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„Die Ortspolizeibehörden sind zuständig“

Fakt ist, dass die größte Sommerveranstaltung, die in Künzelsau geplant war und auf die sich viele Menschen gefreut haben, das Schlaraffenklang-Festival nicht stattfinden wird. Der Veranstalter weist jegliche Verantwortung dafür von sich und wirft dem Landratsamt vor, ihm Steine in den Weg gelegt zu haben.

Landratsamt kann Vorwürfe des Veranstalters nicht nachvollziehen

Nicht nachvollziehen kann Sascha Sprenger, Pressesprecher des Landratsamtes, die Aussagen von  Stefan Ole Linseisen und Marco Schrenk, den Geschäftsführern von Schlaraffenklang, gegenüber GSCHWÄTZ . Die Veranstalter des geplanten Festivals in Künzelsau kritisierten das Landratsamt, da dieses ihnen anscheinend erst  5 Tage vor dem geplanten Festival die Auflagen für eine Maskenpflicht auf dem gesamten Festivalgelände mitgeteilt hätten.

Maskenpflicht ist in der Corona-Verordnung des Landes geregelt

Sprenger sagt, dass es keine behördliche Verordnung des Landratsamtes gegeben habe, die Coronamaßnahmen ergäben sich aus der aktuell geltenden Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, auf diese hat der Landkreis keinen Einfluss. Die Corona-Verordnung sieht eine Maskenpflicht unter bestimmten Voraussetzungen vor, erläutert Sprenger auf  GSCHWÄTZ-Anfrage: „Gem. § 3 Abs. 2 Nr. 2 CoronaVO gibt es im Freien keine Maskenpflicht, es sei denn, es ist davon auszugehen, dass ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Im Hygienekonzept waren keine Maßnahmen zur Einhaltung des Mindestabstands beschrieben. Daher war davon auszugehen, dass die Veranstaltung wie ein normales Open-Air ablaufen soll und deshalb in manchen Bereichen wie z. B. vor der Bühne, vor Verkaufsständen und in Wartebereichen der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann.“

Ortspolizei Künzelsau dafür zuständig

Im Übrigen sei das Landratsamt für die Genehmigung derartiger Veranstaltungen auch nicht der richtige Ansprechpartner, sondern die Stadt Künzelsau: „Die Ortspolizeibehörden (= Städte und Gemeinden) sind für den Vollzug der CoronaVO des Landes Baden-Württemberg zuständig und entscheiden auch über eventuelle Ausnahmen in eigener Zuständigkeit.“

Stadt Künzelsau hat das Landratsamt um Rat gefragt

Die Stadt Künzelsau habe das Landratsamt allerdings um Rat gefragt, die entsprechende E-Mail mit dem Hygienekonzept des Veranstalters sei am Freitag, 20.08.2021, beim Landratsamt eingegangen „und wurde am Montagvormittag, 23.08.21, per E-Mail beantwortet, also am nächsten Arbeitstag“, so Sprenger.

Sprenger fährt fort: „Es gab also keine „offizielle behördliche Bekanntgabe des Landratsamts“ oder eine „behördliche Verordnung durch den Landkreis Hohenlohe““.

Änderung des Veranstaltungskonzepts

Hintergrund der Anfrage der Stadt Künzelsau war offenbar eine Änderung des Veranstaltungskonzepts: War anfangs noch von „Tanzquadraten“ die Rede (GSCHWÄTZ berichtete), in denen die Abstandsregeln wohl gewahrt gewesen wären, schreibt Sprenger aufgrund des vorgelegten Hygienekonzepts jetzt davon, „dass die Veranstaltung wie ein normales Open-Air ablaufen soll“. Warum diese Änderung kurzfristig vorgenommen werden sollte, ist unklar.

Landratsamt widerspricht Linseisen vehement

Kontrovers wird es, wenn Sprenger die Aussage, dass ähnliche Veranstaltungen an anderen Standorten maskenlos stattfinden würden, kommentiert: „Nachfragen bspw. bei der Stadt Mannheim (als einem der vom Veranstalter genannten Beispiele) haben ergeben, dass sich die Behörden auch dort an der CoronaVO orientieren und keine Ausnahmen von der Maskenpflicht zulassen.“
Zu Linseisens Aussage „Aussage des Landratsamts ist, dass dort unter anderem eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, die es im Nachhinein jedoch so nicht wirklich hätte geben dürfen“, erwidert Sprenger: „Es gab auch von Seiten des Landratsamts keine Aussage zu Veranstaltungen in anderen Regionen von Baden-Württemberg.“

Landratsamt telefonisch für Schlaraffenklang nicht erreichbar?

Schlaraffenklang monierte in seiner Pressemitteilung, dass das Landratsamt bzw. die betreffenden Sachbearbeiter:innen telefonisch nicht erreichbar war. Auch in diesem Punkt verweist Sprenger wieder auf die Zuständigkeiten: „Die Ortspolizeibehörden (= Städte und Gemeinden) sind für den Vollzug der CoronaVO zuständig und entscheiden auch über eventuelle Ausnahmen in eigener Zuständigkeit. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde war in diesem Fall auf Anfrage der Stadt Künzelsau lediglich beratend tätig.“

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 

 

 




„Schwer zu begreifen, warum uns absichtlich Steine in den Weg gelegt werden“

Das geplante dreitätige Festival am Wertwiesen in Künzelsau vom 27. bis 28. August 2021 (wir berichteten) fällt ins Wasser beziehungsweise wird auf 2022 verschoben. Nur wenige Tage vor dem Festivalwochenende sagt der Veranstalter Schlaraffenklang ab. In seiner Begründung loben  Stefan Ole Linseisen und Marco Schrenk, die Geschäftsführer von Schlaraffenklang, die Stadt Künzelsau, kritisieren aber das Landratsamt in seiner Entscheidungspolitik deutlich.

Festival soll nachgeholt werden

Das Festival soll 2022 mit denselben Acts stattfinden. Entsprechende Ersatztermine werden gemeinsam mit den Künstlern und der Stadt Künzelsau im September 2021 besprochen. Die Künstler haben, so die Veranstalter in ihrer Presseerklärung, haben bereits zugesichert 2022 in Künzelsau zu spielen.

Maskenpflicht sei auf dem kompletten Veranstaltungsgelände verhängt worden

Warum das Festival so wenige Tage vorher abgesagt wird, dazu erklärt Schlaraffenklang: „Aufgrund der behördlichen Verordnung durch den Landkreis Hohenlohe ist eine Maskenpflicht in Bereichen, indem man keinen Mindestabstand einhalten kann, also somit auf dem kompletten Veranstaltungsgelände, verhängt worden. Zusätzlich gelte die 3G-Regel. Dies wurde von uns seit Donnerstag anders kommuniziert, da in Rücksprache mit den verantwortlichen Ämtern, sowie mit lokalen weiteren Veranstaltern die Maskenpflicht
anders kommuniziert wurde. Die offizielle behördliche Bekanntgabe des Landratsamts erhielten wir am 23. August 2021 am Nachmittag. Dies nur knapp 5 Tage vor der erstenVeranstaltung, wodurch uns jeglicher Spielraum für Konzeptanpassungen genommen wurde.“

Erst kurz vorher sei Bekanntgabe bezüglich Maskenpflicht vom Landratsamt gekommen

Interessant sei ebenfalls der Sachverhalt, so Schlaraffenklang weiter, „dass bei Veranstaltungen am gleichen Wochenende in anderen Regionen von Baden-Württemberg diese Regelungen nicht greifen, obwohl dort teils mehr Menschen auf kleinerem Gelände zusammenkommen. Aussage des Landratsamts ist, dass dort unter anderem eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, die es im Nachhinein jedoch so nicht wirklich hätte geben dürfen.“

Einheitliche Konzepte auch regionenübergreifend wünschenswert

Weiterhin sei das Landratsamt nur schwer erreichbar gewesen: „Schade für uns ist ebenfalls, dass die zuständigen Personen im Landratsamt für uns nicht telefonisch erreichbar, oder ansprechbar waren“, sagen die Geschäftsführer in ihrer Pressemitteilung und betonen, worum es ihnen geht: „Unser Argument ist nicht, dass andere, ähnliche Veranstaltungen ebenfalls mit der Maskenpflicht belegt werden sollen, sondern uns als Firma „Schlaraffenklang Events“ hätte es gefreut, wenn alle Landkreise mit ihren eigenen Prüfstellen sich an ein gemeinsames Konzept halten würden und dies auch von vornherein korrekt kommuniziert worden wäre. Unseres Erachtens ist es nicht fair, erst groß über die Presse sämtliche Freiheiten anzukündigen, um das Lob dafür zu ernten, aber dann bei der Umsetzung entweder kurzfristig zurückzurudern oder gar keine Auskunft darüber zu erteilen. Die unterschiedlichen Auslegungen in den Regionen sehen wir als Wettbewerbsverzerrung an und warten bis heute auch noch auf eine offizielle Stellungnahme hierzu. Die Sinnhaftigkeit, dass in Diskotheken die Maskenpflicht wegfällt, bei Open-Air-Veranstaltungen aber bestehen bleibt, ist auch für erfahrene Veranstalter zusätzlich nicht
mehr nachvollziehbar, da wir stets sehr um den Schutz aller Gäste bemüht sind, indem die Kapazitäten minimiert wurden und die 3G-Regel ebenfalls bestehen bleibt.“

Corona: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach“

Schwierig sei die Lage durch Corona generell für Veranstalter aus der kulturellen Branche: „Als Veranstalter waren die letzten eineinhalb Jahre nicht einfach. Besonders für uns, da wir erst im Oktober 2019 gegründet wurden und eigentlich fast nur „Corona-Veranstaltungen“
durchführen konnten. Während andere Veranstalter lieber nichts unternahmen, haben wir als Firma versucht, den Menschen Zugang zu Musik und zur Kultur zu ermöglichen. Egal ob Auto-, Abstandskonzerte oder Live-Stream-Events. Allerdings fällt es auch uns nun
sehr schwer zu begreifen, warum uns absichtlich Steine in den Weg gelegt werden, obwohl der eigentliche Weg selbst schon kein leichter ist.“

Dank geht an die Stadt Künzelsau

Leinseisen und Schrenk bedanken sich bei den Sponsoren, „die uns bereits mitgeteilt haben, dass sie auch 2022 wieder dabei sind. Besonders erwähnen möchten wir auch, dass Bürgermeister Stefan Neumann und die komplette Stadtverwaltung Künzelsau inklusive
Ordnungsamt diese Veranstaltungen unterstützt haben. Es ist gut zu wissen, solche Partner bei der Stadt Künzelsau und auch bei den Sponsoren, um sich zu haben, was uns ebenfalls positiv in die Zukunft blicken lässt. Alle Tickets behalten Ihre Gültigkeit für die Ersatzveranstaltungen 2022, können jedoch auf Wunsch auch storniert werden. Für die Ticketinhaber, die uns jedoch weiterhin die Treue halten werden, werden wir uns im Jahr 2022 mit einer weiteren Überraschung und einem noch faszinierenderen Festival
bedanken.“

Flyer Schlaraffenklangfestival in Künzelsau im August 2021. Quelle: Veranstalter




Dreitägiges Festival auf den Wertwiesen im August

Die Firma Schlaraffenklang Events organisiert für den 27. bis 29. August 2021 auf den Wertwiesen in Künzelsau ein Musikfestival, das aus drei einzelnen Veranstaltungen besteht.

Das finale Programm sieht folgendermaßen aus:

Freitag, den 27. August 2021 – Schlaraffenklang presents Mausio von 19:45 Uhr – 01:30 Uhr (Einlass 18:45 Uhr)

Samstag, den 28. August 2021 – 80er/90er Party von 21 Uhr – 02:30 Uhr (Einlass 20 Uhr)

Sonntag, den 29. August 2021 – Schlaraffenklang presents Felix Jaehn von 15 Uhr – 22 Uhr (Einlass 14 Uhr)

Verkauft werden Tanzquadrate

Verkauft werden Tanzquadrate (4 x 4 Meter), in denen bis zu fünf Personen Platz haben. Diese sind mit Sitzgelegenheiten ausgestattet, man darf aber auch darin tanzen. Außerhalb des Quadrats herrscht Maskenpflicht und Abstandsregeln sind einzuhalten. Zutritt erhalten nur Personen, die entweder geimpft, getestet oder genesen sind. Für alles wird ein Nachweis benötigt.

Künstler

Am Freitag startet Mausio. Er ist laut dem Veranstalter ein angesagter Künstler im Bereich Future Techno. Mit einem Plattenvertrag bei Warner Music und Auftritten in ganz Europa ist der Begriff Mausio vor allem bei einer Altersgruppe von 16 bis 20 Jahren ein steter Begriff. Am

Samstag geht es zurück in die 80er und 90er Jahre. Marco und Ole aus Würzburg präsentieren die besten Hits der vergangenen Jahrzehnte. Spider Murphy Gang, Nirvana, Mr. President, Cyndi Lauper, Dr. Alban, Green Day, Backstreet Boys und viele mehr werden an dem Abend über den Wertwiesen erklingen und zum Tanzen und Mitsingen aktivieren.

Felix Jaehn wird am Sonntag dann auf den Wertwiesen in Künzelsau auflegen. Er ist neben Robin Schulz und Paul Kalkbrenner einer der erfolgreichsten DJs Deutschlands. Mit Hits wie Bonfire, Close your eyes, hot 2 touch und vielen Weiteren Songs ist er Stammgast in den deutschen Charts.

Als B-Headliner wurde zudem Fabian Farrel verpflichtet. Der gebürtige Krefelder ist aus der Festival-Szene seit mehreren Jahren nicht mehr wegzudenken. Zudem hatte err ach als Producer mit „Against the Rest“ seinen großen Durchbruch. Auch Edgaar wird auf der Bühne ein Set zum besten geben. Der Osnabrücker wird in der heimischen Presse schon als „neuer Robin Schulz“ gefeiert. Im Oktober kommt seine erste Single auf dem deutschlandweit bekannten Musiklabel Kontor heraus. Support: DomAir, Emencee & Ole Bott, DJ Cosmin

Vorverkauf

Der Vorverkauf startet vermutlich am Freitag, den 06.08.2021 (unter Vorbehalt). es ist nur der Kauf von jeweils 1 Tanzquadrat möglich (um einen Schwarzmarkt zu verhindern). Für Essen und Getränke ist vor Ort gesorgt. Es dürfen keine eigenen Speisen und Getränke mitgebracht werden. Abendkasse besteht nur, wenn noch Tickets über bleiben. Es werden erst einmal 500 Tickets verkauft, sollte der inzidenz Weitere Zuschauer möglich machen, wird es nochmals eine 2. Verkaufsrunde geben.

Preise fürs Quadrat (maximal 5 Personen)

Freitag: Schlaraffenklang presents Mausio, 1. – 3. Reihe 65 Euro pro Quadrat, ab 4. Reihe 50 Euro das Quadrat

Samstag: 80er/90er Party, 35 Euro das Quadrat

Sonntag: Schlaraffenklang presents Felix Jaehn, 1. – 3. Reihe 200 euro pro Quadrat, ab 4. Reihe 175 Euro das Quadrat

die Tickets kann man unter den folgenden Links kaufen:

 

Freitag Schlaraffenklang presents Mausio: https://schlaraffenklang-festival.ticket.io/60kjz9b9/?fbclid=IwAR2tald_Zcw9IBfISbHkKKJUyI16MQv7lyL7DN-accSI3CC1RJQ5j7hOCyk

 

Samstag: 80er/90er Party: https://schlaraffenklang-festival.ticket.io/mfdu6y92/?fbclid=IwAR2YJY2Fq0zqFt2c5uj3_rQlBovof9qBS9lUvCa_3H2FZBiZA3Ha4vHBINo

 

Sonntag, Schlaraffenklang presents Felix Jaehn: https://schlaraffenklang-festival.ticket.io/2tumpaw4/?fbclid=IwAR0ITexrgE3k_dpMXEJFMLVpB86LST79kwV8vgn_XPKWP36bJcdB-geZqmM

Flyer Festival in Künzelsau im August 2021. Quelle: Veranstalter