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Ingelfingen: Glasfaser von Giganetz kommt.

Am 12. Juli 2022 wurde im Gemeinderat von Ingelfingen bekanntgegeben, dass das benötigte Quorum von 35% der Haushalte erreicht wurde und damit die Firma Giganetz Deutschland ein Glasfasernetz in Eigenregie ausbauen wird. Auf die Gemeinde kommen also keine Kosten zu.

 




„Wir sind gekommen, um zu bleiben“

Schnelles Internet für die ganze Region – das ist das Versprechen, mit dem die Deutsche Giganetz GmbH (DGN) unter anderem in der Region Hohenlohe-Franken wirbt. Sie will in den Gemeinden, wo vorab für 35 Prozent der Hausanschlüsse Verträge abgeschlossen werden, ein modernes Glasfasernetz in eigener Regie und auf eigene Kosten errichten.

Künzelsau: Werbekampagne am 1. Mai 2022 beendet

Die Werbekampagne, Giganetz nennt es „Angebotsbündelung“, in der Stadt Künzelsau ist am 1.Mai 2022 zu Ende gegangen, am 28. April meldete Giganetz auf seiner Webseite noch eine Beteiligung von 26 Prozent.

So will DGN die Kernstadt Künzelsau und die Teilorte vernetzen. Foto: DGN

Alles noch möglich

Frank Wittich-Böcker, Konzernpressesprecher der DGN und Ralf Weng, verantwortlich für das Projekt in Hohenlohe-Franken, sehen die Situation für Künzelsau trotzdem optimistisch: „Wir sind sehr zufrieden mit Künzelsau“, sagt Weng. Er berichtet davon, dass es in der Regel einen Endspurt gibt, der erst ein paar Tage später – die Webseite wird immer am Donnerstag aktualisiert – veröffentlicht wird.

Wohnungsbaugesellschaften ziehen mit

Außerdem, so kann er berichten, hätte man „mit einigen großen Wohnbaugesellschaften“ erst kürzlich eine Kooperation vereinbart: „Die Vorgehensweise ist besprochen, wir haben einen guten Weg gefunden“. Dass sich die Wohnungsbaugesellschaften gesperrt hätten, war immer wieder zu hören, das kann Weng so nicht bestätigen: „Wir haben schon im März ein Gespräch geführt und haben uns jetzt in Präsenz getroffen“. Diese Anschlüsse sind wohl noch nicht in den veröffentlichten Zahlen sichtbar.

Widerrufsfrist läuft noch

Die endgültigen Zahlen, wirft Wittich-Böcker ein, könnten ohnehin noch nicht genannt werden: „Erst müssen wir, das schreibt die Gesetzeslage vor, den Kunden eine Vertragszusammenfasung senden, danach hat der Kunde ein dreiwöchiges Widerrufsrecht“.

Verlängerung der Kampagne ist möglich

Und wenn die 35 Prozent doch nicht erreicht werden? „Dann ist immer noch eine Nachfrist möglich, in der wir nochmal kräftig die Werbetrommel rühren“. Interessenten, die den „Speed-Point“ im alten Rathaus besucht haben, berichten, dass man dort bereits von einer Fristverlängerung gesprochen habe. Das haben Weng und Wittich-Böcker allerdings nicht bestätigt. Sie sagen aber „wenn es um  100 Anschlüsse geht …“.

Nur Teilorte versorgen: nicht geplant

Einen Wermutstropfen gibt es: Sollte das 35-Prozent-Ziel in der Gesamtstadt Künzelsau verfehlt werden, aber in den bisher schlecht versorgten Teilorten erreicht werden, dann werden die Teilorte nicht getrennt von der Gesamtstadt betrachtet – zumindest wird dann das Netz dort nicht eigenwirtschaftlich und allein auf Kosten der DGN gebaut. „Wir wollen Ende 100 Prozent anbieten“. Fördermittel aus staatlichen Töpfen, die Stadt oder Kreis möglicherweise erhalten können, könnten natürlich eingebracht werden. Gefördert werden allerdings nur Gebiete, in denen bisher weniger als 30Mbit/s vorhanden sind.

Die Investoren hinter der Deutschen Giganetz GmbH

Die DGN investiert derzeit eine Menge Geld, drei Milliarden geplantes  Investitionsvolumen bundesweit bestätigt Wittich-Böcker, ohne schon größere Einnahmen zu haben – nur in wenigen Orten ist die DGN bereits online. Das läßt Fragen zu den Investoren aufkommen. Im Endeffekt steht hinter der DGN eine Investorengesellschaft, hinter der wiederum die kanadische SunLife -Versicherung steht. „Die suchen eine langfristige und planbare Rendite“, weiß Wittich-Böcker und sagt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“.

Kritik an den Methoden der eingesetzten Werber

Einige Bürger haben die Methoden der Werber – bei DKN werden sie „Medienberater“ genannt – kritisiert, das Thema wurde sogar im Gemeinderat auf den Tisch gebracht. Die Rede ist von Drohszenarien und Falschaussagen.

Persönliche Ansprache ist wichtig

Dazu sagt Wittich-Böcker, dass die persönliche Ansprache ganz wichtig sei und oftmals als Erinnerung daran, dass man sich das ja mal anschauen wollte, dient. „Ein großer Anteil der Verträge ist auf persönliche Ansprache zurückzuführen“. Die Medienberater sind keine DGN-Mitarbeiter, sie kommen aus einem Pool von Partnerfirmen und seien gezielt für diese Aufgabe geschult: „Diese Kapazität holen wir uns dazu.“ Bedenken wegen des Datenschutzes wollen die Vertreter der DGN ausräumen: „Die Geräte gehören der DGN, auf diesen Geräten sind keine persönlichen Daten und keine Namen, nur die Daten der Hausanschlußpunkte“.  Bei Nichtinteresse würde das auch nur im Zusammenhang mit dem Hausanschlußpunkt vermerkt und nicht mit Namen versehen, so Wittich-Böcker.

„Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“

Bei Problemen mit dem Verhalten eines Medienberaters könne man sich jederzeit an das Unternehmen wenden. In einem Fall, der sich in Beilstein zugetragen hat, konnten die Unstimmigkeiten mit einem potentiellen Kunden umgehend bereinigt werden – sogar noch bevor ein Artikel in der dortigen Lokalzeitung veröffentlicht wurde. „Man muss eine schnelle Reaktion zeigen“, sagt Wittich-Böcker. Er weiß: „Das eigene Haus ist für die Menschen natürlich immer etwas ganz Besonderes. Daher ist das persönliche Gespräch so wichtig“.

Abwarten gefragt

Für die Bürger:innen und Unternehmer Künzelsaus, die sich auf schnelles Internet freuen, ist jetzt Abwarten angesagt, bis die Quote letztendlich feststeht.

Text: Matthias Lauterer




Giganetz in Künzelsau: Kaum noch Chancen, die 35%-Hürde zu überspringen

Im gesamten Gebiet Hohenlohe-Franken sind derzeit Werber unterwegs, die für das schnelle Glasfaser-Internet des Unternehmens Deutsche Giganetz werben. Sollten sich 35Prozent der Anschlussinhaber einer Gemeinde dazu entschließen, einen Vertrag mit Giganetz abzuschließen, dann wird Giganetz den Netzausbau auf eigene Kosten durchführen. Für die Gemeinden entstehen dadurch keinerlei Kosten. So jedenfalls haben es das Gigabitkompetenzzentrum Heilbronn-Franken und die Deutsche Giganetz vereinbart. Landkreis und Stadt Künzelsau haben sich dieser Vereinbarung angeschlossen.

Ende der „Nachfragebündelung“

In Künzelsau endet die Phase der „Nachfragebündelung“, man könnte es auch Werbephase nennen, mit dem 01. Mai 2022. In anderen Gemeinden, dauert die Phase noch länger, in Ingelfingen beispielweise bis zum 15.Mai 2022.

Quorum in Künzelsau kurz vor Toresschluß nicht erreicht

Aktuell wird Künzelsau das Quorum von 35Prozent höchstwahrscheinlich verfehlen, am Morgen des heutigen 29. April 2022 meldet Giganetz auf seiner Webseite 26Prozent Interessenten. Selbst wenn es auch bei Giganetz zu einem „Meldeverzug“ gekommen sein sollte, dürften die 35Prozent für die Stadt Künzelsau und ihre Teilorte nicht erreicht werden.

In anderen Gemeinden findet das Angebot mehr Zuspruch: In Kupferzell und Krautheim, wo die Aktion noch eine Woche länger läuft, steht man bei 32 und bei 34 Prozent.

35Prozent nicht  erreicht – dennoch Glasfaser möglich?

In der Kreistagssitzung im Juni 2021, in der das Konzept mit Giganetz vorgestellt wurde, wurde eine Lösung präsentiert, falls die 35Prozent nicht erreicht werden. GSCHWÄTZ schrieb damals: „Schließen nur 20 – 35 Prozent der Haushalte und Firmen einen Vertrag mit der DGN, soll der Ausbau „in Absprache mit den Gemeinden“ stattfinden – das kann nur bedeuten, dass mit der jeweiligen Gemeinde über einen Investitionszuschuss verhandelt wird.“

Text: Matthias Lauterer




Ob es diesmal klappen wird? Schnelles Internet für den gesamten Hohenlohekreis geplant

Schnelles Internet ist ein Bildungs- und Wirtschaftsfaktor. Das hat spätestens die Corona-Zeit gezeigt, als viele Menschen im Home-Office auf eine Datenverbindung ins Firmennetz angewiesen waren. Wenn dann gleichzeitig noch die Kinder am Distanzunterricht mit einem Videokonferenzsystem teilgenommen haben, waren viele Leitungen nicht mehr ausreichend. Datenübertragungen dauerten lange, die Videokonferenzverbindungen waren ruckelig und selbst der Ton war teils nicht mehr verständlich. Die großen Anbieter haben viel investiert, um die großen Wirtschaftszentren gut anzubinden – auf dem Land hingegen ist die Kapazität des Netzes an vielen Stellen nicht ausreichend, geschweige denn für die zukünftigen Anforderungen gerüstet. Wer seine Daten nicht schnell „um die Welt“ schicken kann, der hat bereits heute Wettbewerbsnachteile. Und wenn Lehrer:in und Schüler:in nicht miteinander kommunizieren können, sind die Auswirkungen auf die Bildung der Kinder gravierend.

Wirtschaftsförderung greift ein

Deshalb gab es bereits einige lokale Projekte, die teilweise erfolgreich waren, teils aber auch fehlgeschlagen sind. Jetzt hat sich die Wirtschaftsregion Hohenlohe-Franken, das ist grob gesagt die gemeinschaftliche Wirtschaftsförderung von Stadt Heilbronn und den Kreisen Heilbronn, Schwäbisch-Hall, Hohenlohe und Main-Tauber, entschlossen, das Thema in die Hand zu nehmen. Sie hat dazu ein „Gigabitkompetenzzentrum“ (GKZ) gegründet, mit dem Ziel, einen Kooperationspartner zu finden, mit dem man in der Region ein flächendeckendes Glasfasernetz aufbauen kann, das zukunftsfähig ist und potentiell jeden Haushalt, jedes Unternehmen erreichen kann. Die Ziele dieses GKZ sind unter anderem die Unterstützung der Gemeinden bei der technischen Definition des Netzes, bei der Vertragsgestaltung, bei der technischen Umsetzung sowie bei der Koordination und mein Marketing. Das GKZ ist also ein Dienstleister, der den Gemeinden im Vorlauf und bei der Netzerstellung sowie zumindest in der Anlaufphase Unterstützung bieten will.

Ziele des GKN. Bild: Präsentation im Gemeinderat Künzelsau

Auswahlverfahren

Seit Mitte 2020 wurde ein EU-weites Markterkundungsverfahren durchgeführt, das zu dem Ergebnis kam, drei Anbieter – Deutsche Giganetz GmbH, NetCom BW und vodafone – in die engere Wahl zu nehmen und mit ihnen das Projekt weiterzuführen. Als Sieger ging aus diesem Verfahren die Deutsche Giganetz GmbH (DGN) hervor, die jetzt den Netzausbau in der Wirtschaftsregion übernehmen wird.  Die DGN ist eine noch junge Firma, die im Wesentlichen einer Investorengruppe gehört: Der Start des Unternehmens wurde durch eine „Infrared Capital Partners“ finanziert, die zwischenzeitlich durch „SunLife Financial“, einem Finanzdienstleister aus Toronto, Kanada, übernommen wurde.

Deutsche Finanziers haben den Markt noch nicht erkannt

Dr. Andreas Schumm, Vorsitzender des Gigabit-Kompetenz-Zentrums präsentiert sein Projekt. Foto: GSCHWÄTZewq1

Kritischen Fragen im Kreistag nach dieser Konstellation begegnet Dr. Andreas Schumm, Geschäftsführer des GKZ mit „die deutschen Finanzgesellschaften haben diesen Markt noch nicht erkannt“ und er verweist auch darauf, dass sich auch beispielsweise bei der Deutschen Telekom wesentliche Anteile nicht in deutscher Hand befänden.

Konzept sieht technische Vorteile gegenüber bestehenden Netzen vor

Das technische Konzept von GKZ und DGN sieht ein Glasfasernetz vor, das nicht nur schnellen Download, sondern auch eine hohe Uploadkapazität bereitstellt: Das ist wichtig für Menschen, die große Datenmengen verschicken müssen oder die an Videokonferenzen teilnehmen, die in hoher Bildauflösung stattfinden. Die derzeitigen Netze, so Schumm, seien sehr asymmetrisch und böten eben keine hohe Uploadkapazität. Beispielsweise wird im Glasfaser-Kabelnetz von vodafone ein Tarif mit 500MBit/s Downloadrate vertrieben – im Upload bietet dieser Tarif 25 MBit/s an. In den Standardtarifen der DGN ist die Uploadrate deutlich höher: sie beträgt die Hälfte der Downloadrate.

Auch soll ein „point-to-point“-Netzkonzept realisiert werden, das bedeutet, dass jeder Anschlussinhaber sozusagen eine dezidierte Leitung hat und sich nicht mehrere Teilnehmer eine Leitung und damit die Kapazität teilen müssen – auch das sieht Schumm als Vorteil gegenüber den „klassischen“ Netzbetreibern.

Marktgerechte Preise und hohe Leistung für die Bürger:innen

Für die Interessenten, sowohl Haushalte als auch Industrie und Gewerbe, kann der Zugang recht preisgünstig erfolgen: Der Hausanschluß ist sogar kostenlos, wenn sich die potentiellen Kunden in der Vermarktungsphase für einen Vertragsabschluß über 2 Jahre entscheiden. Nach den zwei Jahren stehen den Kunden Wechselmöglichkeiten offen, auch andere Anbieter werden das Netz dann nutzen können. Im Gegenzug sollen die Tarife von DGN auch in den Netzen der Mitbewerber angeboten werden, denn Doppelstrukturen sollen vermieden werden.
Die Preise der DKN sind tendenziell höher als die der Mitbewerber: Für den oben erwähnten vodafone-Tarif mit 500/25 Mbit/s werden für zwei Jahre etwa 780 Euro verlangt, bei DGN zahlt man aktuell für einen Tarif mit etwas besserem Angeboten 600/300  MBit/s rund 1.080 Euro in zwei Jahren – allerdings sind die Mitbewerber im Hohenlohekreis nicht überall verfügbar.

Im Idealfall kostenlos für die Gemeinden

Der große Vorteil für die Gemeinden, so präsentiert es Schumm, sei, dass im Idealfall keinerlei Investitionskosten für die Gemeinden entstehen. Dieser Idealfall tritt dann ein, wenn mindestens 35 Prozent der potentiellen Kunden auch einen Vertrag mit der DGN abschließen. In diesem Fall wird DGN das Netz eigenwirtschaftlich und ohne Kosten für die Gemeinden betreiben. Schließen nur 20 – 35 Prozent der Haushalte und Firmen einen Vertrag mit der DGN, soll der Ausbau „in Absprache mit den Gemeinden“ stattfinden – das kann nur bedeuten,  dass mit der jeweiligen Gemeinde über einen Investitionszuschuss verhandelt wird. Bei unter 20% Beteiligung soll vorläufig nicht investiert werden, in diesem Falle plant man „eine erneute Vermarktung nach maximal zwei Jahren“.

Ein Rosinenpicking seitens des Netzbetreibers könne nicht stattfinden, versichert Schumm. Die Vereinbarung sehe vor, dass eine Gemeinde komplett angeschlossen wird, nicht beispielsweise nur eine Neubausiedlung oder ein Gewerbegebiet. Die Reihenfolge des Ausbaus soll mit der Region abgestimmt werden und ist sicherlich davon abhängig, wie schnell sich die jeweiligen Gemeindegremien für eine Vereinbarung mit DGN entscheiden.

Kreis übernimmt Kosten für die GKZ

Die Kosten für die Dienstleistungsgesellschaft GKZ werden von den an der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken beteiligten Kreisen getragen. Der Kreistag des Hohenlohekreises hat zugestimmt, seinen Anteil, das sind rund 47.000 Euro in den ersten beiden Jahren, zu übernehmen.

Fazit

Nachdem bisher mehrere lokale und gemeindeübergreifende Ansätze nicht wirklich erfolgreich waren, ist definitiv ein Bedarf vorhanden, da auch die bisher tätigen Investoren nur bestimmte Teile des Kreises angebunden haben: Gerade dem Hohenlohekreis, in dem es noch viele Gemeinden ohne schnelles Internet gibt, täte die „Aufrüstung“ der Netze gut. Auch unter den vielen kleinen und mittelständischen Firmen in Hohenlohe, die teils in weltweite Lieferketten eingebunden sind und den schnellen Kontakt zu ihren Kunden und Lieferanten benötigen, dürfte es einige geben, die das Angebot nutzen könnten. Und in der Corona-Zeit hat der Bildungssektor in der Corona-Zeit dazugelernt und wird auch zukünftig viele Bildungs- und Weiterbildungsangebote dezentral, also über das Netz, anbieten.

Da andererseits der Anbieter ein Interesse daran hat, seine Investition möglichst früh an den Markt zu bringen und Umsätze zu generieren, dürfte die Realisation einer Gemeindeversorgung recht schnell durchführbar sein.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 




Kreistag: Neuer Anlauf für ein schnelles Glasfaser-Internet (nicht nur) für den Hohenlohekreis

Einmal mehr steht am 21. Juni 2021 das „Schnelle Internet“ auf der Tagesordnung des Kreistags. Nicht nur der Kreis, sondern die gesamte „Wirtschaftsregion Hohenlohe-Franken“ WHF soll mit einem modernen Glasfasernetz versorgt werden. Dazu hat die WHF, die Wirtschaftsförderungsorganisation der Region, ein Gigabit-Kompetenzzentrum GKZ gegründet, das unter anderem  die Auswahl des Anbieters und die Bereitstellung von Musterverträgen übernehmen sowie in den einzelnen Projekten eine technische Hilfestellung für die Gemeinden bereitstellen soll.

Deutsche Giganetz GmbH als Partner ausgewählt

Aus einer Ausschreibung, an der sich die Unternehmen Deutsche Giganet GmbH (DGN), NetCom BW und vodafone beteiligten, ging die Deutsche Giganetz GmbH als Sieger hervor. Diese Firma wurde vom GKZ als Anbieter ausgewählt.

Eigenwirtschaftliches Konzept

Das Konzept sieht ein modernes Glasfasernetz mit einheitlicher hoher Kapazität für alle Gemeinden vor. Für die Gemeinden kann der Ausbau kostenneutral erfolgen, sofern sich genügend Bürger bereitfinden einen Vertrag mit der DGN einzugehen: Sollten sich mehr als 35% der Anschlußinhaber dazu bereiterklären, wird die DGN die Finanzierung des Netzes komplett eigenwirtschaftlich vornehmen. Bei einem Anschlußgrad von 20 -35 Prozent soll der Ausbau „in Absprache mit der Kommune“ erfolgen, unter  20% soll es nach ungefähr 2 Jahren eine  neue Werbeaktion geben.

Dieses Angebot soll, so Dr. Andreas Schumm,  Geschäftsführer des GKZ, für alle Gemeinden einheitlich sein, bevorzugte Gemeinden oder Gemeinden zweiter Klasse soll es nicht geben.

Ziel: Besser als die teilweise bereits vorhandenen Netze

Das Netz soll sich im Gegensatz zu manchen schon bestehenden Netzen durch eine gleich hohe Bandbreite für alle Nutzer auszeichnen sowie eine höhere Upload-Rate bieten als bestehende Netze. Gerade in Zeiten von Videokonferenzen und dem Versenden großer Datenmengen aus dem Home-Office ein wichtiger Punkt, so Dr. Schumm.

Wichtigkeit nicht nur für die Bürger

Prof. Dr. Otto Weidmann (FWV) weist auf die Wichtigkeit der Digitalisierung auch für die Verwaltung hin: Gute Home-Office-Anbindungen könnten eine große Auswirkung auf die Gestaltung und die Kosten des neuen Landratsamts haben. „Digitalisierung ist ganz entscheidend für die Entwicklung unseres Kreises und der ganzen Region“, so Weidmann.

Hohenlohekreis zahlt rund 24.000 Euro jährlich

Die Kosten des GKZ belaufen sich auf 375.000 Euro pro Jahr, davon sollen 175.000 Euro durch die Kreise finanziert werden. Auf den Hohenlohekreis entfallen davon 23.614,03 Euro. Der Kreistag beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, dass diese Summe übernommen werden soll.

Finanziell steht dem Projekt damit nichts mehr im Wege.

Text: Matthias Lauterer

Dr. Andreas Schumm, Vorsitzender des Gigabit-Kompetenz-Zentrums präsentiert sein Projekt. Foto: GSCHWÄTZ

 

Landrat Dr. Neth im Kreistag am 21.06.2021 Foto: GSCHWÄTZ