahn zum Stehen.

Ein dahinter fahrender 45-Jähriger Lkw-Fahrer stoppte sein Fahrzeug in einer Nothaltebucht und wollte der VW-Fahrerin helfen. Während der 45-Jährige zu dem auf der Fahrbahn stehenden VW lief, konnte ein 46-jähriger Mercedes-Fahrer nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf den querstehenden Pkw der Frau auf.

Während der Mercedes nach rechts abgewiesen wurde, prallte er gegen den BMW eines 27-Jährigen, welcher den rechten Fahrstreifen befuhr. Durch die Kollision wurde der 45-Jährige Lkw-Fahrer auf der Fahrbahn erfasst und mittelschwer verletzt. Die VW-Fahrerin erlitt ebenfalls mittelschwere Verletzungen und wurde sofort in eine Klinik gebracht.

Es entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt etwa 25.000 Euro. Die Fahrbahn musste während der Unfallaufnahme gesperrt werden, weshalb sich zwischenzeitlich ein Rückstau bildete. Die Verkehrspolizeidirektion Kirchberg an der Jagst hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet unter der Telefonnummer 07904/94260 um Hinweise zum bislang unbekannten unfallverursachenden Lkw-Fahrer

Quelle: Pressemitteilung der Polizei Heilbronn




„Eine geniale Möglichkeit in einem coolen Umfeld mit anderen zu arbeiten und den Mief des Büros zu verlassen“

Von einem erfolgreichen Start der Veranstaltungsreihe „Gründergrillen“ berichtet das Technologiezentrum Schwäbisch-Hall in einer Pressemeldung: 

Impulse, Musik und Essen

„Was für ein inspirierender und spannender Abend – das Gründergrillen Schwäbisch Hall ist am 15.09.2021 erfolgreich vom Stapel gelassen worden.“, ist Martin Buchwitz vom Technologiezentrum Schwäbisch-Hall zufrieden. Von spannenden Impulsen, hochklassiger Musik, gutem Essen und vielen interessierten Menschen im Gespräch berichtet er.  

Sich treu bleiben und nicht aufgeben

Steffen Knödler, CEO von Airtango und Betreiber der Kantine26 in SHA, sprach vom Auf und Ab, vom Erfolg und vom Scheitern im Laufe eines Unternehmerdaseins – und rief die jungen Gründer dazu auf, sich treu zu bleiben, nicht aufzugeben und am Ball zu bleiben.

Auch der Gründerfonds von Hohenlohe Plus wurde vorgestellt. Gewinner beim Pitch des Fonds erhalten für 6 oder 12 Monate eine monatliche Bezahlung, werden speziell für Beratungskosten finanziell unterstützt, erhalten professionelles Coaching, bekommen einen persönlichen Mentor an ihre Seite sowie finanzielle Unterstützung für einen Platz in einem der Coworking-Spaces in Künzelsau oder Schwäbisch Hall.“

Spontane Pitches 

„Einige spontane Pitches von Teilnehmern, die die das Gründergrillen nutzten, um ihre Geschäftsidee vorzustellen und ein Impulsvortrag vom Optimierungsexperten Michael Vaas rundeten das offizielle Programm ab.

Die Musik kam von Impulse Eve, einer lokalen Schwäbisch-Haller Band.“

Information

Die Veranstalter des „Gründergrillen Schwäbisch Hall“ sind das Technologiezentrum Schwäbisch Hall und das Unternehmen Hallo.Vison. Im Technologiezentrum werden u.a. Büros und Hallen für Gründer und Seminarräume angeboten. Das Technologiezentrum betreibt gemeinsam mit Hallo.Vision den HalloSpace – das ist der Coworking Space für Schwäbisch Hall. Eine, laut dem Veranstalter, „geniale Möglichkeit in einem coolen Umfeld mit anderen zu arbeiten und den Mief des Büros oder das private Umfeld des Homeoffice hinter sich zu lassen“.

Technologiezentrum Schwäbisch Hall: www.tz-hall.de
Coworking-Space Schwäbisch Hall: https://coworking-sha.de
Hohenlohe 4 Talents: www.hohenlohe4talents.de
Hallo.Vision ist aktuell über https://sha-tv.de erreichbar.
Die Webseite von Impulse Eve: https://impulse-eve.com

Quelle: Pressemitteilung des TZ Schwäbisch-Hall




Fußgänger:innen finden Baby in weißer Wanne

Wie mehrere Medien deutschlandweit berichteten, haben Fußgänger:innen am Dienstag, den 07. September 2021, in Schwäbisch Hall-Hessental einen Säugling auf einem Feldweg gefunden.

Der SWR berichtet, dass die Kripo die Ermittlungen aufgenommen hat.

Gegen 17:15 Uhr sei das Baby von den Passanten entdeckt worden, sie verständigten die Polizei. Seitdem laufen die Ermittlungen. Ein entscheidender Hinweis war bis zum Mittwochnachmittag noch nicht eingegangen, so die Polizei.

Das Neugeborene war in einer auffälligen weißen Plastikwanne aufgefunden worden, zugedeckt mit einem Handtuch, heißt es. Es sei unversehrt gewesen, kam aber dennoch in eine Klinik und wird dort weiterhin versorgt. Zum jetzigen Gesundheitszustand kann die Polizei keine weiteren Angaben machen.

Die Kripo ermittelt, vor allem zur Kindsmutter sucht sie Hinweise. Aber auch, wie das Baby zum Fundort, dem Feldweg, gelangen konnte. Hinweise nimmt die Polizei entgegen.




Rufbusse und Sammeltaxis für Schwäbisch Hall

„Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. So kann der Verkehrssektor einen wirksamen Beitrag am Klimaschutz leisten. Dafür brauchen wir mehr Züge, Busse und bessere Takte im ganzen Land. Aber: Gerade im ländlichen Raum brauchen wir auch neue und flexible Angebotsformen des öffentlichen Verkehrs“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL bei der Bekanntgabe der Landkreise, die die Förderung der „Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität“ des Landes erhalten werden.

Fünf Landkreise ausgewählt

Um das Ziel eines landesweiten Grundangebotes im ÖPNV von frühmorgens bis spätabends im Stundentakt zu verwirklichen, hatte das Ministerium für Verkehr im Sommer 2020 die Förderung zur Ausweitung des ÖPNV-Angebots veröffentlicht. Zu den fünf ausgewählten Landkreisen gehört Schwäbisch Hall, teilt das baden-württembergische Verkehrsministerium mit. Weiter sind die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Freudenstadt und der Alb-Donau-Kreis dabei.

Angebot von frühmorgens bis spätabends sicherstellen

Künftig soll mit einer Kombination aus Linien- und Bedarfsverkehren ein attraktives Angebot im Stundentakt von frühmorgens bis spätabends sichergestellt werden. Dabei sollen auch neue Angebotsformen wie Rufbusse und Sammeltaxis eingesetzt werden. „In dünn besiedelten Gebieten und zu Zeiten, in denen nur noch wenige Menschen unterwegs sind, brauchen wir auch neue, bedarfsorientierte Mobilitätsformen, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entgegenkommen und gleichzeitig die Klimaschutzziele berücksichtigen. Mit den fünf Pilotprojekten schaffen wir ein attraktives Mobilitätsangebot, das den Menschen an allen Wochentagen zur Bewältigung des Alltags und zur Freizeitgestaltung zur Verfügung steht“, erläuterte Minister Hermann.

Mosaikstein in der Ausbaustrategie

Das Vorhaben des Landkreises Schwäbisch Hall verfolgt zwei eigenständige Ansätze. Zum einen soll das bereits bestehende Rufbus-Angebot auf eine stündliche Bedienung ausgeweitet werden. Die Rufbusse fahren in einem festen Fahrplan, bedienen die Haltestellen aber nur bei Vorliegen eines zuvor eingestellten Fahrtwunsches. Zum anderen soll eine stündliche Vertaktung des Verkehrsangebotes von den betroffenen Gemeinden zu den Bahnknoten sichergestellt werden. Durch die sinnvolle Verbindung der beiden Teilprojekte soll ein ganztägiges, an den Bedarf angepasstes und verlässliches Grundangebot sichergestellt werden. „Die Weiterentwicklung des RufBus-Angebotes im Landkreis Schwäbisch Hall sowie die Vertaktung des Verkehrsangebots im Landkreis mit stündlichen Verbindungen von den Gemeindehauptorten zu den Bahnknoten und den Mittelzentren ist ein wichtiger Mosaikstein in unserer Ausbaustrategie des ÖPNV. Unserem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs auch bei uns im ländlichen Raum weiter stetig auszubauen, kommen wir Dank der Förderung des Landes Baden-Württemberg nun wieder einem Schritt näher“, sagte Landrat Gerhard Bauer.

Das Förderprogramm Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität

Die ausgewählten Projekte werden für die Dauer von fünf Jahren durch das Ministerium finanziell mit bis zu maximal 1,8 Mio. Euro, unterstützt. Zudem haben die Landkreise zugesichert, die neuen Verkehrsleistungen für mindestens acht Jahre zu betreiben. Die Buchung der Fahrten muss per Telefon und Web-/App-basierten Buchungskanälen möglich sein. Außerdem ist ein barrierefreier Zugang zu den einzusetzenden Fahrzeugen sicherzustellen.

On-Demand-Verkehre sollen künftig weiter gestärkt werden

Mit dem Förderprogramm will die Landesregierung ihren Anspruch unterstreichen, die Fahrgastzahlen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. In den kommenden Jahren soll eine landesweite Mobilitätsgarantie für eine verlässliche Bedienung im öffentlichen Nahverkehr umgesetzt werden. Hierfür werden alle Orte in Baden-Württemberg künftig von fünf Uhr früh bis Mitternacht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sein. Um die Mobilitätsgarantie auch in Räumen und zu Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage umzusetzen, beabsichtigt die Landesregierung die Aufgabenträger bei der Schaffung weiterer On-Demand-Angebote auf breiter Front zu unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg




„Rein freundschaftliche und nachbarschaftliche Besuche sind nicht mehr möglich“

Vom Landkreis Schwäbisch Hall wurde am Samstag, den 20. März 2021 eine Ausgangssperre für den Zeitraum 5 Uhr bis 21 Uhr verhängt. Ziel der Allgemeinverfügung ist es das Bummeln und Verweilen im öffentlichen Raum einzuschränken und die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen, heißt es auf der Seite des Landkreises.
Frisöre können weiterhin besucht werden
Die bisherigen Beschränkungen der Corona-Verordnung gelten jedoch weiterhin fort. Das bedeutet, öffentliche Einrichtungen die geöffnet sind, wie beispielsweise Frisöre, Buchläden und Baumärkte können weiterhin besucht werden. Dabei ist die 20 qm Regelung zu beachten. Auch der Besuch von Lebenspartnern, sowie die Fahrt zur Arbeit ist weiterhin erlaubt. Im öffentlichen Raum ist es gestattet alleine oder mit einer weiteren nicht im selben Haushalt lebenden Person oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes zur Bewegung an die frische Luft zu gehen. Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit. Auch das Abholen von Essen in der Gastronomie sowie die Fahrt zu Corona-Testungen ist weiterhin möglich. „Mit der Ausgangsbeschränkungen am Tag sollen Gruppenbildungen und damit mögliche Infektionsquellen vermieden werden. Wir rufen Bürgerinnen und Bürger auf, die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und die Wohnung nur aus dringendem Grund zu verlassen“, so Landrat Gerhard Bauer.

Änderung der Allgemeinverfügung: Nun explizit Freundschaftsbesuche verboten

Durchfahrten des Landkreises Schwäbisch Hall ist weiterhin möglich. Die Allgemeinverfügung wurde heute nochmals angepasst. Rein freundschaftliche und nachbarschaftliche Besuche im Landkreis und aus anderen Landkreisen sowie Fahrten zu diesem Zweck in andere Landkreise und im Landkreis Schwäbisch Hall sind nicht mehr möglich. Besuche von Lebenspartnern sowie Familienangehörigen sind unter Einhaltung der Corona-Verordnung weiterhin erlaubt. Es wird empfohlen, nur wirklich notwendige Fahrten und Einkäufe vorzunehmen.

Auch Umzüge gelten als triftige Gründe. Die Kontaktbeschränkungen der Corona – Verordnung müssen allerdings eingehalten werden.

Die Allgemeinverfügung ist befristet bis 29. März 2021. Sobald die 7-Tagesinzidenz des Landkreises an drei aufeinander folgenden Tagen einen Wert von 200 unterschreitet, gilt sie als aufgehoben.




„Die Kinder zeigen ihre Schmerzen auf den Videos deutlich“

Schwerer sexueller Missbrauch lautet die Anklage – am dritten Tag im Prozess gegen einen Lehrer der Waldorfschule Schwäbisch Hall kommen brisante Details ans Tageslicht. Zwei seiner Schülerinnen, zu diesem Zeitpunkt acht und elf Jahre alt, soll der 63-Jährige missbraucht haben. Doch nach Aussage der Kriminalhauptkommissarin Christina B. am letzten Verhandlungstag sollen das keine Einzelfälle gewesen sein – die Missbräuche sollen sich über Jahrzehnte hinweg erstreckt haben und bis ins Jahr 1988 zurückzuführen sein.

Vermutlich heimliche Aufnahmen der Schülerinnen

Beim Angeklagten wurde kinderpornografisches Film- und Fotomaterial sichergestellt, auf dem zum Teil Vergewaltigungen von Babys und Kleinkindern zu sehen sind.

Bilder einer Schülerin

Lea H., Polizeikommissaranwärterin, hat das Bildmaterial ausgewertet. „Mir sind auf dem Asservat 20, auf einem Tablet, drei Bilder einer Schülerin aufgefallen. Ein Mal oberkörper-, ein Mal unterkörperfrei. Ich vermute, dass es ein Video war, auf dem sie sich umgezogen hat und von dem später Screenshots gemacht wurden.“ Des Weiteren wurden Videos gefunden, die den Angeklagten im Gespräch mit Schülerinnen zeigen, die vermutlich heimlich aufgenommen wurden. Unter anderem wurde einem Mädchen dabei heimlich bewusst in den Ausschnitt gefilmt. Außerdem sichtete die Polizeikomissaranwärterin kinderpornografische Bilder, bei denen unter anderem die Gesichter der missbrauchten Kinder durch die einer Schülerin des Angeklagten ausgetauscht wurden.

Thema K.O.-Tropfen im Unterricht?

Die junge Polizistin berichtet des Weiteren von der Sichtung von 43 Webverläufen, auf denen der Angeklagte nach verschiedenen Substanzen, wie K.O.-Tropfen, Schlafgas, Chloroform und „Schlafmittel für ein zehnjähriges Kind“ gesucht haben soll. Er habe danach gesucht, wie es hergestellt wird und wo man es kaufen könne. Außerdem suchte er auf Google danach, wie ein zehnjähriges Kind einen Orgasmus erleben könne. Der Angeklagte rechtfertigt diese Suchanfragen damit, im Unterricht das Thema K.O.-Tropfen durchgenommen zu haben, um die Kinder für diese Gefahr zu sensibilisieren. Anschließend gibt Lea H. Aussagen einer Schülerin wieder: „Sie hat erzählt, dass es einige Vorfälle gab, die ihr unangenehm waren. Der Angeklagte hat ihr vorne in die Hose gegriffen und sie zu sich gezogen und ihr gesagt, dass er erregt sei. Außerdem hat er sie gefragt, ob sie wisse, was Solosex sei.“

„Das sind zu einem erheblichen Anteil Vergewaltigungen“

Marc K., Polizeihauptkommissar, hat die kinderpornografischen Videos, die beim Angeklagten gefunden wurden, ausgewertet. Er beschreibt die schweren Vergewaltigungen an Babys und Kleinkindern, die auf den Videos zu sehen sind. „Auf einem der Videos, das mit einer Nahaufnahme des Analbereichs eines kleinen Kindes beginnt, hört man das Kind sagen: ‚Nicht mehr da rein‘. Es ist unstrittig, dass das alles nicht nur dokumentierter Missbrauch von Kindern ist, sondern, dass das auch zu einem erheblichen Anteil Vergewaltigungen sind. Die Kinder auf den Videos leiden unter monate- und jahrelanger psychischer und sonstiger Gewalt. Die Kinder zeigen ihre Schmerzen auf den Videos deutlich.“ Die häufigsten Google-Suchanfragen des Angeklagten, die der Kriminalhauptkommissar ausgewertet hat, ergaben unter anderem Manipulierbarkeit, Bindungswirkung, Abhörbarkeit von Handys und Drohne mit Livecam.

Am nächsten Verhandlungstag, dem 16. März, wird der Sachverständige zu dem Fall Stellung nehmen und die Plädoyers sollen vorgetragen werden.

Text: Priscilla Dekorsi




Erneute Ausgangssperre für Schwäbisch Hall

Wie das Landratsamt des Kreises Schwäbisch Hall mitteilt, hat es am Freitag, 26. Februar 2021, eine erneute Allgemeinverfügung in Bezug auf eine nächtliche Ausgangssperre erlassen. Das geht aus einem Bericht der Südwestpresse (swp) hervor. Ab Samstag, den 27. Februar 2021, dürfen Bürger im Kreisgebiet daher im Zeitraum von 21 Uhr bis 5 Uhr ihre Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen – wie bei der vorherigen Ausgangssperre, die am 22. Februar 2021 endete.

Bindende Weisung des Sozialministeriums?

Die Kreisverwaltung beruft sich bei laut swp dieser Maßnahme auf eine bindende Weisung des Sozialministeriums sowie auf das Infektionsschutzgesetz, die Verordnung des Sozialministeriums über Zuständigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz und das Landesverwaltungsverfahrensgesetz.
Die Ausgangssperre ist bis zum Sonntag, den 7. März 2021, befristet. Sie soll aber auch unabhängig davon aufgehoben werden, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen den Wert 50 unterschritten hat.
Verwaltungsgerichtshof in Mannheim kippt erste Ausgangssperre im Februar 2021
Bis zum 11. Februar 2021 hatte zur Eindämmung der Coronapandemie in ganz Baden-Württemberg eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr gegolten. Diese wurde aber vom Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gekippt. Das Landratsamt Schwäbisch Hall erließ deshalb eine Allgemeinverfügung über eine kreisweite Ausgangssperre im Zeitraum von 21 Uhr bis 5 Uhr. Diese lief am 22. Februar 2021 aus und wurde nicht verlängert. Ein Gerichtsverfahren über die Rechtmäßigkeit der damaligen Allgemeinverfügung wurde am Mittwoch, den 24. Februar 2021, eingestellt.
Inzidenzwert als Maß nicht geeigent, kritisiert unter anderem der Virologe Hendri Streeck
Das Landratsamt sieht den Grundrechtseingriff als „angemessen“ an. Am 25. Februar betrug der Inzidenzwert in Schwäbisch Hall laut swp 144,8. Wissenschaftler wie etwa Hendrick Streeck kritisieren jedoch schon seit längerem, den stark schwankenden Inzidenzwert als Maß für derartige politische Coronaverordnungen zu nehmen. 



„Ich habe ihm schlichtweg vertraut“

Beim Blick ins Publikum schüttelt der Angeklagte den Kopf. Seine Augen sind glasig, sein Blick ist leer. Die Reihen des zweiten Sitzungssaals des Landerichts Heilbronn sind am vergangenen Mittwoch, dem 24. Februar 2021, voll besetzt. Ein Lehrer der Waldorfschule in Waldenburg ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft sprach im Prozessauftakt von Vergewaltigung. Es geht um vermeintliche Vergehen, weswegen sich derzeit ein ehemaliger Lehrer der Waldorfschule in Schwäbisch Hall vor dem Landgericht Heilbronn verantworten muss. Am zweiten Prozesstag am Mittwoch, den 24. Februar 2021, sagte unter anderem ein Jugendsozialarbeiter der Waldorfschule aus.

„Ich habe ihm schlichtweg vertraut“

Als erster Zeuge sagt der Jugendsozialarbeiter der Waldorfschule aus. „Am 27. Juli kamen vier Mädchen auf mich zu und haben um einen Termin gebeten. Sie haben von Grenzüberschreitungen berichtet, die sie mit ihrem Klassenlehrer über die Jahre erlebt haben.“ Die „Grenzüberschreitungen“ gingen, laut dem Schulsozialarbeiter, von Kitzeln gegen den Willen der Kinder, Streicheln von Bauch-, Brust- und Intimbereich eines Mädchens, das über Bauchweh klagte, bis hin zu Tonaufnahmen von Schülerinnen und Drohungen. Die Übergriffe gipfelten, nach Aussage der Mädchen, 2016 in einem Vorfall im Schullandheim in Obersteinach. Dort habe der 63-Jährige das Opfer im Schlaf schwer sexuell missbraucht. Ein Blitzeinschlag in der Turnhalle habe den Missbrauch unterbrochen und der Schülerin die Möglichkeit gegeben, sich aus der Situation zu befreien.

„Das Mädchen wollte nicht, dass anderen Schüler:innen dasselbe widerfährt“

Die Mädchen hätten zwar Angst vor der Reaktion des Lehrers gehabt, sollte er von dem Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter erfahren, denn sie schätzten ihn als unberechenbar ein. Allerdings habe sich das Opfer nichtsdestotrotz dazu entschieden, sich in diesem Fall Hilfe zu holen, um zu verhindern, dass der Angeklagte im neuen Schuljahr wieder eine erste Klasse übernimmt. „Das Mädchen wollte nicht, dass anderen Schülerinnen dasselbe widerfährt. Außerdem wollte sie, dass der Angeklagte zu dem steht, was er gemacht hat“, so der Schulsozialarbeiter. Der Angeklagte scheint sich seiner Schuld durchaus bewusst gewesen zu sein, denn er habe rund zwei Jahre nach dem Übergriff das Opfer zweifach darauf angesprochen, ob sie jemals ein unangenehmes sexuelles Erlebnis mit einem älteren Mann gehabt habe. Vermutlich um herauszufinden, ob sie sich an den Vorfall erinnere. Außerdem berichtet der Schulsozialarbeiter von einem weiteren Missbrauchsfall, in dem der Angeklagte einer Schülerin gegenüber übergriffig geworden sei, der allerdings schon 20 Jahre zurückliege. Eine Frau, die mit 16 Jahren vom Angeklagten sexuell missbraucht worden sei, habe sich im Laufe der Ermittlungen offenbart, um die Mädchen zu unterstützen. An der Waldorfschule gibt es keinen Handlungsleitfaden für den Fall des sexuellen Missbrauchs von Schüler:innen.

Der Angeklagte scheint sich seiner Schuld durchaus bewusst gewesen zu sein

Als zweiter Zeuge ist der Vater eines der Opfer geladen. Der Witwer sagt, seine Tochter habe ihn noch nie angelogen. Als er von den Missbrauchsvorwürfen erfahren habe, sei er wie betäubt gewesen. Der 63-jährige Angeklagte sei, laut dem Vater nicht nur der Klassenlehrer des Opfers gewesen, sondern auch eine absolute Vertrauensperson der Schülerin. „Auch ich habe ihm schlichtweg vertraut“, erzählt der 46-Jährige. Das Verhältnis zwischen Schülerin und Lehrer habe sich nach dem Vorfall im Schullandheim schlagartig verändert, was auch dem Vater des Mädchens aufgefallen sei.

Nach einem Bootsausflug

Die dritte Zeugin ist die Mutter des zweiten Opfers. Die Heilpraktikerin gibt wieder, wie ihre Tochter den Missbrauch geschildert hat: Das Opfer habe nach einem Bootsausflug 2014 bei dem Beschuldigten übernachtet. Er habe sich in ihr Zimmer geschlichen und sie im Schlaf missbraucht. Das Mädchen sei aufgewacht, in eine Art Schockstarre verfallen, und unfähig gewesen, sich zu bewegen. Erst nachdem der Angeklagte das Zimmer verlassen habe, habe sie sich wieder rühren können. Anschließend sei der Lehrer in das Zimmer des Mädchens gekommen und habe sie gefragt, ob sie schlecht geträumt habe.

Angeklagter ist fünffacher Vater

Ein Muster ist dahingehend zu erkennen, dass der angeklagte fünffache Vater nach beiden Taten versucht haben soll zu prüfen, ob die Mädchen sich an die mutmaßlichen Taten erinnerten. Im Gerichtssaal versucht er immer wieder mit Beispielen zu belegen, dass er ein gutes Verhältnis zu seinen SchülerInnen gehabt habe. Er suchte den Kontakt und sprach die Eltern der Kinder mit Vornamen an.

Am dritten März 2021 wird die Verhandlung fortgeführt.

Text: Priscilla Dekorsi

 

 

 




„Das ist menschlich erschütternd“

Die Freie Waldorfschule Schwäbisch Hall e.V. ist ein Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen können. Der Gutshofcharakter der Anlage auf dem Teurershof, einem alten Hofgut hoch über dem Stadtzentrum, ist noch sichtbar, nur behutsam wurden die alten Gemäuer den Bedürfnissen der Schule entsprechend umgebaut. Die riesige Scheune, die momentan als Lagerplatz genutzt wird, soll ebenfalls irgendwann renoviert werden. Am Eingang zum Schulgelände begrüßt ein relativ neues Gebäude den Besucher, das mit dem Fähnchen auf dem Dach entfernt an ein Zirkuszelt erinnert: die Übungshalle des Circus Compostelli. Bis zu 180 Kinder und Jugendliche trainieren hier jede Woche.

Waldorfpädagogik durch Fernunterricht stark eingeschränkt

Doch das weitläufige Schulgelände ist in diesen Tagen coronabedingt kaum belebt. Nur wenige der rund 450 Schüler dürfen zum Unterricht kommen – die Abschlussklassen zur Prüfungsvorbereitung, ein paar Lehrer und Mitarbeiter der Verwaltung. „Wir haben eine Kombi aus Fern- und Präsenzunterricht“, sagt der pädagogische Geschäftsführer, Dr. Fabian Stoermer. „Es ist eine Herausforderung, denn plötzlich sehen die Eltern, Schüler und Lehrer, wer was wann auf der Plattform einstellt.“ Er findet das richtig, aber: „Transparenz muss auch fair sein.“ Um ihre Schüler zu unterstützen, laden die Lehrer kleine Filme mit persönlichen Botschaften hoch, etwas, das von den Eltern stark nachgefragt wurde. „Da ist viel Schönes dabei“, findet Dr. Stoermer, der hofft, dass es so bleibt. „Die momentane Situation ist ungünstig für unsere Pädagogik, denn die Schüler-Lehrer-Beziehung und die sinnliche, direkte Erfahrung ist hier ein tragendes Element.“ Das gehe im Fernunterricht nicht so gut. Ein großer Bereich der Pädagogik der Waldorfschule sei stark eingeschränkt zurzeit, dennoch zeigt sich der gebürtige Karlsruher zufrieden.

„Es war eine Ausnahmesituation“

In 2020 ging es hier allerdings nicht immer so beschaulich zu, die Schulgemeinschaft erlebte ein anstrengendes Jahr mit Höhen und Tiefen. „Es war eine Ausnahmesituation“, blickt der 55-Jährige zurück. „Sowas hatten wir vorher noch nicht und damit haben wir auch nicht gerechnet“, spielt er auf einen Missbrauchsfall an, der an der Schule stattgefunden haben soll und die Schulgemeinschaft nachhaltig schockierte: Ein Lehrer soll vor einigen Jahren zwei Mädchen sexuell missbraucht haben. Erst im Sommer 2020 fand eines der Kinder den Mut, sich einem Sozialarbeiter anzuvertrauen. Nach einer Anzeige meldete sich auch das zweite Mädchen mit den gleichen Vorwürfen. Der Lehrer, seit Jahren an der Waldorfschule tätig, sitzt seit August 2020 in U-Haft. Der Prozess soll am 16. Februar 2021 vor dem Landgericht Heilbronn beginnen.

„Es gab keinen Grund, an den Aussagen der Mädchen zu zweifeln“

„Zuerst dachte ich, das kann nicht sein“, erklärt Dr. Stoermer. Er unterrichtet seit 2005 Deutsch, Geschichte und Ethik in der Oberstufe, kennt den Lehrer seit Jahren. „Das ist menschlich erschütternd.“ Die Schule sei wie eine große Familie, in der man sich sehr gut kenne. Im Kollegium werde darüber gesprochen, viele Lehrer hätten teils enge Verbindungen zu dem Mann gehabt. Noch zu Beginn der Sommerferien hatte der pädagogische Geschäftsführer ein gutes Gefühl. Doch schon Anfang August kam der Anruf des Schulsozialarbeiters – der signalisierte gleich, dass er keinen Grund habe, an den Aussagen der Mädchen zu zweifeln. „Deshalb war auch immer klar, dass wir den beiden glauben.“ Klar war auch sofort, dass aus dem Fall kein Geheimnis gemacht wird. „Das war uns wichtig, denn Schwäbisch Hall ist ein Dorf, da erfahren die Leute sowieso alles ganz schnell“, begründet er seinen offenen Umgang mit dem Fall. Außerdem könne nur eine „offene Kommunikation helfen, das Geschehene zu verarbeiten und zu verhindern, dass es sich wiederholt“. Zusätzlich beginne dann auch gleich die Arbeit, die man damit hat: „Informationen an die Ermittlungsbehörden weitergeben, den Dachverband und die Schulgemeinschaft informieren.“ Am ersten Schultag gab es für die betroffene Klasse einen Elternabend mit einer Vertreterin der Heilbronner Fachberatungsstelle „Pfiffigunde“ und Frau Klinger von der Erziehungsberatung beim Landratsamt Schwäbisch Hall. Zwei Tage später folgte ein Gesamtelternabend, bei dem neben der Fachberaterin der Pfiffigunde abermals Frau Klingner vom Landratsamt Schwäbisch Hall und die gerade neu eingestellte Fachberaterin für sexuellen Missbrauch beim Landratsamt teilgenommen haben. Nach einem weiteren Informationsabend mit der Vertreterin der Heilbronner Fachberatungsstelle haben die Eltern aus der besonders betroffenen Klasse einen Gesprächskreis gebildet, für den die Schule eine Supervision durch eine ausgebildete externe Fachkraft zur Verfügung stellt. „Das Lehrerkollegium hatte bereits 2019 eine Fortbildung zum Thema Kindeswohlgefährdung mit Frau Dinse vom Jugendamt Schwäbisch Hall besucht“, blickt der Lehrer zurück.

 „Stärkung der Kinder“

Als nächsten Schritt beschloss die Schule, ihr Schutzkonzept „Stärkung der Kinder“ zu überarbeiten, über das man sich vor einem Jahr beraten habe und das auch bei häuslicher Gewalt greife. Es bezieht Eltern und Lehrer mit ein. In diesem Rahmen soll eine Atmosphäre entstehen, die es allen Beteiligten erlaubt, Kritik zu äußern und leichte Wege zu finden, sich über Dinge zu informieren. Die Weiterentwicklung wird von zwei Damen begleitet: einer Vertreterin vom Bund der Freien Waldorfschule, die das Thema schon lange bearbeitet, und einer Organisationsentwicklerin mit Ausbildung in dem Bereich: „Wir wollten Beratung auch von außerhalb unserer Schule“. Außerdem orientiere man sich „an den Leitlinien, die ein runder Tisch im Gefolge von Missbrauchsskandalen erarbeitet hat und die vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Form einer Broschüre zur Verfügung gestellt worden sind“.

„Die Frage war, wie man den Schülern helfen kann, damit umzugehen“

Das Ereignis vom Sommer 2020 habe sie aufgeweckt: „Das hat uns gezeigt, dass wir etwas verbessern müssen.“ Es soll jetzt eine Vertrauensstelle aus Eltern und Schulsozialarbeit definiert und eingerichtet werden. „Wir hatten schon vorher Vertrauenslehrer und einen Vertrauensrat mit sechs Mitgliedern: ein Lehrer, ehemalige Eltern sowie Menschen aus dem externen Umfeld“, erklärt Dr. Stoermer. Die Schulsozialarbeit sei mit zwei Personen bereits fest installiert. „Das sollten Menschen mit Erfahrung in Mediation sein.“ Es sei aber nicht als Beschwerdestelle zu verstehen, sondern da könne man sich hinwenden, wenn man das Gefühl hat, dass Gespräche einen nicht weiterbringen. Die Themen werden dann professionell und diskret bearbeitet. „Das, was wir jetzt machen, müssen wir weiterverfolgen“, ist der Lehrer überzeugt. Außerdem gab es eine Supervision für Lehrer und Eltern und die besonders betroffenen Klassen. „Die Frage war, wie man den Schülern helfen kann, damit umzugehen“, sagt er. „Die machen das ganz gut.“ Im Fall einer ehemaligen Schülerin kam es zu einer Re-Traumatisierung. Die Frau hat professionelle Begleitung in Anspruch genommen, die von der Waldorfschule bezahlt wird. „Es kann sein, dass zum Prozessbeginn noch mehr kommt als bisher.“ Doch bis jetzt sei keine große Resonanz auf das Angebot gewesen. Manche Eltern hätten sich auch an öffentliche Stellen gewandt.

„Dann kann es schon sein, dass es Einfluss auf die Schülerzahlen hat“

Vielleicht sind es auch all diese Maßnahmen, die die Eltern davon abgehalten haben, in Scharen der Schule den Rücken zu kehren. „Es gab in dem Zeitraum vielleicht eine oder zwei Abmeldungen, aber nicht mit Bezug darauf“, sagt der Lehrer. „Wir haben hier Eltern, deren Kinder schon älter sind und die die Schule kennen. Die werden auch weiterhin ihre Kinder bringen.“ Wenn das Verfahren eröffnet wird, rechnet er wieder mit steigendem Medieninteresse. „Dann kann es schon sein, dass es Einfluss auf die Schülerzahlen hat.“

„Das erfordert menschliche Nähe“

Dr. Stoermer hat sich eingehender mit der Thematik beschäftigt. Seine Erkenntnis: Einen solchen intimen Zugang könne nur ein beliebter, guter Pädagoge erlangen, denn das erfordere menschliche Nähe. Außerdem: „Ein prozentualer Anteil zeigt, dass es das überall gibt.“

„Das sind Menschengemeinschaften“

An der Schule wird stark über Beziehungen gearbeitet. Von Klasse eins bis acht haben die Schüler immer den gleichen Lehrer. „Das kann toll sein, wenn der vertraute Lehrer den Weg mit in die Pubertät beschreiten kann“, erklärt Dr. Stoermer. „Aber es gibt auch Schattenseiten und so mancher Schüler wäre sicherlich froh über einen Lehrerwechsel.“ Er nennt die Waldorfschulen „Menschengemeinschaften“, die für ihn „etwas ganz Besonderes sind“. Es wird Wert auf demokratische Beteiligung aller – Eltern, Lehrer und Schüler – gelegt. Alle Mitarbeiter erhalten das gleiche Gehalt, hat man Familie, bekommt man etwas mehr für den höheren Bedarf. „Das Geld ist unsere Freistellung“, findet Dr. Stoermer, der erst mit Ende 30 zum Lehrerberuf kam und selbst kein Waldorfschüler war. „Das bekomme ich, damit ich hier arbeiten kann.“ Ein weiterer Demokratie-Bestandteil ist der Schulvorstand, in dem immer auch drei Eltern sitzen und der die Geschicke der Schulgemeinschaft bestimmt. Dr. Stoermer schätzt an der Schule vor allem, „dass man hier viel mitgestalten und auch die Arbeitsumgebung selbst gestalten kann.“ Das aber bringe auch eine hohe Verpflichtung auf Transparenz, wechselseitige Kritik und Achtsamkeit mit sich. Der Schulrat tagt einmal im Monat. Hier kommen Eltern, Lehrern, SMV-Vertreter sowie alle Schulleitungsgremien zusammen. Hier berichten immer wieder auch Schüler, die ihren Abschluss gemacht haben, über ihre Erfahrungen und geben Einschätzungen zu positiven und negativen Aspekten ihrer Schulzeit ab. Im Schulrat erzählen ehemalige Schüler was in ihren Augen gut und weniger gut war. „Hier kann man die Menschen direkt ansprechen“, so der Lehrer.

Text: Sonja Bossert

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Seit 1984 gibt es die Freie Waldorfschule e.V. in Schwäbisch Hall, die staatliche anerkannt ist und zum Verband der Freien Waldorfschulen Baden-Württemberg gehört. Neben den Klassenzimmern, die teilweise in drei Pavillons untergebracht sind, gibt es eine Turnhalle, Schülerwerkstätten mit Schmiede, Schreinerei und Atelier, Schulgarten, Hühnerhaus sowie Küche und Mensa.

Alle Abschlüsse möglich

Die Klassen der Jahrgangsstufen eins bis 13 sind mit jeweils bis zu 36 Schülern einzügig. Zwei Stunden täglich haben die Schüler gemeinsamen Hauptunterricht, danach werden die Klassen aufgeteilt in Fachgruppen mit zwölf bis 18 Schülern. 60 Pädagogen sind an der Schule beschäftigt, knapp 40 davon in Vollzeit. An der Waldorfschule können der Hauptschulabschluss, Mittlere Reife, Fachhochschulreife und nach Klasse 13 das Abitur erworben werden. Im Wesentlichen legen die Waldorfschüler die gleichen Prüfungen ab wie an den staatlichen Schulen, allerdings können die Waldorfschulen in bestimmten Fächern eigene Themen setzen. Und der Lehrplan der Oberstufe behandelt Themen, die nicht an den staatlichen Schulen vorkommen. Ein weiterer Unterschied: Die Vorleistungen aus Klasse elf und zwölf werden beim Abitur nicht mit eingerechnet. Sollte die schriftliche Note nicht so gut ausfallen, kann anschließend freiwillig noch eine mündliche Prüfung in dem jeweiligen Fach abgelegt werden. Etwas über ein Drittel eines Jahrgangs macht an der Haller Waldorfschule das Abitur, weniger als zwölf die Mittlere Reife. In Klasse neun absolvieren alle Schüler ein Praktikum in der Forstwirtschaft, in Klasse zehn ein individuelles in der Landwirtschaft, das manche Jugendlichen sogar ins Ausland führt.

Coronabedingt keinen Tag der offenen Tür in diesem Jahr

Infoabende und der Tag der offenen Tür wurden wegen der Corona-Pandemie verschoben oder ganz abgesagt. Interessierte Eltern können sich unverbindlich direkt bei Dr. Stoermer per E-Mail unter f.stoermer@waldorfschule-hall.de melden, denn individuelle Gespräche sind erlaubt. Weitere Infos auf der Homepage https://www.waldorfschule-hall.de/.

 

Die Übungshalle des Circus Compostelli. Foto: GSCHWÄTZ

Eins der Schulgebäude mit Klassenzimmern, Eurythmieräumen und der großen KulturScheune. Foto: GSCHWÄTZ

Der Glockenturm war ein Bauprojekt der Schüler. Foto: GSCHWÄTZ

Einer der Werkräume der Waldorfschule. Foto: GSCHWÄTZ

Die Schmiede. Foto: GSCHWÄTZ

Erzeugnisse aus der Buchbinderei. Foto: GSCHWÄTZ

Auch mit Holz arbeiten die Waldorfschüler. Foto: GSCHWÄTZ

Hier drehen Lehrer Videos für ihre Schüler. Foto: GSCHWÄTZ