Eberstal: Lito hat nur alle vier Jahre Geburtstag
Lito aus Eberstal wird dieses Jahr vier Jahre alt. Leuchtet am 29. Februar 2020 tatsächlich nur eine Kerze auf seiner Geburtstagstorte oder doch vier? Wir von der Redaktion GSCHWÄTZ wollten wissen, wie man einen Geburtstag feiert, den man nur alle vier Jahre im Kalender findet. Eine aufmerksame Leserin hat den Aufruf auf unserer Facebook-Seite gesehen, auf der wir Personen gesucht haben, die an diesem Schalttag Geburtstag haben, sich spontan gemeldet und bereit erklärt, uns zu erzählen, wie sie diesen besonderen Geburtstag in der Familie feiern, den Geburtstag ihres Sohnes Lito.
Das Datum war nicht das Wichtigste
Eigentlich war der Geburtstermin von Lito laut Mutterpass auf den 18. Februar festgelegt, doch es hatten sich damals bereits an Silvester die ersten Wehen bemerkbar gemacht, was einen sofortigen Krankenhausaufenthalt mit nachfolgender Schonung unumgänglich gemacht hatte. Der ausgerechnete Geburtstermin kam dann immer näher, nun aber tat sich nichts mehr bezüglich Wehen. Am 28. Februar musste die Geburt eingeleitet werden, die Ankunft von Lito war dann am nächsten Tag, nachmittags im Krankenhaus in Schwäbisch Hall, es war der 29. Februar 2016. „Wir waren einfach nur glücklich und im ersten Moment war uns das Datum nicht unbedingt das Wichtigste“, erinnert sich Julia Miksche-Ziegler.
„Es ist diesmal emotional alles viel näher“
Und wie ist das nun in diesem Jahr? „Also ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mich jetzt schon täglich dabei ertappe, dass ich mir Gedanken darüber mache, wie wir diesen besonderen Tag feiern sollen. Es ist diesmal emotional alles viel näher im Bewusstsein als die Jahre zuvor. Natürlich fragt Lito mich immer wieder, warum das so ist – und ich sage ihm dann, dass dies mit der Sonne und dem Mond zusammenhängt. Dies ist im Moment aber doch noch etwas schwierig für ihn zu verstehen, so dass ich ihm sage, dass es an diesem Tag richtig Winter war und es geschneit hat und er am Nachmittag auf die Welt gekommen ist.“
Das erste Mal Kindergeburtstag
Die vergangenen Jahre gab es keinen 29. Februar. Die Familie hat dann am ersten März gefeiert, im Kreise der Familie. Aber diesmal darf Lito das erste Mal einen Kindergeburtstag und auch im Kindergarten feiern. Der Name Lito ist eine Verniedlichungsform und kommt aus dem spanischen Sprachgebrauch (Manolito). Lito freut sich sehr auf seinen großen Tag. Blitzschnell klettert er auf sein Hochbett und hüpft wieder herunter. Bunte Lampions in hellen Farben zieren die Decke seines Zimmers und viele Stofftiere sitzen mit großen, fragenden Augen auf seinem Bett. Eifrig zählt Lito seine ganzen Freunde auf, die er an diesem Tag einladen darf und zeigt, wie er Tische und Möbel „schiebt“, damit alle seine Freunde Platz haben. Auf die Frage, wie alt er nun sei, springt er aufgeweckt in sein Zimmer und kommt mit einem Zettel, auf dem er drei Kreise gemalt hat und zeigt ganz stolz, wie alt er ist. Man merkt, dass der Geburtstag in diesem Jahr wohl doch etwas anderes ist als die Jahre zuvor.
Schöne Geburtstagsfeier mit Familie und Freunden
Wie glücklich war und ist die Familie hinsichtlich des Geburtsdatums? Die zweifache Mutter reagiert spontan positiv auf diese Frage, denn sie sind froh und dankbar, dass Lito (3) und seine Schwester Lua (1) aufgeweckte Kinder sind. „Wir werden diesen Tag dennoch emotional tiefer empfinden, aber auch genießen.“ Alle freuen sich auf eine schöne Geburtstagsfeier mit der Familie und Freuden.
Text: Elke Brand