„Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig“
Das Tragen von Masken über Mund und Nase soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. Schutzmasken sind seit Montag, den 27. April 2020, in Baden-Württemberg im Einzelhandel sowie im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.
Wir waren heute Vormittag in Pfedelbach unterwegs, eine der so genannten Hot-Spot-Gemeinden der Coronapandemie in Deutschland. Vor einem Supermarkt haben wir Kunden angesprochen, was sie von der Maskenpflicht halten und ob sie sich durch das Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen besser geschützt fühlen.
„Mir wird schwindelig unter der Maske“
Evelyne Mitar aus Pfedelbach empfindet es als sehr unangenehm. „Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, bekommt man kaum Luft und mir wird schwindelig unter der Maske.“ Sie hofft daher, dass diese Regelung nicht lang bleibt. Ihr Sicherheitsgefühl habe sich dadurch auch nicht verbessert. Wir haben vor Ort auch gefragt, ob man sich durch Landrat Dr. M. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle. Evelyne Mitar sagt dazu: „Nein, viele Maßnahmen sind viel zu spät getroffen worden, nicht umsonst waren wir eine der Hot-Spot-Gemeinden“.
Nicht alle Kunde, die wir angesprochen haben, möchten ihren Namen preisgeben. Zu Kontrovers werden derzeit viele Themen rund um Corona diskutiert.
Besser, wenn man den Mindestabstand einhält
Eine weitere Kundin ist Arzthelferin, sie wohnt in Öhringen. Sie sagt: „Das Tagen der Schutzmasken bringt null, vor allem da die meisten einen Mundschutz benutzen, der dafür nicht geeignet ist. Besser sei es den Mindestabstand einzuhalten, sich häufig die Hände zu waschen und vor allem nicht ins Gesicht fassen“. Über meine eigene Stoffmaske, die ich bei der Befragung trage, muss sie schmunzeln.
Auf die Frage, ob sie sich durch Landrat Dr. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle, antwortet sie: „Absolut nicht, mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen“.
Aber es gibt auch andere Einschätzungen. Eine junge Frau, Rana Mohamed Ali aus Öhringen, sagt, dass sie dass Tragen der Schutzmasken gut findet, allerdings kommt diese Entscheidung für sie etwas spät. Sie findet die Arbeit von Kreis und Landrat in der Coronapandemie gut, auch wie immer wieder eingegriffen wurde, um neue Maßnahmen durchzusetzen.
Im Supermarkt selbst tragen alle Kunden wie vorgeschrieben eine Schutzmaske. Nur selten sieht man jedoch medizinische Schutzmasken. Die überwiegende Zahl sind Stoffmasken.Ein älteres Ehepaar steht vor dem Kühlregal, beide mit Stoffschutzmasken versehen, auf einmal ruft die ältere Dame ihrem Mann zu: „Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig.“
Die Kassiererin findet die neue Regelung gut. Ihr gibt es ein besseres Gefühl, wenn auch die Kunden eine Schutzmaske tragen.
Text: Carla Mosel

Evelyne Mitar beim Einkaufen am Montag, den 27. April 2020, mit Schutzmaske in einem Pfedelbacher Supermarkt. Foto: GSCHWÄTZ
