Schaschlikverkäufer in christlicher Mission
Wer Jesus nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben“ – ein solches Schild erwartet man vielleicht in der Nähe einer Kirchengemeinde, vielleicht auch auf einer Reklametafel, aber bestimmt nicht an einem Imbisswagen.
Sein Leben war nicht immer vom Glauben geprägt
Tatsächlich hängt dieses Schild aber am Schaschlikwagen von Viktor Bauer aus Wolpertshausen. Er ist Mitglied der Freien Evangelischen Kirche in Schwäbisch Hall und trägt seinen Glauben in die Welt: „Das ist die wichtigste Aussage über alle Aussagen, denn wer Jesus im Glauben erblickt hat, der weiß, was er erblickt hat“, erklärt er das Schild.
Sein Leben war nicht immer vom Glauben geprägt, erst aufgrund einer Notlage bekehrte er sich im Jahr 1994 und veränderte sein Leben. Er zitiert den Propheten Hesekiel und meint: „Die Bibel sagt, dass der Herr aus einem steinernen Herz ein fleischernes machen wird. Und das hat er gemacht.“
Er hat Jesus seinen Schaschlikwagen geweiht
Daher ist es ihm wichtig, das Evangelium, an das er glaubt, weiterzugeben an die Menschen. Und deshalb habe er seinen Schaschlikwagen Jesus geweiht, und der hätte „etwas daraus gemacht“. „Wir müssen das Licht der Welt und das Salz der Erde sein, dort, wo Jesus uns eingesetzt hat – auch in dieser Schaschlikbude“, ist er überzeugt.
Ohne die Bibel kann er nicht mehr leben, „das ist ja genauso wie essen und trinken. Wir werden gestärkt an Leib, Seele und Geist“, sagt er und vergleicht den Menschen mit einem Auto: „Ein Mensch hat drei Tanks, ich sage mal, so wie ein Auto: Man braucht Wasser, Sprit und Öl, dann kann man fahren. Wenn etwas fehlt, dann stottert das Auto.“
Und die Reaktionen seiner Kunden? Die seien „sehr unterschiedlich, die Gläubigen loben das. Andere lesen und lesen und lesen und sagen nichts. Es waren im Großen und Ganzen positive Erfahrungen. Es gibt auch negative, aber wenige.“
Kulinarisches Geheimnis
Aber nicht nur ein religiöses Geheimnis birgt der Schaschlikwagen, sondern auch ein kulinarisches, das die Stammkunden schätzen. Martina aus Berlichingen kommt jedes Jahr: „Es ist Pflicht.“ Sie isst regelmäßig den kaukasischen Schaschlik. Aber auch sie kennt das Rezept nicht, sie weiß nur: „Das Ganze, die Kombination, das passt einfach.“
Auch unserem GSCHWÄTZ-Videoreporter will Viktor Bauer das Geheimnis nicht wirklich verraten. Er verrät nur: „Es ist einmalig, die Würze ist ganz anders, es gehört viel Liebe zum Produkt, zum Fleisch, dazu.“ Das Fleisch bezieht er regional und frisch vom Metzger Setzer, über die Würze schweigt er vielsagend: „Wir würzen es, marinieren es und lassen es zwei Tage ziehen. Dann wird es auf die Spieße gesteckt und auf meinem Rebenholz gegrillt. Das Weinrebenholz gibt einen besonderen Geschmack und wer das einmal gegessen hat, der kommt wieder.“

Diese und andere Sprüche liest man an dem kaukasischen Schaschlikwagen. Foto: GSCHWÄTZ

Sein Leben war nicht immer geprägt durch den Glauben. Foto: GSCHWÄTZ